17.05.2009

Gentechnik hilft nicht den Entwicklungsländern

Ein beliebtes Argument der Befürworter der grünen Gentechnik lautet, Gentechnik sei nötig um die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen. Ich habe das nie so gesehen. Ich glaube, es ist genau umgekehrt.

Gentechnikforschung ist teuer und in der Regel mit Patenten geknüpft. Über 90% des weltweit verkauften transgenen Saatgutes kommt von der Firma Monsanto, der Kritiker immer wieder das Bestreben nach Kontolle des Weltagrarmarktes vorwerfen. Gentechnikgegner wie die indische Aktivistin Vandana Shiva kritisieren, dass die Art und Weise, wie Monsanto und andere Konzerne ihre Marktmacht ausnutzen, Landwirte in Entwickungsländern in Abhängigkeiten führen, in dem sie durch Verträge und auch durch Techniken, wir die Terminatortechnik jedes Jahr aufs neue gezwungen werden, ihr Saatgut zu kaufen, statt sich - wie es Landwirte schon immer getan haben - einen Teil der Ernte als Saatgut für das Folgejahr zurücklegen. Dies führt nach Ansicht der Kritiker zu einer deutliche Verminderung der Biodiversität.

Eben fand ich mich in einen Artikel des Infodienstes Gentechnik zu diesem Thema bestätigt, der auf den kürzlich veröffentlichten Arbeitsbericht des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag verweist

Ob Gentechnik-Pflanzen wirklich dabei helfen können, die Probleme der armen Länder zu lösen, scheint weiterhin mehr als fraglich. Schon der Bericht des Weltagrarrats hat letztes Jahr klargestellt, dass die beste Lösung für das Hungerproblem eine regional angepasste, nachhaltige Landwirtschaft ist. Der gestern veröffentlichte Arbeitsbericht des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag kommt zu ähnlichen Ergebnissen: "Der Bericht belegt eindringlich, dass selbst nach zwölf Jahren großflächigen Einsatzes von transgenem Saatgut der ökonomische, ökologische und soziale Nutzen nicht zu belegen ist. Daher sollten Forschung und Entwicklung für nachhaltigere und ökologische Alternativen zur Agrogentechnik gestärkt werden", so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Denn bei einer ernsthafen Suche nach zukunftsfähigen Agrartechnologien, sollte zunächst nach vorhandenen und absehbaren Lösungsmethoden geschaut werden. "Die Entwicklung einer marktfähigen transgenen Sorte ist langwierig, aufwendig und teuer und kann daher von öffentlichen Institutionen, auf jeden Fall in kleineren Ländern, oder von kleineren Firmen nicht geleistet werden", so heißt es in dem Bericht.

Fotos vom Agendamarkt in Dorsten am 16.05.2009

Auf dem Agendamarkt in Dorsten habe ich ein paar Fotos gemacht.

Agendamarkt Dorsten 2009 Agendamarkt Dorsten 2009 Agendamarkt Dorsten 2009 Agendamarkt Dorsten 2009


Weitere Fotos finden sich in meinem Album bei Sevenload.

Als Slideshow kann man sich die Bilder hier ansehen.

Update

Die Dorstener Zeitung berichtet hier und hat auch eine Fotostrecke online gestelt

12.05.2009

Agendamarkt in Dorsten am 16.05.2009

Noch ein Hinweis mit lokalem Bezug:

Am kommenden Samstag findet in Dorsten auf dem Platz zwischen dem Alten Rathaus und der St. Agatha-Kirche der Agendamarkt statt, veranstaltet vom Agendaverein Dorsten e.V. und der Aktionsgemeinschaft Lokale Agenda in Zusammenarbeit mit der Umweltabteilung der Stadt Dorsten.

Auf dem Markt werden fair gehandelte Produkte vorgestellt und zum Probieren angeboten. Es besteht die Möglichkeit zum Kaffeeklatsch, zu Gesprächen, Informationen und vielem mehr.

Ich bin Mitgliede im Agendaverein und werde wohl da sein und sehen, wo ich mit anfassen kann. Leider kann sich die eine-Welt-Gruppe St. Antonius dieses Mal aus Recourcengründen nicht mit einem eigenen Angebot beteiligen, ich werde mich aber bemühen, die Gruppe zumindest würdig zu repräsentiern.

29.10.2008

Elektroschrott in Pakistan

Greenpeace Photo-Essay über die Verwertung von Elektroschrott

In Asien, Afrika und auch in Pakistan wird Elektroschrott unter menschen- und umweltverachtenden Bedingungen auseinander genommen. Kabel werden unter freiem Himmel verbrannt, um an Metall zu kommen. Besonders Kinder leiden unter den Auswirkungen der giftigen Chemikalien in der Luft und im Trinkwasser.

Der Fotograf Robert Knoth berichtet in einem bewegenden Photo-Essay von seinen Eindrücken in Pakistan.

via CebitBlog

13.09.2008

Lidl und der faire Handel - Die Fortsetzung

Unternehmen hat scheinbar auf Kritik reagiert

am 20.01.2008 berichtete ich hier über einen geplatzten Deal zwischen Lidl und einer gemeinnützigen Kooperative in Paraguay, die Tierspielzeuge aus Loofah (das sind diese Schwammmkürbisse auch bekannt als Luffa) mit Bio-Siegel produziert. Meine Quelle war ein Artikel der Aktuellen Rundschau, einer deutschsprachigen Zeitung in Paraguay.

Heute erhielt ich eine Mail vom Chefredakteur der Aktuellen Rundschau, Herrn Thomas Freiherr von Schilling, mit einer Presseinformation mit dem Titel "LIDL rettet still und leise ein soziales Entwicklungsprojekt in Südamerika" (auch hier veröffentlicht, auf der Homepage der Aktuellen Rundschau konnte ich sie nicht finden!)

LIDL reagiert auf unsere Pressemeldung und zeigt soziale Verantwortung

Die für die LIDL-Geschäftsleitung völlig unbekannte Loofah S.A. stand plötzlich im Mittelpunkt des Interesses. Der Geschäftsführer der LIDL-Stiftung, Herr Kortum, nahm sich persönlich der Angelegenheit an und versicherte seinerzeit Frau Brigitte Fuzellier, Geschäftsführerin der Loofah S.A., dass die LIDL-Geschäftsleitung ein derartiges Geschäftsgebaren nicht duldet und für alle getroffenen Zusagen einstehen wird. Eine Aussage, die in den darauf folgenden Monaten um einiges übertroffen werden sollte!

Auf Rückfrage bei der Geschäftsführerin der Loofah-Kooperative, Frau Fuzellier erfuhr die Aktuelle Rundschau, dass jede der seinerzeit getroffenen Zusagen von LIDL eingehalten wurde.

Mehr noch, LIDL erhöhte das ursprüngliche Auftragsvolumen der BIO-Loofahprodukte und erteilte bereits den ersten Folgeauftrag für eine Werbeaktion im November 2008.
So erzählte uns Frau Fuzellier, dass sie im Juni diesen Jahres nach Deutschland reiste, um beim Lebensmittelkonzern LIDL ihr Entwicklungsprojekt zur ländlichen Armutsbekämpfung persönlich zu präsentieren. Sie muss mit überzeugenden Agumenten aufgewartet haben, denn Herr Kortum offerierte ihr eine weitere gute Zusammenarbeit mit LIDL, auch über die deutschen Landesgrenzen hinaus. So soll die BIO-Produktlinie Loofah in den Bereichen: Wellness, Tierspielzeug und Küchenbereich erweitert werden.

Ich freue mich über die positive Entwicklung, die sicher auch als Erfolg der kritischen Berichterstattung zu werten ist, zeigt es doch mal wieder, dass Öffentlichkeit und mögliche Imagesschäden Konzerne zum Einlenken bringt können.

Aber ich würde nicht sagen, dass jetzt alles gut ist. Ein Konzern wie Lidl ist kein Wohlfahrtsunternehmen. Nach wie vor kritisieren NGOs und Gewerkschaften immer wieder den Umgang mit Mitarbeitern (wir erinnern uns noch gut an den Bespitzelungsskandal) und das Dumping-Gebaren im Lebensmittelbereich.

Ich neige zu der Ansicht, dass die Teilnahme von Lidl am Fairen Handel diesem eher schadet als nutzt. Ich sehe zwar auch den Vorteil, dass hier ein riesiges Handelsvolumen für den Fairen Handel entsteht, aber es besteht auch die Gefahr einer Abhängigkeit, wenn Lidl einen so erheblichen Anteil hält. Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, dass Transfair den Verlust dieses Lizenznehmers so einfach wegstecken könnte.

Was meint Ihr?

27.08.2008

Blogosfair II

Heute ist Mitgliederversammlung der Lokalen Agenda 21 in Dorsten. Ich habe vor fast einem Jahr hier mal einen Beitrag zur Kommunikation in der Lokalen Eine-Welt-Arbeit geschrieben. Die Zeit läuft aber manchmal anders. Heute steht das Thema noch mal auf der Tagesordnung.

Da in meinem Blog Einträge aus dem Archiv nicht kommentiert werden können, mache ich hier mal einen neuen Beitrag auf, falls doch noch jemand einen Kommentar abgeben will.

Die klassische Arbeitsform gesellschaftspolitischer Gruppen, z.B. in der Eine-Welt-Arbeit besteht darin, sich regelmäßig zu treffen und gelegentlich Aktivitäten durchzuführen. Wenn es gut läuft, berichtet noch die Presse über diese Aktivitäten. Mit dieser Arbeitsform erreichen wir aber nur einen kleinen Ausschnitt derer, die möglicherweise Interesse an unseren Themen haben. ....

26.06.2008

eBay plant Marktplatz für fair gehandelte Güter

Das habe ich schon vor längerer Zeit bei Heise gefunden, und jetzt bin ich wieder darauf gestoßen

Das Auktionshaus eBay reagiert auf die erhöhte Nachfrage für fair gehandelte Güter und plant, dafür einen eigenen Marktplatz zu schaffen. Fairer Handel soll vor allem die Lebensbedingungen von Handwerkern und Kleinbauern in Entwicklungs- und Schwellenländern verbessern, indem den Produzenten faire Preise gezahlt werden, die im Allgemeinen mehr oder weniger deutlich über den Weltmarktpreisen der Produkte liegen.

Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich das finden soll. Ist das mehr, als ein partizipieren am Markterfolg des fairen Handels?

17.06.2008

Socialcamp in Berlin

Am Wochenende war ich beim Socialcamp in Berlin und ich muss sagen, es hat mich ziemlich begeistert.

Socialcamp Ich habe ja schon darüber berichtet Beim Socialcamp handelte es sich um eine Veranstaltung im Stil eines BarCamps. Zur Erklärung: bei einem BarCamp gibt es keine feste Tagesordnung oder Rednerliste, sondern das Programm wird von den Beteiligten spontan nach den anliegenden Bedürfnissen festgelegt. Jeder und jede kann somit zum Referenten oder zum Teilnehmer werden. Einige Session sind vorbereitet, andere ergeben sich ganz spontan während des BarCamps.

Für mich war es das erste Mal, dass ich an einem BarCamp teilgenommen habe. Ich hatte von BarCamps und von OpenSpace gehört und kenne auch andere selbstbestimmte Methoden von Gruppeninteraktion. Aber es war dann doch eine ganz besondere Form, die ich in dieser Art noch nicht erlebt hatte.

Ich habe selten bei Veranstaltungen eine so kreative und freundliche Arbeitsatmosphäre erlebt. Dafür ist sicher auch die hervorragende Location im SelfHub in Kreuzberg verantwortlich, die sich für so ein Barcamp ganz besonders eignet. Und auch das Team, das das Camp vorbereitet hat, hat ganze Arbeit geleistet.

Und nicht zuletzt haben die Menschen, die teilgenommen haben, sich sehr kreativ eingebracht.

Inhaltlich ging es um die Frage der Nutzung von Web2.0 durch NGOs. Vertreter dieser Organisationen wie auch Internetaktivisten, Macher von Social Communities und Geeeks saßen zwei Tagen zusammen und tauschten sich darüber aus, wie das Internet und vor allem die neuen Möglichkeiten für die oft nicht so webaffinen NGOs zu nutzen seien.

Wie ich gelernt habe, spielen die folgenden Aspekte dabei eine wichtige Rolle:

  • NGOs stehen, je größer sie sind, häufig in Konkurrenz zueinander, vor allem, wenn es um Adressen und Spender geht. Das kann hinderlich bei der Zusammenarbeit sein.
  • Versuche von NGOs, eigene Communities im Rahmen ihres Internetauftrittes zu schaffen, sind selten erfolgreich. Die Zahl der InteressentInnen bleibt gering. NGOs tun sich grundsätzlich schwer damit, User-Generated Content ungefiltert zuzulassen, was aber ein wesentliches Erfolgskriterium für funktionierende Web2.0-Angebote ist.
  • Die Landschaft der Social-Communities wird größer. Auch hier entsteht Konkurrenz.
  • NGOs, die die Schwarmeffekte der Communities nutzen wollen, müssen entweder auf vielen Plattformen aktiv sein, oder eine Auswahl treffen. In jedem Fall ist eine solche Aktivität mit hohem Aufwand verbunden, der häufig nicht zu leisten ist.
  • Es sind dringend Schnittstellen erforderlich, die es ermöglichen, über mehrere Netzwerke hinweg aktiv zu sein. Der heutige Zustand, auf jeder Plattform mit eigenem Profil angemeldet sein zu müssen, und in diesen jeweils eigene (und teilweise die gleichen) Beziehungsstrukturen (Freunde) aufbauen zu müssen, ist wenig effektiv. Spannende Entwicklungen in diesem Zusammenhang sind der Globale Partizipations Feed von OneAim.org und auch die plattformübergreifende API OpenSocial
  • Sozial Communities und NGOs haben jeweils andere Schwerpunkte. NGOs haben eine oft umfangreiches Wissen, der Schwerpunkt von Social Communities liegt eher im Bereich Kommunikation und Vernetzung.

Web 2.0 ist in der Entwicklung. Versuche, das Web 2.0 für die Arbeit von NGOs zu nutzen, sind in oft noch Experimente. Das liegt in der Natur des sich entwickelnden Netzes.

Ich denke, niemand kennt Lösungen, die auf alle anstehenden Fragen passen. Aber die Veranstaltung war ein Ansatz, der in die richtige Richtung weist. Sie war ein Anfang, und so wurden auch bereits Nachtreffen geplant. Auch über ein Socialcamp 2009 wurde schon geredet.

Mir hat es viele nette und interessante Kontakte vermittelt und vielleicht lässt sich ja auch hier im Ruhrgebiet ein Prozess initiieren, der die Anfänge auf dem Socialcamp fortsetzt. (Endlich habe ich mal kapiert wtf immer alle so toll am Geotagging finden, hier wäre es nämlich wirklich mal nützlich)

Weitere Berichte zum SocialCamp finden sich hier

17.04.2008

socialcamp Berlin

Neue Kommunikationsstrategien für NGOs

Das Thema internetbasierte Kommunikationsstrategien für gesellschaftspolitische Gruppen interessiert mich schon lange, auch wenn ich gerade nicht den langen Atem habe, meine Ideen in die Realität umzusetzen.

Da die Arbeit vieler Gruppen zur Zeit stagniert, ist es um so wichtiger, die Arbeit vor Ort optimal zu vernetzen. Die traditionellen Arbeitsform dieser Gruppen, meist ausschließlich regelmäßige Treffen, erreicht nur einen Teil möglicher InteressentInnen.

Ich bin sicher, dass das Internet auch für kleine Eine Welt-Gruppen, Umweltgruppen, und Gruppierungen aus dem Spektrum der lokalen Agenda große Chancen bietet, vielfach tun sich diese Gruppen aber auch sehr schwer mit dem Web.

Mit dem Thema "Neue Kommunikationsstrategie für NGOs" befasst sich vom 14. bis 15 Juni 2008 in Berlin das erste Socialcamp in Deutschland.

Die zweite Welle des Internetbooms verändert die Einflussmöglichkeiten des Internets. Mit dem Wandel im Kommunikationsverhalten ändert sich auch das Informations- und Konsumverhalten. Täglich starten neue, innovative Angebote, die um das knappe Gut der öffentlichen Aufmerksamkeit buhlen. Dies stellt die bisherige Kommunikationsstrategie von NGO in Frage.

