12.03.2012

Herbe Enttäuschung

Presseerklärung der Sprecher des NRW-Bündnis Eine Schule für alle zu den Eckpunkten für den Weg zur inklusiven Schule in NRW

Ich habe ja schon auf die Eckpunkte von Rot-Grün hingewiesen, in denen sie einen Rechtsanspruch auf inklusive Bildung nur für Kinder vorsehen, die jeweils in der 1. und 5. Klasse sind. Wer bereits in der Förderschule ist, soll dort bleiben, Menschenrecht hin oder her.

Die Sprecher des NRW-Bündnisses Einen Schule für alle, zu denen ich auch gehöre, haben nun in einer Presseerklärung auf diese Eckpunkte reagiert.

Zusätzlich problematisch ist dies vor dem Hintergrund einer neuen Studie der Bertelsmannstiftung, nach der die Aufstiegschancen für Kinder in einer Förderschule besonders gering sind:

Am schlimmsten wirkt die sogenannte Förderschule, die früher Sonderschule hieß: Wer als körperlich Behinderter oder Lernbehinderter dort hineingerät, kommt nicht mehr raus, zeigt die Studie. Die Förderschule fördert nicht, sie ist eine Falle. (Quelle: Spiegel.de)

09.02.2012

Recht auf Regelschule in NRW erst mal für die Klassen 1 und 5 ab 2013/14 vereinbart

SPD und Grüne in NRW haben in einem Eckpunktepapier die Schaffung eines Rechtsanspruchs auf Unterricht in der Regelschule für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf - beginnend in Klassen 1 und 5 ab 2013/14 vereinbart.

Um es noch mal deutlich zu sagen: Das entspricht nicht dem Völkerrecht!

Das Recht auf Zugang zur inklusiven Schule ist ein Menschenrecht, das in der UN-BRK festgeschrieben ist. Die Umsetzung in Landesrecht kann nicht nach Gutdünken erfolgen. Der Rechtsanspruch muss für alle Kinder gelten, nicht nur für Kinder der Klassen 1 und 5. Menschenrechte sind unteilbar

Auch ein Wechsel aus der Förderschule in die Regelschule muss möglich sein.

Man hat Eltern jahrelang weismachen wollen, das Förderschulsystem sei auf Rückschulung ausgerichtet. Jetzt kommt die Nagelprobe für diese Behauptung.

01.02.2012

Sind Schwerpunktschulen der richtige Weg zur Inklusiven Schule?

Verbindlicher Zeitplan ist erforderlich, Rechtsanspruch muss jetzt kommen

Zur Zeit wird allerorten darüber diskutiert, ob Schwerpunktschulen die Lösung sein können, Inklusion umzusetzen. Hier meine persönliche Position zu diesem Thema.

Grundsätzlich trägt die Diskussion über Schwerpunktschulen die Gefahr in sich, zur Hinhaltestrategie zu werden.

Das Ziel muss der Aufbau eines inklusiven Schulsystems bleiben. Das bedeutet, dass Kinder mit Behinderungen die Schule besuchen, zu der sie auch gehen würden, wenn sie keine Behinderung hätten. Soweit das Ziel. Wenn es erreicht ist, braucht es keine Schwerpunktschulen.

Schwerpunktschulen sind also ein Thema für den Übergang zum inklsuiven Schulsystem.

Die wesentliche Forderung muss deshalb m.E. sein, Ross und Reiter zu nennen und bereits jetzt einen verbindlichen Zeitplan vorzulegen, zu dem die UN-Konvention vollständig umgesetzt sein muss.

Ohne verbindlichen Zeitplan wird es kein inklusives Schulsystem geben.

Als Zeitrahmen scheinen mir 10 Jahre nach Inkrafttreten der UN-BRK die weitestgehende Position, die ich mittragen würde. Bis spätestens 2019 muss die inklusive Schule umgesetzt sein!

