23.06.2007

Todsichere Methode zur Früherkennung des Down-Syndroms

Seit 2004 wird in Dänemark ein nichtinvasives Screening zur Früherkennung von Down-Syndrom durchgeführt. Seitdem hat sich die Zahl der Kinder, die mit Down-Syndrom geboren werden, halbiert

Wie eine medizinische Erfolgsstory liest sich der Artikel im Deutschen Ärzteblatt, auf den Tims Eltern in ihrem Blog Unser Leben mit Tim heute hinweisen.

Seit der Einführung des nicht invasiven Screenings auf eine Trisomie 21 hat sich in Dänemark die Zahl der Kinder, die mit einem Downsyndrom geboren werden, fast halbiert. Dies zeigt eine auf der Jahrestagung der European Society of Human Genetics in Nizza vorgestellte Studie.
(...)Statt wie vorher grundsätzlich allen Schwangeren über 35 Jahren zu einer invasiven Pränataldiagnostik (...) zu raten, wurde jetzt allen Frauen eine Ultraschalluntersuchung zur Nacken-Transparenz-Messung angeboten in Kombination mit einer Laboruntersuchung, die zwei serologische Risikofaktoren erfasste (Doppeltest).
(...) Häufigste Gründe für die Geburt eines Kindes mit Down-Syndrom trotz Screening waren eine ablehnende Haltung der Mutter zum Screening, ein Versagen der Risikokalkulation (Wert über 1:300) oder eine späte Durchführung der Tests in der Schwangerschaft.

Da steigt in mir das kalte Grauen hoch. Eine ablehnende Haltung zum Screening ist in Dänemark also der Hauptgrund für die Geburt eines Kindes mit Down-Syndrom. Für den, der so was schreibt, scheint es nicht vorstellbar zu sein, dass sich Eltern auch bewusst für ein behindertes Kind entscheiden können - Töten ist offensichtlich die Standard-Behandlung der Krankheit.

Tims Eltern bringen das treffend auf den Punkt:

Gibt es also neuerdings eine Impfung gegen Down Syndrom? Oder Medikamente? Nein, weit gefehlt! Es geht schlicht und einfach darum, dass man bei mehr Kindern das Down Syndrom bereits vor der Geburt entdeckt und sie dann tötet. Was nichts anderes bedeutet, als dass ein Kind mit Down Syndrom als unwertes Leben klassifiziert wird.

Das scheint allerdings nicht nur in Dänemark so zu sein. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ein Gynäkologe uns bei der Schwangerschaft mit dem zweiten Kind dringend alle möglichen Untersuchungen ans Herz legte, als er hörte, dass unser erstes Kind Down-Syndrom hat. Auch seine Vorstellungskraft reichte wohl nicht so weit, dass ein Kind mit einer Behinderung eine Bereicherung sein kann.

Was ist der nächste Schritt? Konsequenterweise müssten jetzt eigentlich Kassenleistungen für die Behandlung der Folgen des Down-Syndroms gestrichen werden, Eltern müssten z.B die Therapien selber zahlen - sie haben ja selbst die Schuld an der "Erkrankung". So ähnlich wie das beim Rauchen oder bei bestimmten Funsportarten diskutiert wird. Mal ehrlich, wen würde es wundern, wenn demnächst solche Ideen salonfähig würden?

22.06.2007

It's All Text

Textfelder in Webformularen editieren mit dem Lieblingseditor

Ich habe mir gerade das Firefox-Add-on It's All Text installiert. Damit ist es möglich, auf Knopfdruck den Inhalt eines HTML-Textfeldes in einem Editor zu bearbeiten. Das Add-On zeigt in der unteren Ecke des Textfeldes eine kleine Schaltfläche "edit", die den ausgewählten Editor aufruft. Enthält das Textfeld bereits Text, wird dieser im Editor dargestellt.

Ich bin schon lange ein großer Vim - Fan und habe damit jetzt die Möglichkeit, beim Bloggen aus dem Textfeld heraus auf den Vim umzuschalten. Cool.

Raffiniert finde ich, dass ich die Auswahl zwischen verschiedenen Dateiendungen für die temporäre Datei habe, die Is's All Text erzeugt. Damit erhalte ich im Vim (und vermutlich auch in anderen Editoren) für jeden Zweck die richtige Editor-Konfiguration nebst Syntax-Highlighting, zugehörigen Tastaturmakros etc.

Um Vim aufzurufen habe ich mir ein Shellscript xvim geschrieben, das ein Xterm öffnet und vim darin darstellt:

#!/bin/sh
xterm -fn 9x15 -bg white -fg black -g 80x33 -e vim $1

21.06.2007

Artikel 24 der UN-Konvention über die Rechte behinderter Mensche umsetzen

Gemeinsamer Unterricht in der Sekundarstufe - man kann nicht früh genug anfangen, weiter zu denken

Unser Sohn hat das Down-Syndrom. Er wird ab Sommer 2008 in eine Grundschule gehen, die seit Jahren Erfahrung mit dem gemeinsamen Unterricht hat und außerdem nur 5 Minuten Fußweg von uns entfernt liegt. So weit, so gut.

Gemeinsamer Unterricht in der Grundschule ist in NRW verbreitet. Das größere Problem ist scheinbar die Integration in der Sekundarstufe. Artikel 24 der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen (Arbeitsübersetzung Lebenshilfe) sieht ausdrücklich die Integration im Grundschul- und Sekundarschulbreich vor. Faktisch sieht es jedoch so aus, dass nur wenige Schulen der Sekundarstufe gemeinsamen Unterricht anbieten. In unserem Umfeld gibt es - soweit wir das wissen - nur eine Schule und die ist recht weit weg von uns (10,7 km). Ich kann mir nicht vorstellen, das eine Schule ausreicht, um langfristig den Bedarf zu decken. Gemeinsamer Unterricht muss auch im Sekundarstufenbereich flächendeckend angeboten werden.