Deshalb steht im SocialCamp neben der Vernetzung von Online-ExpertInnen und VertreterInnen gemeinnütziger Organisationen der Austausch im Mittelpunkt: Welche Entwicklungen im Internet sind für die Arbeit von NGO von Interesse? Wie können NGO erfolgreich im Internet agieren? Welche Veränderungen bringt das Internet für die strategische Ausrichtung von NGO mit sich?

Die Idee für das SocialCamp entstand in der Bloggercommunity. Hier finden bereits seit einigen Jahren Internetkonferenzen unter dem Namen Barcamp statt. Als Teil einer globalen Veranstaltungsreihe steht hier der Gedanke des freien Wissensaustauschs über technische Innovationen des Web 2.0 und der allgemeinen Netzwerkbildung im Vordergrund. Das Barcamp ist ein Element der OpenSource-Bewegung im realen Raum. Die enge Verbindung zu Barcamp wird nicht nur im Namen, sondern auch im Veranstaltungsformat deutlich. Jeder Teilnehmer entscheidet frei über die Inhalte des Workshops und kann als Referent tätig sein. http://www.socialcamp.mixxt.de/networks/wiki/index.Das_SocialCamp

Tolle Idee. Für mich genau das richtige Thema zur richtigen Zeit. Ich habe mich schon angemeldet (schon wieder nach Berlin).

15.04.2008

»Endstation Ladentheke« - Neuer Oxfam-Bericht

Die krumme Tour der Supermärkte

"Marktkonzentration führt zu Arbeitsrechtsverletzungen in Entwicklungsländern", das ist das Fazit des gestern vorgstellten neuen Berichtes von Oxfam

Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Metro sind mit verantwortlich dafür, dass Tausende von Arbeiter/innen in Entwicklungsländern zu Hungerlöhnen und unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen. Die genannten fünf größten deutschen Supermarktketten bedienen 70 Prozent des Marktes und nutzen diese Macht schamlos aus. Am Beispiel des Bananen- und Ananasmarktes belegt die neue Oxfam-Studie "Endstation Ladentheke" die katastrophalen Arbeitsbedingungen der Arbeiter/innen in Costa Rica und Ecuador. Oxfam Deutschland fordert die Supermarktkonzerne auf, ihre Einkaufspolitik drastisch zu ändern. Ferner ruft Oxfam das Bundeskartellamt zur umfassenden Prüfung der Einkaufsmacht der Supermarktketten auf.

09.04.2008

Mit der Baumwolle blüht die Hoffnung

Der Standard brachte letze Woche eine Reportage über Baumwollanbau und fairen Handel

Baumwolle ist ein hartes Geschäft. In Senegal versuchen sich Land­wirte mit der sensiblen Pflanze ein besseres Leben aufzubauen. Ihr Rezept ist fairer Handel - Reportage

10.02.2008

Biosprit heizt Klimawandel an

Die Bilanz für Biosprit ist mies, wie gleich drei aktuelle Studien zeigen

Ein Bericht im Stern zeigt erneut auf, was von Biosprit zu halten ist:

Durch den Biotreibstoff landen mehr Treibhausgase in der Atmosphäre. Und die Nahrungsmittelpreise steigen.
Die Produktion von Biosprit könnte den Klimawandel in vielen Fällen drastisch beschleunigen. Denn in der Endbilanz entstehen durch Produktion und Nutzung des Kraftstoffs aus Mais, Raps oder Palmöl mehr Treibhausgase als durch das Fördern und Verbrennen fossiler Brennstoffe.

23.01.2008

Biosprit-Pläne der EU gefährden Ökosysteme und Lebensgrundlagen in Entwicklungsländern

Oxfam Deutschland und weitere NGOs fordern in einem Brief (PDF) Nachbesserungen bei den Biospritplänen der EU.

Am 23. Januar 2008 wird die Europäische Kommission ein umfassendes Paket klima- und energiepolitischer Maßnahmen vorschlagen. Darunter finden sich auch Vorschläge zur Erzeugung und Verwendung von Biosprit. Oxfam und zahlreiche weitere Umwelt- und Entwicklungsorganisationen kritisieren nun in einem Brief an die Europäische Kommission, dass der vorliegende, noch inoffizielle Gesetzentwurf die oftmals zerstörerischen Praktiken gegenwärtiger Biosprit-Produktion vor allem in den Entwicklungsländern nicht verhindern wird. Menschenrechtsverletzungen, Vertreibungen von Kleinbauern und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen nebst erheblichen ökologischen Problemen werden die Folge sein. Oxfam und die weiteren NRO fordern erhebliche Nachbesserungen des Gesetzentwurfs.

20.01.2008

Lidl und der faire Handel

Ein Deal mit Lidl bringt ein nationales Entwicklungsprojekt in Paraquay an die Existenzgrenze

Ende Dezember berichtet die Aktuelle Rundschau, eine deutschsprachige Zeitung aus Paraquay, über ein geplatztes Geschäft zwischen dem gemeinnützigen Unternehmen Loofah-Art in Paraquay, und dem Konzern Lidl. Es geht um einen Auftrag für 240.000 Tierspielzeuge mit Bio-Siegel und um ein Auftragsvolumen von 194.400 Euro. Offenbar hat sich die Geschäftsführerin des Unternehmens mit einem mündlichen Auftrag zunächst zufrieden gegeben, die schriftliche Auftragserteilung rückte dann schnell aufgrund anderer Verhandlungen in den Hintergrund - ein großes Geschäft für das kleine Unternehmen mit 144 Mitarbeitern. Die Produktion lief an.

Wenige Monate später will man bei Lidl von diesem Auftrag aber nichts mehr wissen.

Nachdem Herr Michael C. (von Lidl, W.) nicht erreichbar war, führt Frau Fuzellier (Geschäftsführerin Loofah, W.) mit dem Einkaufsleiter der LIDL-Importabteilung Herrn B. ein Telefongespräch, in dem er ihr erklärt, dass LIDL dieselben Loofah-Produkte in China viel billiger bekommt. Daraufhin erwidert Frau Fuzellier: „Unsere Loofah-Produkte sind ja ganz anders, wir haben ein anderes Design, mit Bio-Zertifikat." Herr B. antwortet: „Nein, es sind genau dieselben, und solche Zertifikate kauft man einfach." Als Frau Fuzellier die für sie brennende Frage stellt, was nun mit den 240.000 Tierspielzeugen wird, antwortet Herr B.: „Machen Sie mir einen besseren Preis, und alles weitere klären Sie bitte über unseren Importeur." Nach diesem Gespräch ist keiner der Ansprechpartner mehr für Frau Fuzellier erreichbar.

Eine solche Situation bringt das kleine Unternehmen an die Grenze seiner Existenz.

Vielleicht war ja alles ein Missverständniss. Vielleicht gehört Lidl ja zu den Guten und die Geschäftsführerin der gemeinnützigen Loofah-Art AG hat sich einfach geirrt. Bedauerlich, aber so läuft das Geschäft. Vermutlich wird man das bei Lidl so sehen. Glauben mag ich es nicht.

"Lidl unterstützt den fairen Handel mit Entwicklungsländern", so lautet die Schlagzeile auf der Internetseite http://www.lidl-fairglobe.de/. Das Beispiel macht deutlich, wohin es führt, wenn sich Großkonzerne wie Lidl auf den Markt des fairen Handels begeben. Für solche Konzerne zählt der Profit. Für soziale Verantwortung ist da wohl kein Platz.

Was ist denn eigentlich von der oben zitierten Aussage zu halten, man könne Bio-Zertifikate einfach so kaufen? Ist das vorstellbar? Nein! Nicht Lidl ...! Da könnte man ja auf die Idee kommen, dass auch die TransFair-Siegel für die FairGlobe-Produkte ... Nein! Bestimmt nicht!

Noch ein Lesetip, passend zum Thema Lidl: Die TAZ vom 28.12.2007 "Fairer Handel bei Lidl - das geht nicht"

Update 15.08.2008

Zur Fortsetzung s. http://www.mbauweb.de/blog/story/00408

01.12.2007

Warum leiden Bauern, die Nahrung anbauen, Hunger?

Ein Gespräch mit der Gentechnikgegnerin und Trägerin des alternativen Nobelpreises Vandana Shiva

Biotechnologie ist keine »Wunderwaffe« gegen Unterernährung, sondern dient dem Profit der Konzerne. Das ist das Fazit eines Interviews mit der Quantenphysikerin, Umweltschützerin, Feministin und Bürgerrechtlerin Vandana Shiva, das die Junge Welt am 27.11.2007 veröffentlicht. via Genfood

Europaweiter Aktionstag für Menschenrechte bei Discountern

Ein Bündnis aus gewerkschaftlichen und kirchlichen Gruppen sowie Entwicklungsorganisationen ruft am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, zu Aktionen gegen die Menschenrechtsverletzungen der Discounter auf.

WEED weist auf eine gemeinsame Aktion mit ver.di, Oxfam und dem INKOTA Netzwerk e.V. hin.

Discounter und Billig-Ketten überziehen in Europa immer mehr Länder mit einem dichten Filialnetz und zerstören traditionelle Einzelhandelsstrukturen und Arbeitsplätze. Die Arbeitsbedingungen der Be-schäftigten verschlechtern sich zunehmend. Prekäre Niedriglohn- und Minijobs verdrängen Normalarbeitsverhältnisse. "Arm trotz Arbeit" wird in Europa zur Normalität. Insbesondere Frauen, Migranten und Menschen in strukturschwachen Gebieten, die überwiegend unter prekären Bedingungen bei Lidl, Aldi, Schlecker, KiK, Norma, Netto und anderen Billig-Ketten arbeiten, sind betroffen. Extremer Leistungs-druck und Überwachung sind an der Tagesordnung. Grundrechte von Beschäftigten werden unterdrückt und die Wahl von Arbeitnehmervertreter/innen verhindert.

Der ruinöse Wettbewerb im Handel in allen Ländern Europas hat weitreichende Folgen für Beschäftigte, Kunden und die gesamte Gesellschaft.
(...)
Grundrechte von Beschäftigten werden jedoch nicht nur im europäischen Handel mißachtet, sondern auch bei den Zulieferern der Discounter, insbesondere in den Entwicklungsländern. Mit der Konzentrati-on im Einzelhandel steigt die Verhandlungsmacht der Discounter. So können diese ihren Zulieferern die Produktions-, Preis- und Lieferbedingungen diktieren. Durch die rigorose Preispolitik der Discounter geraten Löhne und Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern in den Entwicklungsländern immer mehr unter Druck.

Da ist es schon grotesk, dass Lidl gleichzeitig Produkte aus fairen Handel anbietet und einen nicht unerheblichen Marktanteil in diesem Bereich hält.

25.11.2007

Arsen vergiftet Millionen

Die größte Massenvergiftung in der Geschichte der Menschheit findet in Bangladesh statt

Seit kurzem habe ich wie berichtet ein Profil im sozialen Netzwerk Kaioo (das ist sowas wie SchuelerVZ oder StudiVZ für Große). In diesem Netz bin ich auf eine Gruppe gestoßen, die sich mit der Vergiftung eines großen Teiles der bengalischen Bevölkerung durch Arsens im Trinkwasser. Da Kaioo seinen Gewinne an soziale Organisationen spenden wird, erhoffen sich die Beteiligten Hilfe für ein Projekt der Deutsch-Bengalische Gesellschaft Augsburg e.V.

Seit 1971 wurden in Bangladesh mit Hilfe von Entwicklungsorganisationen und mit Unterstützung von Unicef 10 Millionen Rohrbrunnen für die Trinkwasserversorgung und die Bewässerung in der Landwirtschaft gebohrt. 97% der Bevölkerung haben Zugang zu solchen Brunnen.

Als Anfang der 80er Jahre zunehmend Hauterkrankungen auftraten, wurde festgestellt, dass es sich um schwere Arsenvergiftungen handelt. Das Wasser, das aus flachen Grundwasserleitern gefördert wird, ist in Bangladesh häufig mit natürlich vorkommendem Arsen versetzt. Heute ist bekannt, dass ein hoher Anteil der Brunnen mehr als 50 Mikrogramm Arsen pro Liter Wasser enthalten, davon 5-10% mehr als das sechsfache. Eine Lösung besteht in der Nutzung von Regenwasser, das aber nicht ganzjährig zur Verfügung steht und in der Nutzung von Filtern, sog. Drei-Tonkrug-Filtersystemen. Die Finanzierung solcher Filtersysteme ist eines der wichtigsten Ziele dieser Organisation.

In der Kaioo-Gruppe fand ich folgende Information:

Seit Juni dieses Jahres arbeiten wir an einer Lösung der Arsen-Problematik in Bangladesh. Dass Bangladesh zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, ist nichts Neues, auch nicht die Tatsache, dass es nahezu jährlich von massiven Überschwemmungen heimgesucht wird. Die ländliche Bevölkerung hat sich darauf eingestellt, und die Fruchtbarkeit des massiv überbesiedelten Landes ist von diesen Überschwemmungen abhängig. In den letzten Tagen wurde Bangladesh wieder von einem schweren Wirbelsturm heimgesucht, der weite Teile der Bevölkerung betroffen hat. Bei der Überschwemmung im letzten Jahr waren etwa 50 Millionen Menschen betroffen, die deutsche Bundesregierung hat eine Hilfszahlung von 500.000 Euro geleistet, (das ist 1 Cent pro Opfer). Das gravierendste Problem, das Bangladesh hat, ist das extrem arsenhaltige Grundwasser. Der Arsengehalt erreicht teilweise 600 mg / m3, WHO und BRD setzen einen Grenzwert von 10 mg / m3. Der Arsengehalt ist natürlichen Ursprungs, also nicht selbst verursacht. Von den 81 Millionen Handbrunnen, die die ländliche Bevölkerung mit Trinkwasser versorgen, sind ca. 60% massiv mit Arsen verseucht. Durch das verseuchte Trinkwasser wird die gesamte Bevölkerung langsam aber sicher vergiftet. Es kommt zu einem massiven Befall mit Hautkrebs (wurde anfangs für Lepra gehalten) und anderen Krebserkrankungen. Ab einem gewissen Stadium ist der Prozess nicht mehr umkehrbar. Wir haben ein Konzept entwickelt, das uns ermöglicht, mit relativ kostengünstigen Filtern dieses Problem flächendeckend zu lösen, wir benötigen aber für den Beginn des Projektes mindestens 100.000 Euro. Dieses Geld kann nur über Spenden beschafft werden. Ist das Projekt einmal angelaufen, können auch Gelder der WHO und Darlehen der Weltbank mit einbezogen werden.

Wer das Projekt unterstützen möchte kann sich bei Kaioo anmelden und der Gruppe "Arsen vergiftet Millionen" beitreten oder sich über die Seite http://www.deutsch-bengalische.org/ informieren.

Weitere Informationen

Telepolis hat auf dieses Problem Ende 2004 in einem Artikel aufmerksam gemacht. Ansonsten liefert eine Google-Suche eine Menge zusätzlicher Informationen und wenn es nicht immer nur Google sein soll: man wird auch bei Ask.com fündig.

11.11.2007

Biosprit - Oxfam-Hintergrundpapier

EU-Pläne für Biosprit drohen Armut in Entwicklungsländern weiter zu verschärfen - und dem Klima ist auch nicht geholfen

Oxfam hat ein Hintergrundpapier über die Auswirkungen von Biosprit auf die Armut in Entwicklungsländern vorgelegt. Das Papier liegt zur Zeit nur in einer englischen Fassung (PDF) vor, eine deutsche Zusammenfassung soll bald erscheinen. In der Ankündigung von Oxfam Deutschland heisst es:

Die EU hat sich vorgenommen, bis 2020 den Anteil von Biokraftstoffen von derzeit einem Prozent mindestens zehn Prozent zu steigern. Möglich wäre dies jedoch nur über Importe von Biokraftstoffen z.B. Biodiesel aus indonesischem Palmöl oder Benzinersatz aus brasilianischem Rohrzucker. Schon jetzt wird im Interesse großer multinationaler Konzerne die Produktion rasant ausgeweitet - mit verheerenden Folgen für Umwelt und Armutsbekämpfung in den Entwicklungsländern.