Für die Förderschulen L/E/S halte ich es allerdings nach wie vor für die einzig akzeptable Option, zum nächsten Schuljahr keine neuen SchülerInnen mehr aufzunehmen, und diese Schulen auslaufen zu lassen. Hier ist 2019 definitiv zu spät.

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30.01.2012

Bündnis lädt zur Unkonferenz ein

Unkonferenz Inklusion 23. -24.03.2012 in Herne Unkonferenz Inklusion 23. -24.03.2012 in Herne

Ich organisiere gerade eine zweite Unkonferenz des NRW-Bündnisses Eine Schule für alle. Das darf natürlich auch hier nicht fehlen. Hier eine Pressemitteilung, die ich heute verschickt habe.

Presseinformation: Am 23. und 24.03.2012 treffen sich im Herner Stadtteilzentrum Pluto Eltern, Pädagogen und Interessenten aus ganz NRW zu einer außergewöhnlichen Tagung. Das NRW-Bündnis "Eine Schule für alle" lädt zu einer Unkonferenz zum Thema Inklusion ein. Darunter verstehen die Veranstalter eine kooperative Mitmachkonferenz.

Unkonferenz

Eine Tagesordnung oder Referentenliste sucht man bei dieser Veranstaltung vergeblich. Die Themen werden erst während der Konferenz von den Teilnehmern festgelegt. Jeder der teilnimmt, kann zugleich Referent sein.

"Es gibt inzwischen umfangreiche Erfahrungen mit dieser Konferenzform", erklärt Organisator Michael Baumeister vom NRW-Bündnis. "Unter dem Titel Barcamp oder Open-Space werden Unkonferenzen weltweit seit vielen Jahren erfolgreich durchgeführt." Für Teilnehmer klassischer Konferenzen und Tagungen sind nicht selten die Gespräche in den Pausen oder am Rande der Veranstaltung wichtiger, als die eigentliche Tagesordnung. Unkonferenzen greifen diese Erfahrung auf und rücken die Interessen der Teilnehmer in den Vordergrund.

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07.01.2012

Keine EU-Norm zur Gurkenkrümmung.

Mein Kommentar zu einem Artikel von Ruhrbaron Stefan Laurin

Nach langer Zeit nutze ich mein verwaistes Blog mal wieder.

Stefan Laurin hat sich im Blog Ruhrbarone auf sehr populistische Art mit dem Thema Inklusion auseinander gesetzt. Leider hört man diese Pseudoargumentation in den vergangenen Wochen immer öfter.

Hier mein Kommentar zu Stefan Laurins Artikel:

Leider wird in diesem Artikel mal wieder haarscharf an der Realität vorbei argumentiert. Stefan Laurin spricht von “einer UN-Konvention, die Deutschland ratifiziert hat” und von der “sogenannten Inklusion” und suggeriert auch im Weiteren, dass da Leute, die von nichts eine Ahnung haben jetzt in Gießkannenmanier “behinderte Schüler auf die klassischen Schulformen [...] verteilen” wollen.

So einfach kann man es sich nicht machen.

Bei der genannten Konvention geht es um die “UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen”. Dabei handelt es sich um eine Menschenrechtskonvention. Kinder mit Behinderungen haben danach das Recht, in einem inklusiven Schulsystem zu lernen. Wichtig ist, dass die Konvention eben nicht nur den Zugang zur Regelschule fordert, sonder auch die “angemessenen Vorkehrungen” zur Verwirklichung der Rechtes auf Bildung in der Regelschule. Es geht also keinesfalls nur ums Verteilen. Das Recht auf inklusive Bildung ist ein Menschenrecht. In Stefan Laurins Artikel hat man den Eindruck, als ginge es um irgendeine EU-Norm zur Gurkenkrümmung.

