22.04.2007

Imperialistischer Kaffee

Warum ich nicht gern zu Starbucks gehe - aber gehe

Im Lummaland, dem Blog von Nico Lumma findet sich heute eine Lobrede für die Cafés der amerikanischen Kette Starbucks. "Starbucks hat das geniesserische Kaffetrinken durchoptimiert, das muß man ihnen lassen. Dennoch muss er sich ständig anhören: "Starbucks? ich lehne diese amerikanischen Ketten ab." Und dann fragt er sich: "häh? wieso?".

Eigentlich wollte ich einen Kommentar mit einem Link auf die Oxfam-Aktion zur Unterstützung der äthiopischen Handelsmarkeninitiative hinterlassen.

Die Existenz von 15 Millionen Menschen in Äthiopien, einem der 10 ärmsten Länder der Welt, hängt vom Kaffeehandel ab. Die äthiopische Regierung versucht seit 2005, sich die Markenrechte für verschiedene hochklassige Kaffee-Sorten schützen zu lassen. Dadurch wären äthiopische Kaffeebauern in der Lage, deutlich höhere Preise für ihren Kaffee zu erzielen. Starbucks hat bisher in den USA die Einträge der Markenanträge blockiert. Nachdem 90.000 Menschen den Oxfams Aufruf gefolgt sind und Starbucks aufgefordert haben, sich für die äthiopischen Kaffeebäuerinnen und -bauern einzusetzen, zeichnet sich aber inzwischen ein Einlenken von Starbucks ab.

Aber irgendwie wäre mir das doch überheblich vorgekommen. Ich gehe schließlich selbst auch immer mal wieder zu Starbucks. Und ich muß zustimmen: Der Kaffee und das Ambiente sind äußerst angenehm.

Besonderer Bonuspunkt aus meiner Sicht: Starbucks-Cafés sind rauchfrei. Und weil ich darauf Wert lege, habe ich - zumindest in der Mittagspause in Essen - kaum eine Alternative.

Ich kann vermutlich nicht alle Firmen, Handelsketten und Marken boykottieren, mit deren Geschäftspolitik ich nicht einverstanden bin.

Im Rahmen der Oxfam-Kampagne gibt es eine Foto-Petition an Starbucks. Die Bilder der Foto-Petition werden auf einer Flickr-Seite gesammelt.

Flickr wiederum gehört Yahoo. Und Yahoo trägt bekanntlich durch Mitteilungen an die chinesischen Behörden zur Verfolgung chinesischer Internet-Dissidenten bei.

Political correctness ist nicht so einfach.

27.02.2007

Elektroschocks für Brieftaube

Chinesische Wissenschaftler stellen makaberes Experiment vor

"Schockierend", anders kann ich den Bericht bei Golem nicht nennen, nach dem es chinesischen Wissenschaftlern gelungen sein soll, eine Taube fernzusteuern, indem sie mit Mikroelektroden Gehirnregionen stimulierten.

Die Elektroimplantate würden dabei unterschiedliche Zellgegenden im Hirn des Vogels stimulieren, je nachdem, welche Signale die Wissenschaftler von ihrem Computer ausgesendet haben. Die Signale glichen dabei sehr den Nervenerregungen, die der Körper selbst nutzt, um Bewegungen zu kontrollieren.
Es soll das erste erfolgreiche Experiment bei einem Vogel sein, sagte Forschungsleiter Su Xuecheng. Nun möchten die Forscher das Verfahren weiterentwickeln und hoffen auf praktische Einsatzgebiete in der Zukunft. Wie die aussehen könnten, dazu machten die Chinesen jedoch keine Angaben.

Erschreckend, wie gnadenlos und blind Menschen andere Lebewesen zum Objekt ihrer Experimente degradieren. Forschung an Lebewesen - in der Erwartung, vielleicht mal eine Anwendung dafür zu finden. Kennen solche "Forscher" eigentlich ethische Grenzen?


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