Blogosfair
Ein Blog für die lokale Eine-Welt-ArbeitDieser Text wurde an Interessierte der Lokalen Agenda 21 in Dorsten verschickt. Um eine Möglichkeit zur Diskussion zu schaffen, veröffentliche ich ihn auch an dieser Stelle.
Die klassische Arbeitsform gesellschaftspolitischer Gruppen, z.B. in der Eine-Welt-Arbeit besteht darin, sich regelmäßig zu treffen und gelegentlich Aktivitäten durchzuführen. Wenn es gut läuft, berichtet noch die Presse über diese Aktivitäten. Mit dieser Arbeitsform erreichen wir aber nur einen kleinen Ausschnitt derer, die möglicherweise Interesse an unseren Themen haben.
Eine große Zahl interessierter Personen erreichen wir nicht, z.B.:
- Personen, die zu den festen Gruppenterminen einfach keine Zeit haben oder Familienväter/mütter deren Partner keine Zeit hat ...
- Menschen, die nicht gern regelmäßig zu ein und demselben Treffen gehen
- Leute, die sich nur für einen Ausschnitt des Themenspektrums interessieren oder nur an bestimmten Projekten mitarbeiten würden
- Menschen, die nicht hier leben, sich aber mit der Stadt, Gemeinde, Gruppe ... verbunden fühlen
- Menschen, die von den Aktivitäten nicht rechtzeitig erfahren haben
Eine-Welt-Arbeit im Internet?
Jeder 2. Deutsche nutzt heute das Internet. Selbst bei der Personengruppe über 60 Jahren sind es noch über 30 Prozent, die regelmäßig Internetdienste nutzen. Wer heute 20 ist, für den ist das Internet Normalität, nicht "Neues Medium".Das Internet bietet gegenüber der klassischen Arbeitsform den Vorteil, dass Aktivitäten asynchron ablaufen, dass also jeder zu einem selbst gewählten Zeitpunkt mitarbeiten kann.
Blog?
Seit einigen Jahren entsteht im Internet einen neue Generation von Inhalten, die oft unter dem Begriff Web 2.0 zusammengefasst werden. Zentrales Merkmal dieser Formate ist, dass die Nutzer sehr einfach die Möglichkeit haben, selbst Inhalte zu erstellen, zu kommentieren oder zu ergänzen.Blogs sind sicher die verbreitetste Spielform des Web 2.0. Die Blogsuchmaschine Technorati verzeichnet zur Zeit weltweit 107,5 Millionen Blogs zu allen nur denkbaren Themen.
Blogs (Kurzform von Weblog, ein Logbuch im Web) sind Internetseiten, die regelmäßig um neue Beiträge ergänzt werden. Normalerweise steht der aktuellste Beitrag oben. In der Regel können Leser Kommentare zu den Einträgen hinterlassen. Zumeist gibt es einen festen Link für jeden Eintrag (Permalink), so dass verschiedene Blogbetreiber (Blogger) ihre Einträge einfach gegenseitig verlinken können. Außerdem bieten die meisten Blogs eine einfache Textversion ohne Design im sog. RSS-Format an. Menschen, die viele Blogs verfolgen, können diese so in einen speziellen Programm (sog. Feedreader) lesen, in denen neue Blogeinträge in einer übersichtliche Form angezeigt werden.
Es ist ganz einfach!
Bloggen, das verfassen von Blogeinträgen, erfordern keine besonderen Computerkenntnisse. Wer ein normales Textverarbeitungsprogramm bedienen kann, ist auch in der Lage, einen Blogeintrag zu verfassen.Ein Blog für die lokale Eine-Welt-Arbeit
Was Inhalt eines solchen Blogs sein kann, ist aus meiner Sicht recht offen.Ich stelle mir ein gemeinsames Blog von Mitgliedern der Eine-Welt-Gruppen und auch anderer Gruppen aus dem Themenspektrum der lokalen Agenda vor. Selbstverständlich können auch Blogger mitmachen, die keiner Gruppe angehören, etwa weil sie zu dem o.g. Personenkreis zählen.
Ein lokaler Bezug auf Dorsten (evt. auch Kreis Recklinghausen / Vest) ist aus meiner Sicht sinnvoll, aber nicht zwingend.
Ein Blog bietet den Aktiven im fairen Handel die Möglichkeit, in Dialog mit Menschen zu treten, die Fragen haben, mitmachen, kaufen oder sich informieren wollen. Aber es kann auch zur Kommunikation untereinander genutzt werden, ist Archiv und Portal für Öffentlichkeitsarbeit.
Ein Einstieg könnten z.B. Produktbeschreibungen von fair gehandelten Produkten sein, so wie ich sie in meinen Blog für das "Produkt des Monats" der Eine-Welt-Gruppe St. Antonius geschrieben habe.
Gut geeignet sind aus meiner Sicht auch Beschreibungen von Partnerschaften und Projekten in der Eine-Welt-Arbeit.
Zusätzlich könnten "Gastartikel" z.B. von Menschen in Partnerprojekten oder Links auf interessante Veröffentlichungen "gebloggt" werden, ebenso wie Veranstaltungshinweise, und Berichte über gelungenen (oder mißlungene) Veranstaltungen, Nachrichten, Meldungen und Meinungen über politische Zusammenhänge und Ereignisse ...