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25.05.2011

Grüne sollen endlich Farbe bekennen

Gemeinsam leben - gemeinsam lernen NRW e.V. und der mittendrin e.V. habe anläßlich des bevorstehenden Parteitags der NRW-Grünen eine Pressemitteilung zur Inklussion veröffentlicht

Elternvereine enttäuscht über grüne Schulpolitik in NRW
Anlässlich des bevorstehenden Parteitags der NRW-Grünen am kommenden Wochenende fordern die Elternvereine „Gemeinsam leben – gemeinsam lernen“ die Partei auf, in Sachen Inklusion endlich Farbe zu bekennen. „Obwohl die Landesregierung nun schon seit einem dreiviertel Jahr im Amt ist, liegt noch nicht einmal ein Gesetzentwurf vor, um Kindern mit Behinderung einen individuellen Rechtsanspruch auf gemeinsames Lernen zu sichern“, bemängelt Bernd Kochanek, Vorsitzender der LAG Gemeinsam leben – gemeinsam lernen. Immer noch müssen Eltern, die für ihr behindertes Kind die Integration wollen, um einen Platz an der Regelschule kämpfen – und darum, dass ihr Kind an der Regelschule auch die Förderung bekommt, die es braucht. Dabei sind sie weiterhin den Ermessensentscheidungen von Behörden und Schulleitern vor Ort ausgeliefert.

Insgesamt sind die Eltern enttäuscht von einer grünen Schulpolitik, die vor der Landtagswahl eine konsequente und zügige Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention versprochen hat, und den Aufbau eines inklusiven Bildungssystems jetzt in der Regierung so zögerlich angeht. Und das, obwohl schon seit Dezember ein gemeinsamer Beschluss aller Landtagsfraktionen vorliegt, der die Regierung zum Handelns auffordert.

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07.05.2011

Ich hatte ja erwähnt, dass die CDU in NRW mehr...

... Initiative für behinderte Schüler verlangt. Dazu gibt es auch einen konkreten Antrag an den Landtag mit dem Titel: "Den Kommunen einen verlässlichen Rahmen für die schulische Umsetzung der UN- Behindertenrechtskonvention geben!"

Der Antragstext ist nachzulesen unter: http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD15-1793.pdf

04.05.2011

Die CDU hat der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen Untätigkeit bei der...

... Integration behinderter Schüler vorgeworfen. Und womit? Mit Recht!

Fünf Monate nach einem einstimmigen Beschluss des Landtags zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention fehlt, so die CDU, noch immer ein landesgesetzlicher Rahmen.

Auch der Behindertenbeauftragte des Bundestages, Hubert Hüppe, der ebenfalls CDU-Mitglied ist, beklagt anlässlich des morgigen Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, dass Menschen mit Behinderungen immer noch in allen Lebensbereichen ausgegrenzt werden.

"Diese Barrieren in den Köpfen werden durch das in Deutschland vorherrschende System von Sondereinrichtungen für behinderte Menschen und durch fehlende Barrierefreiheit im öffentlichen Raum befördert", so der Behindertenbeauftragte. Besonders gravierend sei die Situation an den Schulen in Deutschland, wo immer noch über 80 % der behinderten Schülerinnen und Schüler an Sonderschulen unterrichtet werden.

Nun hat sich die CDU in den vergangenen Jahren nicht gerade als Motor der Inklusion gezeigt, man denke nur an Äußerungen von Schulministrin Sommer zum Wahlrecht von Eltern, aber auch der CDU gestehe ich Lernfähigkeit zu. Im Übrigen teile ich den Eindruck, dass der Inklusionsprozess in Düsseldorf ziemlich schleppend vorankommt.

Ich kann es deshalb nur begrüßen, wenn die Opposition da jetzt mal Druck macht.

Dorsten wird die UN-Behindertenrechtskonvention bei der Schulentwicklungsplanung berücksichtigen

Am 03.05.2011 stand das Thema Schulentwicklungsplanung auf der Tagesordnung des Dorstener Schulausschusses.

Beschlossen wurde, dass in Dorsten ein alle Schulstufen umfassender Schulentwicklungsplan aufgestellt werden soll, bei dem insbesondere die Maßgaben und die Ziele der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zur Entwicklung eines inklusiven Bildungssystems beachtet werden.