Es trifft vor allem die armen Menschen in Ländern wie Indonesien, Kolumbien, Brasilien, Tansania oder Malaysia. Menschen verlieren ihr Land und ihre Lebensgrundlagen, werden auf Plantagen ausgebeutet. Die UN schätzt, dass weltweit etwa 60 Millionen Menschen vertrieben werden, sollten sich die gegenwärtigen Trends fortsetzen. Viele von ihnen enden in den großen Slums der Mega-Städte, und die, die bleiben können, sehen sich gezwungen, unter menschenunwürdigen Bedingungen auf den Plantagen zu arbeiten - im Akkord und für einen Hungerlohn.

18.10.2007

Weltrekord geschafft

38.164.739 Menschen sind am 17. Oktober gegen Armut aufgestanden

Wie berichtet fand am 17.10. ein weltweiter Aktionstag gegen Armut statt. Die Aktionen brachten einen neuen Weltrekord, der ins Guinnes-Buch der Rekorde eigetragen wird.

8.164.739 Menschen in rund 100 Ländern sind zum Welttag der Armutsbekämpfung am 17. Oktober gegen Armut aufgestanden. Die Rekordzahl von 23 Millionen aus dem Vorjahr wurde also deutlich überboten. Damit ist ein neuer Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde gelungen.

Viel wichtiger als das Buch der Rekorde ist aber die internationale Aufmerksamkeit, die diese Aktion mit sich bringen wird.

17.10.2007

Heute: Weltweiter Aktionstag gegen Armut!

STAND UP, SPEAK OUT

Stelle dich gegen Armut

Nur noch mal zur Erinnerung

10.10.2007

STAND UP, SPEAK OUT

Weltweiter Aktionstag gegen Armut am 17.Oktober 2007

Stelle dich gegen Armut

Die UN-Milleniumskampagne und die Aktion "Global Call to Action against Poverty", in Deutschland "Deine Stimme gegen die Armut", rufen zum symbolischen Stand-Up auf.

Zum Welttag der Armutsbekämpfung am 17. Oktober werden Millionen von Menschen in allen Erdteilen symbolisch gegen Armut aufstehen und von ihren Regierungen die Umsetzung der UN-Millenniumsziele einfordern

Im vergangen Jahr haben 23,5 Millionen Menschen mitgemacht. Damit kam die Aktion ins Guinness Buch der Rekorde. In diesem Jahr hoffen die Veranstalter, die Teilnehmerzahl noch überbieten zu können.

Näheres zu der Aktion findet sich unter http://www.stell-dich-gegen-armut.de (Nicht erschrecken! Flash und Sound!).

Wer mitmachen möchte, kann sich an einer Aktion beteiligen oder selbst einen Stand-Up organisieren. Wie das funktioniert, beschreibt die Mitmach-Seite der Stand-Up-Aktion

Die Teilnahme über das Internet oder per SMS ist ebenfalls möglich

Und gerade habe ich noch diese Information gefunden:

Oxfam beteiligt sich mit dem "Poverty Requiem" ("Lied gegen Armut"), vorgetragen vom Chor der Schostakowitsch Musikschule Berlin-Lichtenberg am zentralen STAND UP am 17. Oktober ab 11:00h im Berliner Sony Center am Potsdamer Platz. Für mich ist Berlin leider zu weit, aber vielleicht liest das ja jemand, der hingehen kann.

07.10.2007

Blogosfair

Ein Blog für die lokale Eine-Welt-Arbeit

Dieser Text wurde an Interessierte der Lokalen Agenda 21 in Dorsten verschickt. Um eine Möglichkeit zur Diskussion zu schaffen, veröffentliche ich ihn auch an dieser Stelle.

Die klassische Arbeitsform gesellschaftspolitischer Gruppen, z.B. in der Eine-Welt-Arbeit besteht darin, sich regelmäßig zu treffen und gelegentlich Aktivitäten durchzuführen. Wenn es gut läuft, berichtet noch die Presse über diese Aktivitäten. Mit dieser Arbeitsform erreichen wir aber nur einen kleinen Ausschnitt derer, die möglicherweise Interesse an unseren Themen haben.

Eine große Zahl interessierter Personen erreichen wir nicht, z.B.:

  • Personen, die zu den festen Gruppenterminen einfach keine Zeit haben oder Familienväter/mütter deren Partner keine Zeit hat ...
  • Menschen, die nicht gern regelmäßig zu ein und demselben Treffen gehen
  • Leute, die sich nur für einen Ausschnitt des Themenspektrums interessieren oder nur an bestimmten Projekten mitarbeiten würden
  • Menschen, die nicht hier leben, sich aber mit der Stadt, Gemeinde, Gruppe ... verbunden fühlen
  • Menschen, die von den Aktivitäten nicht rechtzeitig erfahren haben

Eine-Welt-Arbeit im Internet?

Jeder 2. Deutsche nutzt heute das Internet. Selbst bei der Personengruppe über 60 Jahren sind es noch über 30 Prozent, die regelmäßig Internetdienste nutzen. Wer heute 20 ist, für den ist das Internet Normalität, nicht "Neues Medium".

Das Internet bietet gegenüber der klassischen Arbeitsform den Vorteil, dass Aktivitäten asynchron ablaufen, dass also jeder zu einem selbst gewählten Zeitpunkt mitarbeiten kann.

Blog?

Seit einigen Jahren entsteht im Internet einen neue Generation von Inhalten, die oft unter dem Begriff Web 2.0 zusammengefasst werden. Zentrales Merkmal dieser Formate ist, dass die Nutzer sehr einfach die Möglichkeit haben, selbst Inhalte zu erstellen, zu kommentieren oder zu ergänzen.

Blogs sind sicher die verbreitetste Spielform des Web 2.0. Die Blogsuchmaschine Technorati verzeichnet zur Zeit weltweit 107,5 Millionen Blogs zu allen nur denkbaren Themen.

Blogs (Kurzform von Weblog, ein Logbuch im Web) sind Internetseiten, die regelmäßig um neue Beiträge ergänzt werden. Normalerweise steht der aktuellste Beitrag oben. In der Regel können Leser Kommentare zu den Einträgen hinterlassen. Zumeist gibt es einen festen Link für jeden Eintrag (Permalink), so dass verschiedene Blogbetreiber (Blogger) ihre Einträge einfach gegenseitig verlinken können. Außerdem bieten die meisten Blogs eine einfache Textversion ohne Design im sog. RSS-Format an. Menschen, die viele Blogs verfolgen, können diese so in einen speziellen Programm (sog. Feedreader) lesen, in denen neue Blogeinträge in einer übersichtliche Form angezeigt werden.

Es ist ganz einfach!

Bloggen, das verfassen von Blogeinträgen, erfordern keine besonderen Computerkenntnisse. Wer ein normales Textverarbeitungsprogramm bedienen kann, ist auch in der Lage, einen Blogeintrag zu verfassen.

Ein Blog für die lokale Eine-Welt-Arbeit

Was Inhalt eines solchen Blogs sein kann, ist aus meiner Sicht recht offen.

Ich stelle mir ein gemeinsames Blog von Mitgliedern der Eine-Welt-Gruppen und auch anderer Gruppen aus dem Themenspektrum der lokalen Agenda vor. Selbstverständlich können auch Blogger mitmachen, die keiner Gruppe angehören, etwa weil sie zu dem o.g. Personenkreis zählen.

Ein lokaler Bezug auf Dorsten (evt. auch Kreis Recklinghausen / Vest) ist aus meiner Sicht sinnvoll, aber nicht zwingend.

Ein Blog bietet den Aktiven im fairen Handel die Möglichkeit, in Dialog mit Menschen zu treten, die Fragen haben, mitmachen, kaufen oder sich informieren wollen. Aber es kann auch zur Kommunikation untereinander genutzt werden, ist Archiv und Portal für Öffentlichkeitsarbeit.

Ein Einstieg könnten z.B. Produktbeschreibungen von fair gehandelten Produkten sein, so wie ich sie in meinen Blog für das "Produkt des Monats" der Eine-Welt-Gruppe St. Antonius geschrieben habe.

Gut geeignet sind aus meiner Sicht auch Beschreibungen von Partnerschaften und Projekten in der Eine-Welt-Arbeit.

Zusätzlich könnten "Gastartikel" z.B. von Menschen in Partnerprojekten oder Links auf interessante Veröffentlichungen "gebloggt" werden, ebenso wie Veranstaltungshinweise, und Berichte über gelungenen (oder mißlungene) Veranstaltungen, Nachrichten, Meldungen und Meinungen über politische Zusammenhänge und Ereignisse ...

Ein großer Vorteil besteht darin, dass alle Einträge permanent bestehen bleiben, also auch noch nach längerer Zeit gelesen werden können. Weil jeder Eintrag eine feste Webadresse hat, kann im Rahmen von Pressearbeit sehr einfach darauf verwiesen werden.

Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Internetseiten ist, dass LeserInnen auf den Seiten Kommentare hinterlassen können und so ein unmittelbarer Kontakt und Dialog entstehen kann.

Voraussetzungen für die Umsetzung

Ein Blog ist mit geringem Aufwand einzurichten. Für die meisten Blogprogramme wird PHP-Unterstützung und eine MySQL Datenbank benötigt (notfalls geht es auch ohne Datenbank) - eine Ausstattung, die heute eigentlich jeder Webspace-Provider für wenig Geld anbietet. Die technische Umsetzung könnte ich übernehmen.

Es sollten sich mindestens zwei Personen finden, die regelmäßig die Kommentare kontrollieren und evtl Werbung sowie rechtlich bedenkliche Kommentare löschen. Ich wäre bereit, eine dieser Personen zu sein.

Weiterhin brauchen wir natürlich Blogger. Es wäre schön, wenn sich Personen fänden, die bereit sind regelmäßig (oder auch nur gelegentlich) Beiträge zu verfassen. Wer mitmachen möchte, kann eine Schreibberechtigung erhalten.

Ich denke, mit zwei oder drei Bloggern könnten wir beginnen.

Das Ganze lebt aber davon, dass so viele Interessierte, wie möglich regelmäßig die Blogseite aufrufen und sich mit Kommentaren beteiligen. Kommentare darf jeder hinterlassen, sie erfordern keine besonderen Berechtigungen.

Einladung

Diesen Text veröffentliche ich auch in meinem persönlichen Blog unter http://www.mbauweb.de/blog/story/00236

Ich lade dazu ein, meine Idee dort zu kommentieren und zu diskutieren. Schreiben Sie mir Ihre Meinung oder beteiligen Sie Sich an einer Diskussion.

Klicken Sie dazu auf den Link "Kommentare" oder rufen Sie die Seite http://www.mbauweb.de/blog/comments/00236#startcomments auf.

Wenn Sie einen Kommentar hinterlassen haben, wäre es gut, wenn Sie nach einiger Zeit noch einmal auf die Seite zurückkommen. Vielleicht bezieht sich ein anderer Kommentar ja auf Ihren Beitrag.

Produkt des Monats August, September und Oktober 2007

Kaffee Organico, Wein aus Chile und Südafrika und El-Ceibo-Kakao sind die Produkte, denen in den Monaten August, September und Oktober 2007 im Eine-Welt-Laden Shalom der Dorstener St. Antonius Gemeinde besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

So ist das mit der Aufschieberitis: für August und September habe ich die Berichte über das Produkt des Monats bis jetzt nicht veröffentlicht und der Oktober ist auch schon weit fortgeschritten.

Deshalb hier für alle drei Monate zusammen eine kurze Zusammenfassung und ein paar Verweise.

August 2007 - Kaffee Organico

verpackung Kaffee Organico Produkt des Monats August 2007 im Eine-Welt-Laden der Dorstener St-Antonius-Gemeinde ist der Cafe Organico der GEPA.

Café Organico ist ein naturmilder, sehr bekömmlicher Kaffee. Er enthält ausschliesslich hochwertige Hochland-Arabica-Bohnen, die nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus angebaut werden. Der Faire Handel sichert und verbessert die Lebensbedingungen der indianischen Kleinbauern-Genossenschaften in den südamerikanischen Bundesstaaten Chiapas und Oaxaca, die den ökologischen Kaffeeanbau traditionell betreiben. (Packung)

Er wird von den mexikanischen Handelspartnern der Gepa UCIRI (PDF) und CIRSA produziert. Die Bio-Zertifizierung erfolgt durch Naturland.

Die hohe Quailität dieses Kaffees wurde deutlich, als dieser im Mai 2006 bei einem Test der Zeitschrift Ökotest mit "Gut" abschnitt, während viele andere Kaffeesorten, darunter auch Markenprodukte mit befriedigend bis mangelhaft bewertet wurden.

Kaffee Organico gibt es auch als Misereor-Kaffee Organico, eine Kooperation zwischen Misereor und der Gepa.

Weitere Informationen

Die Gepa bietet auf ihrer Homepage eine Warenkunde über Kaffee an.
Bei TransFair gibt es ebenfalls ausführliche Produktinformationen zum Thema Kaffee.

Auch das Fair-Handels-Portal Oeko-fair.de bietet ausführliche Informationen über Kaffee.

September 2007 - Wein

Produkt des Monats September 2007 sind die Weine der der GEPA.

Im Laden haben wir Weine der chilenischen Kooperative Los Robles (Gran Roble) und des südafrikanischen Weingutes Ruitersvlei.

Folgende Weine führen wir:

Weinflasche Gran Roble Gran Roble, Cabernet Sauvignon
Rotwein Jahrgang 2004+2005. Tocken, fruchtig, mild, mit ausgewogenem Charakter.

Gran Roble, Sauvignon Blanc
Weißwein, Jahrgang 2004+2005. Trocken, mit frischem Geschmack, paßt zu Fisch- und Fleischgerichten sowie zu milden Käsesorten.

Ruitersvleit Cinsaut Cabernet Sauvignon
Rotwein Jahrgang 2004+2005. Trockener, fruchtiger Rotwein, vollmundig, mit Anklängen an reife Waldbeeren.

Ruitersvleit Chenin Blanc
Weißwein Jahrgang 2004+2005. Halbtrocken, fruchtiges Aroma, paßt zu Fisch - und Fleischgerichten.

Weitere Informationen

Leider sind die Links zu den Gepa-Handelspartnerinformationen im Moment kaputt.

Auf der Seite der Verbraucher Initiative e.V gibt es eine Produktübersicht über fair gehandelten Wein, die auch die Kooperativen Los Robles und Ruitersvlei behandelt. Auch Oeko-Fair.de hat eine umfangreiche Produktübersicht über Wein aus Fairem Handel

Oktober 2007 - Kakao

Kakao-Packung Produkt des Monats Oktober 2007 ist der El Ceibo Bio Kakao der GEPA.

Das feine Kakaopulver aus Bolivien, das besonders zum Backen geeignet ist, kommt von der bolivianischen El-Ceibo-Initiative. Die El-Ceibo-Genossenschaft ist eine der ältesten Handelspartner der Gepa und liefert ökologisch erzeugte Kakaobohnen und Kakaobutter. Der Kakao ist vom Anbauverband Naturland zertifiziert. El Ceibo sichert heute die Existenz von mehr als 5.600 Menschen.

Die Gepa bietet eine Warenkunde über Kakao und Schokolade

Eine Darstellung der El-Ceibo Genossenschaft findet sich hier

Im Zusammenhang mit Kakao sind auch die Produktinformationen über Schokolade der Verbraucher-Initiative e.V. von Interesse. Auch hier finden sich Detailinformationen über den instabilen Markt für Kakao, den fairen Kakao-Handel und die Initiative El-Ceibo.

29.09.2007

Neuer Kaffeekodex ist der falsche Weg

Fair-Handelsorganisationen kritisieren 4C-Initiative. Keine Preiszusagen an die Bauern.

Substainable Coffee - Nachhaltiger Kaffee, so lautet der Titel der Webseite, mit der der Common Code for the Coffee Community (4C), ein gemeinsamer Verhaltenskodex für die Kaffee-Wirtschaft, vorgestellt wird. Der 4C-Kodex wurde federführend durch die deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (gtz) und das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erarbeitet, gemeinsam mit Kaffeehändlern, Röstern, Produzentenvertretern, Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften, z.B. Kraft, Nestlé, Tchibo und Sara Lee, Oxfam und der Rainforest Alliance.

