04.07.2009

Die Dorstener und die Gesamtschule

Montessori-Schule in Dorsten als Gesamtschule geplant

Die einzige Gesamtschule in Dorsten musste zum vergangenen Schuljahr 76 Kinder abweisen, hinzu kommt dass die Gesamtschule in Schermbeck, ebenfalls im Dorstener Einzugsbereich, 84 Kindern eine Absage erteilen musste. Für die CDU in Dorsten kein Grund, sich den Forderungen nach einer weiteren Gesamtschule zu öffnen. Im vorläufigen Kommunalwahlprogamm der CDU heißt es:

Für den Erhalt und die Fortentwicklung des gegliederten, begabungsgerechten Schulsystems in Dorsten. Nur dieses bietet allen Kindern und Jugendlichen die besten Chancen. Die Einrichtung einer weiteren Gesamtschule lehnt die CDU ab. http://www.cdudorsten.de/schule_und_bildung.php Hervorhebung von mir.

Auf mich wirkt das sehr ideologisch. Es geht nicht darum, die Schulen zu unterstützen, die die beste Förderung für unsere Kinder leisten können, sondern es geht vor alle darum, dass das bestehende dreigliedrige Schulsystem nicht in Frage gestellt wird und das bestehende Schulen nicht geschlossen werden, völlig egal wie sinnvoll ihr Erhalt auch ist.

Schon im vergangen Jahr lehnte die Dorstener Junge Union eine weitere Gesamtschule als rot-rot-grüne Einheitsschule ab.

Auch für die FDP ist klar, das es mit ihr keine neue Gesamtschule geben wird.

Seit kurzem plant die Dorstener Montessori-Schule die Erweiterung in der Sekundarstufe. Dagegen hat keine der Dorstener Parteien etwas, auch der CDU-Bürgermeister sieht die Planung durchaus positiv.

Neulich kam in einem Blogkommentar schon mal die Frage auf, ob die Dorstener Montessori-Schule denn auch eine Gesamtschule werde. Durch einen Leserbrief in der Dorstener Zeitung bin ich heute nochmal darauf aufmerksam geworden und habe bei der Schule nachgefragt. Von der Schulleitung wurde mir eben bestätigt, dass eine integrative Gesamtschule geplant ist. Die Genehmigung kommt von der Bezirksregierung, die Stadt ist dafür nicht zuständig.

Als Privatschule ist eine Gesamtschule in Dorsten bei den Mehrheitsparteien durchaus akzeptiert, als öffentliche Schule wird sie abgelehnt.

Ich habe nichts gegen die Montessori-Schule, im Gegenteil. Ich fände es allerdings fatal, wenn Eltern, die in Dorsten qualitativ hochwertigen gemeinsamen Unterricht in der Sekundarstufe für ihre Kinder wollen, diesen über die wenigen integrativen Plätze in Wulfen hinaus nur an einer Privatschule bekommen könnten, mit deren Besuch Kosten verbunden sind.

Das ist ausdrücklich keine Kritik am Montessori-Konzept. Die können ja nichts dafür, wenn die öffentlichen Träger in der Schulpolitik versagen.

Ich sehe die Neugründung einer weiteren öffentlichen Gesamtschule in Dorsten als dringend geboten an. Ich bin sicher, dass das Recht auf inklusive Schulbildung innerhalb des derzeitigen Schulsystems dort am besten realisiert werden kann. Hauptschulen halte ich für ungeeignet dafür und bei den anderen Schulen fehlt in der Regel die Bereitschaft. Eine echte Alternative sehe ich zur Zeit nicht. Gemeinsamer Unterricht an einem Gymnasium wäre vielleicht noch eine Option.

Ich warte übrigens noch auf die Antworten der Parteien auf meine Fragen vom 24.06.. Die Linkspartei hat inzwischen geantwortet. Von Bürgermeister Lütkenhost habe ich eine Eingangsbestätigung und den Hinweis erhalten, er werde Mitte Juli antworten. Von SPD, FDP und Grünen habe ich noch nichts gehört.

07.12.2008

»Gegensätze, die nicht nötig und auch nicht berechtigt sind«

Letzte Woche habe ich über die Veranstaltung Mit der Gesamtschule zu einer Schule für alle berichtet. Es freut mich, dass Ingrid Wenzler, die Referentin dieser Veranstaltung, jetzt Stellung zu meinem Beitrag genommen hat.

Weil der Blogbeitrag schon recht weit nach unten gerückt ist, hier noch mal ein Hinweis auf den Kommentar.

29.11.2008

Mit der Gesamtschule zu einer Schule für alle?

Veranstaltungsreihe »Welche Schule brauchen unsere Kinder«

Am vergangenen Donnerstag war ich bei einer Veranstaltung mit dem Titel, "Mit der Gesamtschule zu einer Schule für Alle", die im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Welche Schule brauchen unsere Kinder?" von der GEW, der Aktion Menschenstadt, der LAGA und dem Kinderschutzbund NRW durchgeführt wurde.

Die Besucherzahl war etwas enttäuschend, überwiegend waren Lehrer anwesend, (naja, fand ja auch im GEW-Haus statt, was will man erwarten), ich war der einzige, der als Vater eines Kindes mit Behinderung teilnahm.

Wie gesagt, es ging um die Gesamtschule. Als Referentin war Ingrid Wenzler von der gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule eingeladen, eine entschiedene Verfechterin der Gesamtschule, die anhand vieler Zahlen und Vergleiche belegte, dass die Gesamtschule nicht so schlecht ist, wie ihr Ruf.

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31.10.2008

Die Grünen fordern eine zweite Gesamtschule für Dorsten ...

... lese ich heute in der Dorstener Zeitung. Sie denken an das Schulgebäude an der Pliesterbecker Straße.

Dass die Dorstener Eltern die Gesamtschule wollen, liegt für Susanne Fraund (Fraktionsvorsitzende der Dorstener Grünen, W.) auf der Hand: "Mehr als 60 Kinder hat die Gesamtschule Wulfen abgelehnt, weitere 50 Kinder aus Dorsten hat die Gesamtschule Schermbeck nicht angenommen." Hinzu würden jene kommen, die aufgrund des Turbos-Abis den Druck der ersten Jahre auf den Gymnasien nicht aushielten. Zudem würde eine Gesamtschule in Dorsten Kosten sparen helfen, weil Schülertransporte wegfielen.

Ich begrüße diesen Vorschlag aufs Schärfste.

Für unsere Kinder wäre das ideal, schon wegen der Wohnortnähe.

Aber auch unabhängig von den eigenen Kindern bin ich immer schon ein Befürworter der Gesamtschule, war ich doch selbst auf einer.

Selbstverständlich muß einen solche Schule dann auch integrativ arbeiten.

Fraglich ist, ob die Grünen sich mit dieser Forderung durchsetzen. Mitglieder der Junge Union, denen Gesamtschulen ja schon immer höchst suspekt waren, warnen jedenfalls wie immer reflexhaft vor der rot-rot-grünen Einheitsschule.


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