Ohne Gegenstimmen mit einer (nicht mit dem Inhalt begründeten) Enthaltung hat der Schulausschuss der Vorlage zugestimmt.

Vorgesehen ist neben einer umfassenden Beteiligung der Öffentlichkeit in Schulplenumsveranstaltungen und Elternbefragungen auch ein Arbeitskreis zur fachlichen Beratung, in dem auch Gruppierungen vertreten sind, die sich um die Belange von Menschen mit Behinderungen kümmern. Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen, sowie die Lebenshilfe werden dabei ausdrücklich erwähnt.

Innerhalb von 10 Jahren nach Inkrafttreten der UN-Konvention (also bis 2019) soll schrittweise eine Inklusionsquote von mindestens 80% erreicht werden. Hier hätte man sich sicher eine noch ambitionierter Zielvorstellung wünschen können. Wichtig scheint mir aber, dass parallel zur Schulentwicklungsplanung schon weitere Schritte zum Ausbau des gemeinsamen Lernens unternommen werden sollen und dass geltend gemachte Bedarfe nach Möglichkeit erfüllt werden sollen, so wie es ja auch im Erlass zu §37 AOSF vorgesehen ist.

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29.04.2011

Expertenkreis »Inklusive Bildung« berät Kommunen und Regionen

Kommunen und Regionen können sich bis zum 15. Juni 2011 um eine Beratung zur inklusiven Bildung durch den Expertenkreis "Inklusive Bildung" der Deutschen UNESCO-Kommission bewerben. Mit dem Angebot will der Expertenkreis das Leitbild der inklusiven Bildung in Deutschland stärken. Die Peter Ustinov Stiftung unterstützt das Projekt.

Ich habe übrigens dem Dorstener Bürgermeister vorgeschlagen, dass sich die Stadt dort bewirbt.

27.04.2011

Der Österreicher »Kurrier« berichtet über eine junge Frau mit Down-Syndrom,...

... die im Sommer einen Hochschullehrgang abschließen wird. Menschen mit Down-Syndrom werden in ihren Möglichkeiten leider viel zu häufig unterschätzt.

25.04.2011

RSS-Feeds, die nur die Überschriften und / oder gekürzte Texte...

... liefern, finde ich persönlich äußerst unpraktisch. Der Full Text RSS Feed Builder schafft da Abhilfe.

via der Schockwellenreiter

Die Dorstener Zeitung ist bereits auf ein parteiübergreifendes Gespräch in...

... der vergangenen Woche aufmerksam geworden. Zwischen CDU, SPD und Grünen wurde am vergangenen Montag ein gemeinsamer Antrag zur Inklusion in der nächsten Ratssitzung und ein gemeinsames Vorgehen im Schulausschuss vereinbart. Die genaue Formulierung des Antrages soll kurzfirstig erfolgen. Die Zeitung ist korrekt informiert, ich war bei dem Gespräch auch dabei. Ich habe allerdings keine Ahnung, wer aus der Runde schon die Presse informiert hat.

Vereinbart ist eine Erklärung des Rates, dass Inklusion ein zentrales Anliegen der Stadt ist. Bis zum Schuljahr 2019/20 wird eine inklusionsquote von mindestens 80% angestrebt, schon für 2014/15 sollen es 45% sein. Ausserdem soll es einen kommunalen Arbeitskreis (Plenum) Inklusion geben.

Willkommen in der Realität

zum Europäischen Protesttag "Für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung" hat Aktiv Barrierefrei Selbstbestimmt Leben e.V und die Aids- und Behinderten Selbsthilfe http://www.abs-sh.eu ein Video erstellt Protestsong und Aufruf zum Europäischen Protesttag "Für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung" am 5. Mai 2011. Das Video wurde in drei Sprachen erstellt:

  • als Original,
  • mit Untertitel für Schwerhörige Menschen und zum mit singen
  • In Gebärdensprache für Gehörlose Menschen

Unterstützt von dem Holländerhof in Flensburg http://www.hollaenderhof.de

19.03.2011

Providerwechsel

Ich wechsele den Provider für mbauweb.de. Bisher habe ich meine Seiten bei einem Duisburger Reseller gehostet, seit etwa einem Jahr bin ich mit den meisten von mir gehosteten Domains aber bei Host Europe, einem Anbieter, der besonders für Drupal-Installationen (zurecht!) einen sehr guten Ruf hat. Weil es übersichtlicher ist, aber auch wegen des Preises, zieht mein Blog jetzt auch dorthin.

