Am vorletzten Wochenende war ich in Berlin beim 2. Socialcamp. Weil ich in den letzten Wochen meine Blogleser wieder mal sträflich vernachlässigt habe, habe ich auch dieses Ereignis bisher unterschlagen.
Nicht unterschlagen möchte ich allerdings den wie ich finde sehr gelungenen Film über das Socialcamp 2009, den Helpedia jetzt veröffentlicht hat.
Er gibt ein wenig von der Stimmung im Hub Berlin wieder und läßt auch ein paar Aspekte der Themen und Sessions dort anklingen. Eine Veranstaltung wie das Socialcamp lässt sich aber wohl in einem so kurzen Film nicht umfassend darstellen. Sie lebt besonders auch von den Gesprächen und Begegnungen am Rande.
Schön war dieses mal auch, bei zwei Sessions und einem gemeinsamen Abendessen mit den anderen Veranstaltern der Socialbars in den verschiedenen Städten zusammen zu kommen.
... lautet das Motto der dritten Bloggerkonferenz re:publica in Berlin vom 01. bis 03.04.09
Bereits im vergangenen Jahr war ich auf der re:publica 2008 in Berlin. Es war eine spannende und lohnenswerte Veranstaltunge mit vielen interessanten Gesprächspartnern und Vorträgen.
Heute habe ich erfahren, dass vom 01. bis zum 03.04.2009 die re:publica 2009 stattfinden wird.
"Inhaltlich möchten wir mit 'Shift happens' den Fokus auf die gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen legen, die die digitale Gesellschaft hervorgebracht hat und die für die jüngere Generation längst Status Quo sind", erklärt Tanja Haeusler. "Es soll diskutiert werden, welchen politischen und gesamtgesellschaftlichen Wandel dieser 'Shift' einläuten wird und in welchen Bereichen er sich bereits manifestiert hat."
Für einen umfassenden Diskurs "über den Tellerrand hinaus" sorgen auf der re:publica ‘09 über 100 Referenten und Diskussionsteilnehmer, darunter mehr internationale Redner denn je.
Ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein, das Ticket habe ich schon.
Am Wochenende war ich beim Socialcamp in Berlin und ich muss sagen, es hat mich ziemlich begeistert.
Ich habe ja schon darüber berichtet Beim Socialcamp handelte es sich um eine Veranstaltung
im Stil eines BarCamps. Zur Erklärung:
bei einem BarCamp gibt es keine feste Tagesordnung oder Rednerliste, sondern
das Programm wird von den Beteiligten spontan nach den anliegenden Bedürfnissen
festgelegt. Jeder und jede kann somit zum Referenten oder zum Teilnehmer
werden. Einige Session sind vorbereitet, andere ergeben sich ganz spontan
während des BarCamps.
Für mich war es das erste Mal, dass ich an einem BarCamp teilgenommen
habe. Ich hatte von BarCamps und von OpenSpace gehört und kenne auch
andere selbstbestimmte Methoden von Gruppeninteraktion. Aber es war
dann doch eine ganz besondere Form, die ich in dieser Art noch nicht
erlebt hatte.
Ich habe selten bei Veranstaltungen eine so kreative und freundliche
Arbeitsatmosphäre erlebt. Dafür ist sicher auch die hervorragende Location im
SelfHub in Kreuzberg
verantwortlich, die sich für so ein Barcamp ganz besonders eignet. Und auch das
Team, das das Camp vorbereitet hat, hat ganze Arbeit geleistet.
Und nicht zuletzt haben die Menschen, die teilgenommen haben,
sich sehr kreativ eingebracht.
Inhaltlich ging es um die Frage der Nutzung von Web2.0 durch NGOs.
Vertreter dieser Organisationen wie auch Internetaktivisten, Macher
von Social Communities und Geeeks saßen zwei Tagen zusammen und
tauschten sich darüber aus, wie das Internet und vor allem die neuen
Möglichkeiten für die oft nicht so webaffinen NGOs zu nutzen seien.
Wie ich gelernt habe, spielen die folgenden Aspekte dabei eine
wichtige Rolle:
NGOs stehen, je größer sie sind, häufig in Konkurrenz zueinander,
vor allem, wenn es um Adressen und Spender geht. Das kann hinderlich
bei der Zusammenarbeit sein.
Versuche von NGOs, eigene Communities im Rahmen ihres
Internetauftrittes zu schaffen, sind selten erfolgreich. Die
Zahl der InteressentInnen bleibt gering. NGOs tun sich
grundsätzlich schwer damit, User-Generated Content ungefiltert
zuzulassen, was aber ein wesentliches Erfolgskriterium für
funktionierende Web2.0-Angebote ist.
Die Landschaft der Social-Communities wird größer. Auch hier
entsteht Konkurrenz.
NGOs, die die Schwarmeffekte der Communities nutzen wollen, müssen
entweder auf vielen Plattformen aktiv sein, oder eine Auswahl
treffen. In jedem Fall ist eine solche Aktivität mit hohem Aufwand
verbunden, der häufig nicht zu leisten ist.
