07.07.2009

BUND-KandidatInnencheck

1.495 DirektkandidatInnen unter der Lupe

Wie stehen die Direktkandidatinnen und Direktkandidaten der Parteien im Bundestag zum Atomausstieg, zum Neubau von Kohlekraftwerken, zur Gentechnik und zu ökologischen Brennpunkten in ihrem Wahlkreis? Wo können Sie Umweltschutz wählen?

Unter http://www.bund.net/kandidatencheck kann man es erfahren.

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29.05.2009

»Gentechnik-Ratgeber« - jetzt bestellen

In Kürze erscheint der neue Gentechik-Ratgeber von Greenpeace. Er kann jetzt schon bestellt werden.

via Twitter

Monsanto scheitert auch vor Oberverwaltungsgericht

Gen-Mais MON810 bleibt weiter verboten!

Da kann Pfingsten doch nur schön werden, bei so guten Nachrichten

Monsanto hatte ja gegen das Verbot des Genmais MON810 durch Ilse Aigner geklagt und war bereits in erste Instanz unterlegen. Und nun wurde das Verbot auch in der zweiten Instanz bestätigt.

Stefanie Hundsdorfer von Campact schreibt dazu

Unser großer Kampagnenerfolg hat eine weitere Feuerprobe überstanden: Das Verbot des Gen-Mais MON810 wurde gestern auch vom niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg bestätigt. Nachdem das Braunschweiger Verwaltungsgericht Anfang Mai das Verbot, das Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner Mitte April erlassen hatte, im Eilverfahren für rechtmäßig erklärt hatte, war der Gentechnik-Konzern Monsanto bei den Lüneburger Richtern in Berufung gegangen. Vergeblich!

Die Richter bestätigten in ihrem Urteil im Kern das Urteil der Vorinstanz: Aufgrund des Vorsorgeprinzips durfte die Landwirtschaftsministerin den Gen-Mais auch dann aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse über Risiken verbieten, als diese Erkenntnisse noch nicht unangreifbar und abgesichert waren. Bei solchen Risiko-Entscheidungen stehe der Politik ein „Beurteilungsspielraum“ zu, der „gerichtlich nur eingeschränkt überprüfbar“ sei (Mitteilung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg)

Das diese Ansicht nun von einem zweiten Gericht bestätigt wurde, ist ein großer Erfolg für uns. Auch die Rechtsprechung scheint verstanden zu haben, dass es in einem Bereich wie der Agro-Gentechnik, der von großer wissenschaftlicher Unsicherheit über Risiken geprägt ist, folgendes gelten muss: Demokratisch legitimierte Volksvertreter/innen entscheiden darüber, wie viel Risiko einer Gesellschaft zugemutet werden kann. In Europa und Deutschland sind die Politiker/innen dabei an die Anwendung des Vorsorgeprinzips gebunden, so steht es in den Gesetzen: Sie müssen Gefahren auch dann abwehren, wenn über Risiken für Mensch und Umwelt noch wissenschaftliche Unsicherheit besteht, es gleichzeitig jedoch konkrete Hinweise auf solche Risiken gibt.

17.05.2009

Gentechnik hilft nicht den Entwicklungsländern

Ein beliebtes Argument der Befürworter der grünen Gentechnik lautet, Gentechnik sei nötig um die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen. Ich habe das nie so gesehen. Ich glaube, es ist genau umgekehrt.

Gentechnikforschung ist teuer und in der Regel mit Patenten geknüpft. Über 90% des weltweit verkauften transgenen Saatgutes kommt von der Firma Monsanto, der Kritiker immer wieder das Bestreben nach Kontolle des Weltagrarmarktes vorwerfen. Gentechnikgegner wie die indische Aktivistin Vandana Shiva kritisieren, dass die Art und Weise, wie Monsanto und andere Konzerne ihre Marktmacht ausnutzen, Landwirte in Entwickungsländern in Abhängigkeiten führen, in dem sie durch Verträge und auch durch Techniken, wir die Terminatortechnik jedes Jahr aufs neue gezwungen werden, ihr Saatgut zu kaufen, statt sich - wie es Landwirte schon immer getan haben - einen Teil der Ernte als Saatgut für das Folgejahr zurücklegen. Dies führt nach Ansicht der Kritiker zu einer deutliche Verminderung der Biodiversität.

Eben fand ich mich in einen Artikel des Infodienstes Gentechnik zu diesem Thema bestätigt, der auf den kürzlich veröffentlichten Arbeitsbericht des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag verweist

Ob Gentechnik-Pflanzen wirklich dabei helfen können, die Probleme der armen Länder zu lösen, scheint weiterhin mehr als fraglich. Schon der Bericht des Weltagrarrats hat letztes Jahr klargestellt, dass die beste Lösung für das Hungerproblem eine regional angepasste, nachhaltige Landwirtschaft ist. Der gestern veröffentlichte Arbeitsbericht des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag kommt zu ähnlichen Ergebnissen: "Der Bericht belegt eindringlich, dass selbst nach zwölf Jahren großflächigen Einsatzes von transgenem Saatgut der ökonomische, ökologische und soziale Nutzen nicht zu belegen ist. Daher sollten Forschung und Entwicklung für nachhaltigere und ökologische Alternativen zur Agrogentechnik gestärkt werden", so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Denn bei einer ernsthafen Suche nach zukunftsfähigen Agrartechnologien, sollte zunächst nach vorhandenen und absehbaren Lösungsmethoden geschaut werden. "Die Entwicklung einer marktfähigen transgenen Sorte ist langwierig, aufwendig und teuer und kann daher von öffentlichen Institutionen, auf jeden Fall in kleineren Ländern, oder von kleineren Firmen nicht geleistet werden", so heißt es in dem Bericht.

14.05.2009

Nein zu Genmais in Brüssel

Neue Aktion von Campact: Fordern Sie von Schavan, Aigner und Gabriel ein klares Nein zur Neuzulassung von Gen-Mais in Brüssel!

Hier kann der Appell unterzeichnet werden

26.03.2009

Video »Gentech Landwirtschaft«

Greenpeace erklärt in einem kurzen Video die Probleme der landwirtschaftlichen Nutzung der Gentechnik.

Nett gemacht, gut verständlich, weiter sagen! (via Twitter)

19.02.2009

Kein Gen-Mais in Europa

Maispflanze mit kondom
Am 25.02 entscheiden EU-Regierungsvertreter in Brüssel darüber, ob weitere Genmaissorten in Europa zugelassen werden sollen. Es geht wie berichtet um die Maislinien 1507 von Pioneer und Bt11 von Syngenta.

Die Stimme der deutschen Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner ist da mit entscheidend. Und offenbar ist Frau Aigner von ihrer bisherigen Pro-Gentechnik-Linie ein wenig abgewichen.

Mit einer neuen Kampagne will Campact Minsterin Aigner mit Plakaten und Anzeigen in Ihrem Wahlkreis zur Ablehnung des Genmaises auffordern.

Wird noch mehr Gen-Mais zum Anbau zugelassen? Am nächsten Mittwoch stimmen die EU-Staaten in Brüssel ab. Landwirtschaftsministerin Aigner muss dafür sorgen, dass Deutschland mit Nein stimmt!

Mit Anzeigen in den wichtigsten Tageszeitungen aus Aigners Bundestagswahlkreis werden wir nach der Abstimmung veröffentlichen, wie die Ministerin gestimmt hat. Bis zur Entscheidung teilen wir Aigner jeden Tag per Mail mit, mit wie vielen Anzeigen sie rechnen muss. Die Ministerin wird sich gut überlegen, wie sie sich positioniert – vor ihren Wähler/innen muss sie der Gentechnik eine Absage erteilen!

Um diese Aktion zu finanzieren, braucht Campact Geld.

24.01.2009

EU-Kommission plant Zulassung weiterer Gen-Mais-Sorten

Ich hatte lange nichts mehr zur Gentechnk, man könnte fast meinen, das hier sei ein Themenblog über schulische Integation. Ist es mit Nichten.

Über den Genmais MON810 von Monsanto habe ich ja schon mehrfach berichtet. Umweltgruppen fordern seit langem ein Verbot dieser BT-Maissorte, die zur Zeit noch die einzige zum Anbau zugelassene transgene Maissorte in der EU ist. Diese Maispflanze produziert ein Gift, das gegen den Schädling Maiszünsler wirkt. Kritiker befürchten, dass das Gift nicht nur den Maiszünsler, sondern auch andere Insekten schädigt.

Die EU-Kommission hat am vergangenen Mittwoch vorgeschlagen, zwei weitere Maissorten zuzulassen.

Die Maislinien 1507 von Pioneer und Bt11 von Syngenta wären die ersten Gentech-Pflanzen seit 1998, die in der EU zum Anbau zugelassen werden würden. EU-Umwelt-Kommissar Stavros Dimas hatte im Oktober 2007 die Zulassung zum Anbau abgelehnt, weil es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, die auf Umweltgefahren durch den Anbau hinweisen. Die Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte im Oktober 2008 die Sicherheitsbedenken zurückgewiesen, nachdem sie zu einer erneuten Prüfung durch die Kommission beauftragt wurde. Über 100 000 EU-Bürgerinnen und -Bürger hatten der Kommission durch Protest-Mails ihre Solidarität mit der kritischen Haltung Dimas' bekundet. (Save Our Seeds)

Auch Campact setzt sich bereits seit längerem für ein Verbot von MON810 und ruft zum Protest gegen die Zulassung weiterer Maissorten auf.

Bei einer Aktion am 2. Februar vor dem Kreisbauerntag in Andechs, in Landwirtschaftsministerin Aigners Wahlkreis, sollen der Ministerin 45.000 Postkarten für ein Verbot des Gen-Mais übergeben werden.

Wir haben allen Grund, das Thema Gentechnik an die Ministerin heran zu tragen. In den nächsten Wochen sollen auf europäischer Ebene zwei neue Maissorten (Bt11 und 1507) zum kommerziellen Anbau zugelassen werden. Damit wären nach dem Gen-Mais MON810, bisher der einzigen zum kommerziellen Anbau zugelassenen Gen-Pflanze, zwei weitere Gen-Pflanzen auf den europäischen Feldern erlaubt. Die Kommission hat hierzu am Mittwoch grünes Licht gegeben. Kommt unter den europäischen Mitgliedsstaaten nun keine qualifizierte Mehrheit gegen die Zulassungen zustande, dann sind die Zulassungen durch.

Wir müssen Ilse Aigner dazu bringen, dass Sie in Brüssel mit Nein stimmt, wenn es um die Zulassungen dieser Gen-Maissorten geht! Zudem muss die Minsterin bei der Entscheidung über die erneute Zulassung des Gen-Mais MON810, die in den März hinein verschoben wurde, mit Nein stimmen!

Weitere Informationen zur Aktion unter http://www.campact.de/gentec/aigner/andechs

31.10.2008

Ilse Aigner

Die neue Landwirtschaftsministerin ist begeisterte Befürworterin der Gentechnik

Ich kannte sie vorher noch nicht, aber ich lese gerade mit Schrecken, wer da die Nachfolge von Horst Seehofer antritt:

Die CSU-Bundestagsabgeordnete Ilse Aigner wir neue Bundesministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Als Forschungs- und Bildungspolitikerin setzte sie sich bisher dafür ein, die Agro-Gentechnik anzuwenden und sah einen großen Nutzen von Gentech-Pflanzen für die Landwirtschaft. Bedeutende Chancen sieht sie beispielsweise darin, "gesundheitliche Verbesserungen beim Menschen zu bewirken. Eine zukunftsweisende Methode hierzu ist z.B. die Anreicherung von Inhaltsstoffen mit gesundheitsfördernden Eigenschaften in Nahrungsmitteln (Functional Food)". Bleibt abzuwarten, wie sie auf die eigentlichen Wünsche der Verbraucherinnen und Verbraucher reagiert. Bei einer Campact-Aktion zum Gentechnik-Gesetz im Sommer blieb sie der Diskussions-Veranstaltung fern.

Richtig gruselig liest sich das hier

Und diese Frau ist jetzt die für grüne Gentechnik zuständige Ministerin.

Update

Auch das Campact-Blog sieht Ilse Aigners Positionen zur Gentechnik mit Sorge. http://www.campact.de/campact/logbook#stefanie@1225379151

Genkartoffel bleibt im Acker

Ich hatte ja lange nichts mehr zur Gentechnik, aber gerade bin ich auf einen etwas älteren Bericht über die Genkartoffel Amflora gestoßen, der mir mal wieder zu denken gegeben hat.

Amflora ist eine in der EU nicht zugelassenen Kartoffelsorte der Firma BASF, die gentechnisch so verändert wurde, dass sie einen höheren Anteil an Stärke enthält und sich deshalb für die industrielle Nutzung gut eignen soll. Außerdem enthält Amflora antibiotika-resistente Gene. Umweltschützer befürchten, die Verbreitung dieser Gene könnte die Wirksamkeit von Medikamenten beeinträchtigen, wenn sie in den Nahrungskreislauf gelangen.

Auf einem Acker in Zepkow im Landkreis Müritz war im vergangen Jahr ein Versuch der BASF mit Amflora beendet worden. Aber auch nach einem Jahr sind die kartoffeln nicht vom Acker verschwunden.

Zur Folgekontrolle des Ackers in Zepkow bei Röbel wurden Anfang August erstmalig auch zwei Mitglieder der Bürgerinitiative zugelassen. Allerdings unter der Voraussetzung der Geheimhaltung des Termins gegenüber Presse und Öffentlichkeit, wie die Bürgerinitiative kritisiert. Obwohl das zuständige Landesamt zunächst die 100%ige Beseitigung versprach, wurden erneut Durchwuchskartoffeln gefunden, teilweise mit intaktem, grünem Kraut. Der BASF sei die manuelle Entfernung angesichts der Größe des Ackers (mindestens 20 ha) und der damit verbundenen Kosten nicht zuzumuten, so die Reaktion des zuständigen Landesamtes.

Hier wird wieder mal deutlich, wie verantwortugslos die Gentechnik-Konzerne, aber auch deutsch Behörden mit dem Risiko der Gentechnik umgehen.

