Lesen - Fernsehen online
Nachdem das ZDF sie gefeuert hat, liest Elke Heidenreich jetzt online. Gast in der ersten Folge ist Campino von den Toten Hosen.
Ich bin nicht gerade ein großer Fan von ihr, aber gelegentlich kann ich mir Frau Heidenreich schon mal anschauen. Durch die Verfügbarkeit im Internet habe ich jetzt auch eine deutlich bessere Chance, diese Sendung zu sehen, als im ZDF, wo sie immer zu Zeiten kam, wenn ich nicht fernsehe.
Diese Sendung machte mir wieder mal klar, wie antiquiert das Konzept Fernsehen eigentlich ist. Ist es denn wirklich noch nötig, dass uns vorgeschrieben wird, wann wir welche Sendungen zu konsumieren haben. Gut, man kann heute ja alles irgendwie aufzeichnen, aber es wäre sicher auch problemlos möglich, das laufende Fernsehprogramm so online vorzuhalten, dass der Kunde Sendungen zu dem Zeitpunkt abrufen kann, wenn er sie sehen will. Geht ja bei Youtube und Sevenload auch. Und beide Dienste arbeiten zur Zeit auf Hochtouren daran, auch Videos von hoher Auflösung zu ermöglichen.
Es sieht so aus, als ob Internetvideoportale gerade zu einer Art zusätzlicher Programmanbieter mit on-demand-Programm werden. Was fehlt, ist ist eine technisch einfach zu bedienende Möglichkeit, das Programm am Fernsehschirm zu sehen, jedenfalls für mich, längere Filme am Computermonitor zu schauen, finde ich einfach unbequem.
Eigentlich kann man doch erwarten, dass auch die öffentlich-rechtlichen Sender ihr Programm vollständig online stellen. Arte kriegt es ja auch hin, wenn auch nur halbherzig für 7 Tage und mit miserablem Handling. Aber immerhin.
Mit meiner GEZ-Gebühr habe ich ja bereits dafür bezahlt, dass diese Sendungen produziert wurden. Da kann ich doch eigentlich erwarten, dass sie auch öffentlich verfügbar sind, wo doch jetzt sogar für Internet-PCs GEZ-Gebühren anfallen.
Aber statt hier mal fortschrittlich Maßstäbe zu setzen, werden Änderungen im Rundfunkstaatsvertrag diskutiert, die Online-Aktivitäten der öffentlich-rechtliche Sender noch weiter beschränken sollen.