Kleiner Nachteil: dort gibt es keinen Shell-Zugang. Deshalb habe ich jetzt zusätzlich einen Account bei Uberspace.de, einem jungen, interessanten Anbieter, auf den ich neulich zufällig gestoßen bin.

Wenn es in den nächsten Tagen hier Probleme gibt, bitte ich das zu entschuldigen

Update 26.03.2011

Offenbar hatte Host-Europe ein Problem, die Domain richtig beim DNS anzumelden. Erst nach fast drei Tagen ist jetzt alles wieder verfügbar.

14.03.2011

Mahnwache für den Atomausstieg in Dorsten

Mahnwache in Dorsten

Heute fand spontan eine Mahnwache in Dorsten statt, initiiert von den Grünen. Ich bin nicht auf dem Bild, weil ich das Foto gemacht habe.

Pressemitteilung der Dorstener Grünen

Anlässlich der Ereignisse in Japan fanden am Montag, 14.03. um 18:00 Uhr bundesweit in über 150 Städten Mahnwachen für den Atomausstieg statt.

Auch in Dorsten fanden sich am Platz der Deutschen Einheit spontan Bürgerinnen und Bürger ein, um für den Ausstieg aus der Atomkraft zu demonstrieren und gleichzeitig ihr Mitgefühl für die Betroffenen in Japan zum Ausdruck zu bringen, darunter auch Mitglieder der Dorstener Grünen. Aus der Dorstener Bevölkerung wurde die Kundgebung mit viel Beifall unterstützt.

Die Dorstener Grünen planen in den nächsten Wochen weitere Aktionen und Stände zum Atomausstieg

Ausgestrahlt

Fukushima ist überall - Atomausstieg jetzt! Atomkraft nein Danke

19.02.2011

Unsere Presseerklärung wurde nicht veröffentlicht

Ich ärgere mich gerade, dass in der Dorstener Zeitung unsere Erklärung vom Mittwoch bis heute mit keinem Wort erwähnt wird.

Es ärgert mich deshalb, weil die FDP sich in der selben Zeitung in der vergangene Woche gleich zweimal hintereinander mit unhaltbaren Statements (Nur eine Möglichkeit, keine Pflicht) zur Inklusion positionieren durfte. Eltern, die zu diesem Thema etwas zu sagen haben, bekommen diese Chance nicht.

Ok, in Deutschland gibt es Pressefreiheit. Niemand darf der Presse vorschreiben, wie oder was sie berichten soll und was nicht. Zensur ist verboten. Das ist auch gut so, keine Frage. Aber ausgewogen ist was anderes.

Ich glaube ja, Zeitungen sind ein Auslaufmodell. Vom vielbeschworenen Qualitätsjournalismus merkt man gerade im lokalen Bereich sowieso nicht viel. Meine Hauptinformationsquelle für Themen, die mich wirklich interessieren, ist inzwischen auch eher der Feedreader, insbes. verschiedene Blogs, und nicht zuletzt auch Twitter und Facebook.

Es wird Zeit, dass Social Media auch in einer Kleinstadt wie Dorsten eine kritische Masse erreicht. Was das angeht, bin ich allerdings noch skeptisch und so werde ich zähneknirschend weiter morgens die Lokalzeitung aus dem Briefkasten fischen und mich ärgern, wie unausgewogen sie heute wieder berichtet oder eben nicht berichtet.

Update 21.02.