Hier muss sich etwas ändern und dafür müssen wir vermutlich etwas tun:

  • Druck auf Politiker ausüben, den Artikel 24 der UN-Konvention schnell in geltendes Recht umsetzen
  • Schulen überzeugen, ebenfalls gemeinsamen Unterricht anzubieten
  • Andere Menschen davon überzeugen, dass Kinder mit Behinderungen nicht am Besten in der Sonderschule aufgehoben sind
  • Andere Eltern mobilisieren

Wir möchten in der nächsten Zeit beginnen, uns diesem Thema zu widmen - mit einer lokalen Orientierung in Dorsten und Umgebung. Wir wollen erreichen, dass sich die Situation in den nächsten 4 Jahren deutlich ändert.

Die Organisation Gemeinsam Leben - Gemeinsam lernen e.V. ist dabei sicher ein kompetenter Partner. Einen spannenden thematischer Einstieg bildet auch der Kongress "Eine Schule für alle" vom 16. - 18.11.2007 in Köln.

Wir würden uns freuen, Kontakt zu weiteren Eltern zu bekommen, denen das Thema ebenso wichtig ist, wie uns. Schön (aber nicht Bedingung) wäre es, wenn diese Eltern aus unserer Region kämen. Gemeinsam können wir etwas erreichen. Kontakt ist über die Kommentarfunktion oder über die im Impressum angegebene Adresse möglich.

Panzer schützen Genmais

Zum G8-Gipfel eingesetzte Panzer dienten zum Schutz von Genmais-Feldern

Kürzlich habe ich über ein Video berichtet, das den Einsatz eines Panzers der Bundeswehr während des G8-Gipfels dokumentiert. Wie Spiegel-Online jetzt berichtet, wurden während des G8-Gipfels tatsächlich Panzer eingesetzt, zwei davon, um ein Feld mit Genmais vor der Zerstörung zu schützen.

Das ist ja wirklich kaum zu glauben. Wie weit muss der Arm von Monsanto und Co in Deutschland schon reichen? Sind diese Versuchsfelder wirklich so bedeutsam, dass ihr Schutz den Bruch der Verfassung rechtfertigt? Hätte hier nicht wirklich eine Polizeistreife ausgereicht?

Ich frage mich, was ein Panzer gegen "Feldbefreier" hätte ausrichten sollen. Schießen wohl kaum - die Kanonen waren abgeschraubt. Vielleicht überrollen? Vermutlich wäre dabei zu viel Mais in Mitleidenschaft gezogen worden. Also doch nur überwachen. Das hätte auch die Polizei machen können.

Gentechnik entwickelt sich zunehmend nicht nur zu einem Problem für den Bestand ökologischer Systeme und die Gesundheit von Tier und Mensch, sondern auch zu einer Gefahr für die innere Sicherheit. Solange in Deutschland Gentechnik gegen den Willen eines erheblichen Teils der Bevölkerung durchgeboxt wird, ist die Gefahr einer Eskalation groß. Dieser Fall zeigt das deutlich.

20.06.2007

Der 150. Eintrag

Seit Ende Januar schreibe ich regelmäßig in diesem Blog. Der Eintrag über den Unsinn biometrischer Pässe war der 150. Eintrag.

Als ich damit anfing, war ich garnicht so sicher, ob ich die Disziplin aufbringe, regelmäßig zu bloggen. Inzwischen macht es mir viel Spaß. Mein Blog gibt mir die Mögichkeit, Dinge die mich beschäftigen, interessieren oder amüsieren, zu erfassen und auf den Punkt zu bringen. Dass ich die Software selbst geschrieben habe, macht das Ganze noch mehr zu meinem Blog. Und die Entwicklung ist noch lange nicht am Ende.

Ob sich andere dafür interessieren, ist für mich bisher zweitrangig. Ich weiss, das ich ein paar Leser habe, aber ich schreibe eher für mich als für andere. Trotzdem freue ich mich natürlich über Feedback und Rückmeldungen - auch für die nächsten 150 Einträge.

... Der Bundesregierung sind keine derartigen Fälle bekannt

Terroristen nutzten keine deutschen Pässe

Im Heise-ticker konnte man gestern einen Bericht über die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage (PDF) der Linksfraktion finden. Diese hatte angefragt, ob biometrische Pässe aus Sicherheitsgründen tatsächlich notwendig seien. Aus der Antwort der Bundesregierung (PDF) geht hervor, dass "bei keinem durchgeführten oder geplanten und aufgedeckten Terroranschlag seit dem Jahr 2000 (...) deutsche Ausweise von Terroristen benutzt" wurden.

Insgesamt wurden nach regierungsamtlicher Auskunft zwischen 2001 und 2006 trotz erhöhter Terrorgefahr nur 6 Fälschungen und 344 Verfälschungen deutscher Paesse durch die Bundespolizei festgestellt. Auf die Bitte der Linksfraktion, die Benutzung deutscher Paesse bei Terroranschlägen oder Anschlagsplanungen tabelliert nach Jahr und Anlaß darzustellen, lautet die lakonische Antwort: "Der Bundesregierung sind keine derartigen Faelle bekannt." Damit ist die Argumentationskette brüchig geworden, die die Aufnahme biometrischer Informationen als sinnvolle Massnahme im Kampf gegen den Terror begründet.
Mit der Antwort der Bundesregierung gewinnt der Aufruf zum Boykott der Abnahme von Fingerabdruecken an Plausibilitaet, den der Chaos Computer Club veröffentlicht hatte. In dem Aufruf bezeichnete der CCC die ab Herbst 2007 geplante Aufnahme von Fingerabdrücken als "teure Sicherheitssimulation ohne Nutzen".

In einer aktuellen Pressemitteilung erneuert der Chaos-Computer-Clubs (CCC) heute seine Forderung an die Bundesregierung, "das nutzlose und überteuerte Biometriegroßprojekt einzustellen".