Ein großer Vorteil besteht darin, dass alle Einträge permanent bestehen bleiben, also auch noch nach längerer Zeit gelesen werden können. Weil jeder Eintrag eine feste Webadresse hat, kann im Rahmen von Pressearbeit sehr einfach darauf verwiesen werden.
Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Internetseiten ist, dass LeserInnen auf den Seiten Kommentare hinterlassen können und so ein unmittelbarer Kontakt und Dialog entstehen kann.
Voraussetzungen für die Umsetzung
Ein Blog ist mit geringem Aufwand einzurichten. Für die meisten Blogprogramme wird PHP-Unterstützung und eine MySQL Datenbank benötigt (notfalls geht es auch ohne Datenbank) - eine Ausstattung, die heute eigentlich jeder Webspace-Provider für wenig Geld anbietet. Die technische Umsetzung könnte ich übernehmen.Es sollten sich mindestens zwei Personen finden, die regelmäßig die Kommentare kontrollieren und evtl Werbung sowie rechtlich bedenkliche Kommentare löschen. Ich wäre bereit, eine dieser Personen zu sein.
Weiterhin brauchen wir natürlich Blogger. Es wäre schön, wenn sich Personen fänden, die bereit sind regelmäßig (oder auch nur gelegentlich) Beiträge zu verfassen. Wer mitmachen möchte, kann eine Schreibberechtigung erhalten.
Ich denke, mit zwei oder drei Bloggern könnten wir beginnen.
Das Ganze lebt aber davon, dass so viele Interessierte, wie möglich regelmäßig die Blogseite aufrufen und sich mit Kommentaren beteiligen. Kommentare darf jeder hinterlassen, sie erfordern keine besonderen Berechtigungen.
Einladung
Diesen Text veröffentliche ich auch in meinem persönlichen Blog unter http://www.mbauweb.de/blog/story/00236
Ich lade dazu ein, meine Idee dort zu kommentieren und zu diskutieren. Schreiben Sie mir Ihre Meinung oder beteiligen Sie Sich an einer Diskussion.
Klicken Sie dazu auf den Link "Kommentare" oder rufen Sie die Seite http://www.mbauweb.de/blog/comments/00236#startcomments auf.
Wenn Sie einen Kommentar hinterlassen haben, wäre es gut, wenn Sie nach einiger Zeit noch einmal auf die Seite zurückkommen. Vielleicht bezieht sich ein anderer Kommentar ja auf Ihren Beitrag.
Tags: Blog, Eine Welt, Dorsten, Lokale Agenda 21, Fairer Handel, Web 2.0
Kommentare
2. Walhus schrieb am 12.10.2007:
#@ Bernhard Schneyer
Ich denke, ein Blog wäre da genau das richtige, um den Kontakt zu halten und zwar gleich auf mehrfache Art und Weise.
Sie können auch in der "Ferne" lesen, was die Dorstener Gruppen tun, Sie können über Kommentare mitreden, genauer gesagt mitschreiben und - was ich besonders spannend fände - Sie könnten von Aufenthalten in Afrika oder China anderen "live" etwas mitteilen, wenn es einen thematischem Bezug gibt.
Das stelle ich mir auf jeden Fall sehr spannend vor.
Was die Bloghilfe angeht: Blogs sind ein Phänomen, das sich kaum erklären, ja nicht einmal beschreiben läßt. Wie ich schon geschrieben habe, gibt es zur Zeit über 100 Millionen verschiedener Blogs. Viele davon sind sehr speziell, oft sind es persönliche Tagebücher und vielfach sind Blogs auch verwaist, d.h. sie werden nicht regelmäßig ergänzt.
Aber unter den vielen Blogs finden sich natürlich auch eine Megne spannender Sachen.
Damit sind Blogs ja eigentlich nicht anders, als das Internet insgesammt.
Ein guter Einstieg ist sicher die Blogsuchmaschine Technorati (http://www.technorati.com). Dort kann man nach Stichworten suchen und findet entsprechende Blogeinträge.
Wer ohne großen Aufwand selber ein Blog betreiben will, kann z.B. bei http://de.wordpress.com mit 3 Klicks bzw. Einträgen ein kostenloses Blog einrichten.
3. Schneyer, IRINGA Hilfe .e.V. schrieb am 17.10.2007:
#Danke für die Reaktion - die Kommunikt. klappt also, ich werde mich immer mal einklinken. Und mich auch mal kundig machen - wie vorgeschlagen.
1. Schneyer, Bernhard, für IRINGA Hilfe e.V. schrieb am 12.10.2007:
#Guten Tag,
ich begrüße die Initiative, wenn ich mich als knapp 70jähriger
auch erst mal reinfinden muß in diese Art der Kommunikation. Vielleicht finde ich ja auch jemanden der jüngeren Generation im Verein, der sich regelmäßig beteiligt. Besonders interessant scheint mir die Möglichkeit zu sein, aus dem Busch in Afrika Kontakt zu halten, wo ich monatelang bin und außer I-net oft keine Kommunikationsmöglichkeiten finde - oder längere Zeit in China im nächsten Jahr, wo es abseits der Zentren ähnlich sein wird. Für Ratschläge, wie ich mir bezüglich blogs selbst auf die Beine helfen kann, bin ich jederzeit dankbar.