Imperialistischer Kaffee
Warum ich nicht gern zu Starbucks gehe - aber geheIm Lummaland, dem Blog von Nico Lumma findet sich heute eine Lobrede für die Cafés der amerikanischen Kette Starbucks. "Starbucks hat das geniesserische Kaffetrinken durchoptimiert, das muß man ihnen lassen. Dennoch muss er sich ständig anhören: "Starbucks? ich lehne diese amerikanischen Ketten ab." Und dann fragt er sich: "häh? wieso?".
Eigentlich wollte ich einen Kommentar mit einem Link auf die Oxfam-Aktion zur Unterstützung der äthiopischen Handelsmarkeninitiative hinterlassen.
Die Existenz von 15 Millionen Menschen in Äthiopien, einem der 10 ärmsten Länder der Welt, hängt vom Kaffeehandel ab. Die äthiopische Regierung versucht seit 2005, sich die Markenrechte für verschiedene hochklassige Kaffee-Sorten schützen zu lassen. Dadurch wären äthiopische Kaffeebauern in der Lage, deutlich höhere Preise für ihren Kaffee zu erzielen. Starbucks hat bisher in den USA die Einträge der Markenanträge blockiert. Nachdem 90.000 Menschen den Oxfams Aufruf gefolgt sind und Starbucks aufgefordert haben, sich für die äthiopischen Kaffeebäuerinnen und -bauern einzusetzen, zeichnet sich aber inzwischen ein Einlenken von Starbucks ab.
Aber irgendwie wäre mir das doch überheblich vorgekommen. Ich gehe schließlich selbst auch immer mal wieder zu Starbucks. Und ich muß zustimmen: Der Kaffee und das Ambiente sind äußerst angenehm.
Besonderer Bonuspunkt aus meiner Sicht: Starbucks-Cafés sind rauchfrei. Und weil ich darauf Wert lege, habe ich - zumindest in der Mittagspause in Essen - kaum eine Alternative.
Ich kann vermutlich nicht alle Firmen, Handelsketten und Marken boykottieren, mit deren Geschäftspolitik ich nicht einverstanden bin.
Im Rahmen der Oxfam-Kampagne gibt es eine Foto-Petition an Starbucks. Die Bilder der Foto-Petition werden auf einer Flickr-Seite gesammelt.
Flickr wiederum gehört Yahoo. Und Yahoo trägt bekanntlich durch Mitteilungen an die chinesischen Behörden zur Verfolgung chinesischer Internet-Dissidenten bei.
Political correctness ist nicht so einfach.