Wieder so ein Beispiel, wie maßlos und unangemessen deutsche Sicherheitspolitik zur Zeit gestaltet wird. Wenn der Biometrische Pass nicht noch gestoppt wird, erwäge ich auch, dem Aufruf des CCC zu folgen, und die die "biometrische Vollerfassung" zu boykottieren

19.06.2007

RSS repariert

Die Zeile mit den Tags in meinem RSS-Feed war fehlerhaft

Neulich ist mir aufgefallen, dass mein RSS-Script die Links fehlerhaft aufbaut, die zu den Tag-Seiten führen. Ich habe mich schon immer gewundert, warum Bloglines meine Tags nicht als Links anzeigt - hatte das aber immer auf Bloglines geschoben.

Gestern habe ich den Fehler repariert. Was ganz Blödes: @tags=split(",", $tags) führt dazu, dass die Tagzeile am Komma getrennt und alle Tags in ein Array geschrieben werden. Allerdings habe ich beim Schreiben immer die Tags mit Komma und Leerzeichen getrennt. Alle Tags ab dem zweiten begannen deshalb mit einem Leerzeichen - auch in den Urls.

Sollte sich also jemand wundern, dass gestern alle Seiten als Update kamen, obwohl sich inhaltlich nichts geändert hat - es lag an dieser Reparatur.

18.06.2007

Rückstellung

Unser Sohn wird aller Voraussicht nach noch ein Jahr im Kindergarten bleiben dürfen. Das ist auch gut so.

17.06.2007

Bienensterben Folge von Gentechnik

NABU und der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) sehen einen Zusammenhang zwischen dem Bienensterben in den USA und dem verbreiteten Anbau von genveänderten Bt-Pflanzen

In einer Presseinformation des NABU und des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) wird ein Zusammenhang zwischen dem verbreiteten Anbau von genveränderten, insektenresistenten Bt-Pflanzen und dem Bienensterben in den USA hergestellt.

In den USA sind im vergangenen Jahr über 60 Prozent der Bienenvölker gestorben. Als ein möglicher Faktor des dortigen Bienensterbens wird der weit verbreitete Anbau von insektenresistenten Bt-Pflanzen genannt. Honigbienen sind in Europa als Bestäuber unverzichtbar für ein intaktes Ökosystem. Der Anbau von Gen-Mais schädigt die Bienen und hat damit negative Folgen für die Entwicklung von Flora und Fauna. Das Verschwinden der Honigbiene droht durch das Bt-Toxin oder durch "Imkersterben". Verbraucher wollen keine Gentechnik im Honig und werden keinen kontaminierten Honig kaufen. Das ruiniert die wirtschaftliche Existenz der Imker.

Auch wenn bisher über den Grund für das Bienensterben noch Rätselraten herrscht, gehört diese Theorie wohl zu den naheliegendsten.

Bananen gegen Gewehre

Jahrelange Finanzierung rechter Paramilitärs in Kolumbien durch das Unternehmen Chiquita Brands

Telepolis berichtet heute

Über mehrere Jahre hinweg hat der US-amerikanische Lebensmittelkonzern Chiquita Brands eine Untergruppierung des terroristischen Paramilitärverbandes "Vereinigte Selbstverteidigung Kolumbiens" (AUC) mit Millionenmitteln unterstützt. Das gaben Vertreter des Unternehmens Mitte März im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens in den USA zu. Von 1997 bis 2004 hat der Bananen-Produzent demnach 1,7 Millionen US-Dollar (1,3 Millionen Euro) an die "Bäuerliche Selbstverteidigung von Córdoba und Urabá" (ACCU) gezahlt. In den USA soll der Konzern deswegen nun 25 Millionen Dollar (18,9 Millionen Euro) Strafe zahlen. Angehörige der Opfer des paramilitärischen Terrors haben vor US-Gerichten Klage gegen das Agrarunternehmen eingereicht. So wollen sie verhindern, dass das Verfahren eingestellt wird.

Weitere Monsanto-Mais-Sorte schädigt bei Ratten Herz und Nieren

Die Gen-Mais-Sorte NK603 ist in Deutschland als Lebens und Futtermittel zugelassen. Französiche Wissenschaftler konnten jetzt Schädigungen bei Ratten feststellen, die diesen Mais gefressen hatten.

Greenpeace berichtet am 15.06.2007, dass die französischen Expertengruppe CRIIGEN (Committee for Independent Research and Information on Genetic Engineering) bei Ratten Schädigungen an Herz und Nieren feststellen konnte, die mit der Mais-Sorte NK603 der Firma Monsanto gefüttert worden war. Der Mais NK603 ist gentechnisch so verändert, dass er gegen das Spritzmittel Roundup der Firma Monsanto resistent ist. Die selbe Expertengruppe hatte im Frühjahr eine Studie vorgestellt, in der sie Vergiftungssymptome und Nierenschäden bei Ratten feststellte, die mit der Gen-Maissorte MON 863 gefüttert worden waren - eine ebenfalls für den Verzehr zugelassenen Sorte der Firma Monsanto.

"Wer diesen Gen-Mais zulässt, macht Verbraucher zu Versuchskaninchen", sagt Christoph Then, Gentechnikexperte von Greenpeace. "Der von uns vorgestellte Report zeigt, dass die Risikoprüfung von Gen-Saaten in der EU nicht funktioniert. Die zum Teil manipulierten Angaben der Industrie werden nicht wirklich überprüft. Es findet keine unabhängige Risikoforschung statt."
(...)
Greenpeace fordert einen Stopp der Zulassung und des Anbaus von Gen-Pflanzen in der EU, eine vollständige Neuorganisation der Europäischen Zulassungstelle EFSA (European Food Safety Authority) und wesentlich höhere Anforderungen an die Risikoabschätzung von Gen-Saaten.

Und wieder mal mussten Ratten für die Versuche herhalten. Ob Hugh Grant (der Präsident von Monsanto, nicht der Schauspieler) und seine Leute ihren Mais wohl selber essen. Vielleicht sollten die Wissenschaftler mal ... lassen wir das.

