14.06.2007

Sonderschule muß weg

Behindertenbeauftragte Karin Evers-Meyer setzt sich für mehr schulische Integration ein

Die Frankfurter Rundschau berichtet am 14.06.2007 unter dem Titel "Sonderschule muss weg"

Behindertenbeauftragte verlangt bessere Integration
Die Abschaffung der Sonderschule hat die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung am Montag gefordert. Das "selektive deutsche Schulsystem" sei überholt, sagte Karin Evers-Meyer der Frankfurter Rundschau anlässlich einer europäischen Konferenz zur Behinderten-Integration in Berlin. Blinde, Gehörlose, geistig oder Lernbehinderte müssten gemeinsam mit nicht behinderten Kindern unterrichtet werden.
"Andere Länder machen das längst vor", so Evers-Meyer. Während in Deutschland nur zwölf Prozent der behinderten Kinder integrative Schulen besuchten, seien es im Ausland 60 bis 80 Prozent, etwa in Italien oder Schweden. "Viele meiner Kollegen im Ausland sagen mir, dass wir in Deutschland immer noch besser aussortieren als integrieren. Das hat mich entsetzt", sagt Evers-Meyer. Mit Assistenten, die den Kindern im Schulalltag zur Seite stehen, sei Integration kein Problem. "Das funktioniert nicht in einer Klasse mit 28 Kindern und einem Lehrer. Ich plädiere nicht für die Abschaffung des sonderpädagogischen Förderbedarfs", betont Evers-Meyer.
"Individuelle Förderung ist alles, nur muss sie zusammen mit Nichtbehinderten stattfinden. Schließlich lernen wir alle vom Austausch." Auch die Hauptschule habe ausgedient: "Wir müssen endlich weg vom Aussortieren." Integration am Arbeitsmarkt könne nur gelingen, wenn Arbeitgeber die Erfahrung machten, "dass Behinderte Leistung bringen."


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