Ziel ist es (...) durch einen rechtlich nicht verbindlichen Verhaltenskodex die Produktionsbedingungen und die Qualität des Kaffees zu verbessern. Dafür sollen die Menschenrechte sowie geltende Umweltgesetze in der Produktion geachtet werden (Wikipedia)

Gestern berichtete die TAZ:

Mehr als 130 US-Cents kostet im Tagesschnitt derzeit ein Pfund der Kaffeesorte Arabica an den Rohstoffmärkten - der Preis klettert seit Monaten. "Wir wissen, dass es Preisschwankungen gibt", sagt Ramirez (ein Kaffepflücker aus Guatemala W.). "Aber von den Gewinnspannen sind wir Pflücker hier auf der Finca ausgenommen."
Das soll sich ändern: "Bei den Produzenten soll künftig mehr ankommen", sagt Carsten Schmitz-Hoffmann. Er ist Agrarexperte der deutschen Entwicklungsorganisation GTZ und koordiniert die neue Kaffee-Initiative "4C" - Common Code for the Coffee Community.
(...) Das Ziel: mehr Transparenz. Oft versande schlichtweg "enorm viel Geld" in der Lieferkette, sagt Schmitz-Hoffmann. Abläufe könnten optimiert werden, das reiche von Wassersparen über den gezielteren Einsatz von Pestiziden oder den besseren Transport des Kaffees. Der Weg der Kaffeekirschen und Bohnen wird künftig stärker überprüft (...)
Wenn Produzenten zu wenig Geld zum Leben haben, bleibt schon gar keins für die Pflege der Kaffeepflanzen. Das bekamen die Konzerne zu spüren. 2001 fielen die Preise in den Keller: Vietnam hatte damit begonnen, Kaffee zu produzieren, das Angebot auf dem Weltmarkt stieg. Viele Bauern, vor allem in Lateinamerika, gaben den Anbau auf. Während Pflücker wie Ramirez nicht wussten, wie sie weiterleben sollten, beklagten Kaffeeunternehmen den Qualitätsverlust. "Aus dieser Situation heraus entstand die 4-C-Inititative", sagt Schmitz-Hoffmann.

Für die fair Handelsorganisationen GEPA, dwp und EL PUENTE sowie den ökologischen Anbauverband Naturland ist die 4C-Initiative die falsche Antwort auf die Probleme der Kaffeebauern. In einer Erklärung heisst es:

Standards auf niedrigem Niveau dienen als Marketinginstrument der Kaffeewirtschaft. Die Kaffee-Industrie geht mit 4C keinerlei Verpflichtungen gegenüber den ca. 25 Millionen Kaffeeproduzenten weltweit ein. Es besteht nach Auffassung der Fair Handelsorganisationen und des Naturland-Verbandes die Gefahr der Irreführung der Verbraucher, denn für den Endverbraucher sind die Unterschiede zwischen 4C-Kaffee und fair gehandeltem Öko-Kaffee nur schwer nachzuvollziehen.
Darüber hinaus kann 4C gekennzeichneter Kaffee herkömmlichen Kaffee enthalten.

Entscheidender Kritikpunkt sind fehlende Preiszusagen an die Bauern

Angesichts der aktuellen Weltmarktsituation ist das Hauptproblem für die Bauern, dass sie für ihr Produkt keinen kalkulierbaren Preis erhalten und zum anderen der gezahlte Preis oft zu niedrig ist, um davon menschenwürdig leben zu können. Ob den Bauern in Zukunft mehr für 4C-Kaffee bezahlt wird, bleibt offen. Nur der Faire Handel bietet einen festen Mindestpreis und garantiert damit den Produzenten einen von den extremen Schwankungen des Weltmarktes unabhängigen Preis.

Daneben kritisieren die Organisationen unzureichende Umweltstandards, fehlende unangekündigte Kontrollen durch unabhängige Inspektoren und die unzureichende Berücksichtigung sozialer Standards beim 4C-Kodex.

27.09.2007

Aktionsaufruf zum internationalen StopEPA-Tag am 27. September 2007

Ungerechte EU-Freihandelsabkommen gefährden Afrikas Entwicklung

214 Organisationen aus 42 Ländern unterstützen den Aufruf der Initiative EPA-07 am 27.September, dem fünften Jahrestag des Beginns der Verhandlungen über die Economic Partnership Agreements (EPAs) zwischen der EU und den AKP-Staaten, gegen gegen die geplanten EU-AKP-Freihandelsabkommen zu protestieren.

EPAs dieser Art werden die AKP-Volkswirtschaften der vernichtenden Konkurrenz durch europäische Waren und Dienstleistungen aussetzen. Sie werden durch die Gefährdung lokaler und regionaler Industrieproduktion sowie die Zerstörung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft zu einem Anstieg sozialer Ungleichheit und zur Verschärfung der Armut führen, zum Verlust von Arbeitsplätzen und damit zur Gefährdung der Lebensgrundlage vieler Menschen. Die in den EPAs enthaltenen politischen Bedingungen werden die notwendigen demokratischen Handlungsspielräume zur Regulierung und zur Formulierung nationaler und regionaler Integrationsstrategien reduzieren und dadurch das Erreichen der nationalen Entwicklungsziele wesentlich erschweren. EPAs stehen damit in deutlichem Widerspruch zu einer nachhaltigen Entwicklung, die auf eine Reduzierung von Armut und sozialer Ungleichheit zielt.

Gefunden bei WEED

02.09.2007

Oxfam ruft zu Emailaktion gegen ungerechte Freihandelsabkommen auf

Nicht Marktöffnung für europäische Exporte, sondern Entwicklung in den AKP-Staaten - das müssen Wirtschaftspartnerschaftsabkommen leisten!

Oxfam Deutschland ruft dazu auf, den portugiesischen Premierminister und EU-Ratsvorsitzenden José Sócrates Carvalho Pinto de Sousa per Email aufzufordern, ungerechte Freihandelsabkommen zu beenden und statt dessen die entwicklungspolitischen Anliegen der armen AKP-Staaten ernst zu nehmen.

Die Zukunft von Millionen von Menschen und ihrer Umwelt ist in Gefahr. Die derzeitigen Vorschläge der EU für "Wirtschaftspartnerschaftsabkommen" (Economic Partnership Agreements, kurz EPAs) setzen Kleinbauern und andere arme Produzenten in Afrika, der Karibik und dem pazifischen Raum (AKP-Staaten) dem unfairen Wettbewerb mit Produzenten in der EU aus und bedrohen damit ihre Existenzgrundlage. Die Verhandlungen zwischen der EU und den 76 AKP-Staaten haben 2007 ihre entscheidende Phase erreicht. Darum ist es wichtig, jetzt dahingehend öffentlichen Druck auf die EU-Mitgliedsstaaten und die portugiesische Ratspräsidentschaft auszuüben, dass sie nur Handelsverträge abschließen, die zu nachhaltiger Entwicklung und der Beseitigung der Armut in den AKP-Staaten beitragen.

Auf der Internetseite von Oxfam steht deshalb eine Funktion zur Verfügung, mit der eine Mail an José Sócrates Carvalho Pinto de Sousa verschickt werden kann

01.09.2007

Dorstener Agendamarkt 2007

Der Eine-Welt-Kreis St. Antonius war gemeinsam mit vielen anderen Gruppen am Dorstener Agendamarkt beteiligt.

"Afrikanissimo - entdecke die Vielfalt!" so lautet das Motto der Fairen Woche 2007 und unter diesem Motto stand auch der diesjährige Dorstener Agendamarkt in der Innenstadt an der St. Agatha-Kirche. Dorstener Eine-Welt-Gruppen stellten fair-gehandelte Produkte vor, ließen Besucher probieren und warben mit Ständen und Aktionen für den fairen Handel. Die Trommlergruppe der Gesamtschule Wulfen sowie die Gruppe "one on one" sorgten für ein ansprechendes musikalisches Rahmenprogramm.
Trommelgruppe beim AgendamarktStand Erlassjahr.de beim Agendamarkt Gruppe One and One beim Agendamarkt Stand St. Antonius bem Agendamarkt
Unsere Eine-Welt-Gruppe St. Antonius stellte an ihrem Stand vor allem die Produkte vor, die im aktuellen Jahr bereits Produkt des Monats waren. Weitere teilnehmende Gruppen waren die Eine-Welt-Gruppe St. Agatha / St. Nikolaus, die Eine-Welt-Gruppe der Martin-Luther-Kirche, die Regenbogenwerkstatt, die Kinderhilfe Osorno, die Verbraucher-Zentrale Dorsten, der Dorstener Agenda e.V. und die Umweltabteilung der Stadt Dorsten.

Nach einigen Regenschauern während des Aufbaus spielte auch das Wetter noch recht gut mit.

Die ausgezeichneten musikalischen Darbietungen regte viele Marktbesucher an, stehen zu bleiben und zuzuhören. Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung in freundlicher Atmosphäre mit vielen Gesprächen.

Bei Sevenload habe ich ein Album mit weiteren Fotos angelegt. Eine Diashow kann man sich dort auch ansehen.

11.08.2007

Besuch bei der GEPA

Am 10.08. besuchten Mitglieder des Eine-Weltkreises St. Antonius in Dorsten die GEPA in Wuppertal.

Der Betriebsausflug der Mitarbeiter im Eine-Welt-Laden Shalom der Dorstener St.Antonius-Gemeinde begann mit einer großen Suche. Im Klartext: wir haben uns total verfahren.

Verspätet wurden wir bei der GEPA in Wuppertal sehr nett empfangen und mit fair gehandelten Produkten bewirtet. Eine Mitarbeiterin erklärte uns, wie die GEPA organisiert ist und stand für Fragen zur Verfügung.

Die GEPA wurde als "Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH" vor 35 Jahren gegründet. Das Stammkapital wurde von den Kirchen zur Verfügung gestellt. Die GEPA arbeitet z.Zt mit 168 Handelspartnern in Entwicklungsländern zusammen. Die Tendenz ist steigend.

Hauptprodukte sind Kaffee, Süßigkeiten, Tee, Honig und Wein. Lebensmittel machen einen Anteil von 84% des Umsatzes aus.

Einen guten Überblick gibt der Wikipedia-Artikel zur GEPA und natürlich die GEPA-Homepage, deshalb beschränke ich mich hier mal ein wenig mit den Ausführungen.

Nach der Einführung war noch Gelegenheit, den neuen GEPA-Film "Entdecke die Welt!" Das Portrait der GEPA - The Fair Trade Company zu schauen und natürlich einzukaufen.

Mit dem Einräumen der mitgebrachten Waren und einer abschließenden Pizza im Laden endete ein schöner Ausflug.

Also: Der Laden ist zur Zeit besonders gut bestückt. Ein Besuch und Einkauf lohnt sich auf jeden Fall.

Öffnungszeiten:
Samstag, 18.30 Uhr (nach dem Gottesdienst)
Sonntag, 11.30 bis 12.30 Uhr
Wegbeschreibung

09.08.2007

Indisches Gericht weist Patent-Klage eines Schweizer Pharma-Konzerns zurück

Entwicklungshilfeorganisationen begrüßen das Urteil gegen Novartis

In Indien werden Patente für Medikamente nicht gewährt, wenn diese nur geringfügige Verbesserungen bewirken. Deshalb ist Indien inzwischen der Hauptproduzent kostengünstiger Nachahmerprodukte, so genannter Generika, insbesondere für Krebsmedikamente und Medikamente gegen AIDS.

Mit einer Klage vor dem obersten Gericht des indischen Bundesstaates Tamil Nadu in Chennai hat der Schweizer Pharma-Konzern Novartis im vergangenen Jahr versucht, das indische Patentrecht für verfassungswidrig erklären zu lassen. Novartis hatte sich in seiner Klage auf das WTO-Abkommen über intellektuelles Eigentum, (TRIPS-Abkommen) berufen und argumentiert, dieses Abkommen garantiere auch den Patentschutz bei geringfügigen Veränderungen.

Zahlreiche NGOs werfen dem Konzern vor, Medikamente, deren Patentschutz ausgelaufen war, mit jeweils geringfügigen Änderungen neu patentieren zu lassen und so zu verhindern, dass andere Unternehmen Nachahmerprodukte herstellen. In den vergangenen Jahren riefen über eine halbe Million Menschen das Unternehmen dazu auf, diese Klage zurückzuziehen.

Das indische Gericht hat sich gestern für nicht zuständig erklärt und die Klage von Novartis zurück gewiesen.

Entwicklungshilfeorganisationen begrüßten das Urteil als Erfolg für den Zugang armer Menschen zu Medikamenten.

In einer Stellungnahme von Oxfam-Deutschland heißt es

Das Gerichtsurteil ist eine deutliche Botschaft an Novartis und die Pharmaindustrie, dass sie die Rechte der Entwicklungsländer zu respektieren haben und dass diese die Ausnahmen des Abkommens über handelsbezogene Rechte des geistigen Eigentums (TRIPS) anwenden dürfen (...) Entwicklungsländer dürfen nicht von Pharmaunternehmen dazu gezwungen werden, sich vor Gericht für die Versorgung von Menschen mit bezahlbaren Medikamenten verteidigen zu müssen.

30.07.2007

Email-Aktion: Fordern Sie jetzt einen Stop ungerechter EU-Handelsabkommen!

Eben bei WEED gefunden: http://www.weed-online.org/show/658435.html

06.07.2007

Erfolgreiches Ende der Oxfam-Starbucks Kampagne

Die äthiopische Regierung und Starbucks unterzeichnen eine Vereinbarung über äthiopischen Kaffee

Über die Starbucks-Kampagne von Oxfam habe ich ja bereits mehrfach geschrieben. Eben habe ich in der Juli-Ausgabe des Oxfam-Newsletter gelesen, dass Oxfam jetzt seine Kampagne beendet hat, weil Starbucks und die äthiopische Regierung am 20. Juni eine Vereinbarung zu Vertrieb, Marketing und Lizenzierung von äthiopischem Kaffee unterzeichnet haben.

Dies ist ein wichtiger Erfolg, vor allem für die äthiopischen Kaffeebäuerinnen und -bauern, die hierdurch einen größeren Anteil am Verkaufserlös ihrer weltbekannten Kaffeemarken Sidamo, Harar und Yirgacheffe erhalten können. Oxfam gratuliert Starbucks zu diesem richtigen Schritt und stellt seine Starbucks-Kampagne ein. Wir danken den über 96.000 Unterstützer/innen weltweit, die durch ihre Teilnahme an der Kampagne Starbucks zum Einlenken bewegt haben.

Na dann kann ich ja wieder ruhigeren Gewissens in der Mittagspause zu Starbucks gehen. Von den in Essen vorhandenen Möglichkeiten zum Kaffeetrinken ist das nämlich die angenehmste - schon weil die Cafés rauchfrei sind.

04.07.2007

EU verfehlt Millenniumsziele

Nach Ansicht der Welthungerhilfe richtet die Europäische Union ihre Entwicklungshilfe nicht an den Millenniumszielen aus

In einer Erklärung vom 26.06. stellt die Welthungerhilfe fest, dass die EU ihre Entwicklungshilfeprogramme nicht genügend an den UN-Millenniumszielen ausrichtet.

Wie der heute in Brüssel vorgestellte Bericht mit dem Titel "The EU?s contribution to the Millennium Development Goals ? Halfway to 2015: Mid-term Review" zeigt, wird das Ziel, 20 Prozent der EU-Entwicklungshilfe für die medizinische Grundversorgung und für die Grundschulbildung bereitzustellen, nicht erreicht. Der Anteil der EU-Hilfe für die Grundschulbildung sank sogar von 4 Prozent im Jahr 2000 auf nur 2,7 Prozent im Jahr 2005.
Die Untersuchung zeigt, dass nur zwei von 61 EU-Programmen für die Länder Afrikas, der Karibik und des pazifischen Raums dem Bereich Gesundheit Priorität einräumen. Bei der Bekämpfung von HIV/Aids lassen sich so gut wie keine Bemühungen feststellen, und Bildung hat nur in fünf der 61 Programme Priorität. Die EU ist weltweit der größte Geber von Entwicklungshilfe.