16.06.2007

Neun Gramm Weizen

Die neue EU-Öko-Verordnung sieht vor, dass zukünftig bis zu 0,9% gentechnisch veränderte Anteile in Bioprodukten nicht gekennzeichnet werden müssen

Ich habe es ja schon geschrieben: Die EU-Agrarminister haben sich am 12.06.2007 auf eine neue Öko-Verordnung geeinigt. Danach ist eine Verunreinigung durch gentechnisch veränderte Bestandteile, wie sie durch Pollenflug entsteht, nicht kennzeichnungspflichtig. Gentechnisch veränderte Produkte dürfen zwar nicht direkt unter der Bezeichnung Bio verkauft werden, für den Verbraucher ist das "Bio"-Siegel aber zukünftig keine Garantie mehr, dass Lebensmittel frei von gentechnisch veränderten Bestandteilen sind. Neun Gramm Weizen
Um es mal bildlich darzustellen: Diese Menge gentechnisch veränderter Anteile darf nach der neuen EU-Öko-Verordnung in einem Kilo Bio-Weizen vorhanden sein, ohne dass eine Kennzeichnungspflicht besteht.

Landliebe bald ohne Gen-Milch

Der Molkerei-Konzern Campina/Landliebe will ab September 2007 nur noch Futter aus Europa verfüttern. Auf Gen-Soja soll zukünftig verzichtet werden

Seit wir Anfang des Jahres den Greenpeace-Einkaufsratgeber Essen ohne Gentechnik gelesen haben, sind Produkte der Fa. Landliebe aus unserem Kühlschrank verbannt.

Es freut mich deshalb, heute lesen zu können, dass die Greenpeace-Kampagne gegen Genmilch offensichtlich einen Erfolg verbuchen konnte. Greenpeace berichtet am 12.06.2007, dass der Molkerei-Konzern Campina/Landliebe ab September 2007 Veränderungen beim Futtermittel-Einkauf plant.

Landliebe ist (...) die erste große konventionelle Milchmarke in Deutschland, die weitestgehend ohne Gen-Pflanzen produziert wird. Zudem verpflichtet sich der Konzern, auf Soja aus Urwaldzerstörung zu verzichten. Gerade die Soja-Produktion stellt große ökologische Probleme dar. Nicht selten werden Urwälder gerodet, um Futter in riesigen Monokulturen für europäisches Milchvieh anzubauen.

Auch wenn es noch unklar ist, ob Landliebe zukünftig vollig auf Genfutter verzichten wird, ist dies ein wichtiger Schritt. Die Konzerne müssen erkennen, dass die Verbraucher keine Gentechnik im Essen wollen. Auch die in der vergangenen Woche beschlossene Änderung der EU-Öko-Verordnung, die selbst bei Bio-Produkten eine Kontaminierung von 0,9% erlaubt, ist deshalb ein völlig falscher Schritt.

15.06.2007

Eine Schule für alle

Eltern-Schüler-Bündnis für Nordrhein-Westfalen fordert die Integration behinderter Kinder in die allgemeinen Schulen

Am 14.06.2007 berichtet Kobinet von einer Pressekonferenz im DGB-Haus in Köln.

"Jedes Jahr werden überall in Deutschland Eltern von den Schulämtern gezwungen, ihre behinderten Kinder gegen ihren Willen in Sonderschulen einzuschulen - auch in Nordrhein-Westfalen. Die gesellschaftliche Integration behinderter Menschen ist ein beliebtes Thema politischer Sonntagsreden. In der Schule findet sie nicht statt. 87 Prozent aller behinderten Kinder werden von den anderen Kindern getrennt in speziellen Förderschulen unterrichtet. Damit leistet sich Deutschland eine der niedrigsten Integrationsquoten Europas. Doch wann soll Integration gelernt werden - wenn nicht in der Schule?", heißt es in der Einladung zur heutigen Pressekonferenz.
Die internationale Rechtslage sei eindeutig: In Artikel 24 der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen verpflichte sich als Unterzeichner auch Deutschland, auf allen Ebene ein inklusives (alle Menschen einbeziehendes) Bildungssystem bereit zu stellen. omp

Das passt ja genau zu unserer Situation. Unser Sohn soll nach einem Gutachten, das im Rahmen der AO SF (PDF) erstellt wurde, auch in eine Sonderschule, weil die - eigentlich integrativ arbeitende - wohnortnahe Grundschule für Ihn nicht die Rahmenbedingungen schaffen kann. Wir versuchen noch, eine Alternative zu finden, aber das ist schwierig. Das eigentliche Problem ist, dass er mit gerade 5 Tagen noch unter die NRW-Schulpflicht 2007 fällt. Eigentlich sollte er nach Ansicht fast aller, die mit ihm zu tun haben, noch ein Jahr im Kindergarten bleiben. Das ist in NRW aber inzwischen fast völlig ausgeschlossen.

Hat vielleicht jemand eine Kontaktadresse zu dieser Initiative und kann sie mir als Kommentar hinterlassen?

Mir ist übrigens bekannt, dass Sonderschulen in NRW inzwischen Förderschulen heißen.

