12.01.2009

»Elternnetz ungehindert« gescheitert

Im Sommer vergangenen Jahres habe ich auf der Internetplattform Kaioo (heute OpenNetworX) das Elternnetz ungehindert eröffnet. Die Resonanz war gering, seit etwa einem halben Jahr tut sich dort nichts mehr. Im Grunde gibt es nur Beiträge von mir.

Ich habe das Elternnetz immer als Versuch verstanden, neue Formen der Webbasierten Kommunikation zur Vernetzung von Eltern zu nutzen. Warum dies nicht gelungen ist, dazu habe ich Vermutungen, aber keinesfalls sichere Erkenntnisse.

Es ist so wie es ist, der Versuch war nicht erfolgreich.

Ich werde das Eltennetz deshalb nach dem 23.01.2009 löschen, es sei denn, bis dahin findet sich noch jemand, der/die das Netzwerk als Admin weiterführen möchte. In diesem Fall bitte Nachricht bei OpenNetworX oder hier im Blog.

15.10.2008

Web 2.0 für Eltern von Kindern mit Behinderung

Ich war heute im Beirat der Lebenshilfe Dorsten eingeladen um etwas über Web 2.0, Blogs und das Elternnetz ungehindert zu erzählen.

Meine Slides finden sich unter http://www.mbauweb.de/lebenshilfe15102008/

12.10.2008

Fonic Surf-Stick

Habe heute einen Fonic-Stick auf dem Eee-Pc in Bertrieb genommen

vor allem als Gedankenstütze für mich:

Fonic bietet seit einiger Zeit einen Surf-Stick zum mobilen Surfen im Internet an. Gelegentlich hätte ich gern die Möglichkeit, mobil ins Internet zu gehen, ohne teuere Verträge abschließen zu müssen, z.B. im Urlaub.

Mit dem Fonic-Stic kostet das mobile Surfen pro Tag 2,50 Euro, der Stick Huawei e160 kostet 99 Euro incl. eines freien Tages. Surft man nicht, entstehen auch keine Kosten. Also genau das richtige für Gelegenheitsmobilsurfer.

Nach dieser Anleitung habe ich den Stick unter Ubuntu zum laufen gebracht:

Von http://www.draisberghof.de/usb_modeswitch/ den usb_modemswitch herunterladen, kompilieren und installieren. hierzu war noch libusb-dev erforderlich.

Die Konfigurationsdatei nach /etc kopieren und die Zeilen

DefaultVendor= 0x12d1
DefaultProduct= 0x1003
HuaweiMode=1

einkommentieren.

Eine Startdatei /usr/local/bin/startumts anlegen:

#!/bin/sh
usb_modeswitch -v 0x12d1 -p 0x1003 -H 1
modprobe usbserial vendor=0x12d1 product=0x1003

Umtsmon von http://umtsmon.sourceforge.net/ herunterladen und Binary nach /usr/local/bin kopieren.

Stick anstecken, Shellscript startumts ausführen, umtsmon starten und damit mit dem Default-Profil connecten.

Kann man sicher noch optimieren, aber zumindest läuft es so, hier allerdings recht langsam.

20.09.2008

Wie kriegt man ganz normale Leute ins Web 2.0?

Bei Kaioo - demnächst OpenNetworX - habe ich vor einigen Wochen ein Netzwerk für Eltern von Kindern mit Behinderungen gegründet.

Bei einem Sozialen Netzwerk handelt es sich um eine Internetplattform, auf der man Kontakte mit anderen angemeldeten Mitgliedern pflegen und Informationen verbreiten und erhalten kann. Dies kann sowohl in Gruppen als auch im Dialog mit einzelnen Mitgliedern erfolgen. Ich habe ja in meinem Blog schon häufiger darüber berichtet.

Soziale Netze im Internet haben zur Zeit einen deutliche Boom, bekannt sind z.B. StudiVZ, SchuelerVZ oder XING.