In einer Erklärung der Bürgerinitiative "Müritzregion - gentechnikfrei" (PDF) heist es:

Die derzeitige Situation auf den betroffenen Ackerflächen wurde während der neuerlichen Vorortkontrolle seitens der amtlichen Kontrolleure immer wieder heruntergespielt. Dass die Kontrolle auf Durchwuchskartoffeln auf einem weiteren Acker überhaupt stattfand, der im Vorjahr ohne Zulassung fälschlich zunächst auch mit der Gentechnik-Kartoffel bestellt worden war, ist offenbar dem Drängen der beiden anwesenden BI-Mitglieder zu verdanken.

Die Gefahren, die von der Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen ausgeht, kann niemand endgültig absehen. Sie dürfen aber auf keinen Fall unterschätzt werden. Wenn Genplanzen einmal in der Natur ausgewildert sind, lassen sie sich nie wieder beseitigen.

S. auch http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/amflora-waechst-und-gedeiht

23.07.2008

Gentechnik-Krebsimpfstoff aus Tabakpflanzen

Ich habe gerade diesen Artikel gefunden und bin noch nicht ganz entschieden, wie ich das finden soll.

http://www.stern.de/wissenschaft/medizin/:Gentechnik-Krebsimpfstoff-Tabakpflanzen/631927.html

Weil ich jetzt erst mal zur Arbeit muss, komme ich jetzt auch nicht weiter, mit der Entscheidung.

16.07.2008

Monsanto-kritischer Film von Videoportalen verschwunden

Google löscht Gentechnik-Film

Ich habe doch kürzlich auf die Ausstrahlung des Filmes "Monsanto-mit Gift und Genen" in Arte hingewiesen. Leider hält Arte Filme nur für 7 Tage bereit, aber wie das in solchen Fällen im Internet so ist, findet man derartige Filme dann schnell auf den bekannten Videoportalen, vor allem bei Google Video und Youtube. Auch in diesem Fall konnte man wie berichtet den Film dort finden.

Nun berichtet die Taz von einem "merkwürdigen" Verschwinden des Filmes bei Google und Youtube.

Eine kritische Arte-Dokumentation über den US-amerikanischen Gentechnik-Riesen Monsanto ist von Google und YouTube verschwunden. Der Film „Monsanto – Mit Gift und Genen“ der französischen Journalistin Marie Monique Robin wurde Anfang des Jahres auf Arte ausgestrahlt. Google hat den zweistündigen Film, der auf GoogleVideo online zur Verfügung stand, anscheinend gelöscht. Spekulationen zufolge geschah dies auf Druck der kanadischen Filmgesellschaft. Auch von YouTube wurde der Film entfernt. Eine Erklärung für die Entfernung des Filmes gab es bisher von keiner der beiden Firmen. An einer Verletzung des Urheberrechts scheint es aber nicht gelegen zu haben, da YouTube in solchen Fällen auf der Seite des entfernten Videos einen diesbezüglichen Hinweis schaltet.

Ich wundere mich immer wieder, wie weit der Arm von Monsanto reicht.

Der Film steht inzwischen bei Genfood zur Verfügung, und ich hoffe, da bleibt er auch.

via Monsanto

Übrigens: Videos auf Google Video und Youtube kann man sich auch mit dem Firefox-Plugin VideoDownloadHelper herunterladen. Wenn man das hier so liest, ist das vielleicht gelegentlich eine ganz gute Idee.

10.07.2008

»Herr Seehofer, verbieten Sie den Gen-Mais!«

Campact Postkarten-Aktion gestartet

Gerade bei Campact gefunden:

Heute morgen ist unsere Postkarten-Aktion an Landwirtschaftsminister Seehofer gestartet, mit der wir zu Tausenden fordern möchten: "Verbieten Sie den Anbau des Gen-Mais MON810, Herr Minister!"

Der Mais MON810 des multinationalen Konzerns Monsanto ist die bisher einzige kommerziell angebaute Gen-Pflanze in Europa. Österreich, Ungarn, Griechenland, Polen, Frankreich und Rumänien haben den Anbau bereits verboten – zum Schutz von Mensch und Umwelt. Jetzt muss Seehofer diesem Vorbild folgen!

Schleichend verunreinigen die Pollen des Gen-Maises MON810 die gentechnikfreie Landwirtschaft. Sein Insektengift bedroht die Ökosysteme. Und damit nicht genug: Der Risiko-Mais wird verfüttert und landet als Käse, Milch, Eier und Fleisch auf unseren Tellern. Dennoch: Landwirtschaftsminister Horst Seehofer lässt den manipulierten Mais in Deutschland weiter anbauen.

Fordern Sie ein Verbot des Gen-Maises!

12.05.2008

Industrie und Behörden bei der grünen Gentechnik gut vernetzt

»Die enge Verflechtung zwischen Agroindustrie und Behörden macht die staatliche Risikobewertung unglaubwürdigt«

Der Tagesspiegel berichtet über "gute Verbindungen" im Bereich der Gentechnik

Die Verbindungen zwischen den staatlichen Stellen, die gentechnisch veränderte Pflanzen zulassen, und der Industrie sind enger, als bisher bekannt. Das ist das Ergebnis einer Studie von Christoph Then und Antje Lorch im Auftrag der grünen Bundestagsabgeordneten Ulrike Höfken, die dem Tagesspiegel am Sonntag vorliegt. Then hat 2007 die Firma Scouting Biotech gegründet, nachdem er als Gentechnik-Experte bei Greenpeace aufhörte. Antje Lorch bereibt eine ähnliche Firma in den Niederlanden. Höfkens Bewertung ist eindeutig. Sie sagt: "Die enge Verflechtung zwischen Agroindustrie und Behörden macht die staatliche Risikobewertung unglaubwürdigt und erschüttert das Vertrauen in die Demokratie."

via PresseEcho.de

12.04.2008

»MONSANTO - Mit Gift und Genen« verpasst?

Obwohl ich darüber gebloggt hatte, habe ich selbst den Film "MONSANTO - Mit Gift und Genen", der neulich bei Arte lief, doch verpasst. Ein Filmarchiv, das Beiträge nur sieben Tage vorhält ist einfach sch...lecht.

Der Konsumblogger weist jetzt darauf hin, dass der Film unter http://nuoviso.de/filmeDetail_giftundgene.htm noch verfügbar ist.

Der Stream kommt übrigen von Google Video Also kann man ihn auch dort direkt ansehen.

Von dieser Seite gelingt auch der Download mit dem Firefox-Plugin VideoDownloadhelper

Bei Arte hat das nämlich neulich überhaupt nicht geklappt. Sorry, ich sehe gerade, dass ich kein Update in den Beitrag gesetzt habe. Jetzt ist es aber sowieso zu spät, weil der Film ja nicht mehr im Arte-Archiv liegt.

Update

Ich habe den Film jetzt auch gesehen. Ich kann ihn nur empfehlen. Der Film zeigt, wie der weltweit größte Saatgut- und Biotechnologiekonzern seine strategischen Geschäftsinteressen ohne Rücksicht auf Mensch und Umwelt durchsetzt. Obwohl ich schon viel über Monsanto gehört und gelesen habe, hat dieser Film es geschaft, mich erneut zu schockieren.

08.04.2008

Risiken der Gentechnik

Heute mal als Linkschleuder.

Zwei Interessante Artikel habe ich eben bei Genfood gefunden:

30.03.2008

Percy Schmeiser erfolgreich gegen Monsanto

Monsanto zahlt Schadensersatz für kontaminierte Maisfelder

Kein Gentechnikgegner ist so bekannt wie Percy Schmeiser, der kanadische Farmer und Träger des alternativen Nobelpreises, der sich seit Jahren mit dem weltweit größten Hersteller von genverändertem Saatgut, Monsanto, anlegt.

Percy und Louise Schmeiser wurden 1998 von Monsanto verklagt, weil sie angeblich patentierten Gen-Raps der Firma Monsanto auf ihren Feldern anbauten, ohne diesen jedoch von dem Saatgut-Untennehmen gekauft zu haben. Es stellte sich heraus, das Schmeisers Felder durch fremdes Saatgut kontaminiert waren. Trotzdem verlangte Monsanto Schadensersatz, bot den Schmeisers aber einen Verzicht an, wenn sie in Zukunft ihr Saatgut von Monsanto beziehen würden. Der Fall ging über mehrere gerichtliche Instanzen. Nachdem sich Percy Schmeiser gegen Monsanto durchsetzen konnte, verklagte er seinerseits Monsanto wegen der Kontaminierung seiner Felder.

In dieser Angelegenheit hat es nun eine aussergerichtliche Einigung zwischen Percy Schmeiser und Monsanto gegeben. Monsanto zahlt Percy Schmeiser Schadensersatz. Bemerkenswert an der Sache ist, dass Monsanto ganz gegen die sonstigen Gewohnheiten auf eine Verschwiegenheitsklausel verzichtet hat.

Die Taz berichtet:

Der Landwirt, der für seinen Kampf gegen die Gentechnik im vergangenen Jahr mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde, sieht in der Entscheidung (...) einen Präzedenzfall. "Das Eingeständnis Monsantos, für die Kontamination benachbarter Felder verantwortlich zu sein, öffnet den betroffenen Bauern auf der ganzen Welt nun den Weg für Schadenersatzforderungen an Monsanto."

Ein wichtiger Sieg, der zeigt, dass Monsantos Strategie, seine Kritiker mit allen Mitteln zum Schweigen zu bringen, nicht aufgeht.

via Monsanto-Blog

27.03.2008

Vertriebsgenehmigung »regelrecht erschlichen«

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung aufgefordert, den Anbau der gentechnisch veränderten Maissorte MON 810 des Unternehmens Monsanto zu verbieten.

Nachdem wie berichtet die Zulassung für die Maissorte MON810 von Monsanto im Mai vergangenen Jahres durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) entzogen wurde, liegt sie seit Dezember wieder vor. Monsanto hat nach Ansicht des Bundesamtes die Auflagen erfüllt.

In einer Pressemitteilung erklärt der BUND dazu:

Die Genehmigung, in Deutschland weiterhin Mon 810-Saatgut verkaufen zu dürfen, habe Monsanto Ende 2007 nur unter der Bedingung erhalten, dass es einen geeigneten Monitoringplan vorlege, der die Umweltauswirkungen des Gentech-Maises erfasse. Der vorgelegte Plan erfüllt jedoch laut einer vom BUND in Auftrag gegebenen Rechtsexpertise nicht die erforderlichen Kriterien. Die Aussaat von MON 810 sei deshalb rechtswidrig.
(...)
Zum von Monsanto beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingereichten Monitoringplan sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger: "Offensichtlich hat sich Monsanto die neuerliche Vertriebsgenehmigung für MON 810 regelrecht erschlichen. Nicht nur dass diejenigen, die Monitoring-Daten liefern sollen, von Monsanto gar nicht kontaktiert worden sind. Sie sind auch nicht in der Lage, die erforderlichen Daten zu liefern, die eine klare Aussage über die Umwelteffekte von MON 810 zulassen." Es sei ein Skandal, dass das Bundesamt die Angaben von Monsanto nicht auf ihre Stichhaltigkeit überprüft habe. Ein weiterer Skandal sei, dass Bundesagrarminister Horst Seehofer zu diesem Vorgang schweige. Weiger forderte Seehofer auf, die bevorstehende Aussaat des MON 810-Maises zu stoppen.

13.03.2008

Monsanto, mit Gift und Genen

Auf Arte lief am Dienstag der Dokumentarfilm Monsanto, mit Gift und Genen. Ich habe ihn leider auch verpasst, aber Arte stellt ja alle Sendungen noch 7 Tage Online zur Verfügung.

Wir haben also noch ein paar Tage, ihn zu sehen. Wer das nicht schafft, kann sich das Firefox-Plugin VideoDownloadHelper installieren und die Sendung damit lokal abspeichern.

Update

Der Download von Arte mit dem VideoDownloadHelper gelingt zumindest mir nicht Wie es doch geht, steht in diesem Eintrag

15.02.2008

Gentechnik-Gesetz passiert den Bundesrat

Via Transgen.de Newsletter:

Der Bundesrat hat heute dem geänderten Gentechnik-Gesetz zugestimmt. Auch die umstrittene "ohne-Gentechnik" Kennzeichnung wurde angenommen. Der von den Bundesländern Hessen und Nordrhein-Westfalen eingebrachte Antrag, den Vermittlungsausschuss anzurufen, erhielt keine Mehrheit.

10.02.2008

Verschnupfte Maus

Durch Genveränderungen ist es Forschern gelungen, Mäuse anfällig für Erkältungen zu machen Hausmaus

Die Presse.com berichtet über ein neues perverses Tierexperiment

Die erste erkältete Maus der Welt hat Hoffnungen auf Heilungsmöglichkeiten für die lästige Volkskrankheit geweckt. Wissenschaftern vom Imperial College in London gelang es, eine Maus durch genetische Manipulationen empfänglich für Rhinoviren zu machen, die für die meisten Erkältungen verantwortlich sind und sonst nur Menschen und Schimpansen befallen, wie die Fachzeitschrift "Nature Medicine" am Montag berichtete.
Dadurch würden Experimente an den kleinen Säugetieren möglich, die neue Behandlungsmöglichkeiten für Husten und Schnupfen, aber auch für ernsthaftere Erkrankungen wie Asthma eröffnen könnten.

Ich bin immer wieder fassungslos angesichts solcher Nachrichten. Wie eine medizinische Sensation wird verkündet, dass wieder ein Mal irgendwelche Zauberlehrlinge am Bauplan der Schöpfung herumgefuscht haben und sich dabei auch noch wie die Götter fühlen.

Hoffnungen auf Heilungsmöglichkeiten?? Heiße Zitrone, Lindenblütentee, viel trinken... Die Natur hält eine endlose Zahl von Heilmitteln gegen Erkältungskrankheiten bereit. Und auch die Homöopathie bietet ein reichhaltiges Spektrum an bewährten Mitteln gegen Husten und Schnupfen.