Nach Ansicht der EU-Expertin der Welthungerhilfe, Birgit Dederichs-Bain, geht es der EU bei Ihren Maßnahmen viel mehr um Ihrer eigenen Interessen als um tatsächliche Armutsbekämpfung. Als Beispiel wird die "Government Facility" für Entwicklungsländer genannt, ein Instrument um Entwicklungsländer für zusätzliche Finanzierung zu qualifizieren und bei dem es im Wesentlichen darum geht, afrikanische Länder "zu Maßnahmen gegen Migration, für Handelsliberalisierung und Terrorismusbekämpfung zu bewegen"

01.07.2007

Fruchtgummi von El Puente - Produkt des Monats Juli 2007 im Eine-Welt-Laden

Dem Fruchtgummi-Sortiment von El Puente wird im Juli im Eine-Welt-Laden Shalom der Dorstener St. Antonius Gemeinde besondere Aufmerksamkeit geschenkt

Fruchtgummi von El PuenteJonas Fruchtgummi von El Puente Produkt des Monats Juli 2007 im Eine-Welt-Laden der Dorstener St-Antonius-Gemeinde ist das Fruchtgummi von El Puente

El Puente produziert 10 verschiedene Sorten Fruchtgummi. Sie werden in Deutschland aus Zutaten hergestellt, die zu 51 % aus fairem Handel stammen. Alle Fruchtgummi-Sorten mit Ausnahme der Colaflaschen und der "rot-schwarz" - Sterne sind bio-zertifiziert

Bio Zucker der Manduvira-Kooperative

Für das Fruchtgummi wird Bio-Zucker der Manduvira-Kooperative in der Region Arroyos y Esteros (deutsch: Bäche und Sümpfe) in Paraguay verwendet. Die Kooperative wurde 1975 gegründet. Sie umfasst ca 1050 Mitglieder. Seit 1996 hat die Kooperative auf Bio-Anbau umgestellt.

Bei der Verarbeitung des Zuckers sind die Zuckerrohrbäuerinnen und -bauern auf einen externen Verarbeitungsbetrieb angewiesen. Sie geben das Zuckerrohr an die Mühle Censi y Pirotta, ein kleines Familienunternehmen mit 105 Angestellten.

Seit 2006 vermarkten die Mitglieder der Kooperative etwa 60% ihres Bio-Zuckers selbst und werden damit vom Verarbeiter unabhängig. Mit Hilfe des fairen Handels werden so Zuckerrohr-Bauern zu Zuckerrohr-Produzenten.

Preisgestaltung

Der EL PUENTE Einkaufspreis für Bio-Zucker der Kooperative Manduvirá aus Paraguay beträgt 0,65 US$ pro Kilo.
Der Weltmarktpreis für Zucker beträgt derzeit ca. 0,26 US$ pro Kilo. Der allgemeine Fairtrade-Preis von Transfair beläuft sich auf 0,52 US$ pro Kilo.
Der von EL PUENTE an die Kooperative gezahlte Preis liegt also 25 % über dem Transfair-Preis. (El Puente Produktinformation)

Verwendung des Fair-Handels-Anteils

50% des Fair-Handels-Anteils werden an die Zuckerrohrbauern direkt ausgezahlt und bieten ihnen die Möglichkeit, das Geld in ihre Farmen zu investieren. Die restlichen 50% werden für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Kooperative verwendet. So entstand beispielsweise ein Versammlungsgebäude mit angeschlossener Gesundheitsstation. Die Kooperative ist durch die zusätzlichen Mittel aus dem Fairen Handel in der Lage, die Gehälter eines Arztes und eines Zahnarztes zu zahlen.

Weitere Informationen

17.06.2007

Bananen gegen Gewehre

Jahrelange Finanzierung rechter Paramilitärs in Kolumbien durch das Unternehmen Chiquita Brands

Telepolis berichtet heute

Über mehrere Jahre hinweg hat der US-amerikanische Lebensmittelkonzern Chiquita Brands eine Untergruppierung des terroristischen Paramilitärverbandes "Vereinigte Selbstverteidigung Kolumbiens" (AUC) mit Millionenmitteln unterstützt. Das gaben Vertreter des Unternehmens Mitte März im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens in den USA zu. Von 1997 bis 2004 hat der Bananen-Produzent demnach 1,7 Millionen US-Dollar (1,3 Millionen Euro) an die "Bäuerliche Selbstverteidigung von Córdoba und Urabá" (ACCU) gezahlt. In den USA soll der Konzern deswegen nun 25 Millionen Dollar (18,9 Millionen Euro) Strafe zahlen. Angehörige der Opfer des paramilitärischen Terrors haben vor US-Gerichten Klage gegen das Agrarunternehmen eingereicht. So wollen sie verhindern, dass das Verfahren eingestellt wird.

09.06.2007

Das Kleinvieh und sein Mist

Was passiert, wenn die Milchkuh stirbt? Ein Telepolis-Artikel setzt sich mit der Kehrseite des Mikrokreditwesens auseinander.

Marcus Hammerschmitt setzt sich in einem Telepolis-Artikel kritisch mit Konzept der Grameen-Bank auseinander, für das Muhammad Yunus 2006 den Friedensnobelpreis erhielt.

Geht es nach dem Getöse, das seit der Verleihung des Friedensnobelpreises an Muhammad Yunus erklingt, dann kann die Heiligsprechung des Ökonomen aus Bangladesch nicht mehr fern sein. Hat er doch, so die vorherrschende Meinung, mit seinen Kleinkrediten an arme Landbewohner (vor allem Frauen) ein Wundermittel zur Bekämpfung der Armut erfunden. Allerdings mischen sich in den Jubelchor mittlerweile auch ein paar Stimmen, die die Sache nüchterner sehen.

Der Klimawandel wird gravierende Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit haben

Brot für die Welt, die Diakonie-Katastrophenhilfe und Germanwatch stellen erste Ergebnisse eines gemeinsamen Studienvorhabens vor

Unter dem Titel Klimawandel und Ernährungssicherheit stellen die Organisationen Brot für die Welt, die Diakonie-Katastrophenhilfe und Germanwatch die ersten Ergebnisse eines gemeinsamen Studienvorhabens vor.

Die Autoren sehen deutliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernährungssicherheit

Der Klimawandel wird in vielen Teilen der Welt die Niederschlagsmuster verändern. Kommt beim Regenfeldbau der Regen nur wenige Wochen zu spät, oder ist die Verteilung auf wenige Starkregenereignisse konzentriert, kann dies gravierende Auswirkungen auf die Ernteergebnisse haben. (...) Die verfügbaren Wasserressourcen werden erheblich knapper werden. Dies betrifft sowohl das Wasser für den persönlichen Bedarf wie für die Landwirtschaft. In zahlreichen Regionen werden zudem die Wetterextreme zunehmen. Starkregenereignisse, Hitzewellen, Überflutungen, Dürren, sowie die Heftigkeit von Hurrikanen, Taifunen und anderen starken Stürmen zunehmen. Der erwartete Anstieg des Meeresspiegels droht eine ganze Reihe der fruchtbarsten Ländereien weltweit in Küstenebenen und Flussdeltagebieten zu überfluten oder zu Versalzungen im Boden und im Grundwasser beizutragen.

Auch wenn wissenschaftliche Studien in ihrer Einschätzung der Folgen stark voneinander abweichen, muß von signifikanten negativen Auswirkungen ausgegangen werden, wenn der Temperaturanstieg zwischen einem und drei Grad liegt.

Bei einem Anstieg von ca. 2,5 °C werden ca. 45-55 Millionen zusätzliche Menschen von Hunger und Unterernährung betroffen sein, bei einem Anstieg oberhalb von 2,5 °C 65-75 Millionen Menschen. Jenseits eines Temperaturanstiegs von über 3 °C erwarten alle Studien einen Rückgang der Agrarproduktion dann auch in den gemäßigten Breiten. Bei 3-4 °C Temperaturanstieg erreichen die Schätzungen 80-125 Millionen Menschen, die zu- sätzlich von Hunger und Unterernährung betroffen sein werden.
(...)
Sollte der Temperaturanstieg unterhalb von 2 °C bleiben, gehen die Studien davon aus, dass bis zu 1,5 Milliarden Menschen zusätzlich von Wasserknappheit betroffen sein könnten, eine Zahl, die bis zum Ende des Jahrhunderts wieder sinken wird, da die Wasserverbrauchs- und Wasseraufbewahrungstechniken sich erheblich verbessern werden. Jenseits eines Temperaturanstiegs von über 1,5 °C werden einer Studie zufolge 600 Millionen Menschen und bei einem Anstieg von bis zu 2,5 °C möglicherweise bis zu 2,4-3,1 Milliarden Menschen von zunehmender Wasserknappheit betroffen sein.

Die Autoren machen deutlich, dass von diesen Entwicklungen besonders Menschen in den Ländern des Südens betroffen sein werden

Einer südwestdeutschen Weinbauernfamilie kann eine Anpassung an den Klimawandel durch Rebsortenwechsel und andere agrartechnische Maßnahmen möglicherweise erfolgreich gelingen. Sie hat die finanziellen Ressourcen, ist ausgebildet und hat einen Weinbauernverband, der sie qualifiziert berät. Eine Kleinbauernfamilie im bereits heute recht trockenen Norden von Ghana wird von Veränderungen im Klimagang ganz anders betroffen sein. Veränderungen im Zeitpunkt des Regenfalls machen den üblichen Regenfeldbau möglicherweise nur noch eingeschränkt möglich. Extremregenfälle oder andere Wetterrisiken gefährden die Produktion zusätzlich. Die finanziellen Möglichkeiten der in der Regel von der Frau geführten Familie mit mehreren Kindern erlauben es nicht, eine Missernte zu verkraften. Es gibt keinen Anbauverband und keine Agrarberatung, Kredite für eine Produktionsumstellung sind nicht verfügbar und würden einer Frau ohnehin nicht ausgezahlt.

Neue Konzepte zur Anpassung von Familien, Dörfern und ganzen Regionen an den Klimawandel werden besonders wichtig sein,

Die größte Herausforderung für die Anpassung an den Klimawandel wird es allerdings sein, den nötigen politischen Willen bei den Regierungen zu mobilisieren, gerade für Themen, denen sie in den letzten Jahrzehnten schon keine Aufmerksamkeit haben zukommen lassen

Pflichtlektüre für alle, die sich mit Entwicklungsthemen befassen.

07.06.2007

Der Eine-Welt-Kreis beim Pfarrfest St. Antonius 2007

Am 03.06.2006 feierte die Dorstener St. Antoniusgemeinde ihr Pfarrfest.

Eine-Welt-Stand beim Pfarrfest 2007 Am Sonntag, 03.06.2006 feierte die Dorstener St. Antoniusgemeinde ihr Pfarrfest. Der Eine-Welt-Kreis war natürlich auch mit einem Stand vertreten. Ein thematischer Schwerpunkt war Filz. Zum einen gab es eine schöne Kollektion von Filz-Produkten aus Nepal , zum Anderen konnten Kinder (und auch Erwachsene) am Stand selber Filzgegenstände herstellen - fairfilzen eben. Daneben gab es an unserem Stand eine Auswahl fair gehandelter Produkte. Besonders herausgestellt wurden die Produkte, die seit Jahresbeginn Produkt des Monats waren.

Es war ein gelungenes Fest, ein gutes Miteinander in einer lebendigen Gemeinde. Auch wenn es manchmal anders aussah, lies das Wetter uns den ganzen Tag über nicht in Stich.

'Pfarrfest 2007' von walhus 'Pfarrfest 2007' von walhus 'Pfarrfest 2007' von walhus

Weitere Fotos unter http://de.sevenload.com/alben/XPLb1rs

09.05.2007

An Geld fehlt es nicht

What does $456 billion buy?

Gerade bei Fefe gefunden: Mit den 456 Milliarden US-Dollar, die bisher in den Irak-Krieg geflossen sind, hätte man 5 1/2 Jahre die Hungernden in der Welt ernähren können. 30 Milliarden hätten ausgereicht, allen Kindern in Afrika eine Grundschulausbildung zu ermöglichen.

08.05.2007

Starbucks einigt sich mit Äthiopien

Kaffee-Konzern erkennt Markenrecht Äthiopiens an Kaffeesorten an

Wie Oxfam Deutschland heute berichtet, haben sich der Kaffee-Konzern Starbucks und die äthiopische Regierung darauf geeinigt, einen Lizenz-, Vertriebs- und Marketingvertrag abzuschließen, der das Markenrecht Äthiopiens an den Namen seiner erstklassigen Kaffeesorten "Sidamo", "Harar" und "Yirgacheffe" anerkennt.

"Der Abschluss eines solchen Vertrags ist ein wichtiger Erfolg für Äthiopiens Bestrebungen, seine Handelsmarken zur Linderung der Armut einzusetzen - insbesondere im Hinblick auf Verhandlungen mit anderen Kaffee-Unternehmen", so Paul Bendix, Geschäftsführer von Oxfam Deutschland. "Dies könnte dazu beitragen, das Leben der 15 Millionen Äthiopier, deren Existenz vom Kaffee abhängt, entscheidend zu verbessern. Wesentlich für diesen Erfolg waren auch die über 93.000 Unterstützer/innen weltweit, die sich an Oxfams Kampagne gegen Starbucks beteiligt haben."

Oxfam hatte 2006 ein Kampagne gestartet, um Starbucks zur Verhandlung mit Athiopien über die Anerkennung der Rechte auf die Kaffeenamen zu bewegen.

01.05.2007

GEPA Basmati-Reis - Produkt des Monats Mai 2007 im Eine-Welt-Laden

Dem Basmati-Reis der GEPA wird im Mai im Eine-Welt-Laden Shalom der Dorstener St. Antonius Gemeinde besondere Aufmerksamkeit geschenkt GEPA Basmati-Reis-Packung Produkt des Monats Mai 2007 im Eine-Welt-Laden der Dorstener St-Antonius-Gemeinde ist der indische Basmati-Reis der GEPA.

Die GEPA bietet seit 1999 in Deutschland Basmati-Reis der Navdanya-Stiftung aus Dehra Dun in Indien an. Die Stiftung wurde 1991 von der Trägerin des alternativen Nobelpreises Dr. Vandana Shiva gegründet.

Die Navadanya-Stiftung setzt sich gegen genetische Veränderung und die Patentierung von Saatgut, für Biodiversität und für die Rechte von Bauern in Indien ein. Sie unterstützt indische Bauern beim Anbau und der Vermarktung von Basmati-Reis.

"Ohne Gentechnik"

Der GEPA Basmati-Reis trägt das Label "Ohne Gentechnik", das von der GEPA gemeinsam mit dem BUND entwickelt wurde. Im Jahr 2001 wurde die GEPA von der Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises wegen der Verwendung dieses Labels verklagt. Die Begründung war, die Kennzeichnung sei irreführend, denn es gäbe keine Gentechnik-Reisprodukte in den Geschäften. Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz entschied 2003 zugunsten der GEPA. Es betonte, dass der von der GEPA vertriebene Basmati-Reis aus Indien sich durch eine Besonderheit auszeichne, die in der Angabe "Ohne Gentechnik" zum Ausdruck komme. Die GEPA lasse nicht nur ausschließlich "herkömmliche" Reissorten anbauen, sondern habe auch vorsorgende Maßnahmen gegen die "Verunreinigung" des Basmati-Reises mit gentechnisch-veränderten Organismen beim Anbau, bei der Lagerung und dem Transport ergriffen. (Quelle: Welt und Handel 2-2003 (PDF))

Dass genveränderter Reis Ende letzten Jahres in die Regale deutscher Supermärkte gelangen konnte, zeigt erneut, wie wichtig solche vorsorgenden Maßnahmen im Allgemeinen sind.

Einsatz gegen die Patentierung von Saatgut

Navdanya fordert ein Verbot der Patentierung lebender Organismen.