Was liegt da näher, als diese Technik auch für die Vernetzung von Eltern zu verwenden? - Dachte ich. Mit dem Versuch, Menschen für Kommunikation im Internet zu interessieren, denen das Einstellen eigener Inhalte im Internet eher fremd ist, bin ich ja auch in der Vergangenheit schon gescheitert.

Trotzdem war ich zuversichtlich, dass die Vernetzung vielen Eltern wichtig ist und dass sie deshalb meine Idee aufnehmen würden.

Fehlanzeige - das Elternnetz ungehindert ist bis heute kaum auf Resonanz gestoßen.

Nach fast 2 Monaten haben sich gerade mal acht Leute angemeldet. Eine ganze Reihe von Eltern, die ich persönlich angesprochen habe, haben den Weg in das Netzwerk bis heute nicht gefunden.

Was hindert eigentlich nicht webaffine Menschen daran, sich solchen Netzen anzuschließen? Bei Ebay kauft ja auch jeder ein, der einen Computer einschalten kann. Ein Elternnetz kann ja kaum schwieriger zu bedienen sein, als eine Ebay-Auktion.

Vermutlich sind es andere Hürden, die Leute davon abhalten:

  • Soziale Netzwerke sind vielen Leuten suspekt. Die verständlich Angst, das perönlich Informationen, die man ins Internet stellt, auch von Leute gelesen werden, von denen man das nicht möchte, ist verbreitet.
  • Das Elternnetz ist ein anonymes Gebilde. Über seine Kinder will man vielleicht nicht auf so einer Plattform wie dem Internet kommunizieren.

Wenn ich nachfrage, höre ich Reaktionen, wie "Ich wollte mich schon längst mal dort anmelden, aber ich bin noch nicht dazu gekommen ...", "Ich wollte das schon immer mal lernen ...", "Dazu muß ich demnächst mal einen Kurs machen ...", "Ich gebe das mal meine Mann, der versteht mehr von Computern als ich ..."

Ich vermute, dass die Hürden doch höher sind, als ich mir das als Webworker so vorstellen kann. Es gibt auch Leute, die E-Mail-Kurse besuchen.

Möglicherweise ist es aber auch eine Frage der Bekanntheit.

Ich habe eine Reihe von Personen und Organisation angeschrieben, die als Multiplikatoren für diese Informationen hätten dienen können, aber ich befürchte, die meisten haben meine Mail ignoriert. Im günstigsten Fall liegt sie ausgedruckt auf dem Stapel und wartet darauf, bei der nächsten Mitgliederversammlung unter "Verschiedenes" erwähnt zu werden.

Ich kann nur vermuten, woran das liegt:

  • Man hat meine Mail für Spam gehalten und entsorgt.
  • man will keine Empfehlungen geben, für ein Netzwerk, bei dem die Integrität des Verantwortlichen nicht klar ist - Sie wissen ja nicht viel von mir, außer, dass ich Vater eines Sohnes mit Down-Syndrom bin und selbst das könnte ja erfunden sein.
  • Meine Information hat sich nicht abgehoben, von sonstiger Werbung
  • mein Material war nicht verständlich

Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass noch Reaktionen kommen. Gottes Mühlen mahlen eben langsam.

Von mehreren Stellen wurde mir fest zugesagt, die Information über das Elternnetz in einen Verteiler aufzunehmen, in eine Fall sogar, sie in einer Zeitschrift zu veröffentlichen.

Ich habe wohl zu sehr auf die vielgepriesenen viralen Effekte im Internet gesetzt. Die mag es ja in der Bloggerszene geben, aber eine große und gut vernetzte Szene von Eltern von Kindern mit Behinderung im Web gibt es eben nicht.

Was denkt Ihr, was kann man tun, um Eltern für das Elternnetz zu gewinnen?

26.06.2008

Medienkompetenz

Eltern haften für ihre Kinder

Gestern hatte ich einen etwas längeren Beitrag über ein Urteil des Münchener Landgerichtes geschrieben, auf das auch Netzpolitik.org hinweist.