Update

Gerade als ich den Artikel fertig geschrieben habe, finde ich diesen Bericht bei Kobinet. Die Frage nach der Kontaktadresse hat sich damit erledigt.

http://www.eine-schule-fuer-alle.info/

14.06.2007

Sonderschule muß weg

Behindertenbeauftragte Karin Evers-Meyer setzt sich für mehr schulische Integration ein

Die Frankfurter Rundschau berichtet am 14.06.2007 unter dem Titel "Sonderschule muss weg"

Behindertenbeauftragte verlangt bessere Integration
Die Abschaffung der Sonderschule hat die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung am Montag gefordert. Das "selektive deutsche Schulsystem" sei überholt, sagte Karin Evers-Meyer der Frankfurter Rundschau anlässlich einer europäischen Konferenz zur Behinderten-Integration in Berlin. Blinde, Gehörlose, geistig oder Lernbehinderte müssten gemeinsam mit nicht behinderten Kindern unterrichtet werden.
"Andere Länder machen das längst vor", so Evers-Meyer. Während in Deutschland nur zwölf Prozent der behinderten Kinder integrative Schulen besuchten, seien es im Ausland 60 bis 80 Prozent, etwa in Italien oder Schweden. "Viele meiner Kollegen im Ausland sagen mir, dass wir in Deutschland immer noch besser aussortieren als integrieren. Das hat mich entsetzt", sagt Evers-Meyer. Mit Assistenten, die den Kindern im Schulalltag zur Seite stehen, sei Integration kein Problem. "Das funktioniert nicht in einer Klasse mit 28 Kindern und einem Lehrer. Ich plädiere nicht für die Abschaffung des sonderpädagogischen Förderbedarfs", betont Evers-Meyer.
"Individuelle Förderung ist alles, nur muss sie zusammen mit Nichtbehinderten stattfinden. Schließlich lernen wir alle vom Austausch." Auch die Hauptschule habe ausgedient: "Wir müssen endlich weg vom Aussortieren." Integration am Arbeitsmarkt könne nur gelingen, wenn Arbeitgeber die Erfahrung machten, "dass Behinderte Leistung bringen."

10.06.2007

Bio trotz Gentechnik

EU-Öko-Verordnung soll bei Bio-Produkten Verunreinigung bis 0,9 Prozent erlauben

Einem Artikel der Welt zufolge soll in der kommenden Woche in einer neuen EU-Öko-Verordnung festgelgt werden, dass bei Bio-Produkten die Kontaminierung durch gentechnisch veränderte Organismen, wie sie z.B. durch Pollenflug entsteht, bis zu einem Schwellenwert von 0,9 Prozent nicht kennzeichnungspflichtig sein soll. Gentechnisch veränderte Organismen sollen allerdings auch zukünftig nicht als Bio-Lebensmitteln zugelassen werden.

Zuleich soll es ein EU-einheitliches Bio-Siegel geben, was wohl das Aus für das deutsche Bio-Siegel bedeuten würde. Die Welt beruft sich bei ihrem Bericht auf einen Artikel im Magazin Fokus.

Ein ähnlicher Gesetzentwurf ist doch erst vor Kurzem von EU-Parlament zurück gewiesen worden.

Bioprodukte in Deutschland müssen bisher frei von gentechnisch veränderten Bestandteilen sein. Entschädigungen für ihr kontaminiertes Gedreide können Landwirte aber erst geltend machen, wenn eine Verunreinigung von mehr als 0,9 Prozent nachgewiesen werden kann. Liegt die Verunreinigung unter diesem Wert, so kann ein Landwirt seine Produkte trotzdem nicht als Bio verkaufen. Für die Verluste haftet niemand.

Vermutlich ist der beschriebene Gesetzentwurf ein Versuch, dieses Dilemma zu entschärfen. Bioanbau liegt im Trend und mit den Bauern will man es sich nicht verderben. Redlich ist dieses Vorgehen aber nicht. Verbraucher, die mit der Kenzeichnung "Bio" die Freiheit von Gentechnik verbinden, werden durch diese Regelung hintergangen und für dumm verkauft.

09.06.2007

... Es sieht so aus, als könnte die Firma für ausreichende Abstände sorgen

Trotz Anordnung wird in Borken nicht der Genmais untergepfügt, sondern der Mais auf den Nachbarfeldern.

Im April 2007 wurde der Verkauf des Genmais MON 810 in Deutschland untersagt, bis die Saatgutfirma Monsanto einen entsprechenden Monitoringplan vorlegt. Bei MON 810 handelt es sich um eine Maissorte, die gentechnisch so verändert wurde, dass sie ein Gift produziert, das den Maiszünsler tötet - einen Schmetterling, der sich in der Maispflanze einnistet und sie schädigt. Umweltschützer befürchten, dass dieses Gift nicht nur den Maiszünsler tötet, sondern auch andere Insektenarten schädigen kann. Diese Befürchtungen veranlassten das Bundesamt für Verbraucherschutz letztlich, den Verkauf zu untersagen.

Grundsätzlich gilt dieses Verbot nur für den Verkauf von Saatgut. Auf schon bestehende Maispflanzungen dieser Sorte hat es zunächst einmal keine Auswirkung. Anfang Mai forderte allerdings das Bundessortenamt in Hannover die Firma Monsanto auf auf, ein Feld in Borken umzupflügen, auf dem die Firma Mais der Sorte MON 810 anbaut. Der Grund dafür war, das der gesetzliche Mindestabstand zu konventionellen Maisfeldern nicht eingehalten sei. Es folgte ein langes Hin- und Her aber der Mais blieb. Unter dem Titel "Genmais ist resistent" schilderte die TAZ am 24.5.2007 die Vorgänge in Borken

Inzwischen hat Monsanto in Borken das Problem auf eine ganz besondere Art gelöst. Wie die Borkener Zeitung am 02.06 berichtet, bleibt der Versuchanbau mit gentechnisch veränderten Pflanzen bestehen.

Die Sortenfördergesellschaft, die als Bewirtschafter der Versuchsfläche auftritt, hat benachbarte Flächen angepachtet, um den geforderten Mindestabstand von 150 Metern einzuhalten. Gestern wurde begonnen, diese Felder zu bearbeiten.