Patente auf Saatgut bedeuten für einige große Konzernen erhebliche Gewinne. 1997 stellte die amerikanische Firma Rice Tec einen Patentantrag für eine "neu erfundene" Reissorte mit der Bezeichnung Basmati. In der Folge wurden Rice Tec 20 Eigentums- und Vermarktungsrechte auf Basmati-Sorten und -Kreuzungen zugesprochen. Dass Basmati-Reis seit Generationen in Indien angebaut wird, spielte bei diesem Patent keine Rolle. Für indische Bauern hatte dies zur Folge, dass sie ihren eigenen Basmiti-Reis nicht mehr unter dieser Bezeichnung vermarkten konnten. Vandana Shiva bezeichnet ein solches Vorgehen als Bio-Piraterie. Von der Welthandelsorganisation und der Europäischen Union fordert sie Regelungen, die das nicht zulassen.

Die landesweiten Proteste in Indien gegen die Patentierung von Basmati-Reis wurden überwiegend von Navdanya organisiert. Schließlich wurde nach Intervention der indischen Regierung beim amerikanische Patentamt das Patent der Firma Rice Tec aufgehoben.

Lebendige Demokratie

Navdanya knüpft an die indische Tradition der Dorfräte an, die alle Fragen des Gemeinwesens geregelt haben. Dazu gehört, dass in der Gemeinde selbst entschieden wird, welches Saatgut bis zur nächsten Aussaat aufgehoben wird, und nicht das Saatgutunternehmen das Sagen hat. Inzwischen sind einige dieser Firmen dazu übergegangen, teils Saatgut zu verkaufen, das nur einmal keimt und nicht zur erneuten Aussaat geeignet ist. Dies widerspricht der Praxis und dem Selbstbestimmungsrecht der Bäuerinnen und Bauern.

Für die Bewahrung der Artenvielfalt in der Landwirtschaft spielen die Frauen für Navdanya eine zentrale Rolle. Denn wie in vielen asiatischen Ländern bewahren die Frauen auch in Indien üblicherweise die Samenkörner auf, die im nächsten Jahr ausgesät werden.

Weitere Informationen

25.04.2007

Fairer Kaffee schmeckt Schermbecker Sozialdemokraten nicht

SPD will 14 Jahre alten Beschluß zum Ausschank fair gehandelten Kaffees kippen

In unserer Nachbarstadt Schermbeck wird seit 14 Jahren während der Rats- und Ausschussitzungen fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt. Auf Initiative der Grünen wurde 1993 beschlossen, den Kaffee aus dem Eine-Welt-Laden der katholischen Gemeinde zu kaufen. Der Kaffee ist - anders als in anderen Städten für die Kommunalpolitiker sogar kostenlos.

Wie die Ruhr-Nachrichten - Dorstener Zeitung in ihrer Papierfassung beute berichten, schmeckt der faire Kaffee den Politikern der SPD aber nicht mehr. Mit einem Antrag der SPD an den Haupt- und Finanzausschuss soll deshalb nun erreicht werden, dass ein anderer Kaffee während der Ratssitzungen ausgeschenkt wird. Ob benachteiligte südamerikanische Kaffebauern durch den fairen Handel eine Zukunftsperspektive für sich und ihre Familien erhalten, spielt dabei scheinbar keine Rolle.

Welche Kaffeesorte den SPD-Politikern besser schmeckt, wird in dem Artikel leider nicht verraten.

Das Gerücht, dass fair gehandelter Kaffee grundsätzlich nicht schmeckt, hält sich seit Jahren beharrlich. Leider hat das mit der Realität nichts zu tun. Fair gehandelter Kaffee hat inzwischen eine hervorragende Qualität und einen ausgzeichneten Geschmack. Ich bin mir sicher, dass bei dem breiten Sortiment, dass allein die gepa anbietet, auch eine geeignete Sorte für die Schermbecker Ratsherren zu finden sein wird.

Ich empfehle als Filterkaffee den Kaffee Organico, einen "naturmilden aromatischem Röstkaffeee, samtig weich, zart im Geschmack, sehr bekömmlich" und für den Vollautomat (habe die aber sicher nicht) den Bio Caffè Crema.

Mal davon abgesehen: Habe die Schermbecker Kommunalpolitker eigentlich nicht besseres zu tun, als sich mit dem Geschmack des Kaffees bei der Ratssitzung zu befassen?

24.04.2007

Neue Klima-Allianz

Kirchen, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen haben sich zu einer Allianz zusammengeschlossen.

über 40 Organi­sationen darunter die evangelische und katholische Kirche, Entwicklungsorganisationen, Umwelt­verbände und weitere Organi­sationen haben sich heute zu einer Klima-Allianz zusammengeschlossen, darunter der Evangelische Entwick­lungsdienst, Brot für die Welt, die Diakonie Katastrophenhilfe, Misereor, der BUND, die DUH, Greenpeace, NABU der WWF sowie Germanwatch, WEED und attac. Weitere Unternehmen, Gewerkschaften und Organisationen sind dazu eingeladen, sich dem Bündnis anzuschließen.

Auf der Homepage der Klima-Allianz heißt es:

Insgesamt über 40 Organi­sationen veröffentlichten am 24. April 2007 einen gemeinsamen Aufruf für eine ent­schlossenere Klimapolitik.
Erstmalig in Deutschland tritt damit ein breites Bündnis an, um gemeinsam den Klimawandel zu stoppen.
(...)
Die Bundesregierung muss nach Auffassung der Klima-Allianz zusätzliche Finanz­mittel zur Armutsbekämpfung und für Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungs­ländern aufbringen. Der Anteil der Entwicklungshilfe am Bruttosozialeinkommen müsse bis 2015 auf 0,7 Prozent erhöht werden. Dies sollte durch die Einführung einer Flugticketabgabe unterstützt werden. Die CO2-Zertifikate beim Emissions­handel sollten umgehend versteigert werden, nicht erst nach 2012, wie derzeit von der Bundesregierung vorgesehen. Ihrer internationalen Verantwortung müsse die Bundesregierung auch beim bevorstehenden G8-Gipfel und bei den Klimaver­handlungen gerecht werden.

22.04.2007

Imperialistischer Kaffee

Warum ich nicht gern zu Starbucks gehe - aber gehe

Im Lummaland, dem Blog von Nico Lumma findet sich heute eine Lobrede für die Cafés der amerikanischen Kette Starbucks. "Starbucks hat das geniesserische Kaffetrinken durchoptimiert, das muß man ihnen lassen. Dennoch muss er sich ständig anhören: "Starbucks? ich lehne diese amerikanischen Ketten ab." Und dann fragt er sich: "häh? wieso?".

Eigentlich wollte ich einen Kommentar mit einem Link auf die Oxfam-Aktion zur Unterstützung der äthiopischen Handelsmarkeninitiative hinterlassen.

Die Existenz von 15 Millionen Menschen in Äthiopien, einem der 10 ärmsten Länder der Welt, hängt vom Kaffeehandel ab. Die äthiopische Regierung versucht seit 2005, sich die Markenrechte für verschiedene hochklassige Kaffee-Sorten schützen zu lassen. Dadurch wären äthiopische Kaffeebauern in der Lage, deutlich höhere Preise für ihren Kaffee zu erzielen. Starbucks hat bisher in den USA die Einträge der Markenanträge blockiert. Nachdem 90.000 Menschen den Oxfams Aufruf gefolgt sind und Starbucks aufgefordert haben, sich für die äthiopischen Kaffeebäuerinnen und -bauern einzusetzen, zeichnet sich aber inzwischen ein Einlenken von Starbucks ab.

Aber irgendwie wäre mir das doch überheblich vorgekommen. Ich gehe schließlich selbst auch immer mal wieder zu Starbucks. Und ich muß zustimmen: Der Kaffee und das Ambiente sind äußerst angenehm.

Besonderer Bonuspunkt aus meiner Sicht: Starbucks-Cafés sind rauchfrei. Und weil ich darauf Wert lege, habe ich - zumindest in der Mittagspause in Essen - kaum eine Alternative.

Ich kann vermutlich nicht alle Firmen, Handelsketten und Marken boykottieren, mit deren Geschäftspolitik ich nicht einverstanden bin.

Im Rahmen der Oxfam-Kampagne gibt es eine Foto-Petition an Starbucks. Die Bilder der Foto-Petition werden auf einer Flickr-Seite gesammelt.

Flickr wiederum gehört Yahoo. Und Yahoo trägt bekanntlich durch Mitteilungen an die chinesischen Behörden zur Verfolgung chinesischer Internet-Dissidenten bei.

Political correctness ist nicht so einfach.

19.04.2007

Weckruf gegen ungerechte Handelsabkommen

Weltweiter protestieren heute Arbeiter, Kleinbauern, Aktivisten und Vertreter der Zivilgesellschaft aus Europa und aus Afrika, der Karibik und dem pazifischen Raum (den AKP-Staaten) vor deutschen Botschaften

EPA07 Ein riesiger Wecker vor dem Bundeskanzleramt soll die EU-Ratspräsidentin Angela Merkel und EU-Handelskommissar Peter Mandelson symbolisch aus ihren Freihandelsträumen wecken. Gleichzeitig protestieren heute weltweit Arbeiter, Kleinbauern, Aktivisten und Vertreter der Zivilgesellschaft aus den AKP-Staaten vor deutschen Botschaften gegen ungerechte Handelsabkommen.

In einer Presseerklärung des Bündnisses EPA07 , die WEED heute veröffentlicht, werden die Zusammenhänge aufgezeigt:

Die Freihandelsabkommen setzen auf eine weitere starke Marktöffnung der armen Länder. Dies gefährdet die Lebensgrundlage von Kleinbauern, wirkt sich negativ auf die Umwelt aus und bedroht die wirtschaftliche Zukunft der AKP-Staaten. "Unsere Partner im Süden befürchten, dass die Freihandelsabkommen die Armut in ihren Ländern verschärfen wird. Arme Bevölkerungsgruppen werden mit solchen Vereinbarungen noch mehr an den Rand des Wirtschaftsgeschehens gedrängt", erläutert Alexandra Burmann für "Brot für die Welt" und den Evangelischen Entwicklungsdienst. Canon Grace Kaiso vom Nationalen Kirchenrat in Uganda fügt hinzu: "Europa drängt uns eine Politik auf, die den Ärmsten in unserer Gesellschaft die Existenzgrundlage entzieht. Das kann nicht der richtige Weg sein, Entwicklung nachhaltig zu fördern."
"Die EU fordert von den ärmsten Ländern eine radikale Marktöffnung und weitreichende Liberalisierungszugeständnisse, z.B. in den Bereichen Investitionen, Wettbewerb, geistiges Eigentum oder Dienstleistungen. Dies untergräbt jedoch die politischen Handlungsspielräume der Regierungen zur Umsetzung nachhaltiger Entwicklungsprozesse. Der Traum vom Freihandel kann so schnell in einem bösen Erwachen enden", so Corinna Heineke von Oxfam Deutschland. "Die deutsche Ratspräsidentschaft darf den Freihandel mit Afrika nicht zum Selbstzweck machen", fordert Klaus Schilder von WEED. "Anstatt unter Zeitdruck Abkommen abzuschließen, die für Afrikas Entwicklung nachteilig sind, sollte die EU die bisherigen Präferenzen fortführen und nachhaltige Alternativen entwickeln. Und ohne Zusagen zur zusätzlichen Finanzierung der Anpassungskosten bleibt der EU-Vorschlag ohnehin ein Wunschtraum".

14.04.2007

Mission Sustainability - Wir nehmen die Herausforderung an

Nachhaltiger Wettbewerb Mission Sustainability - Wir nehmen die Herausforderung an Von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt kommt dieser Hinweis:

Hier, in Europa und an vielen Orten in der Welt: Überall gibt es Menschen, die sich der Herausforderung stellen, Nachhaltigkeit ernst zu nehmen.
Es gilt, nachfolgenden Generationen eine Welt zu hinterlassen, die ökologisch, sozial und wirtschaftlich intakt ist - durch heutiges Handeln und Initiativen zur Nachhaltigkeit.
Und was ist mit Dir? Siehst Du viele Kleinigkeiten, die man im Alltag für einen nachhaltigeren Lebensstil ganz leicht verändern könnte? Kleine Veränderungen, die in Zukunft Großes bewirken können? Und jetzt willst Du diese Möglichkeiten zum Handeln konkret umsetzen?
Dann mach mit bei Mission Sustainability! Stelle Dich der Herausforderung und zeig uns, was Du für eine nachhaltige Entwicklung tun willst!
Eine internationale Jury wird die kreativsten Einsendungen auswählen und der Öffentlichkeit präsentieren. Auf die besten Ideen warten tolle Preise.

09.04.2007

Rückgang der Entwicklungshilfe

Die Länder der OECD gaben 2006 insgesamt wenige Geld für Entwicklungshilfe aus

Nach einem Bericht der Deutschen Welle haben die Industriestaaten der OECD ihre Ausgaben für Entwicklungshilfe im Jahr 2006 erstmals seit 1997 gesenkt.

Während Deutschland seine Ausgaben leicht erhöht hat gingen die Ausgaben der USA um 20 Prozent und Italiens um 30 Prozent zurück.

In die Zahlen der OECD fliessen immer auch Leistungen der jeweiligen Staaten für den Schuldenerlass ein. So handelt es sich bei einem Viertel der Entwicklungsleistungen Deutschlands um der Schuldenerlass vor allem für den Irak und Nigeria.

Private und kirchliche Hilfswerke kritisierten diese Zahlen (der OECD). "Die Werte der Geber sehen besser aus als sie tatsächlich sind", sagte Claudia Warning, Vorsitzende des "Verbands Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen" (VENRO). Denn ein Drittel der Ausgaben komme nicht unmittelbar der Armutsbekämpfung zugute, sondern bestehe aus Schuldenerlassen oder Ausgaben für ausländische Studenten und Asylbewerber. (wal)

Von der Erreichung der Millenniumsziele sind die OECD-Staaten wieder ein Stück weiter entfernt.

07.04.2007

Klimaschutz und Energieverbrauch

Der Klimawandel macht ein Umdenken erforderlich - und Verhaltensänderungen.

Der 2. Teil des Klimasachstandsberichtes der Vereinten Nationen liegt vor und wie erwartet, sind die Ergebnisse dramatisch. Aber wir wussten es doch vorher. Dass Wasser ein immer knapper werdendes Gut ist und dass der Klimawandel die Menschen in den ärmeren Ländern am stärksten trifft: Wer will behaupten, das seien neue Erkenntnisse?

Es wird diskutiert und geplant. Über alternative Energiegewinnung, über eine deutliche Erhöhung der Preise für Flüge. Darüber, wie wir Menschen in der westlichen Welt unser Leben so weiterleben können, wie bisher, ohne das Klima so stark zu beeinflussen wie bisher.

Vor einigen Tagen konnte man im Weblog von Franz Alt lesen, dass Mais und Weizen deshalb teurer werden, weil Landwirte sie für die Energieerzeugung verkaufen können. Ein Phänomen, das besonders Menschen in den armen Länder des Südens trifft. Ähnliches konnten wir bereits vor einigen Wochen bei Telepolis über die Tortilla-Krise in Mexiko lesen. Durch den hohen Bedarf an Mais für Biosprit in den USA sind die Preise in Mexiko so gestiegen, dass viele Mexikaner den Mais zur Herstellung ihres Grundnahrungsmittels, der Tortillas, nun kaum noch bezahlen können.

Wir werden uns arrangieren mit dem Klimawandel. Vielleicht werden wir verärgert sein, wenn der Preis für die Pauschalreise um einen Betrag steigt, für den man vor ein paar Jahren noch einen Woche Mallorca buchen konnte. Aber wir werden ihnen zahlen.

In der Diskussion kommt aus meiner Sicht zu selten die Frage vor, wie der Verbrauch von Energie zu vermeiden wäre. Energie, die wir nicht verbrauchen, müssen wir nicht erzeugen.

Statt mit dem ökologisch für gut befundenen Hybridauto zu fahren, vielleicht doch den Bus nehmen oder gelegentlich zu Fuss gehen. Den Urlaub in der Karibik noch mal überdenken. (Ja Urlaub und Auto, das sind zwei besonders problematische Themen, bei denen viele Empfindlichkeiten existieren.) Beim Einkauf regionale Produkte bevorzugen, die keine langen Transportwege hinter sich haben. (Beim Discounter habe ich neulich Bio-Tomaten aus Ägypten gesehen. Was tut der umweltbewusste Verbraucher, wenn im gleichen Regal auch konventionelle Tomaten aus Holland liegen?)

