... Es sieht so aus, als könnte die Firma für ausreichende Abstände sorgen
Trotz Anordnung wird in Borken nicht der Genmais untergepfügt, sondern der Mais auf den Nachbarfeldern.Im April 2007 wurde der Verkauf des Genmais MON 810 in Deutschland untersagt, bis die Saatgutfirma Monsanto einen entsprechenden Monitoringplan vorlegt. Bei MON 810 handelt es sich um eine Maissorte, die gentechnisch so verändert wurde, dass sie ein Gift produziert, das den Maiszünsler tötet - einen Schmetterling, der sich in der Maispflanze einnistet und sie schädigt. Umweltschützer befürchten, dass dieses Gift nicht nur den Maiszünsler tötet, sondern auch andere Insektenarten schädigen kann. Diese Befürchtungen veranlassten das Bundesamt für Verbraucherschutz letztlich, den Verkauf zu untersagen.
Grundsätzlich gilt dieses Verbot nur für den Verkauf von Saatgut. Auf schon bestehende Maispflanzungen dieser Sorte hat es zunächst einmal keine Auswirkung. Anfang Mai forderte allerdings das Bundessortenamt in Hannover die Firma Monsanto auf auf, ein Feld in Borken umzupflügen, auf dem die Firma Mais der Sorte MON 810 anbaut. Der Grund dafür war, das der gesetzliche Mindestabstand zu konventionellen Maisfeldern nicht eingehalten sei. Es folgte ein langes Hin- und Her aber der Mais blieb. Unter dem Titel "Genmais ist resistent" schilderte die TAZ am 24.5.2007 die Vorgänge in Borken
Inzwischen hat Monsanto in Borken das Problem auf eine ganz besondere Art gelöst. Wie die Borkener Zeitung am 02.06 berichtet, bleibt der Versuchanbau mit gentechnisch veränderten Pflanzen bestehen.
Die Sortenfördergesellschaft, die als Bewirtschafter der Versuchsfläche auftritt, hat benachbarte Flächen angepachtet, um den geforderten Mindestabstand von 150 Metern einzuhalten. Gestern wurde begonnen, diese Felder zu bearbeiten.
Noch am Donnerstag hatte die Bezirksregierung als Umweltaufsicht dem Unternehmen Monsanto als ausführender Firma mit einer Verfügung gedroht. Darin sollte die gentechnisch veränderten Sorten binnen vier Tagen entfernt werden. Als ein Vermessungstrupp der münsterschen Behörde gestern nochmals die örtlichen Gegebenheiten überprüfte, kam die Überraschung. "Unsere Leute erfuhren, dass sich die Saatzüchter mit einem benachbarten Landwirt geeinigt hätten", berichtet Pressesprecherin Sigrun Rittrich. Ihr Fazit gestern Abend: "Es sieht so aus, als könnte die Firma für ausreichende Abstände sorgen." Der Verfügung sei so der Boden entzogen. "Das zu bewerten, ist nicht unsere Angelegenheit."
Wie die Borkener Zeitung am 06.06.2007 berichtet hält NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg (CDU) das Unterpflügen der Genmais-Pflanzen nun nicht mehr für notwendig.
Das Netzwerk "Borken ohnen Genmais" findet deutliche Worte zu den Vorgängen:
Eine Perversion ersten Grades! Der Giftmais bleibt stehen, obwohl die BezReg das Blühen und den Pollenflug verhindern wollte. Das Gift geht in den Boden, obwohl das Bundesamt für Verbraucher- schutz und Lebensmittelsicherheit bescheinigt (vgl. 9.5.), dass davon Gefahren ausgehen und Risiken bestehen.
Verkehrte Welt! Jetzt muss politisch gehandelt werden.