20.10.2009

Socialcamp 2009 - Der Film

Am vorletzten Wochenende war ich in Berlin beim 2. Socialcamp. Weil ich in den letzten Wochen meine Blogleser wieder mal sträflich vernachlässigt habe, habe ich auch dieses Ereignis bisher unterschlagen.

Nicht unterschlagen möchte ich allerdings den wie ich finde sehr gelungenen Film über das Socialcamp 2009, den Helpedia jetzt veröffentlicht hat. Er gibt ein wenig von der Stimmung im Hub Berlin wieder und läßt auch ein paar Aspekte der Themen und Sessions dort anklingen. Eine Veranstaltung wie das Socialcamp lässt sich aber wohl in einem so kurzen Film nicht umfassend darstellen. Sie lebt besonders auch von den Gesprächen und Begegnungen am Rande.

Schön war dieses mal auch, bei zwei Sessions und einem gemeinsamen Abendessen mit den anderen Veranstaltern der Socialbars in den verschiedenen Städten zusammen zu kommen.

Übrigens: am Donnerstag 05.11.2009 ist wieder Socialbar Ruhrgebiet.

Und hier ist der Film

Socialcamp'09 from Helpedia on Vimeo.

28.11.2008

Shift happens ...

... lautet das Motto der dritten Bloggerkonferenz re:publica in Berlin vom 01. bis 03.04.09

Bereits im vergangenen Jahr war ich auf der re:publica 2008 in Berlin. Es war eine spannende und lohnenswerte Veranstaltunge mit vielen interessanten Gesprächspartnern und Vorträgen.

Heute habe ich erfahren, dass vom 01. bis zum 03.04.2009 die re:publica 2009 stattfinden wird.

"Inhaltlich möchten wir mit 'Shift happens' den Fokus auf die gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen legen, die die digitale Gesellschaft hervorgebracht hat und die für die jüngere Generation längst Status Quo sind", erklärt Tanja Haeusler. "Es soll diskutiert werden, welchen politischen und gesamtgesellschaftlichen Wandel dieser 'Shift' einläuten wird und in welchen Bereichen er sich bereits manifestiert hat."

Für einen umfassenden Diskurs "über den Tellerrand hinaus" sorgen auf der re:publica ‘09 über 100 Referenten und Diskussionsteilnehmer, darunter mehr internationale Redner denn je.

Ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein, das Ticket habe ich schon.

17.06.2008

Socialcamp in Berlin

Am Wochenende war ich beim Socialcamp in Berlin und ich muss sagen, es hat mich ziemlich begeistert.

Socialcamp Ich habe ja schon darüber berichtet Beim Socialcamp handelte es sich um eine Veranstaltung im Stil eines BarCamps. Zur Erklärung: bei einem BarCamp gibt es keine feste Tagesordnung oder Rednerliste, sondern das Programm wird von den Beteiligten spontan nach den anliegenden Bedürfnissen festgelegt. Jeder und jede kann somit zum Referenten oder zum Teilnehmer werden. Einige Session sind vorbereitet, andere ergeben sich ganz spontan während des BarCamps.

Für mich war es das erste Mal, dass ich an einem BarCamp teilgenommen habe. Ich hatte von BarCamps und von OpenSpace gehört und kenne auch andere selbstbestimmte Methoden von Gruppeninteraktion. Aber es war dann doch eine ganz besondere Form, die ich in dieser Art noch nicht erlebt hatte.

Ich habe selten bei Veranstaltungen eine so kreative und freundliche Arbeitsatmosphäre erlebt. Dafür ist sicher auch die hervorragende Location im SelfHub in Kreuzberg verantwortlich, die sich für so ein Barcamp ganz besonders eignet. Und auch das Team, das das Camp vorbereitet hat, hat ganze Arbeit geleistet.

Und nicht zuletzt haben die Menschen, die teilgenommen haben, sich sehr kreativ eingebracht.

Inhaltlich ging es um die Frage der Nutzung von Web2.0 durch NGOs. Vertreter dieser Organisationen wie auch Internetaktivisten, Macher von Social Communities und Geeeks saßen zwei Tagen zusammen und tauschten sich darüber aus, wie das Internet und vor allem die neuen Möglichkeiten für die oft nicht so webaffinen NGOs zu nutzen seien.

Wie ich gelernt habe, spielen die folgenden Aspekte dabei eine wichtige Rolle:

  • NGOs stehen, je größer sie sind, häufig in Konkurrenz zueinander, vor allem, wenn es um Adressen und Spender geht. Das kann hinderlich bei der Zusammenarbeit sein.
  • Versuche von NGOs, eigene Communities im Rahmen ihres Internetauftrittes zu schaffen, sind selten erfolgreich. Die Zahl der InteressentInnen bleibt gering. NGOs tun sich grundsätzlich schwer damit, User-Generated Content ungefiltert zuzulassen, was aber ein wesentliches Erfolgskriterium für funktionierende Web2.0-Angebote ist.
  • Die Landschaft der Social-Communities wird größer. Auch hier entsteht Konkurrenz.
  • NGOs, die die Schwarmeffekte der Communities nutzen wollen, müssen entweder auf vielen Plattformen aktiv sein, oder eine Auswahl treffen. In jedem Fall ist eine solche Aktivität mit hohem Aufwand verbunden, der häufig nicht zu leisten ist.
  • Es sind dringend Schnittstellen erforderlich, die es ermöglichen, über mehrere Netzwerke hinweg aktiv zu sein. Der heutige Zustand, auf jeder Plattform mit eigenem Profil angemeldet sein zu müssen, und in diesen jeweils eigene (und teilweise die gleichen) Beziehungsstrukturen (Freunde) aufbauen zu müssen, ist wenig effektiv. Spannende Entwicklungen in diesem Zusammenhang sind der Globale Partizipations Feed von OneAim.org und auch die plattformübergreifende API OpenSocial
  • Sozial Communities und NGOs haben jeweils andere Schwerpunkte. NGOs haben eine oft umfangreiches Wissen, der Schwerpunkt von Social Communities liegt eher im Bereich Kommunikation und Vernetzung.