Immerhin die WAZ hat heute ausführlich berichtet

17.02.2011

Inklusion ist mehr als nur eine Möglichkeit

Presseinformation von Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen Dorsten vom 16.02.2011

Nachdem der Vorsitzende der Dorstener FDP, Thomas Boos, auf dem Parteitag am vergangenen Samstag verlauten ließ, die "Integrierung Behinderter" sei "kein Pflicht, sondern nur eine Möglichkeit" (Papier-Version Dorstener Zeitung vom. 14.02.2011), konnte man am folgenden Tag schon etwas versöhnlichere Töne vernehmen, nachdem ihm offenbar vorgeworfen wurde, er gehe auf Distanz zu Bürgermeister Lütkenhorst. "Wir sind natürlich der Meinung, dass jede Familie ein Recht auf Inklusion hat" sagte Thomas Boos der Dorstener Zeitung (Papier-Version vom. 15.02.2011). Er äußerte aber die Sorge, dass das Förderschulsystem zerschlagen werden könnte oder dass Eltern verpflichtet würden, ihre Kinder in inklusive Schulen zu schicken.

Schon bedrohlich, dieses Menschenrecht auf Inklusion.

Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen Dorsten hat zu der von Thomas Boos ins Gespräch gebrachten Frage, ob Inklusion nur eine Möglichkeit sei, gestern die folgende Presseinformation veröffentlicht.

Das klare Bekenntnis von Bürgermeister Lütkenhorst zum Ziel eines inklusiven Schulsystems haben Eltern behinderter Kinder bei der städtischen Veranstaltung am 10.02. aufmerksam zur Kenntnis genommen.

"Wir dürfen nicht zulassen, dass dieses Ziel jetzt zerredet und die Rechte unserer Kinder wieder relativiert werden." sagt Michael Baumeister von der Elterninitiative Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen. "Aus der UN-Konvention ergibt sich eindeutig das Recht behinderter Kinder auf diskriminierungsfreien Zugang zur inklusiven Schule und angemessene Vorkehrungen. Die Vertragsstaaten sind verpflichtet, Kindern mit Behinderungen den Zugang zu einem inklusiven, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen zu ermöglichen. Das ist mehr als nur eine Möglichkeit. Inklusion ist ein Menschenrecht."

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15.01.2011

Behörden sollen schon jetzt alle Möglichkeiten ausschöpfen, gemeinsames Lernen zu ermöglichen

Erlass des NRW-Schulministriums verpflichtet Schulbehörden, das Schulrecht ab sofort im Sinne der UN-Konvention auszulegen

Im Dezember 2010 hat Schulministerin Löhrmann einen Erlass angekündigt, mit dem Schulträger und Schulaufsicht verpflichtet werden sollen, schon jetzt das Schulrecht konsequent im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention auszulegen.

Gleichzeitig will die Landesregierung auf der Grundlage eines Inklusionsplans die Transformation der UN-Konvention in Landesrecht voranbringen.

Der angekündigte Erlass liegt nun in Form einer geänderten Verwaltungsvorschrift zu §37 AO-SF vor. Bis zur Umsetzung der UN-Konvention in Landesrecht sollen danach Schulträger und Schulaufsicht im Rahmen der bestehenden Regelungen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um dem Elternwunsch so weit wie möglich Rechnung zu tragen. Die Ablehnung des Elternwunsches auf Gemeinsamen Unterricht müssen die Schulaufsichtsbehörden ab sofort umfassend begründen.

Verwaltungsvorschrift zu §37 AO-SF (PDF)

25.12.2010

Frohe Weihnachten

Weihnachtskarte 2010

16.12.2010

Ministerin Löhrmann kündigt kurzfristig Erlass zum Gemeinsamen Lernen an

Kinder mit Behinderungen sollen schon jetzt den Zugang zur Regelschule erhalten

Am vergangenen Montag fand in Düsseldorf der Gesprächskreis zur Inklusion mit der Schulministerin statt. Ich konnte als Vertreter des NRW-Bündnisses Eine Schule für alle daran teilnehmen.