Dann ist mir beim Auslösen des "Senden"-Buttons der Browser hängen geblieben und der Artikel war weg. Wg. des Fußballspiels hatte ich dann keine Lust mehr, das Ganze noch mal zu schreiben

Also verweise ich nur auf den Blogartikel von Markus Beckedahl, der aber eigentlich alles sagt.

Update:

s. dazu auch den Artikel im Heise-Ticker

17.06.2008

Socialcamp in Berlin

Am Wochenende war ich beim Socialcamp in Berlin und ich muss sagen, es hat mich ziemlich begeistert.

Socialcamp Ich habe ja schon darüber berichtet Beim Socialcamp handelte es sich um eine Veranstaltung im Stil eines BarCamps. Zur Erklärung: bei einem BarCamp gibt es keine feste Tagesordnung oder Rednerliste, sondern das Programm wird von den Beteiligten spontan nach den anliegenden Bedürfnissen festgelegt. Jeder und jede kann somit zum Referenten oder zum Teilnehmer werden. Einige Session sind vorbereitet, andere ergeben sich ganz spontan während des BarCamps.

Für mich war es das erste Mal, dass ich an einem BarCamp teilgenommen habe. Ich hatte von BarCamps und von OpenSpace gehört und kenne auch andere selbstbestimmte Methoden von Gruppeninteraktion. Aber es war dann doch eine ganz besondere Form, die ich in dieser Art noch nicht erlebt hatte.

Ich habe selten bei Veranstaltungen eine so kreative und freundliche Arbeitsatmosphäre erlebt. Dafür ist sicher auch die hervorragende Location im SelfHub in Kreuzberg verantwortlich, die sich für so ein Barcamp ganz besonders eignet. Und auch das Team, das das Camp vorbereitet hat, hat ganze Arbeit geleistet.

Und nicht zuletzt haben die Menschen, die teilgenommen haben, sich sehr kreativ eingebracht.

Inhaltlich ging es um die Frage der Nutzung von Web2.0 durch NGOs. Vertreter dieser Organisationen wie auch Internetaktivisten, Macher von Social Communities und Geeeks saßen zwei Tagen zusammen und tauschten sich darüber aus, wie das Internet und vor allem die neuen Möglichkeiten für die oft nicht so webaffinen NGOs zu nutzen seien.

Wie ich gelernt habe, spielen die folgenden Aspekte dabei eine wichtige Rolle:

  • NGOs stehen, je größer sie sind, häufig in Konkurrenz zueinander, vor allem, wenn es um Adressen und Spender geht. Das kann hinderlich bei der Zusammenarbeit sein.
  • Versuche von NGOs, eigene Communities im Rahmen ihres Internetauftrittes zu schaffen, sind selten erfolgreich. Die Zahl der InteressentInnen bleibt gering. NGOs tun sich grundsätzlich schwer damit, User-Generated Content ungefiltert zuzulassen, was aber ein wesentliches Erfolgskriterium für funktionierende Web2.0-Angebote ist.
  • Die Landschaft der Social-Communities wird größer. Auch hier entsteht Konkurrenz.
  • NGOs, die die Schwarmeffekte der Communities nutzen wollen, müssen entweder auf vielen Plattformen aktiv sein, oder eine Auswahl treffen. In jedem Fall ist eine solche Aktivität mit hohem Aufwand verbunden, der häufig nicht zu leisten ist.
  • Es sind dringend Schnittstellen erforderlich, die es ermöglichen, über mehrere Netzwerke hinweg aktiv zu sein. Der heutige Zustand, auf jeder Plattform mit eigenem Profil angemeldet sein zu müssen, und in diesen jeweils eigene (und teilweise die gleichen) Beziehungsstrukturen (Freunde) aufbauen zu müssen, ist wenig effektiv. Spannende Entwicklungen in diesem Zusammenhang sind der Globale Partizipations Feed von OneAim.org und auch die plattformübergreifende API OpenSocial
  • Sozial Communities und NGOs haben jeweils andere Schwerpunkte. NGOs haben eine oft umfangreiches Wissen, der Schwerpunkt von Social Communities liegt eher im Bereich Kommunikation und Vernetzung.