Dumm nur, dass man die in der Regel nicht patentieren lassen kann. Deshalb müssen neue her und zu diesem Zweck müssen mal wieder Versuchstiere dran glauben.

Foto: Wikipedia

09.02.2008

Insekten entwickeln Resistenz gegen Bt-Baumwolle

In den USA haben Forscher Baumwollkapselbohrer gefunden, die resistent gegen gentechnisch veränderte Baumwolle geworden sind.

Die Netzeitung berichtet:

Wissenschaftler (...) von der Universität Arizona in Tucson präsentieren ihre Arbeit im Journal «Nature Biotechnology» (...)
Die Gruppe hatte Baumwollpflanzen in den USA untersucht, die ein zusätzliches Gen aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis tragen. Bei der so genannten Bt-Baumwolle entsteht aus dieser Erbanlage das Protein Cry1Ac, das Zellen im Darm der Schädlinge zerstört, in diesem Falle beim Baumwollkapselbohrer (Helicoverpa zea).
In den Tests untersuchte Tabashnik, welche Bt-Konzentration nötig war, um die Hälfte der Insekten zu töten. Dabei zeigte sich, dass einige in den Jahren 2003 und 2004 in den US-Bundesstaaten Arkansas und Mississippi gesammelte Baumwollkapselbohrer dafür viel mehr Bt- Gift fressen mussten als jene Insekten, die noch nie damit in Berührung gekommen waren. Sobald zehnmal mehr Gift nötig war, sprechen die Forscher von einer Resistenz.
Bei je zwei Kapselbohrer-Gruppen waren es mehr als 50 Mal soviel, mehr als 100 Mal so viel und mehr als 500 Mal so viel. In Tieren, die 2005 und 2006 im Feld gesammelt wurden, waren es gar 1000 Mal mehr.

Für Biologen ist diese Entwicklung nicht verwunderlich, sondern eine normale Anpassung an die Umwelt. Zugleich widerlegt sie allerdings ein weiterers Mal die Argumente, die für den Anbau transgener Agrarprodukte sprechen.

Das Problem ist nicht der Schädling sondern der ausgedehnte Anbau von Agrarprodukten in Monokulturen.

Bereits die Römer kannten das Prinzip der Fruchtfolge. Nicht nur das Vorkommen der sortenspezifischen Schädlinge wird damit reduziert, sondern auch eine natürliche Verbesserung der Böden und der Erträge erzielt.

Für Landwirte stellt sich einmal mehr die Frage, ob sie weiter auf den teuren, unnsinnigen und brandgefährlichen Anbau transgener Pordukte setzen und damit die biologische Vielfalt auf unserem Planeten irreversibel zerstören wollen.

26.01.2008

Die arme Sau

Ein Film über Patente auf Leben, Genfood und die Machenschaften der Gentechnik-Giganten

Die WDR-Produktion ist schon etwas älter, aber ich kannte sie noch nicht. Durch einen Beitrag im sozialen Netzwerk Kaioo bin ich auf den Film aufmerksam geworden und finde ihn so sehenswert, dass ich ihn auch hier empfehlen möchte.

Genforscher des großen amerikanischen Biotechnologie-Konzerns Monsanto haben bestimmte Abschnitte des schweinischen Erbgutes entschlüsselt und beschrieben. Diese wollen sie nun weltweit als Patent anmelden. Im Falle einer Erteilung wäre Schweinezucht nur noch mit der Genehmigung des Konzerns möglich. Das alarmiert die deutschen Züchter.

Ein Film über Patente auf Leben, Gentechnik, die Machenschaften des Gentechnik-Giganten Monsanto und Schweinezüchter, denen ihre Tiere bald nicht mehr gehören sollen, wenn ein Patentantrag von Monsanto vom Europäischen Patentamt angenommen wird.

Nicht neu, aber gut dokumentiert und spannend dargestellt. Ein Film, den man sich anschauen sollte um auch die letzten Zweifel daran zu zerstreuen, wie sehr Gentechnik und Patente auf Leben zur Bedrohung für die Menschheit werden, gerade nachdem gestern in Deutschland die Tür für die grüne Gentechnik wieder ein Stück weiter geöffnet wurde.

Video unter http://video.google.de/videoplay?docid=-5599944742624470002

Weitere Informationen zu Patenten unter:

Und sag' mir noch mal einer, Präzisionszucht (Smart Breeding) sei die gute Gentechnik. Wer nach dem Film noch glaubt, dass die notwendig ist, um Hunger und Elend in der Welt zu bekämpfen, der glaubt auch, dass Hasen bunte Eier legen (mal sehen, wann es da die ersten Patentanträge gibt).

25.01.2008

Gentechnikgesetz im Bundestag angenommen

Protest gegen das neue Gentechnikgesetzt Der Deutsche Bundestag hat heute trotz zahlreicher Proteste das neue Gentechnikgesetz verabschiedet. Foto Campact

20.01.2008

Öffentliche Petition: Biotechnologie - Gentechnik: Anbau und Neuzulassung gentechnisch veränderter Organismen

Eine neue Petition will ein Patentierungs- und Anbauverbot für gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) erreichen

Eine neue Petition kann mitgezeichnet werden:

Biotechnologie - Gentechnik: Anbau und Neuzulassung gentechnisch veränderter Organismen
Eingereicht durch: Bernhard Kletzenbauer am Montag, 17. Dezember 2007
Mit der Petition soll erreicht werden, dass gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) nicht patentiert und in der Land- und Forstwirtschaft ausnahmslos gesetzlich verboten werden. Mit der Petition soll verhindert werden, dass die biologische Vielfalt in Deutschlands Böden und landwirtschaftlichen Erzeugnissen durch Verunreinigung mit GVOs für immer verloren geht. Das empfindliche ökologische Gleichgewicht aller natürlichen Organismen muß erhalten bleiben.

Biotechlobby gegen Gentech-frei-Label

Beim Streit über die neuen Gentechnikregelungen sind die politischen Koordinaten auf den Kopf gestellt

Einen interessanten Artikel bringt die TAZ am letzten Donnerstag:

Beim Streit über die neuen Gentechnikregelungen sind die politischen Koordinaten auf den Kopf gestellt. Der Deutsche Bauernverband, Tierfutterhersteller und die Lebensmittelwirtschaft blasen zum Sturm gegen das neue Gentechnikgesetz und das neue "Ohne Gentechnik"-Label, die unter der Regie von Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) noch diesen Monat im Bundestag verabschiedet werden sollen. Die "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung sei eine "klare Verbrauchertäuschung" (...). Verbraucher- und Umweltverbände dagegen loben Seehofer für seine Kennzeichnungsregelung.

Auch wenn die Motive der Lebensmittelverbände sicher andere sind, ich teile die Kritik an der Label-Kosmetik. Wo "Ohne Gentechnik" draufsteht darf auch keine Gentechnik drin sein.

Aber dazu brauchen wir kein neues Gesetz. Wir haben längst eine Regelung. Ich habe übrigens eben gesehen, das es selbst in der geltenden Regelung noch Einschränkungen gibt, die ich merkwürdig finde:

Einer Kennzeichnung im Sinne des Satzes 1 steht ebenfalls nicht entgegen, wenn ein in Satz 1 Nr. 3 bezeichnetes Arzneimittel wegen eines therapeutischen oder prophylaktischen Bedarfs verabreicht worden ist und ein in seiner therapeutischen Wirksamkeit oder auf Grund seiner besonderen Eigenschaften vergleichbares, ohne Hilfe gentechnischer Verfahren hergestelltes Arzneimittel nicht zur Verfügung gestanden hat.

Ich verstehe nicht, warum man bei solchen Kennzeichnungen immer so rumeiern muß. Arzneimittel werden doch nicht dadurch gentechnikfrei, dass es keine gentechnikfreien Alternativen gibt. Wer diese Arzneimittel verwendet, sollte das Label dann eben nicht kriegen. So what?

Mit der gleichen Begründung könnte man einen Leguan zum Dinosaurier erklären, weil es ja keine prähistorischen Alternativen mehr gibt.

19.01.2008

Geimpftes Geflügel

Minister Seehofer verteidigt erlaubte Zusätze bei Lebensmitteln »Ohne Gentechnik «

Wie berichtet sieht der Entwurf für das neue Gentechnik-Gesetz (PDF) eine Neuregelung der Kennzeichnung "Ohne Gentechnik" vor. Tiere, die für die Produktion von gentechnikfreiem Fleisch, Milch oder Eiern verwendet werden, dürfen zukünftig mit gentechnisch veränderten Vitaminen und anderen Zusatzstoffen behandelt werden, wenn es dazu keine Alternative gibt.

Auf der Grünen Woche in Berlin äußerte sich Verbraucherminister Seehofer dazu

Als Beispiel für die Sinnhaftigkeit der Regelung nannte er die fieberhafte Suche nach einem Impfstoff gegen das Vogelgrippevirus H5N1. Ein solcher Impfstoff werde nur mit Gentechnik-Methoden herstellbar sein, sagte der CSU-Politiker. Es könne aber nicht sein, dass auf diese Weise geimpftes Geflügel im Lebensmittelhandel als Genfood ausgewiesen werden müsse, sagte er.(AP)

Was ist das denn für ein Argument? Ändert sich dadurch, dass sich die Vogelgrippe bekämpfen läßt, irgendetwas daran, dass ein solches Produkt mit gentechnischne Verfahren hergestellt wurde? Kann die Tatsache, dass die Suche nach dem Impfstoff fieberhaft war, irgendeine Bedeutung für die Kennzeichnung des Geflügels haben?

Warum sollte mir als Verbraucher etwas vorenthalten werden? Klar, weil ich das Tier dann nicht essen würde.

Aber genau darum geht es doch bei einer Kennzeichnung. Der Verbraucher soll in die Lage versetzt werden, selbst zu entscheiden, was er kaufen und verbrauchen will. Und dazu braucht er Informationen. Es macht überhaupt keinen Sinn, da etwas auszunehmen.

Ausserdem übersieht Minister Seehofer ein kleinen Detail. Das Geflügel müßte nicht als Genfood deklariert werden, sondern erhielte nur nicht die Kennzeichnung "Ohne Gentechnik".

Das Gegenteil ist aus meiner Sicht richtig: Es wäre absurd, wenn man ein Suppenhuhn kaufen könnte, auf dem die Kennzeichnung "Ohne Gentechnik" prangt, das aber mit gentechnisch veränderten Impfstoffen geimpft wurde.

Wieder mal wird deutlich: Das neue Gentechnikgesetz ist ein unglücklicher Balanceakt zwischen den Interessen der Produzenten, der Gentechnik-Unternehmen und der Verbraucher.

Aber bei der Gentechnik ist es nicht möglich, alle Positionen zu vereinbaren. Zu groß sind die Unterschiede in den Interessen. Minister Seehofer muß sich entscheiden, wer das Volk ist, das er vertritt.

15.01.2008

Ohne Gentechnik

Bundesregierung will Kennzeichnung Ohne Gentechnik

Die Presse berichtet heute breit und die Umweltverbände jubeln: Die große Koalition aus Union und SPD hat sich nach wochenlangem Streit auf eine Kennzeichnung gentechnikfreier Lebensmittel geeinigt. Was ich in der Berichterstattung nicht finde: Die Kennzeichnung "Ohne Gentechnik" ist in Deutschland längst gesetzlich geregelt.

Aber alle tun so, als ob da jetzt das Rad erfunden wurde.

Es gibt allerdings nur wenige Produkte, die zur Zeit so gekennzeichnet werden, denn der Aufwand ist recht groß. Beispiele sind einige Produkte der GEPA, z.B. der Basmati-Reis und verschiedene Schokoladen.

Was sich jetzt anbahnt, schein eher eine Anpassung der bisher recht strengen Regel an die neue EU-Bioverordnung und die Haftungsregelungen im neuen Gentechnikgesetz zu sein. In der Konsequenz bedeutet die geplante Neuregelung, dass der Standard der akzeptablen 0,9% Verunreinigung auch für gentechnikfreie Produkte festgeschrieben wird. Letztlich geht es dabei um Fragen der Haftung. Wenn ein Bauer seine Produkte mit der strengen Kennzeichnung "ohne Gentechnik" vertreibt und sein Nachbar unter Einhaltung der gesetzlichen Abstandsflächen Transgene Organismen anbaut, so ist nach den bestehenden Gesetzen bei einer Verunreinigung die Ernte des ersten Bauern zwar nicht mehr als "Ohne Gentechnik" zu verkaufen, Haftungsansprüche wegen Einkommensverlusten können aber nicht durchgesetzt werden. Gleiches gilt für die Kennzeichnung als "Bio", weshalb jetzt die "EU-Bioverordnung" ebenfalls die 0,9% Verunreinigung zulässt.

Ich persönlich halte diese Grenze nicht für tolerierbar. Wenn ich Produkte "ohne Gentechnik" kaufe, dann will ich auch vollständige Gentechnikfreiheit. Alles andere ist Verdummung der Verbraucher

Zur Kennzeichnung S. auch http://www.transgen.de/recht/kennzeichnung/280.doku.html

Update 17.01.2008

Mit meiner Interpretation lag ich nicht ganz richtig. Ein Blick in den Gesetzentwurf (PDF) zeigt, dass für Produkte, die nicht Futtermittel sind, gentechnische Bestandteile oberhalb der Nachweisbarkeitsgrenze nicht toleriert werden (Art.2 §3 Abs. 3). Das ist gut. Für Futtermittel wird allerdings die bekannte Grenze von bis zu 0,9% akzeptiert (Art.2 §3 Abs. 4). Da ist Bedarf für Nachbesserung.

Tja, Wer lesen kann ...

06.01.2008

MON810 darf wieder angebaut werden

Landwirtschafts-Minister Horst Seehofer hat gegen den Rat der Fachbehörde den kommerziellen Anbau des Genmais MON810 wieder freigegeben

In den letzten Wochen war ich ziemlich erkältet und bin kaum mal zum schreiben gekommen. Diesem Blog merkt man das an. Ich hoffe, in den nächsten Wochen wird sich das ein wenig ändern. Jedenfalls darf diese - nun schon etwas ältere - Nachricht hier nicht fehlen.