Noch am Donnerstag hatte die Bezirksregierung als Umweltaufsicht dem Unternehmen Monsanto als ausführender Firma mit einer Verfügung gedroht. Darin sollte die gentechnisch veränderten Sorten binnen vier Tagen entfernt werden. Als ein Vermessungstrupp der münsterschen Behörde gestern nochmals die örtlichen Gegebenheiten überprüfte, kam die Überraschung. "Unsere Leute erfuhren, dass sich die Saatzüchter mit einem benachbarten Landwirt geeinigt hätten", berichtet Pressesprecherin Sigrun Rittrich. Ihr Fazit gestern Abend: "Es sieht so aus, als könnte die Firma für ausreichende Abstände sorgen." Der Verfügung sei so der Boden entzogen. "Das zu bewerten, ist nicht unsere Angelegenheit."

Wie die Borkener Zeitung am 06.06.2007 berichtet hält NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg (CDU) das Unterpflügen der Genmais-Pflanzen nun nicht mehr für notwendig.

Das Netzwerk "Borken ohnen Genmais" findet deutliche Worte zu den Vorgängen:

Eine Perversion ersten Grades! Der Giftmais bleibt stehen, obwohl die BezReg das Blühen und den Pollenflug verhindern wollte. Das Gift geht in den Boden, obwohl das Bundesamt für Verbraucher- schutz und Lebensmittelsicherheit bescheinigt (vgl. 9.5.), dass davon Gefahren ausgehen und Risiken bestehen.

Verkehrte Welt! Jetzt muss politisch gehandelt werden.

Das Kleinvieh und sein Mist

Was passiert, wenn die Milchkuh stirbt? Ein Telepolis-Artikel setzt sich mit der Kehrseite des Mikrokreditwesens auseinander.

Marcus Hammerschmitt setzt sich in einem Telepolis-Artikel kritisch mit Konzept der Grameen-Bank auseinander, für das Muhammad Yunus 2006 den Friedensnobelpreis erhielt.

Geht es nach dem Getöse, das seit der Verleihung des Friedensnobelpreises an Muhammad Yunus erklingt, dann kann die Heiligsprechung des Ökonomen aus Bangladesch nicht mehr fern sein. Hat er doch, so die vorherrschende Meinung, mit seinen Kleinkrediten an arme Landbewohner (vor allem Frauen) ein Wundermittel zur Bekämpfung der Armut erfunden. Allerdings mischen sich in den Jubelchor mittlerweile auch ein paar Stimmen, die die Sache nüchterner sehen.

Der Klimawandel wird gravierende Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit haben

Brot für die Welt, die Diakonie-Katastrophenhilfe und Germanwatch stellen erste Ergebnisse eines gemeinsamen Studienvorhabens vor

Unter dem Titel Klimawandel und Ernährungssicherheit stellen die Organisationen Brot für die Welt, die Diakonie-Katastrophenhilfe und Germanwatch die ersten Ergebnisse eines gemeinsamen Studienvorhabens vor.

Die Autoren sehen deutliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernährungssicherheit

Der Klimawandel wird in vielen Teilen der Welt die Niederschlagsmuster verändern. Kommt beim Regenfeldbau der Regen nur wenige Wochen zu spät, oder ist die Verteilung auf wenige Starkregenereignisse konzentriert, kann dies gravierende Auswirkungen auf die Ernteergebnisse haben. (...) Die verfügbaren Wasserressourcen werden erheblich knapper werden. Dies betrifft sowohl das Wasser für den persönlichen Bedarf wie für die Landwirtschaft. In zahlreichen Regionen werden zudem die Wetterextreme zunehmen. Starkregenereignisse, Hitzewellen, Überflutungen, Dürren, sowie die Heftigkeit von Hurrikanen, Taifunen und anderen starken Stürmen zunehmen. Der erwartete Anstieg des Meeresspiegels droht eine ganze Reihe der fruchtbarsten Ländereien weltweit in Küstenebenen und Flussdeltagebieten zu überfluten oder zu Versalzungen im Boden und im Grundwasser beizutragen.

Auch wenn wissenschaftliche Studien in ihrer Einschätzung der Folgen stark voneinander abweichen, muß von signifikanten negativen Auswirkungen ausgegangen werden, wenn der Temperaturanstieg zwischen einem und drei Grad liegt.

Bei einem Anstieg von ca. 2,5 °C werden ca. 45-55 Millionen zusätzliche Menschen von Hunger und Unterernährung betroffen sein, bei einem Anstieg oberhalb von 2,5 °C 65-75 Millionen Menschen. Jenseits eines Temperaturanstiegs von über 3 °C erwarten alle Studien einen Rückgang der Agrarproduktion dann auch in den gemäßigten Breiten. Bei 3-4 °C Temperaturanstieg erreichen die Schätzungen 80-125 Millionen Menschen, die zu- sätzlich von Hunger und Unterernährung betroffen sein werden.
(...)
Sollte der Temperaturanstieg unterhalb von 2 °C bleiben, gehen die Studien davon aus, dass bis zu 1,5 Milliarden Menschen zusätzlich von Wasserknappheit betroffen sein könnten, eine Zahl, die bis zum Ende des Jahrhunderts wieder sinken wird, da die Wasserverbrauchs- und Wasseraufbewahrungstechniken sich erheblich verbessern werden. Jenseits eines Temperaturanstiegs von über 1,5 °C werden einer Studie zufolge 600 Millionen Menschen und bei einem Anstieg von bis zu 2,5 °C möglicherweise bis zu 2,4-3,1 Milliarden Menschen von zunehmender Wasserknappheit betroffen sein.

Die Autoren machen deutlich, dass von diesen Entwicklungen besonders Menschen in den Ländern des Südens betroffen sein werden

Einer südwestdeutschen Weinbauernfamilie kann eine Anpassung an den Klimawandel durch Rebsortenwechsel und andere agrartechnische Maßnahmen möglicherweise erfolgreich gelingen. Sie hat die finanziellen Ressourcen, ist ausgebildet und hat einen Weinbauernverband, der sie qualifiziert berät. Eine Kleinbauernfamilie im bereits heute recht trockenen Norden von Ghana wird von Veränderungen im Klimagang ganz anders betroffen sein. Veränderungen im Zeitpunkt des Regenfalls machen den üblichen Regenfeldbau möglicherweise nur noch eingeschränkt möglich. Extremregenfälle oder andere Wetterrisiken gefährden die Produktion zusätzlich. Die finanziellen Möglichkeiten der in der Regel von der Frau geführten Familie mit mehreren Kindern erlauben es nicht, eine Missernte zu verkraften. Es gibt keinen Anbauverband und keine Agrarberatung, Kredite für eine Produktionsumstellung sind nicht verfügbar und würden einer Frau ohnehin nicht ausgezahlt.

