Protestaktion gegen den Verkauf hochgiftiger Pestizide in Indien durch Bayer
Kampagne des Eine Welt Netz NRWGestern war ich in der Stadtbibliothek Essen. Im Eingang war ein Stand des Eine Welt Netz NRW aufgebaut. Ein Schwerpunkt am Stand war die Bayer-Kampagne gegen den Verkauf hochgiftige Pestizide in Indien.
Die Kampagne soll den Bayer-Konzern an seine Zusage aus dem Jahr 1995 erinnern, hochgiftige Pestizide der WHO-Gefahrenklasse I vom Markt zu nehmen.
Das Eine Welt Netz NRW und andere Eine-Welt-Gruppen weisen eindringlich auf die Gefahren des Einsatzes solcher Pestizide in Entwicklungsländern hin:
Die Pestizidvergiftungen bei den Menschen in Entwicklungsländern sind oft auf unsachgemäße Anwendung zurückzuführen.
Zwar ist die Gefährlichkeit der Pestizide auf Beipackzetteln beschrieben, meist auch in Landes- und Regionalsprache. Doch die meisten Bauern sind Analphabeten. Die Piktogramme (Zeichen, Symbole) werden nur selten verstanden.
(...)
Weitere Organisationen (Coordination gegen Bayer-Gefahren, das Pestizid-Aktions Netzwerk und Greenpeace Indien) fordern zusammen mit dem Eine Welt Netz NRW von Bayer, die gefährlichen Substanzen endlich vom Markt zu nehmen.
Die Studie "Acute Pesticide Poisoning among Female and Male Cotton Growers in India" (Mancini el al.) eines Wissenschaftler-teams der niederländischen Universität Wageningen aus dem Jahr 2005 untersucht akute Vergiftungen beim Pestizideinsatz in Indien.
Demnach führten 6% der erfassten Sprühaktionen zu schweren Vergiftungen wie Bewusstlosigkeit und Anfällen. Trotzdem hat keiner der Bauern einen Arzt aufgesucht.
(...)Wegen der Hitze auf den Feldern sei das Tragen von Schutzkleidung kaum möglich.
Bis zum 27. April 2007 - dem Termin der Bayer-Hauptversammlung - sollen sich noch möglichst viele Menschen dem Protest anschließen.
Noch ein Lesetip: Gegenanträge für die Bayer-Hauptversammlung.