Am 18.04.2007 wurde wie berichtet der Maissorte MON810 vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wegen des Fehlens eines Monitoring-Planes die Zulassung für den Anbau in Deutschland entzogen.

Den geforderte Monitoring-Plan hat die Firma Monsanto inzwischen vorgelegt. Wie Greenpeace darstellt, ist dieses Monitoring aus Sicht des Bundesamt für Naturschutz (BfN) allerdings völlig unzureichend. Von der Zulassung wurde vom BfN deshalb abgeraten.

Trotzdem liegt seit dem 06. Dezember 2007 die Zulassung für diese Maissorte nun wieder vor.

Greenpeace-Expertin Ulrike Brendel:

"Seehofer hat die Einwände der Fachbehörde schlicht ignoriert und handelt völlig widersprüchlich. Im April schränkt er den Anbau von Gen-Mais ein, jetzt akzeptiert er einen lächerlichen Überwachungsplan und genehmigt den Anbau. Er muss sich entscheiden, ob er die Interessen der Verbraucher und der Umwelt oder die der Gentechnik-Firmen vertreten will."

S. auch http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/nachrichten/artikel/naturschutzamt_krit... http://www.keine-gentechnik.de/bibliothek/zulassungen/dossier-mon-810-mais.html

Dazu passend: Eine Campact-Aktion ruft Bürger auf, ihre Abgeordneten zum Einsatz für den Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft aufzufordern

01.12.2007

Warum leiden Bauern, die Nahrung anbauen, Hunger?

Ein Gespräch mit der Gentechnikgegnerin und Trägerin des alternativen Nobelpreises Vandana Shiva

Biotechnologie ist keine »Wunderwaffe« gegen Unterernährung, sondern dient dem Profit der Konzerne. Das ist das Fazit eines Interviews mit der Quantenphysikerin, Umweltschützerin, Feministin und Bürgerrechtlerin Vandana Shiva, das die Junge Welt am 27.11.2007 veröffentlicht. via Genfood

29.11.2007

Warum ich gegen Gentechnik bin

Ich habe diesen Text geschrieben um eine Kaioo-Gruppe zu gründen. Ich will ihn meinen Leserinnen und Lesern hier nicht vorenthalten.

Ich habe gerade im Netzwerk Kaioo die Gruppe "Leben ohne Gentechnik" gegründet. Wer Lust hat, sich dort zu beteiligen, ist herzlich eingeladen. Dies ist die Gruppenbeschreibung:

Der überwiegende Teil der Verbraucher in Deutschland will keine gentechnisch veränderten Lebensmittel. Es ist aber kaum möglich, genveränderte Produkte völlig zu meiden. Bei tierischen Produkten muß nicht gekennzeichnet werden, wenn die Tiere genverändertes Futter bekommen haben. Verunreinigungen von pflanzlichen Nahrungsmitteln, wie sie z.B. durch Pollenflug entstehen, müssen erst ab 0,9% gekennzeichnet werden. Selbst bei Bio-Produkten wird diese Kennzeichnungsgrenze mit der neuen EU-Biomarktverordnung eingeführt. Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen Nahrungsmittel, die mit gentechnisch veränderten Bestandteilen verunreinigt sind, auf den deutschen Markt gelangen.

Naturschutzverbände kritisieren zu Recht, dass die Auswirkungen der sog. grünen Gentechnik auf die ökologischen Systeme nicht hinreichend geprüft werden.

Befürworter der grünen Gentechnik behaupten gern, Gentechnik sei nötig, um die Ernährung der Weltbevölkerung sicher zu stellen. Das ist falsch. Hunger ist auch heute noch immer ein Verteilungsproblem und kein Mengenproblem.

Durch Gentechnik werden Bauern in Entwicklungsländern abhängig von den Gentechnikkonzernen. Seit es Ackerbau gibt legen Bauern einen Teil der Ernte als Saatgut für das kommende Jahr zurück. Der Einsatz der Terminator-Technologie führt dazu, dass sie nun jedes Jahr neues Saatgut kaufen müssen.

Zudem führt Gentechnik zur Reduzierung der angebauten Sorten und verhindert Biodiversität.

10.11.2007

Geisterdebatte über Gentechnik im Bundestag

Am Freitag wurde das neue Gentechnik-Gesetz im Bundestag in erster Lesung behandelt.
UM 3:45 NACHTS!

Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Große Debatten wurden da wohl nicht mehr geführt. Da sieht man mal, wie wichtig den deutschen Parlamentariern ein wirksamer Schutz der Bürger vor den Risiken der Gentechnik ist.

s. TAZ vom 08.11.2007

01.11.2007

WTO entscheidet in Gentechnik-Streit gegen EU

Österreich muß Einfuhr von Genmais zulassen

N24 berichtet

Die EU hat mit ihrem Einfuhrstopp für gentechnisch verändertes Saatgut und entsprechende Lebensmittel gegen internationales Handelsrecht verstoßen. Die Welthandelsorganisation WTO gab der Klage der USA, Kanadas und Argentiniens statt, wie am Dienstagabend aus diplomatischen Kreisen in Genf verlautete. Die drei Länder sahen in dem Einfuhrstopp eine Handelsbeschränkung. Die Klage war bereits im Jahr 2003 eingereicht worden. Das WTO-Gericht sah wie die Kläger keine ausreichende wissenschaftliche Begründung für das Einfuhrverbot von gentechnisch verändertem Mais und Soja. Die Kläger argumentierten, es handele sich dabei um eine protektionistische Maßnahme für die europäische Landwirtschaft.

Mit dieser Begründung ist nun die österreichische Regierung gezwungen, den Einfuhr von Genmais zuzulassen. Österreich sperrt sich seit 10 Jahren erfolgreich dagegen, die Einfuhr von genveränderten Produkten zu genehmigen. Mit dieser Position konnte sich das Land bereits mehrfach gegen die EU-Kommision durchsetzen, die die Position vertritt, ein Gentech-Verbot würde den freien Warenverkehr in Europa behindern.

Am Dienstag trafen die EU-Umweltminister bei ihrem Gipfel die Entscheidung, dem Druck der USA nachzugeben.

Österreich will nun zwar bei den Importen nachgeben, nicht aber das Anbauverbot für genveränderte Produkte lockern.

Siehe auch:

16.10.2007

Reformieren kann man ein solches System nicht

Schweden soll die Verfassung ändern, weil Greenpeace Einsicht in Informationen über gentechnisch veränderten Mais von Monsanto erhalten hat

Ich tue mich ja schon immer sehr schwer mit der EU.

Erst kürzlich hat wie berichtet der Europäischer Gerichtshof erklärt, regionale Anbauverbote genveränderter Produkte seien unzulässig, gentechnikfreie Zonen also nicht rechtlich durchsetzbar.

Berichte, wie ich sie jetzt wieder bei Telepolis lesen konnte, sind auch nicht gerade dazu angetan, an meiner Haltung zur EU etwas zu ändern:

Anlass ist die Akteneinsicht von Greenpeace in Dokumente über den Monsanto-Konzern.
Laut Dagens Nyheter erhielt die schwedische Regierung ein Schreiben der EU-Kommission, in dem sie dazu aufgefordert wird, sich an EU-Recht anzupassen. Das aber ist nur möglich, wenn Schweden das in der Verfassung verankerte Öffentlichkeitsprinzip aufgibt.
Das Öffentlichkeitsprinzip machte es möglich, dass Greenpeace Einsicht in Informationen über gentechnisch veränderten Mais des Saatgutkonzerns Monsanto bekam. Die EU-Kommission sieht darin einen Verstoß gegen die EU-Richtlinie zu genveränderten Organismen.

Der Artikel verweist auf eine interessante und kritische Auseinandersetzung von Jony Eisenberg in der TAZ darüber, wie die EU von Lobbyisten und Multis instrumentalisiert wird. Sein Fazit:

Reformieren kann man ein solches System nicht. Das ist die wahrhaft traurige Perspektive für Europa: Die EU in der Form, in der wir sie vorfinden, muss zerschlagen werden.

03.10.2007

Alternativer Nobelpreis geht an Gentechnikgegner

Percy und Louise Schmeiser erhalten gemeinsam mit anderen den Alternativen Nobelpreis

"...for their courage in defending biodiversity and farmers' rights, and challenging the environmental and moral perversity of current interpretations of patent laws."

Percy und Louise Schmeiser Ich finde, es gehört eine Menge Überzeugung und auch Mut dazu, sich mit dem Konzern Monsanto, dem weltweit größten Anbieter von Gentechnik-Saatgut, anzulegen.

Auf das Grundstück von Percy und Louise Schmeiser fiel 1997 von einem vorbeifahrenden Lastwagen Saatgut für 'Round-up Ready'-Raps der Firma Monsanto und keimte dort.

Monsanto verklagte Percy und Louise Schmeiser deshalb 1998 wegen Patentverletzung auf Schadensersatz im Umfang von 400.000 kanadischen Dollar, weil sie unerlaubt patentiertes Saatgutes von Monsanto angebaut hätten. Gleichzeitig bot Monsanto an, die Klage zurück zu ziehen, wenn die Schmeisers in Zukunft ihr Saatgut bei Monsanto bezögen.

Was sich zunächst einmal wie eine Posse anhört, die an Absurdität kaum noch zu überbieten ist, wurde zu einem Rechtsstreit, der bis vor den obersten kanadischen Gerichtshof gelangte. 2004 wurden dort alle Forderungen von Monsanto gegen die Schmeisers abgewiesen.

In einem noch laufenden Verfahren klagen Percy und Louise Schmeiser inzwischen ihrerseits gegen Monsanto, um Schadensersatz für die Kontaminierung ihrer Felder zu erhalten.

Für ihren Mut, Biodiversität und die Rechte der Farmer zu verteidigen und gegen die moralischen Perversionen des geltenden Patentrechtes zu kämpfen erhalten Percy und Louise Schmeiser jetzt den Alternativen Nobelpreis. Sie teilen Ihn mit Christopher Weeramantry, Dekha Ibrahim Abdi und der Firma Grameen Shakti

Ich gratuliere.

S. auch http://de.wikipedia.org/wiki/Alternativer_Nobelpreis.

Auch die Farmblogger haben einen interessanten Artikel zum Thema.

Foto: http://www.rightlivelihood.org/

02.10.2007

Gentechnik auch im Obstbau

Nabu weist auf jahrelange Genforschung an Äpfeln im Freilandkäfig hin

Am Institut für Obstzüchtung Dresden-Pillnitz forscht man bereits seit Jahren nach Möglichkeiten, Äpfel gentechnisch zu verändern. Der NABU berichtet am 27. September 2007:

In Dresden wird schon seit einigen Jahren von der Öffentlichkeit unbeachtet zu gentechnisch veränderten Obstsorten geforscht. Schon heute gibt es die Gen-Äpfel in sogenannten "Freilandkäfigen".

2003 wurde bereits ein Antrag auf Aussetzung von Obstgehölzen in Pillnitz gestellt. Dieser wurde allerdings - nach zahlreichen Einsprüchen, u.a. auch vom Pomologen-Verein e.V. sowie dem NABU - vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft zunächst abgelehnt. Doch die Forschungen zur Gentechnik gingen jedoch dessen ungeachtet in Pillnitz weiter.

Ein ausführlicher Bericht (PDF) von Hans-Joachim Bannier vom Pomologen-Verein e.V. setzt sich mit den Risiken auseinander und die sind erheblich. Neben einer Reihe von für Gentechnische Landwirtschaft typischen Risken schreibet Hans-Joachim Bannier:

Völlig außen vor bleibt in ihren Risiko-Betrachtungen die Tatsache, dass die gentechnisch veränderten Äpfel selbst in viel größerem und völlig unkontrollierbarem Ausmaß das GVO- Erbgut in die Welt tragen werden, wenn sie denn jemals für den Markt produziert werden sollten, d.h. im Supermarkt und in unserer Küche landen (aber genau dafür wird ja alle Grundlagenforschung zur Gentechnik betrieben!).

Vielleicht sollten die Dresdener Forscher mal bei den amerikanischen Gentechnikunternehmen, allen voran Monsanto in die Lehre gehen. Die können ihnen erklären, wie man soche Problem löst.

Für mich war die erste Frage, wozu man denn überhaupt gentechnisch veränderte Äpfel braucht. Aber bei der Lektüre des o.g. Berichtes wurde schnell klar: der Weltmarkt für Äpfel wird von 4 Sorten beherrscht. Biodiversität und Züchtung wäre eigentlich die richtige Antwort auf die Ausbreitung von Krankheiten, aber bei diesem begrenzten Markt scheint das nicht so einfach zu sein.

01.10.2007

Europäischer Gerichtshof erklärt regionale Anbauverbote genveränderter Produkte für unzulässig

Oberösterreich darf Anbau nicht generell verbieten. Gentechnik-freie Zonen nur auf Basis freiwilliger Vereinbarungen

Transgen berichtet von einem Urteil des Europäischen Gerichtshof. Der Bundesstaat Oberösterreich hatte per Gesetz den Anbau von genveränderten Pflanzen verboten.

Die EU-Kommission lehnte diese Maßnahme als Verstoß gegen die europäischen Rechtsvorschriften ab. "Gentechnik-freie" Zonen seien nur auf Basis freiwilliger Vereinbarungen möglich. Die Klage, die Oberösterreich mit Unterstützung des österreichischen Bundesregierung vor den EuGH einlegte, wurde in beiden Instanzen abgewiesen. Ein nationales und regionales Verbot des Anbaus von gv-Pflanzen, die in der EU als sicher bewertet wurden und zum Anbau zugelassen sind, ist nach den Europäischen Verträgen nur zulässig, wenn neue wissenschaftliche Erkenntnis vorgebracht werden, die eine bis dahin nicht ausreichend berücksichtigte Gefahr für Mensch und Umwelt belegen

Ist es wirklich das, was wir uns von der Europäische Union versprechen? Dass regionale Gesetze zum Schutz der Landwirtschaft und besonders der Biobauern vor Kontaminierung durch genveränderte Produkte nicht mehr möglich sind, weil die EU Gentechnik als sicher bewertet? Ein überwiegender Teil der Bürger Europas wollen keine Gentechnik. Darf EU-Recht wirksamen Schutz davor verhindern? Ich denke, wir sollten das Prinzip Europa mal überdenken.

