Gentechnik hilft nicht den Entwicklungsländern
Ein beliebtes Argument der Befürworter der grünen Gentechnik lautet, Gentechnik sei nötig um die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen. Ich habe das nie so gesehen. Ich glaube, es ist genau umgekehrt.
Gentechnikforschung ist teuer und in der Regel mit Patenten geknüpft. Über 90% des weltweit verkauften transgenen Saatgutes kommt von der Firma Monsanto, der Kritiker immer wieder das Bestreben nach Kontolle des Weltagrarmarktes vorwerfen. Gentechnikgegner wie die indische Aktivistin Vandana Shiva kritisieren, dass die Art und Weise, wie Monsanto und andere Konzerne ihre Marktmacht ausnutzen, Landwirte in Entwickungsländern in Abhängigkeiten führen, in dem sie durch Verträge und auch durch Techniken, wir die Terminatortechnik jedes Jahr aufs neue gezwungen werden, ihr Saatgut zu kaufen, statt sich - wie es Landwirte schon immer getan haben - einen Teil der Ernte als Saatgut für das Folgejahr zurücklegen. Dies führt nach Ansicht der Kritiker zu einer deutliche Verminderung der Biodiversität.
Eben fand ich mich in einen Artikel des Infodienstes Gentechnik zu diesem Thema bestätigt, der auf den kürzlich veröffentlichten Arbeitsbericht des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag verweist
Ob Gentechnik-Pflanzen wirklich dabei helfen können, die Probleme der armen Länder zu lösen, scheint weiterhin mehr als fraglich. Schon der Bericht des Weltagrarrats hat letztes Jahr klargestellt, dass die beste Lösung für das Hungerproblem eine regional angepasste, nachhaltige Landwirtschaft ist. Der gestern veröffentlichte Arbeitsbericht des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag kommt zu ähnlichen Ergebnissen: "Der Bericht belegt eindringlich, dass selbst nach zwölf Jahren großflächigen Einsatzes von transgenem Saatgut der ökonomische, ökologische und soziale Nutzen nicht zu belegen ist. Daher sollten Forschung und Entwicklung für nachhaltigere und ökologische Alternativen zur Agrogentechnik gestärkt werden", so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Denn bei einer ernsthafen Suche nach zukunftsfähigen Agrartechnologien, sollte zunächst nach vorhandenen und absehbaren Lösungsmethoden geschaut werden. "Die Entwicklung einer marktfähigen transgenen Sorte ist langwierig, aufwendig und teuer und kann daher von öffentlichen Institutionen, auf jeden Fall in kleineren Ländern, oder von kleineren Firmen nicht geleistet werden", so heißt es in dem Bericht.
1. M.K. schrieb am 23.05.2009:
#Volle Zustimmung!!!