Web 2.0 ist in der Entwicklung. Versuche, das Web 2.0 für die Arbeit von NGOs zu nutzen, sind in oft noch Experimente. Das liegt in der Natur des sich entwickelnden Netzes.

Ich denke, niemand kennt Lösungen, die auf alle anstehenden Fragen passen. Aber die Veranstaltung war ein Ansatz, der in die richtige Richtung weist. Sie war ein Anfang, und so wurden auch bereits Nachtreffen geplant. Auch über ein Socialcamp 2009 wurde schon geredet.

Mir hat es viele nette und interessante Kontakte vermittelt und vielleicht lässt sich ja auch hier im Ruhrgebiet ein Prozess initiieren, der die Anfänge auf dem Socialcamp fortsetzt. (Endlich habe ich mal kapiert wtf immer alle so toll am Geotagging finden, hier wäre es nämlich wirklich mal nützlich)

Weitere Berichte zum SocialCamp finden sich hier

30.03.2008

Die kritische Masse

Ich fahre zur re:publica

Unter dem Motto "Die kritische Masse" startet am kommenden Mittwoch in Berlin die zweite re:publica, eine "Konferenz von Bloggern und anderen Netzbewohnern". Am Dienstag nachmittag werde ich mich also aufmachen, nach Berlin. Von dem umfangreichen Programm haben die 800 angemeldeten TeilnehmerInnen einiges zu erwarten.

Zwischen Kultur, Medien, Politik und alltäglich genutzter Technik: Vom 2. bis 4. April 2008 treffen sich in Berlin Blogger und andere Netzbewohner zur re:publica’08. Das Konferenz-Motto "Die kritische Masse" steht für verschiedene Seiten des gleichen Komplexes: Das Internet und neue Kommunikationsformen werden immer mehr in das Leben der Menschen integriert. Web 2.0-Anwendungen entwickeln sich zu Selbstläufern. Und zum anderen steht auch die Fähigkeit der Masse zur Kritik im Zentrum des dreitägigen Events.
http://re-publica.de/08/information/

Nachdem ich die erste Version dieser Konferenz im vergangen Jahr verpasst habe, wurde mir beim Nachhören einer Reihe von Konferenzmitschitten klar: Da ist mir was entgangen.

Das soll mir dieses Mal nicht passieren.

Noch was anderes

Eben wollte ich zu diesem Artikel ein Bild auf Sevenload speichern und dann hier einbinden, aber auf Sevenload findet sich der Hinweis:

sevenload 3.0 kommt! sevenload ist für die gesamte Nacht nur im "Lese-Modus" verfügbar.

Da bin ich ja neugierig.

11.05.2007

Holt sie zurück!

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat Anfang März eine junge Frau in die Türkei abschieben lassen, die weder Türkin ist noch Türkisch spricht

Jörg Kantel, der Schockwellenreiter, weist auf die Abschiebung einer jungen Frau aus Berlin - Neukölln Anfang März hin und fordert eindringlich, ihr die Rückkehr zu ermöglichen.

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat Anfang März eine junge Frau in die Türkei abschieben lassen, die weder Türkin ist noch Türkisch spricht. Nasima El-Zein ist in Berlin aufgewachsen, hat die Realschule abgeschlossen, hat sich ehrenamtlich um ausländische Schulkinder im Berliner Problembezirk Neukölln gekümmert, hat ihnen Deutsch und Rechnen beigebracht. Wer denkt sich den Narrenstreich aus und schiebt ausgerechnet eine solche Frau in ein Land ab, wo sie ein gewalttätiger Vater erwartet, der sie einsperrt und zwangsverheiraten will?
Und heute berichtet die Berliner Zeitung, daß die abgeschobene Kurdin von der türkischen Polizei massiv unter Druck gesetzt und ihr sogar Gewalt angedroht wird. Ich halte nicht nur das Verhalten der türkischen Behörden, sondern auch das Verhalten des Innensenators für skandalös. Es drängt sich der Verdacht auf, daß "weil Polizei und Behörden unfähig sind, mit einer Reihe von wildgewordenen türkisch-libanesischen Familien aus Neukölln und Rudow, der sogenannte "Türsteher-Mafia", fertigzuwerden" an dieser jungen Frau ein Exempel statuiert werden soll. Schicken wir einen Sündenbock, der angepaßt ist und sich nicht wehren kann, in die Türkei zurück, um die öffentliche Meinung zu beruhigen.

Jörg Kantel - selbst seit seit 35 Jahren Mitglied der SPD - kündigt an, ein Parteiausschlußverfahren gegen Herrn Körting zu beantragen und für den Fall, dass Nasima El-Zein nicht bis Ende Mai 2007 wieder in Berlin ist, sein Parteibuch öffentlich zu verbrennen.

Seinem Aufruf, die Nachricht zu verbreiten und damit den Druck auf den Berliner Senat zu erhöhen komme ich gern nach.

Update 23.05.2007

Die Parteibuchverbrennung wird voraussichtlich ausfallen. Der Schockwellenreiter berichtet am 22.05.2007 dass Nasima El-Zein wieder nach Deutschland einreisen darf.

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