29.09.2007

Gentechnik sogar in Babynahrung

Test findet auffällig häufig Spuren von gentechnisch veränderten Produkten in Nahrungsmitteln

Fokus Online weist auf einen Bericht der Zeitschrift Ökotest hin, wonach in zwei Dritteln der Produkte eines Lebensmitteltests gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten waren. Selbst in Babynahrung und Bioprodukten wurden Spuren von Gensoja gefunden.

In Deutschland dürfen Lebensmittel bis zu 0,9 Prozent gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten, ohne dass dies auf der Packung deklariert werden muß. Damit soll sichergestellt werden, dass Bauern, die gentechnisch veränderte Produkte anbauen, nicht für eine vermeindlich geringfügige Kontaminierung von Nachbarfeldern haftbar gemacht werden können, die z.B. durch Pollenflug entsteht.

Ob die Hersteller innerhalb dieses Grenzwertes bleiben, hat die Zeitschrift „Öko-Test“ für ihre aktuelle Ausgabe untersucht. Dafür prüfte sie 33 Sojaprodukte – jeweils drei Packungen pro Produkt – auf gentechnisch veränderte Organismen.
Das Ergebnis: Von zwei Dritteln aller Produkte enthielt mindestens eine Packung eines Produkts Gentech. Im Jahr 2005 lag die Quote noch bei 40 Prozent, betroffen war damals vor allem Sportler- und Diätnahrung. Immerhin blieb die Menge für alle Produkte stets innerhalb der 0,9-Prozent-Grenze.

Neun Gramm Weizen
Um die Menge, von der hier die Rede ist zu verdeutlichen, hier noch einmal ein Bild mit abgewogenen 9 Gramm Getreide. Das habe ich vor einiger Zeit im Zusammenhang mit der neuen EU-Öko-Verordnung schon mal gezeigt. Diese Menge an gentechnisch veränderten Bestandteilen sind pro Kilo erlaubt. Ich finde das viel zu viel.

28.09.2007

Neue Maissorte soll Ausbreitung des Maiswurzelbohrers stoppen

Züchtung soll in Verbindung mit Fruchtfolgen helfen, den Schädling ohne Gentechnik zu stoppen Maiswurzelbohrer Der Maiswurzelbohrer scheint sich auch in Deutschland in großem Umfang zu entwickeln. Für die Gentechnik-Lobby ist das sicher Wasser auf die Mühlen, werden die entsprechenden BT-Mais-Sorten doch in den USA längst eingesetzt. In der Tat ist der Maiswurzelbohrer da, wo er auftritt, ein großes Problem. Gegen kein andere Insekt werden weltweit so viele Insektengifte eingesetzt. (Bild: Wikipedia)

Einen interessanten Beitrag über nachhaltige Bekämpfungsmethoden, die ohne transgenen Mais auskommen, brachte gestern der Deutschlandfunk.

Saatgutforscher Peter Goertz setzt beim Kampf gegen den Maiswurzelbohrer auf die Zucht resistenter Maispflanzen. Dabei werden die Käfer im Experiment auf die Maispflanzen losgelassen. Und diejenigen, die die Attacken überstehen, kreuzen die Saatgutforscher miteinander - immer und immer wieder, über viele Generationen hinweg. So setzen sich allmählich diejenigen Eigenschaften durch, die dem Maiswurzelbohrer - im wahrsten Sinne des Wortes - überhaupt nicht schmecken. Peter Goertz:
Eine Larve kann nur, wenn sie geschlüpft ist, im Umkreis von maximum einem Meter sich bewegen; dann stirbt sie ab. Und wenn sie da eine Maiswurzel findet, die ihr schmeckt, dann geht sie da dran. Und ich versuche dem Mais eine Wurzel zu geben, der der Larve nicht schmeckt oder die sie sogar ablehnt. Das ist die natürliche Abwehrkraft der Pflanze Mais gegen diesen Schädling.
Eine Abwehrkraft, die sich aber erst nach jahrelangen Zuchtexperimenten auf die gesuchten Resistenzmerkmale hin herausgebildet hat. (...)
Eine weitere Methode, um gegen den Maiswurzelbohrer erfolgreich vorzugehen, ist eine Änderung der Fruchtfolge. Nach einer Saison Maisanbau wird demnach auf dem Feld etwas anderes gepflanzt. Das ist bereits jetzt in den Zonen unmittelbar in der Nähe der Käfer-Fundorte Vorschrift. In der Schweiz haben die Fachleute damit gute Erfahrungen gemacht. Peter Baufeld von der biologischen Bundesanstalt:
Die Schweiz, die haben es nur mit Fruchtfolge geschafft. Das heißt: Anbau von Mais nach Mais zu verhindern - das ist eines der wichtigsten Elemente.

Das setzt allerdings eine Abkehr von den in der Landwirtschaft immer noch üblichen Monokulturen voraus. Angesichts steigender Nachfrage nach Mais (für Biokraftstoffe) bin ich skeptisch, ob sich diese Methoden in Deutschland durchsetzen werden, oder ob nicht doch viele Landwirte auf Bt-Mais setzen werden, wenn sich der Maiswurzelbohrer hier weiter ausbreitet.

Um es noch mal deutlich zu machen: Anders als bei der Zucht werden gentechnisch verändertem Mais Gene anderer Arten (beim BT-Mais z.B. ein Gen des Bakterium Bacillus thuringiensis) hinzugefügt um die gewünschten Eigenschaften zu erzielen. Zucht erfolgt immer innerhalb einer Art und ist eine Methode, die Menschen praktizieren, seit es Landbau gibt.

Update 01.10.2007

Siehe auch: http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=2644068/v93jc1/index.html

Ich bin gespannt, wann die ersten Berichte zu lesen sind, gegen den Maiswurzelbohrer helfe nichts anderes als BT-Mais.

02.08.2007

Ziegenmilch gegen Giftgas

US-Forscher verändern Ziegen gentechnisch so, dass ihre Milch tödliche Nervengifte neutralisiert

Forschern der US-Firma PharmAthene ist es nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung gelungen, Ziegen gentechnisch so zu verändern, dass ihre Milch große Mengen eines Enzyms (Butyrylcholinesterase) enthält, das in der Lage ist, tödliche Nervengifte und -kampfmittel wie Sarin und VX zu neutralisieren.

Das amerikanische Verteidigungsministerium ist natürlich ganz scharf auf diese Entwicklung:

Dort erhofft man sich, dass solche Entwicklungen später ermöglichen, Einsatztruppen vor Angriffen mit chemischen Kampfstoffen zu schützen.
Darüber hinaus könnte ein Vorrat des in der Ziegenmilch hergestellten Stoffes angelegt werden, um im Falle eines terroristischen (!!) Angriffes gewappnet zu sein.

Das ist wieder mal typisch. Die Zauberlehrlinge manipulieren den Bauplan der Schöpfung, weil man eben tut, was man tun kann und weil man sich wieder einen kleinen Vorteil bei der nächsten militärischen Eskalation ausrechnet.

Und weil es potentiell vor Terroristen schützt, kann ja auch keiner was dagegen haben - oder?

Natürlich macht sich keiner Gedanken um die Ziegen. Ist es ethisch vertretbar, Tiere gentechnisch zu verändern, weil wir uns davon einen (militärischen) Vorteil versprechen? Ich denke, nein. Ich hatte kürzlich so schöne Fotos von unseren Kindern mit Ziegen im Streichelzoo - finde sie aber jetzt nicht. Vielleicht liefere ich sie noch nach.

01.07.2007

In den USA setzen sich genveränderte Produkte durch

In den USA ist der Anteil von genverändertem Mais im letzten Jahr auf 73 Prozent gestiegen. Bei Baumwolle und Soja werden fast ausschließlich genveränderte Sorten produziert

Transgen meldet einen deutlichen Zuwachs bei genverändertem Mais, Soja und Baumwolle in den USA.

Den größten Sprung gibt es bei Mais: Der Anteil der gv-Sorten steigt in der diesjährigen Vegetationsperiode von 61 auf 73 Prozent. Da die gesamte Maisanbaufläche in den USA gegenüber 2006 um 28 Prozent zulegt, ist die mit gv-Mais bewirtschaftete Fläche auf 24,4 Millionen Hektar angewachsen, ein Plus von 7,8 Millionen Hektar. Bei Soja und Baumwolle sind die Gesamt-Anbauflächen in den USA dagegen deutlich zurück gegangen. Der Anteil der gv-Sorten steigt bei Soja auf 91 Prozent, bei Baumwolle auf 87 Prozent.

Da wird deutlich, was uns blüht. Gerade die gentechnisch veränderten Produkte, die nicht direkt in die Nahrung wandern, haben riesige Zuwachsraten.

In Deutschland sind gentechnisch veränderte Nahrungsmittel so gut wie nicht zu verkaufen. Auch hier liegt der Schwerpunkt in der Gentechnik beim Mais, der vor allem als Futtermittel verwendet wird.

Bisher muss in Deutschland auf Fleisch, Eiern und Milchprodukten nicht vermerkt sein, ob die Tiere mit gentechnisch veränderten Produkten gefüttert wurden. Die Einführung einer Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln erzeugt wurden, ist überfällig. Der Verbraucher muss selbst entscheiden können, was er essen will. Gäbe es eine solche Kennzeichnungspflicht, hätte die landwirtschaftliche Nutzung der Gentechnik in Deutschland wohl keine Zukunft.

21.06.2007

Panzer schützen Genmais

Zum G8-Gipfel eingesetzte Panzer dienten zum Schutz von Genmais-Feldern

Kürzlich habe ich über ein Video berichtet, das den Einsatz eines Panzers der Bundeswehr während des G8-Gipfels dokumentiert. Wie Spiegel-Online jetzt berichtet, wurden während des G8-Gipfels tatsächlich Panzer eingesetzt, zwei davon, um ein Feld mit Genmais vor der Zerstörung zu schützen.

Das ist ja wirklich kaum zu glauben. Wie weit muss der Arm von Monsanto und Co in Deutschland schon reichen? Sind diese Versuchsfelder wirklich so bedeutsam, dass ihr Schutz den Bruch der Verfassung rechtfertigt? Hätte hier nicht wirklich eine Polizeistreife ausgereicht?

Ich frage mich, was ein Panzer gegen "Feldbefreier" hätte ausrichten sollen. Schießen wohl kaum - die Kanonen waren abgeschraubt. Vielleicht überrollen? Vermutlich wäre dabei zu viel Mais in Mitleidenschaft gezogen worden. Also doch nur überwachen. Das hätte auch die Polizei machen können.

Gentechnik entwickelt sich zunehmend nicht nur zu einem Problem für den Bestand ökologischer Systeme und die Gesundheit von Tier und Mensch, sondern auch zu einer Gefahr für die innere Sicherheit. Solange in Deutschland Gentechnik gegen den Willen eines erheblichen Teils der Bevölkerung durchgeboxt wird, ist die Gefahr einer Eskalation groß. Dieser Fall zeigt das deutlich.

17.06.2007

Bienensterben Folge von Gentechnik

NABU und der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) sehen einen Zusammenhang zwischen dem Bienensterben in den USA und dem verbreiteten Anbau von genveänderten Bt-Pflanzen

In einer Presseinformation des NABU und des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) wird ein Zusammenhang zwischen dem verbreiteten Anbau von genveränderten, insektenresistenten Bt-Pflanzen und dem Bienensterben in den USA hergestellt.

In den USA sind im vergangenen Jahr über 60 Prozent der Bienenvölker gestorben. Als ein möglicher Faktor des dortigen Bienensterbens wird der weit verbreitete Anbau von insektenresistenten Bt-Pflanzen genannt. Honigbienen sind in Europa als Bestäuber unverzichtbar für ein intaktes Ökosystem. Der Anbau von Gen-Mais schädigt die Bienen und hat damit negative Folgen für die Entwicklung von Flora und Fauna. Das Verschwinden der Honigbiene droht durch das Bt-Toxin oder durch "Imkersterben". Verbraucher wollen keine Gentechnik im Honig und werden keinen kontaminierten Honig kaufen. Das ruiniert die wirtschaftliche Existenz der Imker.

Auch wenn bisher über den Grund für das Bienensterben noch Rätselraten herrscht, gehört diese Theorie wohl zu den naheliegendsten.

16.06.2007

Neun Gramm Weizen

Die neue EU-Öko-Verordnung sieht vor, dass zukünftig bis zu 0,9% gentechnisch veränderte Anteile in Bioprodukten nicht gekennzeichnet werden müssen

Ich habe es ja schon geschrieben: Die EU-Agrarminister haben sich am 12.06.2007 auf eine neue Öko-Verordnung geeinigt. Danach ist eine Verunreinigung durch gentechnisch veränderte Bestandteile, wie sie durch Pollenflug entsteht, nicht kennzeichnungspflichtig. Gentechnisch veränderte Produkte dürfen zwar nicht direkt unter der Bezeichnung Bio verkauft werden, für den Verbraucher ist das "Bio"-Siegel aber zukünftig keine Garantie mehr, dass Lebensmittel frei von gentechnisch veränderten Bestandteilen sind. Neun Gramm Weizen
Um es mal bildlich darzustellen: Diese Menge gentechnisch veränderter Anteile darf nach der neuen EU-Öko-Verordnung in einem Kilo Bio-Weizen vorhanden sein, ohne dass eine Kennzeichnungspflicht besteht.

Landliebe bald ohne Gen-Milch

Der Molkerei-Konzern Campina/Landliebe will ab September 2007 nur noch Futter aus Europa verfüttern. Auf Gen-Soja soll zukünftig verzichtet werden

Seit wir Anfang des Jahres den Greenpeace-Einkaufsratgeber Essen ohne Gentechnik gelesen haben, sind Produkte der Fa. Landliebe aus unserem Kühlschrank verbannt.

