Kaffee Organico, Wein aus Chile und Südafrika und El-Ceibo-Kakao sind die Produkte, denen in den Monaten August, September und Oktober 2007 im Eine-Welt-Laden Shalom der Dorstener St. Antonius Gemeinde besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
So ist das mit der Aufschieberitis: für August und September habe ich die Berichte über das Produkt des Monats bis jetzt nicht veröffentlicht und der Oktober ist auch schon weit fortgeschritten.
Deshalb hier für alle drei Monate zusammen eine kurze Zusammenfassung und ein paar Verweise.
August 2007 - Kaffee Organico
Produkt des Monats August 2007 im Eine-Welt-Laden der
Dorstener St-Antonius-Gemeinde
ist der
Cafe Organico der
GEPA.
Café Organico ist ein naturmilder, sehr bekömmlicher Kaffee. Er enthält ausschliesslich
hochwertige Hochland-Arabica-Bohnen, die nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus angebaut werden. Der Faire Handel sichert und verbessert die Lebensbedingungen der indianischen Kleinbauern-Genossenschaften in den südamerikanischen Bundesstaaten Chiapas und Oaxaca, die den ökologischen Kaffeeanbau traditionell betreiben. (Packung)
Er wird von den mexikanischen Handelspartnern der Gepa UCIRI (PDF) und CIRSA produziert. Die Bio-Zertifizierung erfolgt durch Naturland.
Die hohe Quailität dieses Kaffees wurde deutlich, als dieser im Mai
2006 bei einem Test der Zeitschrift Ökotest mit "Gut" abschnitt, während viele andere Kaffeesorten, darunter auch Markenprodukte mit befriedigend bis mangelhaft bewertet wurden.
Kaffee Organico gibt es auch als Misereor-Kaffee Organico, eine Kooperation zwischen Misereor und der Gepa.
Weitere Informationen
Die Gepa bietet auf ihrer Homepage eine Warenkunde über Kaffee an.
Bei TransFair gibt es ebenfalls ausführliche Produktinformationen zum Thema Kaffee.
Auch das Fair-Handels-Portal Oeko-fair.de bietet ausführliche Informationen über Kaffee.
September 2007 - Wein
Produkt des Monats September 2007 sind die Weine der der GEPA.
Im Laden haben wir Weine der chilenischen Kooperative Los Robles (Gran Roble) und des südafrikanischen Weingutes Ruitersvlei.
Folgende Weine führen wir:
Gran Roble, Cabernet Sauvignon Rotwein Jahrgang 2004+2005. Tocken, fruchtig, mild, mit ausgewogenem Charakter.
Gran Roble, Sauvignon Blanc
Weißwein,
Jahrgang 2004+2005. Trocken, mit frischem Geschmack, paßt zu Fisch- und Fleischgerichten sowie zu milden Käsesorten.
Ruitersvleit Cinsaut Cabernet Sauvignon
Rotwein
Jahrgang 2004+2005. Trockener, fruchtiger Rotwein, vollmundig, mit Anklängen an reife Waldbeeren.
Ruitersvleit Chenin Blanc
Weißwein
Jahrgang 2004+2005. Halbtrocken, fruchtiges Aroma, paßt zu Fisch - und Fleischgerichten.
Weitere Informationen
Leider sind die Links zu den Gepa-Handelspartnerinformationen im Moment kaputt.
Auf der Seite der Verbraucher Initiative e.V gibt es eine Produktübersicht über fair gehandelten Wein, die auch die Kooperativen Los Robles und Ruitersvlei behandelt.
Auch Oeko-Fair.de hat eine umfangreiche Produktübersicht über Wein aus Fairem Handel
Oktober 2007 - Kakao

Produkt des Monats Oktober 2007 ist der
El Ceibo Bio Kakao der GEPA.
Das feine Kakaopulver aus Bolivien, das besonders zum Backen geeignet ist, kommt von der bolivianischen El-Ceibo-Initiative. Die El-Ceibo-Genossenschaft ist eine der ältesten Handelspartner der Gepa und liefert ökologisch erzeugte Kakaobohnen und Kakaobutter. Der Kakao ist vom Anbauverband Naturland zertifiziert. El Ceibo sichert heute die Existenz von mehr als 5.600 Menschen.
