US-Forscher verändern Ziegen gentechnisch so, dass ihre Milch tödliche Nervengifte neutralisiert
Forschern der US-Firma PharmAthene ist es nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung gelungen, Ziegen gentechnisch so zu verändern, dass ihre Milch große Mengen eines Enzyms (Butyrylcholinesterase) enthält, das in der Lage ist, tödliche Nervengifte und -kampfmittel wie Sarin und VX zu neutralisieren.
Das amerikanische Verteidigungsministerium ist natürlich ganz scharf auf diese Entwicklung:
Dort erhofft man sich, dass solche Entwicklungen später ermöglichen, Einsatztruppen vor Angriffen mit chemischen Kampfstoffen zu schützen.
Darüber hinaus könnte ein Vorrat des in der Ziegenmilch hergestellten Stoffes angelegt werden, um im Falle eines terroristischen (!!) Angriffes gewappnet zu sein.
Das ist wieder mal typisch. Die Zauberlehrlinge manipulieren den Bauplan der Schöpfung, weil man eben tut, was man tun kann und weil man sich wieder einen kleinen Vorteil bei der nächsten militärischen Eskalation ausrechnet.
Und weil es potentiell vor Terroristen schützt, kann ja auch keiner was dagegen haben - oder?
Natürlich macht sich keiner Gedanken um die Ziegen. Ist es ethisch vertretbar, Tiere gentechnisch zu verändern, weil wir uns davon einen (militärischen) Vorteil versprechen? Ich denke, nein.
Ich hatte kürzlich so schöne Fotos von unseren Kindern mit Ziegen im Streichelzoo - finde sie aber jetzt nicht. Vielleicht liefere ich sie noch nach.
Seit 2004 wird in Dänemark ein nichtinvasives Screening zur Früherkennung von Down-Syndrom durchgeführt. Seitdem hat sich die Zahl der Kinder, die mit Down-Syndrom geboren werden, halbiert
Wie eine medizinische Erfolgsstory liest sich der Artikel im Deutschen
Ärzteblatt, auf den Tims Eltern in
ihrem Blog Unser Leben mit Tim heute hinweisen.
Seit der Einführung des nicht invasiven Screenings auf eine Trisomie
21 hat sich in Dänemark die Zahl der Kinder, die mit einem Downsyndrom
geboren werden, fast halbiert. Dies zeigt eine auf der Jahrestagung
der European Society of Human Genetics in Nizza vorgestellte Studie.
(...)Statt wie vorher grundsätzlich allen
Schwangeren über 35 Jahren zu einer invasiven Pränataldiagnostik (...)
zu raten, wurde jetzt allen
Frauen eine Ultraschalluntersuchung zur Nacken-Transparenz-Messung
angeboten in Kombination mit einer Laboruntersuchung, die zwei
serologische Risikofaktoren erfasste (Doppeltest).
(...) Häufigste Gründe für die Geburt eines Kindes mit Down-Syndrom trotz
Screening waren eine ablehnende Haltung der Mutter zum Screening, ein
Versagen der Risikokalkulation (Wert über 1:300) oder eine späte
Durchführung der Tests in der Schwangerschaft.
Da steigt in mir das kalte Grauen hoch.
Eine ablehnende Haltung zum Screening ist in Dänemark also der
Hauptgrund für die Geburt eines Kindes mit Down-Syndrom. Für den, der so was
schreibt, scheint es nicht vorstellbar zu sein, dass sich Eltern auch
bewusst für ein behindertes Kind entscheiden können - Töten ist
offensichtlich die Standard-Behandlung der Krankheit.
Tims Eltern bringen das treffend auf den Punkt:
Gibt es also neuerdings eine Impfung gegen Down Syndrom? Oder
Medikamente? Nein, weit gefehlt! Es geht schlicht und einfach darum,
dass man bei mehr Kindern das Down Syndrom bereits vor der Geburt
entdeckt und sie dann tötet. Was nichts anderes bedeutet, als dass ein
Kind mit Down Syndrom als unwertes Leben klassifiziert wird.
Das scheint allerdings nicht nur in Dänemark so zu sein. Ich kann mich
noch gut erinnern, wie ein Gynäkologe uns bei der Schwangerschaft
mit dem zweiten Kind dringend alle möglichen
Untersuchungen ans Herz legte, als er hörte, dass unser erstes Kind
Down-Syndrom hat. Auch seine Vorstellungskraft reichte wohl nicht so
weit, dass ein Kind mit einer Behinderung eine Bereicherung sein kann.
Was ist der nächste Schritt? Konsequenterweise müssten jetzt
eigentlich Kassenleistungen für die Behandlung der Folgen des
Down-Syndroms gestrichen werden, Eltern müssten z.B die Therapien selber
zahlen - sie haben ja selbst die Schuld an der "Erkrankung". So
ähnlich wie das beim Rauchen oder bei bestimmten Funsportarten
diskutiert wird. Mal ehrlich, wen würde es wundern, wenn demnächst
solche Ideen salonfähig würden?
Professor Anne Waldschmidt kommentiert im Gesellschafter-Tagebuch einen Artikel über das Frühchen Amillia
Unter der Überschrift "Kinder Machen - um jeden Preis?" kommentiert Professor Anne Waldschmidt im Gesellschafter-Tagebuch einen Artikel über das "Frühchen Amillia", das bei der Geburt nur 24 Zentimeter groß war. Es wird vermutlich keine beibenden Schäden davon tragen.
Der Artikel von Frau Professor Waldschmidt gibt zu Denken:
Hätte Amillia ebenfalls zur Welt kommen dürfen, wäre sie monatelang ebenso intensiv versorgt worden, wenn sie einen wahrnehmbaren Körperschaden gehabt, mit einem Wort: "behindert" gewesen hätte?
Wir leben im Zeitalter hoch technisierter Medizin, die insbesondere in der Neonatalogie alles Menschenmögliche versucht, um "Frühchen" am Leben zu erhalten (und hierfür Dankbarkeit bei Eltern und Betroffenen, Bewunderung bei der Öffentlichkeit erntet). Gleichzeitig aber wird in Reproduktionstechnologie und Pränataldiagnostik ziemlich viel dafür getan, damit behinderte Ungeborene gar nicht erst zur Welt kommen.
Etwas mehr Medizinkritik täte ihrer Ansicht nach der Berichterstattung gut.
Chinesische Wissenschaftler stellen makaberes Experiment vor
"Schockierend", anders kann ich den Bericht bei Golem nicht nennen, nach dem es chinesischen Wissenschaftlern gelungen sein soll, eine Taube fernzusteuern, indem sie mit Mikroelektroden Gehirnregionen stimulierten.
Die Elektroimplantate würden dabei unterschiedliche Zellgegenden im Hirn des Vogels stimulieren, je nachdem, welche Signale die Wissenschaftler von ihrem Computer ausgesendet haben. Die Signale glichen dabei sehr den Nervenerregungen, die der Körper selbst nutzt, um Bewegungen zu kontrollieren.
Es soll das erste erfolgreiche Experiment bei einem Vogel sein, sagte Forschungsleiter Su Xuecheng. Nun möchten die Forscher das Verfahren weiterentwickeln und hoffen auf praktische Einsatzgebiete in der Zukunft. Wie die aussehen könnten, dazu machten die Chinesen jedoch keine Angaben.
Erschreckend, wie gnadenlos und blind Menschen andere Lebewesen zum Objekt ihrer Experimente degradieren. Forschung an Lebewesen - in der Erwartung, vielleicht mal eine Anwendung dafür zu finden. Kennen solche "Forscher" eigentlich ethische Grenzen?