Es freut mich deshalb, heute lesen zu können, dass die Greenpeace-Kampagne gegen Genmilch offensichtlich einen Erfolg verbuchen konnte. Greenpeace berichtet am 12.06.2007, dass der Molkerei-Konzern Campina/Landliebe ab September 2007 Veränderungen beim Futtermittel-Einkauf plant.

Landliebe ist (...) die erste große konventionelle Milchmarke in Deutschland, die weitestgehend ohne Gen-Pflanzen produziert wird. Zudem verpflichtet sich der Konzern, auf Soja aus Urwaldzerstörung zu verzichten. Gerade die Soja-Produktion stellt große ökologische Probleme dar. Nicht selten werden Urwälder gerodet, um Futter in riesigen Monokulturen für europäisches Milchvieh anzubauen.

Auch wenn es noch unklar ist, ob Landliebe zukünftig vollig auf Genfutter verzichten wird, ist dies ein wichtiger Schritt. Die Konzerne müssen erkennen, dass die Verbraucher keine Gentechnik im Essen wollen. Auch die in der vergangenen Woche beschlossene Änderung der EU-Öko-Verordnung, die selbst bei Bio-Produkten eine Kontaminierung von 0,9% erlaubt, ist deshalb ein völlig falscher Schritt.

10.06.2007

Bio trotz Gentechnik

EU-Öko-Verordnung soll bei Bio-Produkten Verunreinigung bis 0,9 Prozent erlauben

Einem Artikel der Welt zufolge soll in der kommenden Woche in einer neuen EU-Öko-Verordnung festgelgt werden, dass bei Bio-Produkten die Kontaminierung durch gentechnisch veränderte Organismen, wie sie z.B. durch Pollenflug entsteht, bis zu einem Schwellenwert von 0,9 Prozent nicht kennzeichnungspflichtig sein soll. Gentechnisch veränderte Organismen sollen allerdings auch zukünftig nicht als Bio-Lebensmitteln zugelassen werden.

Zuleich soll es ein EU-einheitliches Bio-Siegel geben, was wohl das Aus für das deutsche Bio-Siegel bedeuten würde. Die Welt beruft sich bei ihrem Bericht auf einen Artikel im Magazin Fokus.

Ein ähnlicher Gesetzentwurf ist doch erst vor Kurzem von EU-Parlament zurück gewiesen worden.

Bioprodukte in Deutschland müssen bisher frei von gentechnisch veränderten Bestandteilen sein. Entschädigungen für ihr kontaminiertes Gedreide können Landwirte aber erst geltend machen, wenn eine Verunreinigung von mehr als 0,9 Prozent nachgewiesen werden kann. Liegt die Verunreinigung unter diesem Wert, so kann ein Landwirt seine Produkte trotzdem nicht als Bio verkaufen. Für die Verluste haftet niemand.

Vermutlich ist der beschriebene Gesetzentwurf ein Versuch, dieses Dilemma zu entschärfen. Bioanbau liegt im Trend und mit den Bauern will man es sich nicht verderben. Redlich ist dieses Vorgehen aber nicht. Verbraucher, die mit der Kenzeichnung "Bio" die Freiheit von Gentechnik verbinden, werden durch diese Regelung hintergangen und für dumm verkauft.

09.06.2007

... Es sieht so aus, als könnte die Firma für ausreichende Abstände sorgen

Trotz Anordnung wird in Borken nicht der Genmais untergepfügt, sondern der Mais auf den Nachbarfeldern.

Im April 2007 wurde der Verkauf des Genmais MON 810 in Deutschland untersagt, bis die Saatgutfirma Monsanto einen entsprechenden Monitoringplan vorlegt. Bei MON 810 handelt es sich um eine Maissorte, die gentechnisch so verändert wurde, dass sie ein Gift produziert, das den Maiszünsler tötet - einen Schmetterling, der sich in der Maispflanze einnistet und sie schädigt. Umweltschützer befürchten, dass dieses Gift nicht nur den Maiszünsler tötet, sondern auch andere Insektenarten schädigen kann. Diese Befürchtungen veranlassten das Bundesamt für Verbraucherschutz letztlich, den Verkauf zu untersagen.

Grundsätzlich gilt dieses Verbot nur für den Verkauf von Saatgut. Auf schon bestehende Maispflanzungen dieser Sorte hat es zunächst einmal keine Auswirkung. Anfang Mai forderte allerdings das Bundessortenamt in Hannover die Firma Monsanto auf auf, ein Feld in Borken umzupflügen, auf dem die Firma Mais der Sorte MON 810 anbaut. Der Grund dafür war, das der gesetzliche Mindestabstand zu konventionellen Maisfeldern nicht eingehalten sei. Es folgte ein langes Hin- und Her aber der Mais blieb. Unter dem Titel "Genmais ist resistent" schilderte die TAZ am 24.5.2007 die Vorgänge in Borken

Inzwischen hat Monsanto in Borken das Problem auf eine ganz besondere Art gelöst. Wie die Borkener Zeitung am 02.06 berichtet, bleibt der Versuchanbau mit gentechnisch veränderten Pflanzen bestehen.

Die Sortenfördergesellschaft, die als Bewirtschafter der Versuchsfläche auftritt, hat benachbarte Flächen angepachtet, um den geforderten Mindestabstand von 150 Metern einzuhalten. Gestern wurde begonnen, diese Felder zu bearbeiten.

Noch am Donnerstag hatte die Bezirksregierung als Umweltaufsicht dem Unternehmen Monsanto als ausführender Firma mit einer Verfügung gedroht. Darin sollte die gentechnisch veränderten Sorten binnen vier Tagen entfernt werden. Als ein Vermessungstrupp der münsterschen Behörde gestern nochmals die örtlichen Gegebenheiten überprüfte, kam die Überraschung. "Unsere Leute erfuhren, dass sich die Saatzüchter mit einem benachbarten Landwirt geeinigt hätten", berichtet Pressesprecherin Sigrun Rittrich. Ihr Fazit gestern Abend: "Es sieht so aus, als könnte die Firma für ausreichende Abstände sorgen." Der Verfügung sei so der Boden entzogen. "Das zu bewerten, ist nicht unsere Angelegenheit."

Wie die Borkener Zeitung am 06.06.2007 berichtet hält NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg (CDU) das Unterpflügen der Genmais-Pflanzen nun nicht mehr für notwendig.

Das Netzwerk "Borken ohnen Genmais" findet deutliche Worte zu den Vorgängen:

Eine Perversion ersten Grades! Der Giftmais bleibt stehen, obwohl die BezReg das Blühen und den Pollenflug verhindern wollte. Das Gift geht in den Boden, obwohl das Bundesamt für Verbraucher- schutz und Lebensmittelsicherheit bescheinigt (vgl. 9.5.), dass davon Gefahren ausgehen und Risiken bestehen.

Verkehrte Welt! Jetzt muss politisch gehandelt werden.

05.06.2007

Vom Winde verweht

Englische Studie: Gen-Pflanzen lassen sich in der freien Natur weniger kontrollieren als angenommen

Telepolis berichtet am 02.06.2007 über eine Studie, nach der die Kontamination von konventionellem Mais durch gentechnisch veränderte Sorten deutlich unterschätzt wird.

Während die "Koexistenzfähigkeit" von gentechnisch verändertem und konventionellem Mais bei Versuchen in Groß Lüsewitz, Wendhausen, Mariensee, Braunschweig und Forchheim bis 2009 getestet werden soll (vgl. Rückschlag für Genmais-Anbau in Deutschland), haben Wissenschaftler der englischen Universität Exeter bereits herausgefunden, dass das Mischpotential, das sogenannte "Auskreuzungsrisiko", in Versuchsfeldern meist deutlich unterschätzt wird.

Der im Entwurf für das neue Gentechnikgesetz vorgesehen Mindestabstand von 150 Metern zu konventionellen Anbauflächen ist danach deutlich zu gering.

22.05.2007

Gentechnische Muttermilch-Pflanzen

Eine US-Biotech-Firma verpflanzt menschliche Gene in Reis. Die Körner enthalten Bestandteile der Brustmilch.

Genfood berichtet über einen neuen Streich der Zauberlehrlinge. Aus gentechnisch verändertem Reis soll Babynahrung entstehen, die die Qualität der Muttermilch erreicht.

Die Saat enthält das Beste, das sich Ernährungswissenschaftler für Kinder vorstellen können: Es sind die wichtigsten Inhaltsstoffe von Muttermilch, die die US-Forscher auf den Äckern von Kansas in diesen Tagen aussäen wollen. Den Forschern der Biotech-Firma Ventria Bioscience ist es gelungen, diese Stoffe in gentechnisch veränderte Reiskörner zu verpflanzen. Geht die Saat auf, könnte sie den größten Schönheitsfehler von Babynahrung beheben: Fertigmahlzeiten für Babys und Instantpulver sind in ihrer Zusammensetzung so ausgeklügelt wie Feinkostspezialitäten - trotzdem haben sie mit Muttermilch so wenig zu tun wie Kaffeeweißer mit Schlagrahm.

Also ich würde meinen Kindern sowas nicht geben.

Razzien gegen G8-Gegner

Hauke Benner ist G8-Gegner, seine Wohnung wurde jüngst im Rahmen einer Großrazzia durchsucht. Angeblich wolle er die bestehende Gesellschaftsordnung erschüttern

Eben bin ich bei der Google-Nachichten-Suche zum Thema Gentechnik auf einen Sternartikel gestoßen, der eins von vielen Beispielen dafür beschreibt, wie unverhältnismäßig der Staat derzeit gegen G8-Gegner vorgeht.

09.05.2007

Bundesamt für Verbraucherschutz verbietet Verkauf von MON810

Verkauf von Saatgut durch Monsanto nur nach Vorlage eines entsprechenden Monitoringplan erlaubt

Gegner des Genmaisanbaus haben immer wieder gegen unkalkulierbare Risiken protestiert, die mit dem Anbau der insektenresistenten Maissorte MON810 verbunden sind.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat nun mit sofortiger Wirkung angeordnet, dass die Abgabe von Saatgut diese Sorte an Dritte nur erfolgen darf, wenn die Saatgutfirma Monsanto einen entsprechenden Monitoringplan vorlegt.

Das bedeutete faktisch ein Verbot von MON810, denn die Firma Monsanto hat bislang keinen Monitoringplan vorgelegt.

Siehe dazu:

http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/nachrichten/artikel/gen_mais_ade/ http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/archiv/09.05.2007/3251440.asp http://www.keine-gentechnik.de/bibliothek/zulassungen/dossier-mon-810-mais.html

07.05.2007

Patent auf Gen-Sojabohnen zurückgezogen

Europäisches Patentamt (EPA) zieht ein 1994 erteiltes Patent auf Gen-Soja vollständig zurück

Wie Greenpeace berichtet, hat das das Europäische Patentamt (EPA) in München am Donnerstag ein bereits 1994 erteiltes Patent auf Gen-Soja vollständig zurückgezogen.

Sehr zum Missfallen des US-Gentechnikgiganten Monsanto. Denn der wollte am Donnerstag vor der Beschwerdekammer des EPA seinen Monopol-Anspruch auf alle Gen-Sojabohnen der Welt durchsetzen. Damit hat das EPA im Grunde eine fehlerhafte Patent-Erteilung in der Vergangenheit zugegeben. Jetzt kommt es darauf an, dass in Zukunft solche Patente von vornherein nicht mehr erteilt werden.

Bereits 60 Prozent des weltweit angebauten Sojas ist nach Greenpeace-Angaben gentechnisch verändert, 90 Prozent davon wird durch Monsanto beherrscht. Durch ein solches Patent wäre mit Monsanto ein einziger Konzern in die Lage geraten, weltweit die Kontrolle über das angebaute Soja auszuüben.

Auch dieser Fall belegt, wie Firmen das Patentrecht missbrauchen, um sich die Natur systematisch anzueignen. Patentiert werden nicht wirkliche Erfindungen, sondern Entdeckungen und selbst ganze Lebewesen. Greenpeace fordert daher ein Verbot von Patenten auf Pflanzen und Saatgut, Tiere, Menschen und ihre Gene.

01.05.2007

GEPA Basmati-Reis - Produkt des Monats Mai 2007 im Eine-Welt-Laden

Dem Basmati-Reis der GEPA wird im Mai im Eine-Welt-Laden Shalom der Dorstener St. Antonius Gemeinde besondere Aufmerksamkeit geschenkt GEPA Basmati-Reis-Packung Produkt des Monats Mai 2007 im Eine-Welt-Laden der Dorstener St-Antonius-Gemeinde ist der indische Basmati-Reis der GEPA.

Die GEPA bietet seit 1999 in Deutschland Basmati-Reis der Navdanya-Stiftung aus Dehra Dun in Indien an. Die Stiftung wurde 1991 von der Trägerin des alternativen Nobelpreises Dr. Vandana Shiva gegründet.

Die Navadanya-Stiftung setzt sich gegen genetische Veränderung und die Patentierung von Saatgut, für Biodiversität und für die Rechte von Bauern in Indien ein. Sie unterstützt indische Bauern beim Anbau und der Vermarktung von Basmati-Reis.

"Ohne Gentechnik"

Der GEPA Basmati-Reis trägt das Label "Ohne Gentechnik", das von der GEPA gemeinsam mit dem BUND entwickelt wurde. Im Jahr 2001 wurde die GEPA von der Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises wegen der Verwendung dieses Labels verklagt. Die Begründung war, die Kennzeichnung sei irreführend, denn es gäbe keine Gentechnik-Reisprodukte in den Geschäften. Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz entschied 2003 zugunsten der GEPA. Es betonte, dass der von der GEPA vertriebene Basmati-Reis aus Indien sich durch eine Besonderheit auszeichne, die in der Angabe "Ohne Gentechnik" zum Ausdruck komme. Die GEPA lasse nicht nur ausschließlich "herkömmliche" Reissorten anbauen, sondern habe auch vorsorgende Maßnahmen gegen die "Verunreinigung" des Basmati-Reises mit gentechnisch-veränderten Organismen beim Anbau, bei der Lagerung und dem Transport ergriffen. (Quelle: Welt und Handel 2-2003 (PDF))

Dass genveränderter Reis Ende letzten Jahres in die Regale deutscher Supermärkte gelangen konnte, zeigt erneut, wie wichtig solche vorsorgenden Maßnahmen im Allgemeinen sind.