Web 2.0 ist in der Entwicklung. Versuche, das Web 2.0 für die Arbeit von NGOs zu nutzen, sind in oft noch Experimente. Das liegt in der Natur des sich entwickelnden Netzes.

Ich denke, niemand kennt Lösungen, die auf alle anstehenden Fragen passen. Aber die Veranstaltung war ein Ansatz, der in die richtige Richtung weist. Sie war ein Anfang, und so wurden auch bereits Nachtreffen geplant. Auch über ein Socialcamp 2009 wurde schon geredet.

Mir hat es viele nette und interessante Kontakte vermittelt und vielleicht lässt sich ja auch hier im Ruhrgebiet ein Prozess initiieren, der die Anfänge auf dem Socialcamp fortsetzt. (Endlich habe ich mal kapiert wtf immer alle so toll am Geotagging finden, hier wäre es nämlich wirklich mal nützlich)

Weitere Berichte zum SocialCamp finden sich hier

17.04.2008

socialcamp Berlin

Neue Kommunikationsstrategien für NGOs

Das Thema internetbasierte Kommunikationsstrategien für gesellschaftspolitische Gruppen interessiert mich schon lange, auch wenn ich gerade nicht den langen Atem habe, meine Ideen in die Realität umzusetzen.

Da die Arbeit vieler Gruppen zur Zeit stagniert, ist es um so wichtiger, die Arbeit vor Ort optimal zu vernetzen. Die traditionellen Arbeitsform dieser Gruppen, meist ausschließlich regelmäßige Treffen, erreicht nur einen Teil möglicher InteressentInnen.

Ich bin sicher, dass das Internet auch für kleine Eine Welt-Gruppen, Umweltgruppen, und Gruppierungen aus dem Spektrum der lokalen Agenda große Chancen bietet, vielfach tun sich diese Gruppen aber auch sehr schwer mit dem Web.

Mit dem Thema "Neue Kommunikationsstrategie für NGOs" befasst sich vom 14. bis 15 Juni 2008 in Berlin das erste Socialcamp in Deutschland.

Die zweite Welle des Internetbooms verändert die Einflussmöglichkeiten des Internets. Mit dem Wandel im Kommunikationsverhalten ändert sich auch das Informations- und Konsumverhalten. Täglich starten neue, innovative Angebote, die um das knappe Gut der öffentlichen Aufmerksamkeit buhlen. Dies stellt die bisherige Kommunikationsstrategie von NGO in Frage.

Deshalb steht im SocialCamp neben der Vernetzung von Online-ExpertInnen und VertreterInnen gemeinnütziger Organisationen der Austausch im Mittelpunkt: Welche Entwicklungen im Internet sind für die Arbeit von NGO von Interesse? Wie können NGO erfolgreich im Internet agieren? Welche Veränderungen bringt das Internet für die strategische Ausrichtung von NGO mit sich?

Die Idee für das SocialCamp entstand in der Bloggercommunity. Hier finden bereits seit einigen Jahren Internetkonferenzen unter dem Namen Barcamp statt. Als Teil einer globalen Veranstaltungsreihe steht hier der Gedanke des freien Wissensaustauschs über technische Innovationen des Web 2.0 und der allgemeinen Netzwerkbildung im Vordergrund. Das Barcamp ist ein Element der OpenSource-Bewegung im realen Raum. Die enge Verbindung zu Barcamp wird nicht nur im Namen, sondern auch im Veranstaltungsformat deutlich. Jeder Teilnehmer entscheidet frei über die Inhalte des Workshops und kann als Referent tätig sein. http://www.socialcamp.mixxt.de/networks/wiki/index.Das_SocialCamp

Tolle Idee. Für mich genau das richtige Thema zur richtigen Zeit. Ich habe mich schon angemeldet (schon wieder nach Berlin).


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