Die Gepa bietet eine Warenkunde über Kakao und Schokolade
Eine Darstellung der El-Ceibo Genossenschaft findet sich hier
Im Zusammenhang mit Kakao sind auch die Produktinformationen über Schokolade der Verbraucher-Initiative e.V. von Interesse. Auch hier finden sich Detailinformationen über den instabilen Markt für Kakao, den fairen Kakao-Handel und die Initiative El-Ceibo.
Fair-Handelsorganisationen kritisieren 4C-Initiative. Keine Preiszusagen an die Bauern.
Substainable Coffee - Nachhaltiger Kaffee, so lautet der Titel der Webseite, mit der der Common Code for the Coffee Community (4C), ein gemeinsamer Verhaltenskodex für die Kaffee-Wirtschaft, vorgestellt wird. Der 4C-Kodex wurde federführend durch die deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (gtz) und das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erarbeitet, gemeinsam mit Kaffeehändlern, Röstern, Produzentenvertretern, Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften, z.B. Kraft, Nestlé, Tchibo und Sara Lee, Oxfam und der Rainforest Alliance.
Ziel ist es (...) durch einen rechtlich nicht verbindlichen Verhaltenskodex die Produktionsbedingungen und die Qualität des Kaffees zu verbessern. Dafür sollen die Menschenrechte sowie geltende Umweltgesetze in der Produktion geachtet werden (Wikipedia)
Gestern berichtete die TAZ:
Mehr als 130 US-Cents kostet im Tagesschnitt derzeit ein Pfund der Kaffeesorte Arabica an den Rohstoffmärkten - der Preis klettert seit Monaten. "Wir wissen, dass es Preisschwankungen gibt", sagt Ramirez (ein Kaffepflücker aus Guatemala W.). "Aber von den Gewinnspannen sind wir Pflücker hier auf der Finca ausgenommen."
Das soll sich ändern: "Bei den Produzenten soll künftig mehr ankommen", sagt Carsten Schmitz-Hoffmann. Er ist Agrarexperte der deutschen Entwicklungsorganisation GTZ und koordiniert die neue Kaffee-Initiative "4C" - Common Code for the Coffee Community.
(...) Das Ziel: mehr Transparenz. Oft versande schlichtweg "enorm viel Geld" in der Lieferkette, sagt Schmitz-Hoffmann. Abläufe könnten optimiert werden, das reiche von Wassersparen über den gezielteren Einsatz von Pestiziden oder den besseren Transport des Kaffees. Der Weg der Kaffeekirschen und Bohnen wird künftig stärker überprüft (...)
Wenn Produzenten zu wenig Geld zum Leben haben, bleibt schon gar keins für die Pflege der Kaffeepflanzen. Das bekamen die Konzerne zu spüren. 2001 fielen die Preise in den Keller: Vietnam hatte damit begonnen, Kaffee zu produzieren, das Angebot auf dem Weltmarkt stieg. Viele Bauern, vor allem in Lateinamerika, gaben den Anbau auf. Während Pflücker wie Ramirez nicht wussten, wie sie weiterleben sollten, beklagten Kaffeeunternehmen den Qualitätsverlust. "Aus dieser Situation heraus entstand die 4-C-Inititative", sagt Schmitz-Hoffmann.
Für die fair Handelsorganisationen GEPA, dwp und EL PUENTE sowie den ökologischen Anbauverband Naturland ist die 4C-Initiative die falsche Antwort auf die Probleme der Kaffeebauern. In einer Erklärung heisst es:
Standards auf niedrigem Niveau dienen als Marketinginstrument der Kaffeewirtschaft. Die Kaffee-Industrie geht mit 4C keinerlei Verpflichtungen gegenüber den ca. 25 Millionen Kaffeeproduzenten weltweit ein. Es besteht nach Auffassung der Fair Handelsorganisationen und des Naturland-Verbandes die Gefahr der Irreführung der Verbraucher, denn für den Endverbraucher sind die Unterschiede zwischen 4C-Kaffee und fair gehandeltem Öko-Kaffee nur schwer nachzuvollziehen.