Die Förderung alternativer Energien ist zweifellos wichtig und richtig. Aber sie ist nur die eine Seite der Medaille.

Warum wird nicht häufiger über die Reduzierung von Energieverbrauch - über das Energiesparen - diskutiert? Vielleicht, weil man es nicht kontrollieren und planen kann. Weil es bewusstes Handeln und häufig auch Verzicht der Menschen erfordert. Weil es sich nicht als der grosse Coup in der Klimapolitik verkaufen lässt. Weil sich nicht verbrauchte Energie ganz allgemein nicht verkaufen lässt. Weil es nicht beim Anderen ansetzt, sondern jeden in die Pflicht nimmt. Die "sollen doch erst mal die ..." Argumente verhindern oft eigene Konsequenzen.

Durch die Veränderung unsers Konsumverhaltens allein wird der Klimawandel nicht mehr zu stoppen sein. Aber ohne Verhaltensänderungen ganz sicher auch nicht. Den Preis für unser Konsumverhalten zahlen die Menschen in den Ländern des Südens.

04.04.2007

Neue OECD-Zahlen über Entwicklungshilfe: Deutsche Entwicklungshilfe wächst zu langsam

Deutschland ist immer noch weit davon entfernt, seine finanziellen Versprechen an die Entwicklungsländer einzulösen

Oxfam Deutschland weist in einer Presseinformation auf die von der OECD am 02.04.2007 vorgelegten Zahlen zur Öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit hin.

Die Entwicklungshilfeleistungen (ODA) Deutschlands, haben sich danach von 10,08 Mrd. im Jahr 2005 auf 10,35 Mrd. US-Dollar in 2006 erhöht.

Der Umfang der Deutschen Entwicklungshilfeleistungen entspricht damit 0,36 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE). Bei etwa einem Viertel dieser Leistungen handelt es sich allerdings um Schuldenerlasse für Entwicklungsländer, vor allem für den Irak und für Nigeria.

Oxfam betont, dass Deutschland noch weit davon entfernt ist, seine finanziellen Versprechen an die Entwicklungsländer einzulösen.

Die Bundesregierung muss erhebliche Anstrengungen unternehmen, um ihre Zusage zu erfüllen und die Entwicklungshilfe bis 2010 auf 0,51 Prozent bzw. bis 2015 auf 0,7 Prozent des BNE zu erhöhen", so Reinhard Hermle, Entwicklungspolitischer Berater bei Oxfam Deutschland.

02.04.2007

Fairtrade verdoppelt Absatz

TransFair stellt Jahresberichtes 2006 vor

Wie die Informationskampagne zum fairen Handel "fair feels good" berichtet, hat sich der Absatz an fair gehandelten Produkten im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.

Fair feels good weist auf den Jahresbericht der Siegelorganisation TransFair hin.

18.000 Tonnen Rohwaren wurden unter fairen Bedingungen bei den Produzentengruppen in Lateinamerika, Asien und Afrika eingekauft, das ist doppelt so viel wie im Vorjahr. Der Umsatz mit Fairtrade-gesiegelten Produkten in Deutschland kletterte um 50 Prozent auf 110 Millionen Euro.
(...)
Dank der Anstrengung vieler Menschen boomt der Markt mit dem ethischen Konsum. Neue attraktive Produkte, besseres Marketing und zunehmendes Engagement der Verbraucher und des Handels haben zu diesem Erfolg geführt.

Ein weiterer Grund für die Steigerungen ist der zunehmende Ausbau der FairTrade-Produktlinien im Einzelhandel. So geht etwa ein Drittel der Absatzsteigerung auf die seit Sommer 2006 beim Discounter Lidl aufgenommenen fair gehandelten Produkte zurück.

medico international fordert Boehringer auf, einen Patentantrag in Indien zurück zu ziehen

Patent auf AIDS-Medikament würde den Zugang für arme Länder verhindern

Schon ein paar Tage in den Bookmarks: Am 27.3.2007 starteten die Hilfsorganisation medico international und die BUKO Pharma-Kampagne eine Protestaktion.

Der deutsche Pharma-Konzern Boehringer hat kürzlich in Indien einen Patentantrag auf das AIDS-Medikament Nevirapine gestellt.

In einer Pressemitteilung erklärt medico international die Problematik:

Das Medikament Nevirapine ist entscheidend für die Behandlung HIV-infizierter Kinder. Indische Generika-Firmen produzieren das Medikament seit vielen Jahren kostengünstig und exportieren es auch in arme Länder. Doch dieser preiswerte Zugang zu AIDS-Medikamenten ist nun bedroht.
(...)
Die deutsche Firma Boehringer Ingelheim produziert das Originalpräparat und hat in Indien einen Patentantrag auf das Medikament gestellt. Wird dem stattgegeben, stellt das einen gefährlichen Präzedenzfall dar: es ist mit weiteren Patentanträgen von Boehringer und anderen Unternehmen in Indien auf Medikamente, die in Indien bereits produziert werden zu rechnen. Damit droht der indischen Generika-Produktion in der bisherigen Form das Aus. Die wichtigste Quelle für preiswerte, überlebensnotwendige Medikamente droht zu versiegen.

Um den Protest zu erhöhen, wurde einen Unterschriftenaktion ins Leben gerufen, die bereits breite Unterstützung findet. Die Unterschriftslisten können bei medico international bestellt werden oder von der Webseite herunter geladen werden (PDF). Auch die Internetseite von medico international bietet die Möglichkeit zum Protest.

28.03.2007

Gepa Darjeeling Bio Tee- Produkt des Monats April 2007 im Eine-Welt-Laden

Dem Darjeeling Bio Tee der Gepa wird im April im Eine-Welt-Laden Shalom der Dorstener St. Antonius Gemeinde besondere Aufmerksamkeit geschenkt

Gepa Darjeeling Bio Tee

Produkt des Monats April 2007 im Eine-Welt-Laden der Dorstener St-Antonius-Gemeinde ist der Darjeeling Bio Tee der Gepa.

Die Gepa bezieht den Biotee hauptsächlich aus dem indischen Teegarten Samabeong. Dieser Teegarten liegt im Darjeeling-Distict, nahe der Grenze zu Tibet auf 1485 bis 2000 Metern Höhe. Samabeong wird von der Organisation Tea Promotors India (TPI) betrieben, einer sozial engagierten Teehandelsfirma mit Sitz in Kolkatta.

Um die alten Kolonialstrukturen im Teehandel zu beenden, führte TPI bereits 1990 das Konzept eines gemeinsamen Gremiums ein, durch das die Teearbeiterinnen und -arbeiter an den Entscheidungsprozessen des Teegartes beteiligt wurden - heute ein unverzichtbarer Bestandteil des weltweiten fairen Teehandels.

Der Mehrpreis aus dem fairen Handel wird z.B. für die Finanzierung eines Gemeinschaftszentrums, den Bau von Schulen, für Bildungsarbeit für Frauen, und zur Förderung weiterer Kleinbauern-Kooperativen verwendet.

Ökologie hat auf Samabeong eine große Bedeutung. So erhielten z.B. in den vergangenen Jahren 200 Teearbeiter-Familien Solarstromanlagen für ihre Häuser. Samabeong ist einer der ersten zertifizierten Bioteegärten in Darjeeling. Der Teegarten wird von Naturland beraten und kontrolliert.

Der Biotee wird im Teegarten selbst weiterverarbeitet und in Kolkatta für die gepa in handgeschöpfte Kartonagen verpackt.

Weitere Informationen über die Organisation Tea Promotors India TPI bei der Gepa unter http://www.gepa3.de/download/AS_Ind_819_TPI.pdf

Mit Samabeong befasst sich auch der Gepa-Film Teatime for all - Eine gepa-Teereise nach Darjeeling und eine Gepa-TV-Folge. Die Sendung im WMV-Format gibt es zum Download bei bwFamily.tv in normaler Auflösung (5,7MB) oder in hoher Auflösung (58MB).

Im Dezember 2006 erfüllte der Radiosender WDR2 im Rahmen der Aktion WDR2-Winterwünsche einer Höhrerin den Wunsch, einmal den eigenen Darjeeling-Tee zu pflücken und zwar da wo er wächst. Unter dem Titel "In Sichtweite des Mount Everest" wurde in 4 Sendungen von der Reise zum Teegarten Samabeong berichtet. Die Sendungen sind online abrufbar unter http://www.wdr.de/radio/wdr2/sonderdetail/351986.phtml.

Auf der Homepage der Siegelorganisation Transfair finden sich ebenfalls Informationen zur Teeplantage Samabeong.

Eine Warenkunde über Tee bietet die Gepa unter http://www.gepa3.de/shop/wareninfo.php?showIDwareninfo=2.

Übrigens ist dieser Tee inzwischen mein absoluter Lieblingstee.

26.03.2007

Neuer Werbespot für die Kampagne Deine Stimme gegen die Armut vorgestellt:

Prominenten-Spot zum G8-Gipfel soll Regierungen an ihre Versprechen zur weltweiten Armutsbekämpfung erinnern

Eigentlich stehe ich nicht so auf Preisverleihungen und Fernseh-Galaveranstaltungen. Bei der Echo-Verleihung bin ich gestern allerdings eine Weile hängen geblieben und habe noch die Preisverleihung an Bono für sein globales Engagement und den neuen prominent besetzten Werbespot für die Aktion Deine Stimme gegen die Armut gesehen.

Mit dabei sind: Ben Affleck, Emmanuel Adebayor, Antonio Banderas, Bono, Till Brönner, Penelope Cruz, Matt Damon, Ulrike Folkerts, Bob Geldof, Herbert Grönemeyer, Thierry Henry, Wladimir und Vitali Klitschko, Sarah Kuttner, Jens Lehmann, Peter Lohmeyer, Brad Pitt, Christiane Paul, Claudia Schiffer, Kolo Touré und Nora Tschirner.

Auch VENRO e.V. weist heute in einer Pressemitteilung auf die Kampagne und den Spot hin.

Sie wollen kein Geld, sie wollen Stimmen: Laut und unüberhörbar. Mitmachen ist einfach und geht schnell: mit zwei Klicks auf der Webseite www.deine-stimme-gegen-armut.de.
Herbert Grönemeyer, einer der Träger von "Deine Stimme gegen Armut": "Wir freuen uns, dass so viele mitgemacht haben. Die Aufmerksamkeit und die Hoffnung der Weltöffentlichkeit richten sich auf Deutschland und auf Bundeskanzlerin Merkel als Gastgeberin des diesjährigen G8-Gipfels. 'Deine Stimme gegen Artmut' erwartet, dass die Staats- und Regierungschefs beim Gipfel in Heiligendamm endlich konkrete Schritte zur Armutsbekämpfung unternehmen. Die an Armut leidenden Menschen haben nicht die Zeit vom einen zum nächsten Gipfel zu warten."

Also bitte beteiligen!

Unter http://www.deine-stimme-gegen-armut.de kann man den Werbespot auch online ansehen (Flash).

22.03.2007

Weltwassertag 2007: Wasser ist ein absolutes Luxusgut

Welthungerhilfe weist auf Engpässe bei der Wasserversorgung hin

"Wasser ist kostbar" lautet der Titel einer Anzeige, mit der die Welthungerhilfe auf die zunehmende Wasserknappheit hinweist.

Zum Internationalen Tag des Wassers am 22. März bittet die Welthungerhilfe um Veröffentlichung der Anzeige. Dem komme ich gern nach. Der Text der Anzeige lautet:

Anzeige Wasser ist KostbarFür ein Sechstel der Weltbevölkerung ist Wasser purer Luxus. Werden Sie "Partner für Wasser" und helfen Sie dabei, dass mehr Menschen Zugang zu sauberem Wasser erhalten. Denn das sichert nicht nur ihr Überleben. Es gibt ihnen auch die Möglichkeit, Felder zu bewirtschaften und sich in Zukunft selbst zu versorgen. Spenden Sie jetzt: Konto 1115, Sparkasse KölnBonn, BLZ 370 501 98. Mehr unter www.welthungerhilfe.de/wasser oder wasser@welthungerhilfe.de

Auf ihrer Webseite weist die Welthungerhilfe auf Engpässe in der Wasserversorgung hin

Mehr als zwei Milliarden Menschen in 40 Staaten der Erde sind nach Angaben der UNESCO mit Engpässen in der Wasserversorgung konfrontiert. Mehr als eine Milliarde haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mehr als 2,4 Milliarden sind nicht an eine Abwasserentsorgung angeschlossen. Zahlreiche Entwicklungsländer können nicht die minimale notwendige Trinkwassermenge für ihre Bevölkerung bereitstellen. Abfälle in Wasserläufen, Industrieabwässer und Chemikalieneinträge, Pestizide und Mineraldünger gefährden die Wasserqualität.

Gewappnet für den Klimawandel

Monsanto und BASF wollen trockentolerante Pflanzen entwicklen

Wie Transgen heute berichtet, haben die Konzerne Monsanto (St. Louis, USA) und BASF (Ludwigshafen) eine Zusammenarbeit vereinbart.

Kooperieren wollen die beiden Unternehmen bei Forschung, Entwicklung und Vermarktung von neuen Pflanzen mit erhöhten Erträgen und einer gesteigerten Toleranz gegenüber Trockenheit. Die Vereinbarung bezieht sich auf die Kulturarten Soja, Mais, Raps und Baumwolle.

Das wird vermutlich ein einträgliches Geschäft, denn als Folge des Klimawandels wird in den nächsten Jahren das Wasser vor allem in den ärmeren Regionen knapp werden, die bereits heute unter Überbevölkerung und Wassermangel leiden.

So läßt sich prima Profit mit dem Klimawandel machen.

18.03.2007

Neuer Internetauftritt zum fairen Handel

Online-Informationen des Forum Fairer Handel

Die Kampagne fair feels good weist auf den neuen Internetauftritt des Forum Fairer Handel hin

Der neue Internetauftritt des Forum Fairer Handel versteht sich als Portal zu Informationen über den Fairen Handel mit den Ländern des Südens. Unter www.forum-fairer-handel.de bietet er einen Überblick über verschiedene Aspekte des Fairen Handels und enthält zahlreiche Verweise auf weiterführende Informationen. Die Seite erleichtert so die Orientierung im reichhaltigen Informationsangebot des Fairen Handels im Internet. Die Seite richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit, an Multiplikatoren sowie an Journalisten.

05.03.2007

Entwicklungsgelder in Entwicklung stecken

Nichtregierungsorganisationen sehen eine Chance für Europäische Regierungen, die Weltbank zu reformieren

Anlässlich der Wiederauffüllungsverhandlungen der Weltbank-Entwicklungsagentur IDA fordern mehr als 60 Nichtregierungsorganisationen klare Weltbankreformen ein.

WEED berichtet über einen Europaweiten Aufruf von Nichtregierungsorganisationen an europäische Regierungen, "der Weltbank anzudrohen, ihre Einzahlungen so lange zurückzuhalten, bis endlich grundlegende Veränderungen in ihrer Kreditvergabe und ihrer Projektpraxis stattgefunden haben."

Sie geben der Weltbank eine erhebliche Mitverantwortung daran, dass - wenn alles so weiter geht - die Millennium-Entwicklungsziele nicht erreicht werden.

Bedingungen der Weltbank hätte Entwicklungsländern in der Vergangenheit "nur wenig Spielraum gelassen, ihre eigenen ökonomischen und politischen Strategien zur Armutsbekämpfung zu wählen". Die Aufrufer fordern:

Die Bank sollte sofort damit aufhören, ihre Entwicklungshilfe und Darlehen an umstrittene wirtschaftspolitische Bedingungen wie die Privatisierung öffentlicher Unternehmen, die Liberalisierung des Handels und die Einschränkung der öffentlichen Ausgaben im Bildungs- und Gesundheitssektor zu knüpfen.

Zudem fördere die Politik der Weltbank ein fossiles, klimaschädliches Energiemodell

Die Weltbank ist eine der größten öffentlichen Kreditgeber für fossile Energien in Entwicklungsländern - zum Nutzen vor allem der Konsumenten im Norden und der Profite multinationaler Energiekonzerne - und verschärft damit das Klimaproblem. Deshalb muss sich die Bank umgehend aus der Finanzierung fossiler Energien und der "Entwicklungshilfe für Öl" zurückziehen und ihre Unterstützung für erneuerbare Energien und Energieeffizienz maßgeblich ausweiten.