Wer aufgrund mangelnder Aktivität der neuen Landesregierung dachte, "eher friert die Hölle zu, als dass sich NRW ernsthaft in Richtung Inklusion bewegt" dürfte nicht nur aufgrund der Wetterverhältnisse aufmerksam geworden sein. Bei Tauwetter begonnen, hatte sich die Welt in Düsseldorf im Verlaufe der Veranstaltung sichtbar verändert. Ob Schnee und Eis allerdings bis in die unverdünnte Hölle vorgedrungen sind, wird sich erst in Zukunft zeigen. Die Versprechungen lassen jedoch hoffen.

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12.12.2010

Eltern erwarten jetzt Beteiligung an Inklusionsplanung

Presseerklärung Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen Dorsten

Am kommenden Montag, 13.12.2010 steht mit einem Bericht des Sonderpädagogischen Kompetenzzentrums Dorsten zu seiner Arbeit das Thema Inklusion erneut auf der Tagesordnung des Dorstener Schulausschusses. Schon bei der letzten Schulausschussitzung wurde das Thema behandelt.

"Bisher war unser Eindruck, dass die Verwaltung gern das Thema ohne Beteiligung der kritschen Öffentlichkeit und betroffener Eltern bearbeiten möchte" sagt Michael Baumeister von der Dorstener Elterninitiative "Gemeinsam leben, Gemeinsam lernen".

Inzwischen ist allerdings in den Ausschuss-Vorlagen davon die Rede, dass Elternvertreter zum Arbeitskreis des Kompetenzzentrums hinzu gebeten werden sollen.

Wichtig finden die Mitglieder der Elterninitiative, dass sie als Eltern von Kindern mit Behinderungen an der Planung und Entwicklung der Inklusion in Dorsten beteiligt werden. "Es würde nicht ausreichen, Elternbeteiligung nur auf die verfasste Elternvertretung der Schulen zu begrenzen. Die UN-Behindertenrechtskonvention sieht die aktive Einbeziehung der Betroffenen und der sie vertretenden Organisationen bei der Ausarbeitung und Umsetzung von Konzepten vor" sagt Michael Baumeister.

Eine geeignete Form der Einbeziehung und Beteiligung kann nach Ansicht der Eltern ein runder Tisch für Inklusion sein, wie er bei der vergangenen Schulausschussitzung von dem Vertreter von Bündnis 90/ Die Grünen gefordert wurde.

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Doch keine 67% integrative Beschulung in Dorsten

Verwaltung räumt Rechenfehler in Ausschussvorlage ein

In der Vorlage zur vergangenen Schulausschussitzung am 28.09.2010 stellte die Verwaltung fest, die Quote für die integrative Beschulung läge in Dorsten in der Primarstufe bei 40%. Würde man berücksichtigen, dass an der Astrid-Lindgren-Schule nur 56 Kinder des Primarbereichs aus Dorsten kommen, betrage die Quote sogar rund 67 %.

Im Protokoll der Schulausschussitzung räumt die Verwaltung nun einen Rechenfehler ein:

Bei der Quotenberechnung (...) hat sich leider ein Fehler eingeschlichen, indem die Anzahl der an Regelschulen beschulten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf versehentlich nicht durch die Gesamtzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förder- bedarf, sondern durch die Zahl der Förderschüler geteilt wurde. Bei korrekter Berechnung reduziert sich die Quote der im Primarbereich an Regelschulen beschulten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf von 40 % auf 28,8 % bzw. bei Berücksichtigung ausschließlich der Dorstener Kinder an der Astrid-Lindgren-Schule von 67 % auf 40,2 %.

Ein wenig verwundert es schon, dass in Dorsten eine solch beeindruckende Zahl so unbemerkt und unhinterfragt in die Schulausschussvorlage gelangen konnte. Irgendwie bestätigt das meinen Eindruck, dass in der Verwaltung hinsichtlich der Inklusion doch eine deutliche Selbstüberschätzung vorherrscht.


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