Arsen vergiftet Millionen
Die größte Massenvergiftung in der Geschichte der Menschheit findet in Bangladesh stattSeit kurzem habe ich wie berichtet ein Profil im sozialen Netzwerk Kaioo (das ist sowas wie SchuelerVZ oder StudiVZ für Große). In diesem Netz bin ich auf eine Gruppe gestoßen, die sich mit der Vergiftung eines großen Teiles der bengalischen Bevölkerung durch Arsens im Trinkwasser. Da Kaioo seinen Gewinne an soziale Organisationen spenden wird, erhoffen sich die Beteiligten Hilfe für ein Projekt der Deutsch-Bengalische Gesellschaft Augsburg e.V.
Seit 1971 wurden in Bangladesh mit Hilfe von Entwicklungsorganisationen und mit Unterstützung von Unicef 10 Millionen Rohrbrunnen für die Trinkwasserversorgung und die Bewässerung in der Landwirtschaft gebohrt. 97% der Bevölkerung haben Zugang zu solchen Brunnen.
Als Anfang der 80er Jahre zunehmend Hauterkrankungen auftraten, wurde festgestellt, dass es sich um schwere Arsenvergiftungen handelt. Das Wasser, das aus flachen Grundwasserleitern gefördert wird, ist in Bangladesh häufig mit natürlich vorkommendem Arsen versetzt. Heute ist bekannt, dass ein hoher Anteil der Brunnen mehr als 50 Mikrogramm Arsen pro Liter Wasser enthalten, davon 5-10% mehr als das sechsfache. Eine Lösung besteht in der Nutzung von Regenwasser, das aber nicht ganzjährig zur Verfügung steht und in der Nutzung von Filtern, sog. Drei-Tonkrug-Filtersystemen. Die Finanzierung solcher Filtersysteme ist eines der wichtigsten Ziele dieser Organisation.
In der Kaioo-Gruppe fand ich folgende Information:
Seit Juni dieses Jahres arbeiten wir an einer Lösung der Arsen-Problematik in Bangladesh. Dass Bangladesh zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, ist nichts Neues, auch nicht die Tatsache, dass es nahezu jährlich von massiven Überschwemmungen heimgesucht wird. Die ländliche Bevölkerung hat sich darauf eingestellt, und die Fruchtbarkeit des massiv überbesiedelten Landes ist von diesen Überschwemmungen abhängig. In den letzten Tagen wurde Bangladesh wieder von einem schweren Wirbelsturm heimgesucht, der weite Teile der Bevölkerung betroffen hat. Bei der Überschwemmung im letzten Jahr waren etwa 50 Millionen Menschen betroffen, die deutsche Bundesregierung hat eine Hilfszahlung von 500.000 Euro geleistet, (das ist 1 Cent pro Opfer). Das gravierendste Problem, das Bangladesh hat, ist das extrem arsenhaltige Grundwasser. Der Arsengehalt erreicht teilweise 600 mg / m3, WHO und BRD setzen einen Grenzwert von 10 mg / m3. Der Arsengehalt ist natürlichen Ursprungs, also nicht selbst verursacht. Von den 81 Millionen Handbrunnen, die die ländliche Bevölkerung mit Trinkwasser versorgen, sind ca. 60% massiv mit Arsen verseucht. Durch das verseuchte Trinkwasser wird die gesamte Bevölkerung langsam aber sicher vergiftet. Es kommt zu einem massiven Befall mit Hautkrebs (wurde anfangs für Lepra gehalten) und anderen Krebserkrankungen. Ab einem gewissen Stadium ist der Prozess nicht mehr umkehrbar. Wir haben ein Konzept entwickelt, das uns ermöglicht, mit relativ kostengünstigen Filtern dieses Problem flächendeckend zu lösen, wir benötigen aber für den Beginn des Projektes mindestens 100.000 Euro. Dieses Geld kann nur über Spenden beschafft werden. Ist das Projekt einmal angelaufen, können auch Gelder der WHO und Darlehen der Weltbank mit einbezogen werden.
Wer das Projekt unterstützen möchte kann sich bei Kaioo anmelden und der Gruppe "Arsen vergiftet Millionen" beitreten oder sich über die Seite http://www.deutsch-bengalische.org/ informieren.
Weitere Informationen
Telepolis hat auf dieses Problem Ende 2004 in einem Artikel aufmerksam gemacht. Ansonsten liefert eine Google-Suche eine Menge zusätzlicher Informationen und wenn es nicht immer nur Google sein soll: man wird auch bei Ask.com fündig.