Genkartoffel bleibt im Acker
Ich hatte ja lange nichts mehr zur Gentechnik, aber gerade bin ich auf einen etwas älteren Bericht über die Genkartoffel Amflora gestoßen, der mir mal wieder zu denken gegeben hat.
Amflora ist eine in der EU nicht zugelassenen Kartoffelsorte der Firma BASF, die gentechnisch so verändert wurde, dass sie einen höheren Anteil an Stärke enthält und sich deshalb für die industrielle Nutzung gut eignen soll. Außerdem enthält Amflora antibiotika-resistente Gene. Umweltschützer befürchten, die Verbreitung dieser Gene könnte die Wirksamkeit von Medikamenten beeinträchtigen, wenn sie in den Nahrungskreislauf gelangen.
Auf einem Acker in Zepkow im Landkreis Müritz war im vergangen Jahr ein Versuch der BASF mit Amflora beendet worden. Aber auch nach einem Jahr sind die kartoffeln nicht vom Acker verschwunden.
Zur Folgekontrolle des Ackers in Zepkow bei Röbel wurden Anfang August erstmalig auch zwei Mitglieder der Bürgerinitiative zugelassen. Allerdings unter der Voraussetzung der Geheimhaltung des Termins gegenüber Presse und Öffentlichkeit, wie die Bürgerinitiative kritisiert. Obwohl das zuständige Landesamt zunächst die 100%ige Beseitigung versprach, wurden erneut Durchwuchskartoffeln gefunden, teilweise mit intaktem, grünem Kraut. Der BASF sei die manuelle Entfernung angesichts der Größe des Ackers (mindestens 20 ha) und der damit verbundenen Kosten nicht zuzumuten, so die Reaktion des zuständigen Landesamtes.
Hier wird wieder mal deutlich, wie verantwortugslos die Gentechnik-Konzerne, aber auch deutsch Behörden mit dem Risiko der Gentechnik umgehen.
In einer Erklärung der Bürgerinitiative "Müritzregion - gentechnikfrei" (PDF) heist es:
Die derzeitige Situation auf den betroffenen Ackerflächen wurde während der neuerlichen Vorortkontrolle seitens der amtlichen Kontrolleure immer wieder heruntergespielt. Dass die Kontrolle auf Durchwuchskartoffeln auf einem weiteren Acker überhaupt stattfand, der im Vorjahr ohne Zulassung fälschlich zunächst auch mit der Gentechnik-Kartoffel bestellt worden war, ist offenbar dem Drängen der beiden anwesenden BI-Mitglieder zu verdanken.
Die Gefahren, die von der Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen ausgeht, kann niemand endgültig absehen. Sie dürfen aber auf keinen Fall unterschätzt werden. Wenn Genplanzen einmal in der Natur ausgewildert sind, lassen sie sich nie wieder beseitigen.
S. auch http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/amflora-waechst-und-gedeiht