10.06.2009

Was würde das ändern? Frühe Tests auf Down-Syndrom

Eben im Blog des Arbeitskreis Down-Syndrom gefunden:

Die Radiosendung Hallo Ü-Wagen auf WDR 5 am Samstag, 27.06.2009 befasst sich mit dem Thema "Was würde das ändern? Frühe Tests auf Down-Syndrom".

Voller Vorfreude warten werdende Eltern auf die ersten Ultraschall-Bilder von ihrem Kind. Was aber, wenn sie samt Foto die Befürchtung mitnehmen, dass das Kind den häufigsten genetischen Schaden, das Down Syndrom, haben könne. Die meisten Frauen ab 35 unterziehen sich heute einer Reihe von vorgeburtlichen Untersuchungen. 90 Prozent entscheiden sich dann, wenn die Diagnose “Down Syndrom” lautet, für eine Abtreibung. Mittlerweile werden Tests entwickelt, die viel früher und unkomplizierter zuverlässige Aussagen bringen können. Wird dann die Entscheidung gegen ein behindertes Kind noch selbstverständlicher? Hallo Ü-Wagen mit Julitta Münch über die Frage, ob eine immer verfeinerte pränatale Diagnostik unser Verhältnis zum Leben mit Behinderungen verändert. In Bielefeld vor der Altstädter Nicolaikirche.

Kinder mit Down Syndrom sehen anders aus als andere. Früher nannte man sie deshalb auch mongoloid. Sie können gesund und geistig nur wenig beeinträchtigt sein oder aber ein Leben lang Hilfe benötigen. Fachleute glauben, dass die Betroffenen mehr unter der Ablehnung der Mitmenschen leiden als an der Behinderung selbst. Doch weil - im Falle des Falls - fast immer abgetrieben wird, leben kaum noch Kinder mit Down Syndrom unter uns. Kritische Stimmen warnen deshalb vor der pränatalen Diagnostik als Mittel der Selektion. Liegt das Problem also in unserem Umgang mit behinderten Menschen und unserem Wunsch, dass alle immer perfekter zu sein haben?

Samstag, 27. Juni 2009, 11.05 - 13.00 Uhr Live und öffentlich aus Bielefeld, Niedernstraße, Altstädter Nicolaikirche

24.06.2008

Nichtinvasiver Test

Wird mein Baby Down-Syndrom haben?

Cabronsito weist auf einen neuen, nichtinvasiven Test hin, der eine Fruchtwasseruntersuchung zur Diagnose des Down-Syndroms unnötig machen soll.

Wie immer, wenn es um verbesserte Diagnosemöglichkeiten geht, drängt sich natürlich sofort der Gedanke im Vordergrund, hier werden noch schneller die Todesurteile für betroffenen Kinder gefällt. Bekanntlich werden ja über 90% aller Schwangerschaften beendet, bei denen das Down-Syndrom diagnostiziert wird.

Aber muß man deshalb diesen Test kritisch sehen. Sicher nicht. Invasive Diagnostik ist mit erheblichen Risken verbunden, und wenn das gleiche Ergebniss ohne diese Risiken erzielbar ist, so what? Sicher, es wird vermutlich schneller ein solcher Down-Syndrom-Test gemacht, wenn er mittels Blutuntersuchung möglich ist. Möglicherweise wird er auf Dauer sogar zur Standard-Untersuchung für Schwangere. Und vermutlich werden auch noch mehr Kinder mit Down-Syndrom durch Abtreibung getötet. Aber es ist ja nicht das Vorhandensein diese Test, das letztlich das Problem darstellt. Nicht der Test ist tödlich, sondern die Eltern, die sich verzweifelt für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden, weil sie sich nicht vorstellen können, ein behindertes kind zu haben. Weil sie keine Vorstellung davon haben, dass das Leben mit einem Kind mit Down-Syndrom auch eine Bereicherung darstellen kann. Und auch die Ärzte, die bei der Diagnose Down-Syndrom oftmals direkt zur Abtreibung raten.

Menschen mit Behinderung kommen in unserer Gesellschaft eben nicht vor, sondern werden viel zu oft in Sondereinrichtungen, Sonderschulen, Werkstätten und Heime abgschoben.

Und hier liegt der eigentliche Schlüssel. Ich bin sicher, je mehr die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft zur Normalität wird, umso eher können sich Eltern für ein Kind mit Down-Syndrom entscheiden. Leider geschieht hinsichtlich echter Integration aber immer noch viel zu wenig.


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