Neue Konzepte zur Anpassung von Familien, Dörfern und ganzen Regionen an den Klimawandel werden besonders wichtig sein,

Die größte Herausforderung für die Anpassung an den Klimawandel wird es allerdings sein, den nötigen politischen Willen bei den Regierungen zu mobilisieren, gerade für Themen, denen sie in den letzten Jahrzehnten schon keine Aufmerksamkeit haben zukommen lassen

Pflichtlektüre für alle, die sich mit Entwicklungsthemen befassen.

07.06.2007

Greenpeace-Show beim G8-Gipfel

Wilde Schlauchbootjagt auf der Ostsee endete mit 3 Verletzten Greenpeace-Schlauchboot Eigentlich halte ich viel von Greenpeace. Wer mein Blog liest, wird das auch schnell merken. Die Schlauchbootaktion, die heute in Heiligendamm beim G8-Gipfel stattfand, wirft bei mir allerdings die Frage auf, ob es den Aktiven hier nicht mehr um den Showeffekt ging, als darum, mit einer Aktion wirklich etwas zu erreichen. 3 Menschen sind verletzt worden.

Ich kann mir nicht vorstellen, das sich die Aktivisten bei ernsthafter Betrachtung auch nur die geringste Chance ausgemalt haben, zu den Regierungschefs vorzudringen. Es war klar, dass die Polizei versuchen würde, die Aktion zu verhindern. Und es war klar, dass die Stimmung aufgeheizt ist. Die Aktivisten mussten damit rechnen, dass dabei auch Menschen verletzt werden.

Dass Tausende im Umfeld von Heiligendamm protestieren, sollte auch den Regierungschefs nicht entgangen sein. Und dass eine überwältigende Zahl von Bürgern in ihren Ländern weitergehende Beschlüsse von ihnen erwartet, wissen sie vermutlich auch. Was soll so Neues in der Petition gestanden haben, dass die Aktivisten die Hoffnung hatten, es könne - vorausgesetzt man erreicht sie tatsächlich - die Regierungschefs noch zu einem andern Beschluss bewegen?

Diese Aktion hat für mich zu viel von einem Action-Film und viel zu wenig realistische Aussicht, tatsächlich etwas zu erreichen.

Walfänger bei ihrem blutigen Treiben zu stören oder mit Schlauchbooten Schiffe am Vergiften der Meere zu hindern ist etwas Anderes. Auch hier können Menschen zu Schaden kommen, doch die Aussicht auf Erfolg legitimiert dieses Risiko. Nur für eine gute Show ist dieser Preis zu hoch.

Foto: Netzeitung

Der Eine-Welt-Kreis beim Pfarrfest St. Antonius 2007

Am 03.06.2006 feierte die Dorstener St. Antoniusgemeinde ihr Pfarrfest.

Eine-Welt-Stand beim Pfarrfest 2007 Am Sonntag, 03.06.2006 feierte die Dorstener St. Antoniusgemeinde ihr Pfarrfest. Der Eine-Welt-Kreis war natürlich auch mit einem Stand vertreten. Ein thematischer Schwerpunkt war Filz. Zum einen gab es eine schöne Kollektion von Filz-Produkten aus Nepal , zum Anderen konnten Kinder (und auch Erwachsene) am Stand selber Filzgegenstände herstellen - fairfilzen eben. Daneben gab es an unserem Stand eine Auswahl fair gehandelter Produkte. Besonders herausgestellt wurden die Produkte, die seit Jahresbeginn Produkt des Monats waren.

Es war ein gelungenes Fest, ein gutes Miteinander in einer lebendigen Gemeinde. Auch wenn es manchmal anders aussah, lies das Wetter uns den ganzen Tag über nicht in Stich.

'Pfarrfest 2007' von walhus 'Pfarrfest 2007' von walhus 'Pfarrfest 2007' von walhus

Weitere Fotos unter http://de.sevenload.com/alben/XPLb1rs

Bundeswehreinsatz im Inneren

Video dokumentiert den Einsatz der Bundeswehr beim G8-Gipfel

Den Hinweis auf diese Seite habe ich eben in Fefe's Blog gefunden. Die Seite zeigt ein Video mit einem Feldjäger-Panzer, der scheinbar an Sicherungsmaßnahmen des G8-Gipfels beteiligt ist.

Fefe schreibt:

Jetzt sind wir offenbar offiziell eine Militärdiktatur: Bundeswehreinsatz im Inneren dokumentiert

Im Begleittext zu dem Video heißt es:

An der A 19 im Abschnitt Rostock-Flughafen Laage bezogen Panzer an der Autobahn Stellung, um die Strassen zu sichern. Mit diesem Einsatz wird die Militarisierung der Zivilgesellschaft weiter vorangetrieben.

Das Video allein ist sicher nicht beweiskräftig. Man erkennt wenig Details und die Aufnahmen könnten irgendwo gemacht sein. Falls es allerdings stimmt, was auf der Seite zu lesen ist, finde ich das schon erschreckend.

Die Verfassung scheint in Deutschland mehr und mehr an Bedeutung zu verlieren.

