Greenpeace-Show beim G8-Gipfel
Wilde Schlauchbootjagt auf der Ostsee endete mit 3 Verletzten
Eigentlich halte ich viel von Greenpeace. Wer mein Blog liest, wird das auch schnell merken. Die Schlauchbootaktion, die heute in Heiligendamm beim G8-Gipfel stattfand, wirft bei mir allerdings die Frage auf, ob es den Aktiven hier nicht mehr um den Showeffekt ging, als darum, mit einer Aktion wirklich etwas zu erreichen. 3 Menschen sind verletzt worden.
Ich kann mir nicht vorstellen, das sich die Aktivisten bei ernsthafter Betrachtung auch nur die geringste Chance ausgemalt haben, zu den Regierungschefs vorzudringen. Es war klar, dass die Polizei versuchen würde, die Aktion zu verhindern. Und es war klar, dass die Stimmung aufgeheizt ist. Die Aktivisten mussten damit rechnen, dass dabei auch Menschen verletzt werden.
Dass Tausende im Umfeld von Heiligendamm protestieren, sollte auch den Regierungschefs nicht entgangen sein. Und dass eine überwältigende Zahl von Bürgern in ihren Ländern weitergehende Beschlüsse von ihnen erwartet, wissen sie vermutlich auch. Was soll so Neues in der Petition gestanden haben, dass die Aktivisten die Hoffnung hatten, es könne - vorausgesetzt man erreicht sie tatsächlich - die Regierungschefs noch zu einem andern Beschluss bewegen?
Diese Aktion hat für mich zu viel von einem Action-Film und viel zu wenig realistische Aussicht, tatsächlich etwas zu erreichen.
Walfänger bei ihrem blutigen Treiben zu stören oder mit Schlauchbooten Schiffe am Vergiften der Meere zu hindern ist etwas Anderes. Auch hier können Menschen zu Schaden kommen, doch die Aussicht auf Erfolg legitimiert dieses Risiko. Nur für eine gute Show ist dieser Preis zu hoch.
Foto: Netzeitung
