28.09.2007

Neue Maissorte soll Ausbreitung des Maiswurzelbohrers stoppen

Züchtung soll in Verbindung mit Fruchtfolgen helfen, den Schädling ohne Gentechnik zu stoppen Maiswurzelbohrer Der Maiswurzelbohrer scheint sich auch in Deutschland in großem Umfang zu entwickeln. Für die Gentechnik-Lobby ist das sicher Wasser auf die Mühlen, werden die entsprechenden BT-Mais-Sorten doch in den USA längst eingesetzt. In der Tat ist der Maiswurzelbohrer da, wo er auftritt, ein großes Problem. Gegen kein andere Insekt werden weltweit so viele Insektengifte eingesetzt. (Bild: Wikipedia)

Einen interessanten Beitrag über nachhaltige Bekämpfungsmethoden, die ohne transgenen Mais auskommen, brachte gestern der Deutschlandfunk.

Saatgutforscher Peter Goertz setzt beim Kampf gegen den Maiswurzelbohrer auf die Zucht resistenter Maispflanzen. Dabei werden die Käfer im Experiment auf die Maispflanzen losgelassen. Und diejenigen, die die Attacken überstehen, kreuzen die Saatgutforscher miteinander - immer und immer wieder, über viele Generationen hinweg. So setzen sich allmählich diejenigen Eigenschaften durch, die dem Maiswurzelbohrer - im wahrsten Sinne des Wortes - überhaupt nicht schmecken. Peter Goertz:
Eine Larve kann nur, wenn sie geschlüpft ist, im Umkreis von maximum einem Meter sich bewegen; dann stirbt sie ab. Und wenn sie da eine Maiswurzel findet, die ihr schmeckt, dann geht sie da dran. Und ich versuche dem Mais eine Wurzel zu geben, der der Larve nicht schmeckt oder die sie sogar ablehnt. Das ist die natürliche Abwehrkraft der Pflanze Mais gegen diesen Schädling.
Eine Abwehrkraft, die sich aber erst nach jahrelangen Zuchtexperimenten auf die gesuchten Resistenzmerkmale hin herausgebildet hat. (...)
Eine weitere Methode, um gegen den Maiswurzelbohrer erfolgreich vorzugehen, ist eine Änderung der Fruchtfolge. Nach einer Saison Maisanbau wird demnach auf dem Feld etwas anderes gepflanzt. Das ist bereits jetzt in den Zonen unmittelbar in der Nähe der Käfer-Fundorte Vorschrift. In der Schweiz haben die Fachleute damit gute Erfahrungen gemacht. Peter Baufeld von der biologischen Bundesanstalt:
Die Schweiz, die haben es nur mit Fruchtfolge geschafft. Das heißt: Anbau von Mais nach Mais zu verhindern - das ist eines der wichtigsten Elemente.

Das setzt allerdings eine Abkehr von den in der Landwirtschaft immer noch üblichen Monokulturen voraus. Angesichts steigender Nachfrage nach Mais (für Biokraftstoffe) bin ich skeptisch, ob sich diese Methoden in Deutschland durchsetzen werden, oder ob nicht doch viele Landwirte auf Bt-Mais setzen werden, wenn sich der Maiswurzelbohrer hier weiter ausbreitet.

Um es noch mal deutlich zu machen: Anders als bei der Zucht werden gentechnisch verändertem Mais Gene anderer Arten (beim BT-Mais z.B. ein Gen des Bakterium Bacillus thuringiensis) hinzugefügt um die gewünschten Eigenschaften zu erzielen. Zucht erfolgt immer innerhalb einer Art und ist eine Methode, die Menschen praktizieren, seit es Landbau gibt.

Update 01.10.2007

Siehe auch: http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=2644068/v93jc1/index.html

Ich bin gespannt, wann die ersten Berichte zu lesen sind, gegen den Maiswurzelbohrer helfe nichts anderes als BT-Mais.

17.06.2007

Bienensterben Folge von Gentechnik

NABU und der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) sehen einen Zusammenhang zwischen dem Bienensterben in den USA und dem verbreiteten Anbau von genveänderten Bt-Pflanzen

In einer Presseinformation des NABU und des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) wird ein Zusammenhang zwischen dem verbreiteten Anbau von genveränderten, insektenresistenten Bt-Pflanzen und dem Bienensterben in den USA hergestellt.

In den USA sind im vergangenen Jahr über 60 Prozent der Bienenvölker gestorben. Als ein möglicher Faktor des dortigen Bienensterbens wird der weit verbreitete Anbau von insektenresistenten Bt-Pflanzen genannt. Honigbienen sind in Europa als Bestäuber unverzichtbar für ein intaktes Ökosystem. Der Anbau von Gen-Mais schädigt die Bienen und hat damit negative Folgen für die Entwicklung von Flora und Fauna. Das Verschwinden der Honigbiene droht durch das Bt-Toxin oder durch "Imkersterben". Verbraucher wollen keine Gentechnik im Honig und werden keinen kontaminierten Honig kaufen. Das ruiniert die wirtschaftliche Existenz der Imker.

Auch wenn bisher über den Grund für das Bienensterben noch Rätselraten herrscht, gehört diese Theorie wohl zu den naheliegendsten.


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