Es sind dringend Schnittstellen erforderlich, die es ermöglichen,
über mehrere Netzwerke hinweg aktiv zu sein. Der heutige Zustand,
auf jeder Plattform mit eigenem Profil angemeldet sein zu müssen,
und in diesen jeweils eigene (und teilweise die gleichen)
Beziehungsstrukturen (Freunde) aufbauen zu müssen, ist wenig
effektiv. Spannende Entwicklungen in diesem Zusammenhang sind der Globale Partizipations Feed von OneAim.org und auch die plattformübergreifende API OpenSocial
Sozial Communities und NGOs haben jeweils andere Schwerpunkte.
NGOs haben eine oft umfangreiches Wissen, der Schwerpunkt von Social
Communities liegt eher im Bereich Kommunikation und Vernetzung.
Web 2.0 ist in der Entwicklung. Versuche, das Web 2.0 für die Arbeit
von NGOs zu nutzen, sind in oft noch Experimente. Das liegt in der Natur
des sich entwickelnden Netzes.
Ich denke, niemand kennt Lösungen, die auf alle anstehenden Fragen passen.
Aber die Veranstaltung war ein Ansatz, der in die richtige Richtung
weist. Sie war ein Anfang, und so wurden auch bereits Nachtreffen
geplant. Auch über ein Socialcamp 2009 wurde schon geredet.
Mir hat es viele nette und interessante Kontakte vermittelt und
vielleicht lässt sich ja auch hier im Ruhrgebiet ein Prozess
initiieren, der die Anfänge auf dem Socialcamp fortsetzt. (Endlich
habe ich mal kapiert wtf immer alle so toll am Geotagging finden, hier
wäre es nämlich wirklich mal nützlich)
Unter dem Motto "Die kritische Masse" startet am kommenden Mittwoch in Berlin die zweite re:publica, eine "Konferenz von Bloggern und anderen Netzbewohnern". Am Dienstag nachmittag werde ich mich also aufmachen, nach Berlin. Von dem umfangreichen Programm haben die 800 angemeldeten TeilnehmerInnen einiges zu erwarten.
Zwischen Kultur, Medien, Politik und alltäglich genutzter Technik: Vom 2. bis 4. April 2008 treffen sich in Berlin Blogger und andere Netzbewohner zur re:publica’08. Das Konferenz-Motto "Die kritische Masse" steht für verschiedene Seiten des gleichen Komplexes: Das Internet und neue Kommunikationsformen werden immer mehr in das Leben der Menschen integriert. Web 2.0-Anwendungen entwickeln sich zu Selbstläufern. Und zum anderen steht auch die Fähigkeit der Masse zur Kritik im Zentrum des dreitägigen Events. http://re-publica.de/08/information/
Nachdem ich die erste Version dieser Konferenz im vergangen Jahr verpasst habe, wurde mir beim Nachhören einer Reihe von Konferenzmitschitten klar: Da ist mir was entgangen.
Das soll mir dieses Mal nicht passieren.
Noch was anderes
Eben wollte ich zu diesem Artikel ein Bild auf Sevenload speichern und dann hier einbinden, aber auf Sevenload findet sich der Hinweis:
sevenload 3.0 kommt!
sevenload ist für die gesamte Nacht nur im "Lese-Modus" verfügbar.
Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat Anfang März eine junge Frau in die Türkei abschieben lassen, die weder Türkin ist noch Türkisch spricht
Jörg Kantel, der Schockwellenreiter, weist auf die Abschiebung einer jungen Frau aus Berlin - Neukölln Anfang März hin und fordert eindringlich, ihr die Rückkehr zu ermöglichen.
Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat Anfang März eine junge Frau in die Türkei abschieben lassen, die weder Türkin ist noch Türkisch spricht. Nasima El-Zein ist in Berlin aufgewachsen, hat die Realschule abgeschlossen, hat sich ehrenamtlich um ausländische Schulkinder im Berliner Problembezirk Neukölln gekümmert, hat ihnen Deutsch und Rechnen beigebracht. Wer denkt sich den Narrenstreich aus und schiebt ausgerechnet eine solche Frau in ein Land ab, wo sie ein gewalttätiger Vater erwartet, der sie einsperrt und zwangsverheiraten will?
Und heute berichtet die Berliner Zeitung, daß die abgeschobene Kurdin von der türkischen Polizei massiv unter Druck gesetzt und ihr sogar Gewalt angedroht wird. Ich halte nicht nur das Verhalten der türkischen Behörden, sondern auch das Verhalten des Innensenators für skandalös. Es drängt sich der Verdacht auf, daß "weil Polizei und Behörden unfähig sind, mit einer Reihe von wildgewordenen türkisch-libanesischen Familien aus Neukölln und Rudow, der sogenannte "Türsteher-Mafia", fertigzuwerden" an dieser jungen Frau ein Exempel statuiert werden soll. Schicken wir einen Sündenbock, der angepaßt ist und sich nicht wehren kann, in die Türkei zurück, um die öffentliche Meinung zu beruhigen.
Jörg Kantel - selbst seit seit 35 Jahren Mitglied der SPD - kündigt an, ein Parteiausschlußverfahren gegen Herrn Körting zu beantragen und für den Fall, dass Nasima El-Zein nicht bis Ende Mai 2007 wieder in Berlin ist, sein Parteibuch öffentlich zu verbrennen.
Die Parteibuchverbrennung wird voraussichtlich ausfallen. Der Schockwellenreiter berichtet am 22.05.2007 dass Nasima El-Zein wieder nach Deutschland einreisen darf.