05.06.2007

Schulische Integration behinderter Kinder muss Standard werden

Deutscher Behindertenrat fordert ein konsequentes Umsteuern in der Schulpolitik

Beim Arbeitskreis Down-Syndrom gefunden:

Nach Ansicht des Vorsitzenden des Sprecherrates des Deutschen Behindertenrates, Horst Frehe, trifft die Kritik des UN-Sonderberichterstatters für das Recht auf Bildung, Vernor Munoz, im Hinblick auf die Benachteiligungen behinderter Kinder und Jugendlicher im deutschen Schulsystem genau den Nagel auf den Kopf. Das deutsche Schulsystem sondert nach Ansicht von Horst Frehe behinderte Kinder in hohem Maße und ohne Not aus dem allgemeinen Schulsystem aus. Damit werde ihnen in der Regel die Chancen auf eine echte Integration und Teilhabe verbaut. Die Länder praktizierten mit der Sonderbeschulung eine Ausgrenzungspolitik auf Kosten behinderter Kinder.

"Im Gegensatz zu anderen Ländern Europas erleben wir in Deutschland in den letzten Jahren eher sogar ein roll-back bei der schulischen Integration behinderter Kinder obwohl es mittlerweile auf so vielen Ebenen erwiesen ist, dass nicht nur die behinderten Kinder, sondern alle Schüler von der schulischen Integration profitieren. Es fehlt schlichtweg der politische Wille die schulische Integration umzusetzen und hierfür die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Wenn nur ca. 12 Prozent der behinderten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Deutschland in der Regelschule unterrichtet werden, ist dies mehr als beschämend für unser Land und bietet keinen Grund, die Kritik von Vernor Munoz zurückzuweisen", kritisierte Horst Frehe. Die Kleinstaaterei und die Egoismen der einzelnen Länder auf Kosten behinderter Kinder zu sparen, verhindere eine längst überfällige Strategie für eine konsequente Integration behinderter Kinder in die Regelschule.

"Wir fordern ein konsequentes Umsteuern in der Schulpolitik und die Sicherstellung der Menschenrechte behinderter Menschen im Bildungswesen, so dass die schulische Integration zum Standard wird", erklärte Horst Frehe. Die Tatsache, dass eine Reihe von Eltern für eine Sonderbeschulung ihrer behinderten Kinder plädiere, sei letztendlich ein Hilferuf, der die eklatanten Mängel an vielen Regelschulen deutlich mache. "Wer dies als Rechtfertigung für die Sonderbeschulung nimmt, agiert in hohem Maße zynisch und drückt sich um die Schaffung der nötigen und eigentlich selbstverständlichen Rahmenbedingungen im Schulsystem, um allen Kindern gerecht zu werden", so Horst Frehe.

Quelle: http://www.deutscher-behindertenrat.de/ID57217

Vom Winde verweht

Englische Studie: Gen-Pflanzen lassen sich in der freien Natur weniger kontrollieren als angenommen

Telepolis berichtet am 02.06.2007 über eine Studie, nach der die Kontamination von konventionellem Mais durch gentechnisch veränderte Sorten deutlich unterschätzt wird.

Während die "Koexistenzfähigkeit" von gentechnisch verändertem und konventionellem Mais bei Versuchen in Groß Lüsewitz, Wendhausen, Mariensee, Braunschweig und Forchheim bis 2009 getestet werden soll (vgl. Rückschlag für Genmais-Anbau in Deutschland), haben Wissenschaftler der englischen Universität Exeter bereits herausgefunden, dass das Mischpotential, das sogenannte "Auskreuzungsrisiko", in Versuchsfeldern meist deutlich unterschätzt wird.

Der im Entwurf für das neue Gentechnikgesetz vorgesehen Mindestabstand von 150 Metern zu konventionellen Anbauflächen ist danach deutlich zu gering.

02.06.2007

Akteneinsicht

Der Amtsschimmel wiehert

Unser Sohn soll in die Schule. Und weil er das Downsyndrom hat, mußte ein Gutachten zum sonderpädagogischen Förderbedarf erstellt werden. Dieses Gutachten wollte ich lesen. Mir schien es normal, dass ich das als Beteiligter am Verwaltungsverfahren darf - nicht jedoch dem zuständigen Schulrat bei Kreis Recklinghausen. Auf meine Bitte um eine Kopie sagte mir seine Mitarbeiterin nach zweimaliger Rücksprache mit ihm, eine Kopie würde ich nicht erhalten. Ich dürfte das Gutachten höchstens in den Räumen des Schulamtes lesen - Akteneinsicht eben.

Gegen meine Ankündigung, eine Digitalkamera mitzubringen und jede Seite des Gutachtens zu fotografieren, schien sie jedoch keine Einwände zu haben.

Zwar konnte ich die Sache durch einen Anruf beim Amtsleiter doch noch in meinem Sinne klären - der Vorfall gibt aber einen deutlichen Einblick in die fehlende Bürgerorientierung unserer Verwaltung.

Hallo Herr Schulrat - Es ist nicht Ihr Job, uns das Leben schwerer als nötig zu machen.

01.06.2007

Pressezensur in Deutschland

Akkreditierung nur, wenn es das BKA erlaubt

Wie Telepolis heute berichtet, haben rund 20 Journalisten keine Akkreditierung für den G8-Gipfel erhalten, weil das Bundeskriminalamt nicht einverstanden war.

In einem Schreiben an eine Journalistin heißt es

Wir müssen Ihnen mitteilen, dass Ihre Akkreditierung für den G 8-Gipfel auf Empfehlung des BKA nicht erteilt werden kann. Sollten Sie näheres zu den Gründen der Ablehnung erfahren wollen, wenden Sie sich bitte direkt an den Datenschutzbeauftragten des BKA.

Die Einschränkung von Bürgerrechten aus Sicherheitserwägungen ist ja eigentlich nichts Neues mehr in Deutschland. Das Maß ist längst voll. Dass das BKA bestimmen kann, welcher Pressevertreter nicht vom Gipfel berichten darf, setzt dem Fass einmal mehr die Krone auf. Es handelt sich schließlich beim G8-Gipfel nicht um eine private Geburtstagsparty irgendwelcher Politker.

Dafür fällt mir nur der Begriff Zensur ein.


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