Einsatz gegen die Patentierung von Saatgut

Navdanya fordert ein Verbot der Patentierung lebender Organismen.

Patente auf Saatgut bedeuten für einige große Konzernen erhebliche Gewinne. 1997 stellte die amerikanische Firma Rice Tec einen Patentantrag für eine "neu erfundene" Reissorte mit der Bezeichnung Basmati. In der Folge wurden Rice Tec 20 Eigentums- und Vermarktungsrechte auf Basmati-Sorten und -Kreuzungen zugesprochen. Dass Basmati-Reis seit Generationen in Indien angebaut wird, spielte bei diesem Patent keine Rolle. Für indische Bauern hatte dies zur Folge, dass sie ihren eigenen Basmiti-Reis nicht mehr unter dieser Bezeichnung vermarkten konnten. Vandana Shiva bezeichnet ein solches Vorgehen als Bio-Piraterie. Von der Welthandelsorganisation und der Europäischen Union fordert sie Regelungen, die das nicht zulassen.

Die landesweiten Proteste in Indien gegen die Patentierung von Basmati-Reis wurden überwiegend von Navdanya organisiert. Schließlich wurde nach Intervention der indischen Regierung beim amerikanische Patentamt das Patent der Firma Rice Tec aufgehoben.

Lebendige Demokratie

Navdanya knüpft an die indische Tradition der Dorfräte an, die alle Fragen des Gemeinwesens geregelt haben. Dazu gehört, dass in der Gemeinde selbst entschieden wird, welches Saatgut bis zur nächsten Aussaat aufgehoben wird, und nicht das Saatgutunternehmen das Sagen hat. Inzwischen sind einige dieser Firmen dazu übergegangen, teils Saatgut zu verkaufen, das nur einmal keimt und nicht zur erneuten Aussaat geeignet ist. Dies widerspricht der Praxis und dem Selbstbestimmungsrecht der Bäuerinnen und Bauern.

Für die Bewahrung der Artenvielfalt in der Landwirtschaft spielen die Frauen für Navdanya eine zentrale Rolle. Denn wie in vielen asiatischen Ländern bewahren die Frauen auch in Indien üblicherweise die Samenkörner auf, die im nächsten Jahr ausgesät werden.

Weitere Informationen

23.04.2007

Mit Genmais aus der Tortilla-Krise

Mexikanischer Bauernverband und Monsanto streben Aufhebung des Anbau-Moratoriums für Genmais an

Wie Transgen jetzt berichtet, hat der Nationale Verband der Maisanbauer Mexikos und der Konzern Monsanto eine Vereinbarung über die kontrollierte Markteinführung von genetisch verändertem Mais erzielt.

Hintergrund ist die erhebliche Nachfrage nach Mais für Biosprit auf dem Weltmarkt. In Mexiko hat sie zu einem so drastischen Preisanstieg geführt, dass ein Teil der Bevölkerung sich den Mais für ihr Grundnahrungsmittel, die Tortilla nicht mehr leisten kann.

Seit 1998 gibt es in Mexiko ein Moratorium, das den Anbau von gentechnisch verändertem Mais verbietet. Mexiko ist das Land mit der grössten Artenvielfalt an Teosinte, der Urform des wild wachsenden Mais. Der Grund für das Moratorium war die Befürchtung, genveränderte Organismen konnten die wild wachsenden Arten kontaminieren.

Allerdings, so Tansgen konnte bisher nicht experimentell bestätigt werden, dass Gene des gv-Maises sich dauerhaft in den regionalen Landrassen etablieren.

Die Vereinbarung sieht vor, in diesem Jahr mit Freilandversuchen zu beginnen, bei denen mögliche Umweltauswirkungen von gv-Mais überprüft werden. Im nächsten Jahr soll ein Probeanbau folgen, jedoch noch kein Saatgut verkauft werden. Wenn sich keine Nachteile zeigen, könnte der Anbau von gv-Mais in Mexiko 2009 beginnen. Der Druck auf mexikanische Regierung, gv-Mais zu erlauben, hatte sich in letzter Zeit erhöht, da aufgrund der wachsenden Nachfrage auf dem Weltmarkt die Maispreise stark gestiegen waren und zu einer Verteuerung der Mais-Lebensmittel geführt hatten. Durch den Anbau von gv-Mais soll die nationale Maiserzeugung gesteigert werden.

S. auch http://www.biosicherheit.de/de/aktuell/549.doku.html

22.04.2007

Verleiht Genmais keine Flügel!

Imker wehren sich gegen Verunreinigung von Honig durch gentechnisch veränderten Mais

Eben gefunden: Pressemitteilung von Mellifera e.V.

In diesem Frühjahr klagen Imker gegen die Aussaat des gentechnisch veränderten Mais der Firma Monsanto. Der Genmais MON 810 hat keine Zulassung als Bestandteil von Lebensmitteln. Da Bienen ihren Eiweißbedarf zu einem großen Teil aus Maispollen decken, besteht die Gefahr der Verunreinigung des Honigs durch den Genmais. Dagegen wehren sich die Imker. Sie weisen darauf hin, dass der Flugradius von Bienen mehrere Kilometer beträgt und sich nicht auf gentechnikfreie Flächen beschränken lässt.

Noch mehr Informationen unter http://www.bienen-gentechnik.de/

19.04.2007

NABU unterstützt Protest gegen Freisetzung von gentechnisch verändertem Mais

Mögliche Risiken neuer genmanipulierter Maissorten für Natur und Umwelt wurden nicht geprüft

In einer Presseerklärung weist der Naturschutzbund Deutschland (NABU) am 17.04.2007 auf den Protest der Bevölkerung gegen die Aussaat von gentechnisch verändertem Mais durch den US-Konzern Monsanto hin.

In sechs Bundesländern wolle Monsanto neue genveränderte Maissorten sowie die Dosierung der zugehörigen Breitbandherbizide testen. Dabei seien auch Standorte in unmittelbarer Nähe von Schutzgebieten vorgesehen.

Aus Sicht des NABU-Vorsitzenden Tschimpke sind diese Tests riskant und dürfen vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nicht genehmigt werden.

"Die möglichen Risiken dieser neuen genmanipulierten Maissorte für Natur und Umwelt wurden nicht geprüft" (...) Der Anbau des Monsanto-Maises in Verbindung mit dem Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels in Schutzgebieten sei ein Skandal. Der Mais ist toxisch für Schmetterlinge und Käfer. "Seltene Arten wie Gelbbauchunke, Kammmolch, Eremit (Juchtenkäfer) sowie der großer Feuerfalter werden rücksichtslos gefährdet"

14.04.2007

Vorerst keine Gentechnik in Bio-Produkten

Pro-Gentech-Kurs der EU-Kommission stößt auf Widerstand im EU-Parlament

Vor Kurzem berichtete ich über einen Gesetzentwurf der EU Kommission, der Gentechnik bei Bio-Produkten ermöglichen sollte.

Der Vollständigkeit halber (und etwas verspätet) sei ergänzt, dass das EU-Parlament diesen Entwurf am 29.03.2007 zurück gewiesen hat. Lebensmittel mit der Bezeichnung Bio bleiben also weiterhin frei von Gentechnik.

Das ändert aber nichts an den Problemen, die Bio-Landwirte bekommen, wenn ihre Felder durch gentechnisch veränderte Organismen kontaminiert werden. Schadensersatz kann erst bei einer Verunreinigung von 0.9% durchgesetzt werden. Bereits bei einer Verunreinigung von 0,1% kann jedoch die Ernte nicht mehr als Bio-Produkt verkauft werden. Die Landwirte bleiben auf ihrer Ware sitzen.

Eine akzeptable Lösung kann aus meiner Sicht nur sein, die Grenzwerte für erlaubte Kontaminierung auf Null zu senken oder noch besser Gentechnik in Nahrungsmitteln ganz zu unterbinden.

09.04.2007

Nachfrage nach Mais für Biosprit treibt Gentechnik an

Monsanto verzeichnet Absatzsteigerung um 47 Prozent

Wie die österreichische Zeitung Die Presse am 05.04.2007 berichtet, führt die anhaltende Nachfrage nach Mais für Biosprit in den USA zu einer deutlichen Steigerung des Absatzes von Saatgut für gentechnisch veränderten Mais bei der US-Firma Monsanto.

Monsanto-Chef Hugh Grant hat Dienstagabend berichtet, dass der Gewinn im abgelaufenen Quartal um 23 Prozent gestiegen ist. Hauptgrund: Der Absatz von Gen-Mais-Saatgut ist um 47 Prozent gestiegen - und zwar wegen des Biosprit-Booms in den USA. In Amerika wird immer mehr aus Mais hergestellter Ethanol dem Benzin beigemischt. In Bälde wird das auch in Europa so sein.
(...)
Großer Renner ist derzeit "Triple-stack"-Mais: Dieser ist unempfindlich gegen zwei Schadinsekten und gegen das Unkrautvertilgungsmittel Roundup Ready. Farmer, die Mais im großen Stil anbauen - in den USA auf Feldern mit 4000 und mehr Hektar -, sparen sich dadurch Arbeit und Spritzmittel, sie haben höhere Gewinne. Während es selbst in den USA bei Gen-Mais als Nahrungsmittel Ressentiments gibt, hat niemand etwas dagegen, diese Pflanzen für Biosprit zu verwenden. 52 Prozent des US-Mais sind gentechnisch verändert.

29.03.2007

Genmais MON863 auf den Philippinen nicht mehr zugelassen

Phillipinische Regierung entzieht die Zulassung für potentiell gesundheitsgefährlichen Genmais. Keine Reaktionen in Europa.

Wie Greenpeace heute berichtet, ist der Genmais MON863 auf den Philipinen nicht mehr erwünscht. Die Importgenehmigung wurde zurückgezogen.

Die Bürger der EU warten hingegen noch immer auf Reaktionen auf die unabhängige Studie französicher Wissenschaftler vom März 2007. Nach dieser Studie ist der genveränderte Mais MON863 der Fa. Monsanto potentiell gesundheitsschädlich. Ratten wiesen nach der Fütterung mit MON863 Schädigungen von Leber und Nieren auf.

Gentechnik in Bioprodukten?

Neues EU-Gesetz könnte Gentechnik bei Bio-Produkten zulassen

Laut Meldung von Oekonews.at fordert die Österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000 die Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, die Bio-Landwirtschaft vor der Verschmutzung durch Gentechnik zu schützen. Das EU-Parlament stimmt am Donnerstag darüber ab, ob ein neues EU-Gesetz Gentechnik bei Bio-Produkten zulassen soll.

Den vorliegenden Gesetzesvorschlag deutet GLOBAL 2000 als eine Kapitulationserklärung der Kommission vor ihren eigenen Vorgaben. (Jens) Karg (GLOBAL 2000-Gentechniksprecher): "Endlich gibt die Kommission zu, dass Gentech-Landwirtschaft eben nicht neben gentechnikfreier Landwirtschaft existieren kann. Allerdings zieht die Kommission aus dieser Erkenntnis die falschen Schlüsse. Anstatt nun die zukunftsfähige Bio-Landwirtschaft vor den Gefahren der Gentechnik zu schützen, sollen jetzt - geht es nach dem Kommissionsvorschlag - die letzten Schranken für die Risikotechnologie Gentechnik fallen!"Gentechnik darf nicht auf unseren landwirtschaftlichen Flächen landen und so eine der letzten ökologischen und für den Menschen sicheren Nischen in der landwirtschaftlichen Produktion, der Bio-Produktion, zerstören. "Wenn die Biotech-Industrie es nicht schafft, die Anwendung dieser riskanten und gefährlichen Technologie einzugrenzen, dann darf Gentechnik eben auch nicht angewandt werden! Die gentechnikfreie Produktion muss geschützt werden und nicht umgekehrt", fordert Karg.

26.03.2007

Genfreier Garten

Bantam-Mais: Gärtnern gegen Gentechnik

Der BUND weist auf die Bantam-Aktions hin, die von vielen Naturschutz-Organisationen und Gentechnik-Gegnern getragen wird:

"Bantam!" - das ist die neue Devise der Gentechnik-Kritiker, um die Gentechnik-Industrie in ihre Schranken zu weisen. Denn wer diese Maissorte pflanzt, muss über den Anbau von Gentechnikmais in seiner Nachbarschaft genau informiert und vor gentechnisch veränderten Pollen geschützt werden.

Bantam ist ein samenfester Zuckermais, d.h. aus der Ernte kann wieder neues Saatgut gewonnen werden. Jede/r kann ihn selbst im eigenen Garten anbauen. Bestelladressen findet man unter http://www.bantam-mais.de/wo-gibt-es-saatgut.html

Gute Idee finde ich. Mal sehen, vielleicht pflanzen wir uns auch ein paar Maispflanzen in den Garten.

23.03.2007

Der Austausch der Stechmücke

US-Forscher entwickeln eine genveränderte Mücke. Sie soll nach und nach die Moskitos verdrängen. Die Forscher hoffen, so die Malaria zu besiegen.

Wie die Berliner Zeitung am 21.03.2007 berichtet, haben amerikanische Wissenschaftler eine Mücke geschaffen, die gegen Malaria resistent ist. Sie kann den Erreger deshalb nicht mehr übertragen.

Erste Tests hätten ergeben, dass sich die genveränderten Mücken in freier Wildbahn besser vermehrten als ihre normalen Artgenossen, heißt es in einer jetzt im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlichten Studie. Die Forscher um Marcelo Jacobs-Lorena von der Johns Hopkins University in Baltimore hoffen nun darauf, dass die malariaresistenten Mücken nach und nach die Moskitos verdrängen, die den Erreger auf den Menschen übertragen.

Wieder mal planen die Zauberlehrlinge Eingriffe in die Schöpfung und glauben in maßloser Selbstüberschätzung, die Natur kontrollieren zu können.