02.03.2007

Kein Fair light europaweit

Notizen vom Fachgespräch zum EU Bericht über Fairen Handel und Entwicklung

Heute war ich beim Fachgespräch "Kein Fair light europaweit", veranstaltet vom Eine Welt Netz NRW e.V. in den Räumen der InWent gGmbh, Düsseldorf

Mit dem Thema "fairer Handel und die EU" haben ich mich bisher kaum befasst. Die Veranstaltung war deshalb für mich recht spannend.

Ein paar Notizen:

Referenten: Dr. Friedjhof Schmidt MdEP, Anja Osterhaus, Fair Trade Advocacy Office

Herr Schmidt berichtete vom Entstehen und von den Hintergründen des Berichts über fairen Handel und Entwicklung (PDF) des Entwicklungsausschusses des Europaparlaments (Aufforderung an mich selbst: lesen!)

Aus seiner Sicht widerlegt die Steigerung der Umsätze im fairen Handel die Vorurteile, der Verbraucher orientiere sich nur am Preis. Für die Sicherheit, das die Ware frei von "Blut und Gift" ist, sind die Verbraucher auch bereit, einen höheren Preis zu zahlen.

Der Bericht ist von eine fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe erstellt worden. Ziel des Berichtes ist es, einen entsprechenden Beschluss der EU-Kommission zu erreichen.

Wichtig ist, dass es nicht darum geht, Produkte zu privilegieren, denn das würde andere Produkte diskriminieren. Es geht um Konzepte, nicht um Marken.

Der Bericht definiert Kriterien des fairen Handels. Kern der Definition ist der faire Preis, aber auch Kriterien wie Vorauszahlungen, langfristige Handelsbeziehungen, Zertifizierung und Schutz von Arbeitern, Frauen und Kindern kommen zur Sprache.

Frau Osthaus stellte das Fair Trade Advocacy Office vor. Es ist ein gemeinsames Lobby-Büro von Fair-Trade Organisationen und vertritt damit etwa 3000 Weltläden in Europa.

Zur Zeit sieht Frau Osthaus keine harmonisierte Vorgehensweise bei der Förderung des fairen Handels auf der europäischen Ebene.
Sie weist auf die insgesamt gestiegenen Marktanteile des fairen Handels hin (Das Thema hatte ich doch gerade auch). Bei den wichtigsten Produkten gibt es Marktanteile von ca 10%. In England stammt 20% des verkauften Kaffees aus fairem Handel. Die hohe Nachfrage führt dazu, das der faire Handel auch für andere Unternehmen interessant wird. Es wird ein Markt gesehen. Für viele Firmen ist das Kriterium des garantierten Preises allerdings ein Hinderungsgrund, mit dem fairen Handel zusammen zu arbeiten.
Folge: Es entstehen neben den existierenden FairTrade-Siegeln viele andere und individuelle Siegel und Zertifizierungssystem. Für die Produzenten kann das zu erheblichen zusätzlichen Kosten führen, wenn sie an verschiedene Abnehmer liefern, die dann die Zertifizierung nach unterschiedlichen Systemen verlangen.

Der Faire Handel war der Pionier, weitere Siegel profitieren von den bestehenden Strukturen.

In der Fair-Trade Bewegung steht man gesetzlichen Regelungen des Begriffes eher zurückhaltend gegenüber. Das Kriterium des fairen Preises hätte in solch einem Gesetzgebungsprozess vermutlich keine Chance.

Ein weiteres Problem ist, das fairer Handel ein dynamischer Prozess ist. Zu Beginn der Handelsbeziehung werden mit den Produzenten Mindestvereinbarungen getroffen. Später werden weitere Prozess-schritte vereinbart. Solch ein Verfahren lässt sich kaum in die Form eines Gesetzes bringen.

Weiterhin besteht die Sorge, das bei der Ausarbeitung gesetzlicher Regelungen die Interessenvertreter des fairen Handels in der Minderheit wären. Ähnliches lässt sich zur Zeit bei den Diskussionen um den ökologischen Landbau beobachten.

Frau Osthaus hat maßgeblich an dem Buch "Handeln - anders als Andere" mitgearbeitet. Ich habe es vorhin bestellt.

01.03.2007

Deutliches Wachstum beim fairen Handel

9,5 Prozent der Bevölkerung konnten als Käufer hinzu gewonnen werden

Fair feels good, die Kampagne zur Förderung des fairen Handels meldet Erfolg. Nach einer Marktforschungsstudie der Verbraucher-Initiative konnten in den letzten 3 Jahren 6,2 Millionen Menschen als Käufer fair gehandelter Produkte gewonnen werden, das sind 9,5% der Bevölkerung.

Es hat eine Bewegung stattgefunden, die mit der deutlichen Abnahme der Zahl der "Nichtkäufer" beginnt und bei einer spürbaren Zunahme der "Käufer" endet. Die Affinität und das Verständnis hinsichtlich des Fairen Handels sind - umfragebelegt - bei den Verbrauchern gestiegen. Gekauft werden die fair gehandelten Produkte vor allem im Supermarkt, gefolgt von Bio- und Naturkostläden sowie den Biosupermärkten. Auch die Assoziationen mit dem FairTrade-Siegel zeigen, dass Verbraucher wissen, was sie kaufen. 62 Prozent der Nennungen bezogen sich konkret auf die tatsächlichen Inhalte, für die der Faire Handel steht.

26.02.2007

Wildblütenhonig Cremosa - Produkt des Monats März 2007 im Eine-Welt-Laden

Dem Honig Cremosa der Gepa wird im März im Eine-Welt-Laden Shalom der Dorstener St. Antonius Gemeinde besondere Aufmerksamkeit geschenkt

'Cremosaglas offen' von walhus

Produkt des Monats März 2007 im Eine-Welt-Laden der Dorstener St-Antonius-Gemeinde ist der Cremosa-Honig der Gepa.

Cremosa kommt von Imkern unterschiedlicher Länder - aus Chile, Mexiko, Nicaragua und Guatemala.

Die gepa bezieht ihn zu fairen Bedingungen von Kleinbauern, die sich zu Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zusammengeschlossen haben.

Weil Honig nicht an der Börse gehandelt wird, gibt es keinen festen Weltmarktpreis. Die Preisgestaltung mit den Fair-Handelspartnern soll die Produktionskosten der kleinbäuerlichen Produzenten decken. Dazu zählen angemessene Arbeitslöhne, die zur Sicherung der Lebensgrundlage der Imker und ihrer Familien beitragen und die den Produzentenorganisationen Spielraum für die Verwirklichung gemeinschaftlicher sozialer und ökonomischer Ziele geben.

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24.02.2007

Open Source Software

Die Verwendung freier Software ist ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Südens.

Programme, die auf einem Computer ausgeführt werden können, liegen in einer Form vor, die nicht mehr von Menschen gelesen werden kann. Der Maschinencode wird aus dem Quellcode erzeugt, den der Programmierer schreibt. Diesen Vorgang nennt man kompilieren.

Der Quellcode eines Computerprogrammes ist normalerweise ein gut gehütetes Geheimnis des Entwicklers oder der Firma, die ihr Programm verkaufen wollen. Ohne den Quellcode kann niemand die interne Funktionsweise des Programmes verstehen oder ändern.

Entwickler von Open Source Software hingegen veröffentlichen den Quellcode ihrer Programme im Internet. Sie ermöglichen damit anderen Programmierern, die Funktionsweise eines Programmes zu verstehen und es für die eigenen Bedürfnisse zu verändern.

Wie selbstverständlich wird heute das Vorhandensein von Word und Co. auf dem Computer vorausgesetz. Selbst auf den Webseiten von Behörden und staatlichen Stellen findet man Dokumente in diesen Formaten. Um Dokumente zu verwenden, die mit Kommerziellen Programmen ( sog. proprietärer Software) erstellt wurden, ist normalerweise der Besitz des gleichen Programmes erforderlich. Wer solche Daten lesen muß, ist gezwungen, diese Software zu installieren. Häufig wird auch der Aufbau dieser Dateiformate geheim gehalten. Dateien, die mit Open-Source-Software erstellt werden, liegen dagengen in Formaten vor, die klar definiert und ausführlich beschrieben sind.

Mehr und mehr werden die Programme der Firma Microsoft der Quasi-Standard in der digitalen Welt. Verwenden wir Microsoft-Programme wie Word, Excel und Co. tragen wir dazu bei, diesen Zustand zu stabilisieren.

Open Source Software bietet Entwicklungsländern die Chance zum Aufbau einer IT-Infrastruktur unabhängig von den westlichen Software-Giganten. Sie hilft so bei der Überwindung der digitalen Kluft.

Damit OpenSource Software dort eine Chance hat, ist es wichtig, das in diesen Ländern nicht ebenfalls kommerzielle Dateiformate zum Quasi-Standard werden, und Computernutzer dadurch gezwungen werden, diese Software zu nutzen.

Es wird Zeit für den Wechsel zu offenen Formaten und zu quelloffener Software.

Inzwischen lassen sich die meisten Formate von Programmen der Fa. Microsoft auch mit OpenOffice.org öffnen. Das funktionier zwar immer noch nicht vollständig, macht aber einen Wechsel zu Open Source Software einfacher.

10.02.2007

Produktpiraterie und Software

Die G7 Staaten beraten in Essen. Eines Ihrer Themen ist der Kampf gegen Produktpiraterie.

Russland hat der Produktpiraterie den Kampf angesagt. Dies ist eine Voraussetzung, um bei den G7 mitmachen zu dürfen. Kürzlich wurde ein russischer Schulleiter von der Staatsanwaltschaft angeklagt, weil er auf Computern im Klassenzimmer nicht lizensierte Software von Microsoft installiert hat. Ihm droht jetzt die Inhaftierung in einem Sibirischen Straflager.

Michail Gorbatschow setzte sich persönlich in einem offenen Brief an Microsoft-Chef Bill Gates für diesen Lehrer ein:

"Einem Lehrer, der sein Leben der Erziehung von Kindern gewidmet hat und der ein kleines Gehalt bekommt, das man noch nicht einmal mit dem Gehalt eines normalen Angestellten Ihrer Firma vergleichen kann, droht die Internierung in einem sibirischen Gefangenenlager"

heist es im Schreiben Gorbatschows.

Microsoft solle Gnade walten lassen und seine Beschwerde zurückziehen.

"Diese großzügige Geste würde von all jenen enthusiastisch begrüßt werden, die in Russland Produkte von Microsoft nutzen."

Kommerzielle Software ist teuer. Zu teuer für viele Menschen und Organisationen in der dritten Welt. Vermutlich auch zu teuer für viele Menschen in Russland.

Aber Produkte der Firma Microsoft sind allgegenwärtig. Jede Volkshochschulen bietet Kurse zu Windows, Excel und Word an, Computer werden in der Regel mit Windows ausgeliefert, Hardwarehersteller legen ihren Produkten Treiber von Microsoft bei. Behörden und öffentliche Einrichtungen veröffentlichen Dokumente immer noch viel zu oft in Microsoft-eigenen Formaten - mit der Begründung, dies Formate könne doch heute jeder lesen. Programme aus Redmond werden so zum Quasi-Standard in der Computerwelt. Kein Wunder also, dass Raubkopien dieser Programme so verbreitet sind.

Wenn wir nicht aufhören so zu tun, als seien Computer untrennbar mit Windows, Word und Co verknüpft, erhalten wir eine unüberbrückbare digitale Kluft zu den ärmeren Ländern aufrecht.

Offene Dateiformate und freie Software können diese Kluft verringern. Es wird Zeit, dass offene Dateiformate die Redmonder Produkte als Standard ablösen.

Verwendet freie Software, wann immer es geht!

08.02.2007

Greenpeace warnt vor Elektroschrott für die Dritte Welt durch Vista

Die Einführung von Windows Vista macht einen Austausch eines großen Teils der derzeit betriebenen Rechner erforderlich

Greenpeace warnt davor, dass mit der Einführung von Vista, der neuen Version des Betriebssystems Window, bis zu 50% aller zur Zeit betriebenen Rechner ausrangiert und als Elektroschrott in Ländern der Dritten Welt entsorgt werden.

In Ländern wie China, Indien, Thailand oder den Philippinen stapeln sich schon jetzt die Berge an Elektronikschrott in den Himmel. Dort werden die gifthaltigen und mit Schwermetallen durchsetzten Bauteile von Tagelöhnern über offenen Feuern auseinander genommen. Die ungeschützten Arbeiter vergiften sich dabei. Greenpeace versucht seit Jahren, die Hersteller zu Rücknahmegarantien und der Verwendung von weniger Giftstoffen zu bewegen.

Hinzu kommt, dass der größte Teil der neuen Rechnergenerationen wesentlich mehr Energie verbraucht.

Das zeigt wieder die unseeligen Mechanismen, die mit kommerzieller Software verbunden sind. Ein aktuelles Linux Debian läuft noch gut auf einen älternen Rechner, bei mir z.B. auf einem (gebraucht gekauften) Pentium III

06.02.2007

One Laptop per Child

Zweites Vorserienmodell produziert

Das 100-Dollar-Notebook

Die Organisation One Laptop per Child (OLPC) von Nicholas Negroponte hat ein zweites Vorserienmodell des 100-Dollar-Notebooks fertiggestellt.

Die Organisation setzt sich dafür ein, dass in Entwicklungsländern jedes Kind ein Notebook bekommt, um die digitale Kluft zu überwinden. Zu diesem Zweck wird zur Zeit an einem günstigen Notebook gearbeitet. Es steht allerdings inzwischen fest, dass der Preis von 100 Dollar nicht zu realisieren ist. Derzeit geht man von ca. 140 Dollar aus.

http://www.mbauweb.de/cgi-bin/bmview.cgi?dir=d00000175

03.02.2007

180 Nichtregierungsorganisationen wenden sich an die EU-Ratspräsidentin Bundeskanzlerin Merkel

Die Organisationen befürchten, Freihandelsabkommen würden das Ungleichgewicht zwischen den Ländern Afrikas und den reichen EU-Staaten weiter verschärfen

EPA 07 In einem Offenen Brief an die EU-Ratspräsidentin Bundeskanzlerin Angela Merkel forderten am 01.02.2006 180 europäische Nichtregierungsorganisationen gerechte Handelsbeziehungen mit den Ländern Afrikas, in der Karibik und im Pazifik (AKP-Länder). Sie setzen sich vor allem dafür ein, dass die EU diese Länder nicht länger zu Freihandelsabkommen drängt, sondern Alternativen anbietet.

"Während ihr Marktzugang in die EU praktisch nicht verbessert wird, sollen die AKP-Länder ihre Zölle für nahezu alle EU-Importe senken, was ihnen die Möglichkeit nimmt, Kleinbauern und kleine Industriebetriebe vor überlegener EU-Konkurrenz zu schützen", heißt es in dem Brief.

01.02.2007

Orangensaft Merida - Produkt des Monats Februar im Eine-Welt-Laden

Dem Merida Orangensaft der Gepa wird im Februar im Eine-Welt-Laden Shalom der Dorstener St. Antonius Gemeinde besondere Aufmerksamkeit geschenkt

Merida Orangensaft Seit Januar 2007 gibt es im Dorstener Eine-Welt-Laden Shalom das "Produkt des Monats". Damit soll jeweils ein Produkt besonders hervor gehoben und bekannt gemacht werden. Im Februar ist es der Merida-Orangensaft der gepa. Das Konzentrat dieses Oragensaftes kommt aus drei brasilianischen Kooperativen: CAELNOR in der Region Ria Real, APACO, einer Initiative die sich für den Anbau ökologischer Produkte einsetzt und COAGROSOL im Bundesstaat Sao Paulo.

Mit COAGROSOL, der jüngsten der Kooperativen befasst sich auch die aktuelle Ausgabe von Gepa-TV, online zu finden unter unter http://bwfamily.tv. Die Sendung kann dort mit hoher Auflösung (52 MB) oder mit geringer Auflösung(5,5 MB) herunter geladen werden

Auch die Augustausgabe 2006 (PDF) von Gepa Aktuell befasst sich mit COAGROSOL


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