7 Fragen zu Konsum und Umwelt
Beitrag zur BlogparadeDer Konsumblog veranstaltet eine Blogparade und stellt 7 Fragen zu Konsum und Umwelt.
Hier meine Antworten:
1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?
Nestlé - aus alter Gewohnheit. Bei Milchprodukten und Schokolade haben wir zwischenzeitig in der Greenpeace-Gentechnik-Broschüre auch Produkte entdeckt, die wie bisher gekauft haben. Seither kaufen wir die nicht mehr.
Seit 2 Jahren kaufen wir nur noch fair gehandelten Kaffee und Honig.
2. Hat es in den letzten 3 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?
Seit Anfang 2007 befasse ich mich näher mit dem Thema Gentechnik. Seither achte ich bei Lebensmitteln darauf, dass bei tierischen Produkten die Tiere nicht mit gentechnisch verändertem Futter ernährt wurden. Dabei zeigt sich aber bereits, wie schwierig das ist, weil transgene Bestandteile im Futter ja nicht deklariert werden müssen. Das neue "Ohne Gentechnik-Siegel" halte ich übrigens für unzureichend. Ich denke nicht, das sich das wirklich durchsetzen wird.
Nachdem ich von dem "Geschäft" zwischen dem gemeinnützigen Unternehmen Loofah-Art in Paraquay, und dem Konzern Lidl gelesen habe, habe ich beschlossen, nicht mehr bei Lidl zu kaufen. Früher haben wir hin und wieder dort eingekauft. Der derzeitige Skandal um die Bespitzelung von MitabeiterInnen bestätigt mich darin, sowie auch der gerade vorgestellte Oxfambericht "Endstation Ladentheke".
Seit einem Jahr haben wir von einem nahe gelegenen Bio-Bauernhof eine Bio-Kiste abonniert. Das führt dazu, dass bei uns jetzt mehr Biogemüse auf den Tisch kommt.
3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?
Das rapide Abschmelzen der Antarktischen Eisschelfe hat mich sehr schockiert, ebenso ie weltweite Nahrungsmittelverteuerung als Folge unseres Energieverbrauches (Biosprit, Tortillakrise, derzeitige Lebensmittelkrise).
Als sehr problematisch habe ich das Inkrafttreten der EU-Bioverordnung im vergangen Jahr angesehen, in der eine Kontaminierung von Bioprodukten mit 0,9 % transgener Organismen toleriert wird.
4. Welche konkreten Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?
Besonders beunruhigen mich Überlegungen im Bereich Geo-Engeneering. Hier wird deutlich, welche maßlose Selbstüberschätzung einige Wissenschaftler heute antreibt und wie wenig Verantwortung für die Schöpfung verbreitet ist.
Beunruhigend finde ich auch die Verbreitung der Gentechnik und den Machenschaften der Biotechnikunternehmen, allen voran Monsanto.
Erschreckend fand ich Berichte über Urwald-Rodungen und die Vertreibung einheimischer Bewohner aus Urwaldregionen in Südamerika für die Produktion von Palmöl.
Überhaupt beunruhigt mich die verbreitete Denkweise, wir könnten eine ökologisch intakte Welt schaffen bzw. erhalten, ohne an das Kernthema des Konsumverhaltens zu gehen.
Ich glaube, alle Ansätze, unsere ökologische Probleme in den Griff zu bekommen, bzw. alternative Energien zu erzeugen damit wir so weitermachen können, wie bisher, statt Verbrauchs- und Konsumverhalten drastisch zu ändern, werden langfristig gravierende Folgen haben.
5. Was hat sich in den letzten 3 Jahren im Sinne der Nachhaltigkeit zum Besseren gewendet?
Bis auf wenige Ausnahmen wird der Klimawandel heute als ein vom Menschen verursachtes Phänomen verstanden. Die Vertreter der "Klimaschwankungen gab es schon immer und sind ein natürliches Phänomen"-Fraktion werden kaum noch ernst genommen.
6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.
Unternehmensinteressen wird noch immer eine zu hohe Bedeutung für politisches Handeln zugestanden.
Gerade im Bereich Gentechnik ist politisches Handeln in Deutschland zu sehr von einem aussichtslosen Versuch getragen, Kompromisse zwischen der Biotechniklobby und den Verbrauchern zu finden. Hier ist ein schnelles Umdenken erforderlich.
Verbraucher sind gefordert, sehr genau darauf zu achten, was sie kaufen. Politiker sind gefordert, sich zu entscheiden, wer des Volk ist, das sie vertreten.
7. Was kritisierst Du - wenn überhaupt - an den "Neuen Ökos", an der "LOHAS-Bewegung"?
Diese Begriffe haben es noch nicht bis in meinen aktiven Wortschatz geschafft. Ich sehe auch nicht wirklich eine neue Bewegung. Allerdings sind die Kommunikationsmöglichkeiten der Bewegungen besser geworden, insbesondere durch Web 2.0.