Natürlich ist die Malaria eine schlimme Krankheit. Jährlich sterben 3 Millionen Menschen daran. Aber die Lösung des Problems kann doch nicht im Austausch aller Mücken liegen. Vermutlich hat sich auch niemand ernsthafte Gedanken darüber gemacht, wie sich solch ein Insekt, das sich "besser vermehrt als seine normalen Artgenossen" auf die Ökosysteme auswirkt.

Wie wäre es, wenn man die Forschungsgelder, die für solch einen unhaltbaren Schwachsinn verschwendet werden, mal in ernsthafte Programme zur Vorbeugung und Bekämpfung der Malaria investieren würde? Aber daran ist vermutlich nicht genügend zu verdienen.

Eben mal nachgeschlagen: Der Wikipedia-Artikel zur Malaria bezeichnet sie als "Armutsbedingte Krankeit" und zitiert Norbert Blüm in der Süddeutschen Zeitung vom 7. Oktober 2003:

"Die Pharmaindustrie gibt weltweit doppelt so viel Forschungsmittel im Kampf gegen Haarausfall und Erektionsschwächen aus wie gegen Malaria, Gelbfieber und Bilharziose. Das ist marktwirtschaftlich konsequent, denn die Kunden mit Erektionsschwächen und Haarausfall haben in der Regel mehr Kaufkraft als die Malaria- und Gelbfieberkranken."

Erleichterung der Zulassung von genveränderten-Pflanzen in Brasilien

Präsident Lula da Silva unterzeichnete ein Gesetz, das die Zulassung von genveränderten Pflanzen erleichtert.

Wie Transgen heute berichtet, steht Brasilien vor der Zulassung weiterer gentechnisch veränderter Pflanzen.

Nach langen öffentlichen Diskussionen unterzeichnete der sozialistische Präsident Lula da Silva ein Gesetz, das die Zulassung von gv-Pflanzen erleichtert. Bei Abstimmungen der Zulassungsbehörde CTNBio (Nationale technische Kommission für biologische Sicherheit) genügt künftig eine einfache Mehrheit, nicht mehr wie zuvor eine Zweidrittel-Mehrheit. Die Minderheit gentechnik-kritischer Experten und Regierungsbeamter hatte bis dahin Zulassungen blockieren können. Bisher ist in Brasilien nur der Anbau von gv-Sojabohnen erlaubt.
Nun wird damit gerechnet, dass schon bald gv-Mais folgt. Mehrere Zulassungsanträge der Agro-Unternehmen Monsanto, Bayer CropScience und DuPont stehen vor der Entscheidung. Genehmigt wurden auch Freisetzungsversuche mit gv-Zuckerrohr, die einen höheren Zuckergehalt aufweisen und von einer brasilianische Firma entwickelt wurden. Noch nicht freigeben wurde hingegen gv-Baumwolle. Diese wird jedoch bereits illegal angebaut. Die Flächen sollen 100.000 Hektar betragen.

22.03.2007

Gewappnet für den Klimawandel

Monsanto und BASF wollen trockentolerante Pflanzen entwicklen

Wie Transgen heute berichtet, haben die Konzerne Monsanto (St. Louis, USA) und BASF (Ludwigshafen) eine Zusammenarbeit vereinbart.

Kooperieren wollen die beiden Unternehmen bei Forschung, Entwicklung und Vermarktung von neuen Pflanzen mit erhöhten Erträgen und einer gesteigerten Toleranz gegenüber Trockenheit. Die Vereinbarung bezieht sich auf die Kulturarten Soja, Mais, Raps und Baumwolle.

Das wird vermutlich ein einträgliches Geschäft, denn als Folge des Klimawandels wird in den nächsten Jahren das Wasser vor allem in den ärmeren Regionen knapp werden, die bereits heute unter Überbevölkerung und Wassermangel leiden.

So läßt sich prima Profit mit dem Klimawandel machen.

Genreis mit menschlichen Proteinen

Zulassung für den Freilandanbau in den USA

Liegt schon länger in den Bookmarks, aber ich bin in der letzten Zeit recht eingespannt.

Wie Telepolis bereits am 06.03.2007 berichtet hat das US-Landwirtschaftsministerium einer Reissorte eine vorläufige Zulassung (praktisch kein Risiko) erteilt die gentechnisch mit menschlichen Proteinen ausgestattet ist.

Die Firma Ventria Bioscience hat die Reissorte Oryza sativa L. mit Genen ausgestattet, die die zwei menschlichen Proteine Lactoferrin und Lysozym codieren. Diese Proteine kommen in der Muttermilch vor und wirken antiviral, antibakteriell und antifungizid. Mit dem Reis sollen Magen-Darm-Erkrankungen und tropische Infektionen behandelt werden. Die Firma hat eine Studie an peruanischen Kindern durchgeführt und will dabei festgestellt haben, dass Kinder, die die aus dem transgenen Reise gewonnenen Proteine Lactiva (Lactoferrin) und Lysomin (Lysozym) deutlich schneller bei einer Durchfallkrankheit gesund wurden als die Kinder, die gewöhnliche Rehydrierungflüssigkeit oder eine solche erhielten, die auf Reise basierte und der die beiden Proteine zugesetzt wurde.

Eckpunktepapier zur Gentechnik

Lesenswerter Kommentar bei Telepolis

Albrecht Kieser über des kürzlich verabschiedet Eckpunktepapier des Bundeskabinetts zur Gentechnik

18.03.2007

Greenpeace stellt eine Studie französischer Wissenschaftler über Genmais vor

Danach ist der Genmais MON863 für Ratten schädlich. Trotzdem darf er als Lebens- und Futtermittel in die EU eingeführt werden.

Der Genmais MON863 der Firma Monsanto stellt nach einer von Greenpeace am 13.03.2007 vorgestellten Studie ein potentielles Gesundheitsrisiko dar:

Der Gen-Mais des Konzerns Monsanto ist seit Jahren im Gerede, weil er, an Ratten verfüttert, zu Vergiftungssymptomen und Schädigungen von Leber und Nieren führte. In die EU darf er trotzdem als Lebens- und Futtermittel eingeführt werden. Daran halten die EFSA und die nationalen Zulassungsbehörden fest - auch das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz.

Greenpeace gelang es 2005 per Gerichtsbeschluß die Offenlegung der Risikobewertung von Monsanto für die Zulassung für den europäischen Markt zu erwirken. Diese wurde jetzt von der unabhängigen Expertengruppe CRIIGEN (Committee for Independent Research and Genetic Engineering) bewertet.

Es gibt erhebliche Mängel in der statistischen Auswertung der Studie, wie sie von Monsanto vorgelegt wurde, sagt Gilles-Eric Séralini von der Universität in Caen, der das französische Wissenschaftlerteam CRIIGEN leitet. "Neben den Schäden an Leber und Nieren wurden auch die Gewichtsveränderungen der Tiere nicht ausreichend untersucht. Weitere wichtige Daten, beispielsweise über Veränderungen des Urins der Tiere, ließ Monsanto unter den Tisch fallen."

01.03.2007

Reaktionen auf das Gentechnikpapier

Das gestern beschlossene Eckpunktepapier zur Gentechnik wird weitgehend als unzureichend kritisiert.

Gestern berichtete ich über das Eckpunktepapier zur Gentechnik

Zum nachlesen hier weitere Reaktionen auf das Eckpunktepapier:

28.02.2007

Kabinett beschließt Eckpunktepapier zur Gentechnik

Die Bundesregierung bleibt auf ihrem Pro-Gentechnik-Kurs

Maiskolben mit Halloween Fratzen Das Bundeskabinett hat am 28. Februar 2007 ein Papier mit dem Titel Die weitere Novellierung des Gentechnikrechts - Eckpunkte für einen fairen Ausgleich der Interessen beschlossen. Es gibt keine großen Überraschungen. Beim Anbau von genverändertem Mais wird künftig eine Abstandsfläche von 150 Metern zu konverntionellen Anbauflächen vorgeschrieben. Bauern, die genveränderte Produkte anbauen, haften für Schäden, bei Verstößen gegen die Einhaltung der "guten fachlichen Praxis" bei ihren Nachbarn entstehen. Was mit guter fachlicher Praxis gemeint ist, soll genauer definiert werden. Bei Schäden, die trotz Einhaltung dieser Regeln auftreten, sollen die Saatgutproduzenten im Rahmen einer Selbstverpflichtung die Bauern entlasten. Im Eckpunktepapier findet man den aufschlussreichen Satz, ... die Versicherungswirtschaft sieht sich mangels ausreichender Erfahrungen, die für eine Risikokalkulation unerlässlich sind, derzeit nicht in der Lage, einen Versicherungsschutz anzubieten. Ob eine Selbstverpflichtung der Saatguthersteller da wirklich ausreicht, die Risiken abzusichern, darf man bezweifeln.

Öffentliche Informationen im Standortregister sollen auf die Angabe der Gemarkung begrenzt sein. Begründet wird das mit der Angst vor Feldzerstörungen. Dafür werden die Erzeuger verpflichtet, ihre Nachbarn aktiv zu benachrichtigen. Wie das wohl kontolliert wird?

Besonders bemerkenswert finde ich die Begründung, warum trotz geringer Akzeptanz in der Bevölkerung die Gentechnik in Deutschland gefördert werden soll. Unter der Überschrift Die Forschung voran bringen liest man:

Kritiker der Grünen Gentechnik betonen, dass die Sicherheit von gentechnisch veränderten Pflanzen und Lebensmitteln nicht ausreichend erforscht sei. Daher sollte den offenen Fragen nachgegangen werden.
Doch auch die Entwicklungsforschung ist zu stärken. Die Grüne Gentechnik bietet interessante Perspektiven u. a. in den Bereichen der Ernährung, der Versorgung mit Energie und Rohstoffen und der pharmakologischen Produktion. Die globale Entwicklung schreitet voran, unabhängig davon, ob in Deutschland Entwicklungsforschung betrieben wird oder nicht. Deutschlands Stärke liegt in der Innovation. Diese Stärke sollte auch eingesetzt werden. Deshalb sollte Deutschland sich nicht aus der Entwicklung neuer gentechnisch veränderter Pflanzen zurückziehen und diesen Wachstumsbereich anderen überlassen. Dabei soll Forschung nicht nur im Labor, sondern auch im Freiland möglich sein.

Interessante Perspektiven. Deutschlands Stärke liegt in der Innovation. Obwohl die meisten Bürger gentechnisch veränderte Produkte ablehnen, soll die Gentechnik-Forschung vorangebracht werden, damit wir den Anschluß nicht verpassen. Das ist so als würde man am Bahnhof hinter einem anfahrenden Zug herrennen, von dem man nicht weiss, ob er fahrtauglich ist und wohin er überhaupt fährt.

S. auch http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/nachrichten/artikel/seehofe...

26.02.2007

Schweinemedizin

Die Biotech-Firma Novoplant möchte in Sachsen-Anhalt genmanipulierte Erbsen anbauen. Als Ersatz für verbotene Antibiotika. Und in unmittelbarer Nähe einer wichtigen Samenbank

Wie die Frankfurter Rundschau heute berichtet, plant die Biotech-Firma Novoplant einen Freilandversuch mit gentechnisch veränderten Erbsen.

Die Erbsen können nach dem Einschleusen von Mäusegenen Antikörper bilden, die als Prophylaxe gegen Durchfall wirken. Diese Art von "functional food" für Schweine steht in der Tradition der EU-weit verbotenen vorsorglichen Verabreichung von Antibiotika. Deren Massen-Einsatz im Stall hatte erhebliche Resistenzprobleme hervorgerufen, weshalb Antibiotika in der Landwirtschaft nur noch als Medizin, nicht aber als Leistungsförderer oder vorbeugende Therapie verwendet werden dürfen.

Zudem soll das Projekt in unmittelbarer Nähe der "Samenbank Gatersleben" des Leibnitz-institus für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung erfolgen - einer der weltweit wichtigsten Samenbanken. Das Umweltinstitut München befürchtet eine Kontaminierung der nur 500 Meter entfernt gelegenen Felder.

obwohl die Erbse eine Selbstbefruchterin ist und die Blüte während der Bestäubung geschlossen bleibt, könne es zu Fremdbefruchtungen bei Erbsen kommen, die auf den Feldern des Instituts zwecks Saatgutvermehrung wachsen. Bienen könnten den Pollen kilometerweit transportieren, und auch Mäuse kämen als Transporteure des Gen-Materials in Betracht.

sagte Andreas Bauer vom Umweltinstitut München der FR.

Nicht zu vergessen: Gentechnisch hergestellt Nahrungsmittel müssen in Deutschland gekennzeichnet werden. Das gilt aber nicht für das Fleisch von Schweinen, die mit gentechnisch veränderten Produkten gefüttert wurden.

06.02.2007

Mehr als eine Millionen Europäer sagen nein zu Genfood

Am 05. Januar 2007 hat Greenpeace dem europäischen Gesundheitskommissar Markos Kyprianou eine Petition überreicht, die die Schließung der Kennzeichnungslücke bei Genfood fordert.

Fleisch und Milchprodukte müssen in der EU nicht gekennzeichnet werden, wenn die Tiere genetisch verändertes Futter bekommen haben. Mit einer Petition, die von mehr als einer Millionen Europäern unterstützt wird, will Greenpeace jetzt erreichen, dass sich das ändert.

"Diese Petition ruft die EU auf, dem heimlichen Eindringen von Gen-Pflanzen nach Europa ein Ende zu setzen, erklärt Marco Contiero vom Greenpeace-Büro in Brüssel. Gegenwärtig ist die Gesetzeslage so, dass den Verbrauchern nichts anderes übrig bleibt, als Lebensmittel zu essen, die mit Hilfe von Gen-Pflanzen produziert wurden. Der Einsatz von Gen-Pflanzen in der Nahrungskette muss beendet werden. Dann wäre die Umwelt geschützt. Denn immer wieder entweichen Gen-Pflanzen unkontrolliert und stellen dann eine Gefahr für die Gesundheit und die Artenvielfalt dar."


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