Darüber hinaus kann 4C gekennzeichneter Kaffee herkömmlichen Kaffee enthalten.
Entscheidender Kritikpunkt sind fehlende Preiszusagen an die Bauern
Angesichts der aktuellen Weltmarktsituation ist das Hauptproblem für die Bauern, dass sie für ihr Produkt keinen kalkulierbaren Preis erhalten und zum anderen der gezahlte Preis oft zu niedrig ist, um davon menschenwürdig leben zu können. Ob den Bauern in Zukunft mehr für 4C-Kaffee bezahlt wird, bleibt offen. Nur der Faire Handel bietet einen festen Mindestpreis und garantiert damit den Produzenten einen von den extremen Schwankungen des Weltmarktes unabhängigen Preis.
Daneben kritisieren die Organisationen unzureichende Umweltstandards, fehlende unangekündigte Kontrollen durch unabhängige Inspektoren und die unzureichende Berücksichtigung sozialer Standards beim 4C-Kodex.
Die äthiopische Regierung und Starbucks unterzeichnen eine Vereinbarung über äthiopischen Kaffee
Über die Starbucks-Kampagne von Oxfam habe ich ja bereits mehrfach geschrieben.
Eben habe ich in der Juli-Ausgabe des Oxfam-Newsletter gelesen, dass Oxfam jetzt seine Kampagne beendet hat, weil Starbucks und die äthiopische Regierung am 20. Juni eine Vereinbarung zu Vertrieb, Marketing und Lizenzierung von äthiopischem Kaffee unterzeichnet haben.
Dies ist ein wichtiger Erfolg, vor allem für die äthiopischen
Kaffeebäuerinnen und -bauern, die hierdurch einen größeren Anteil am
Verkaufserlös ihrer weltbekannten Kaffeemarken Sidamo, Harar und Yirgacheffe
erhalten können. Oxfam gratuliert Starbucks zu diesem richtigen Schritt und
stellt seine Starbucks-Kampagne ein. Wir danken den über 96.000
Unterstützer/innen weltweit, die durch ihre Teilnahme an der Kampagne
Starbucks zum Einlenken bewegt haben.
Na dann kann ich ja wieder ruhigeren Gewissens in der Mittagspause zu Starbucks gehen. Von den in Essen vorhandenen Möglichkeiten zum Kaffeetrinken ist das nämlich die angenehmste - schon weil die Cafés rauchfrei sind.
Kaffee-Konzern erkennt Markenrecht Äthiopiens an Kaffeesorten an
Wie Oxfam Deutschland heute berichtet, haben sich der Kaffee-Konzern Starbucks und die äthiopische Regierung darauf geeinigt, einen Lizenz-, Vertriebs- und Marketingvertrag abzuschließen, der das Markenrecht Äthiopiens an den Namen seiner erstklassigen Kaffeesorten "Sidamo", "Harar" und "Yirgacheffe" anerkennt.
"Der Abschluss eines solchen Vertrags ist ein wichtiger Erfolg für Äthiopiens Bestrebungen, seine Handelsmarken zur Linderung der Armut einzusetzen - insbesondere im Hinblick auf Verhandlungen mit anderen Kaffee-Unternehmen", so Paul Bendix, Geschäftsführer von Oxfam Deutschland. "Dies könnte dazu beitragen, das Leben der 15 Millionen Äthiopier, deren Existenz vom Kaffee abhängt, entscheidend zu verbessern. Wesentlich für diesen Erfolg waren auch die über 93.000 Unterstützer/innen weltweit, die sich an Oxfams Kampagne gegen Starbucks beteiligt haben."
Oxfam hatte 2006 ein Kampagne gestartet, um Starbucks zur Verhandlung mit Athiopien über die Anerkennung der Rechte auf die Kaffeenamen zu bewegen.
SPD will 14 Jahre alten Beschluß zum Ausschank fair gehandelten Kaffees kippen
In unserer Nachbarstadt Schermbeck wird seit 14 Jahren während der Rats- und Ausschussitzungen fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt. Auf Initiative der Grünen wurde 1993 beschlossen, den Kaffee aus dem Eine-Welt-Laden der katholischen Gemeinde zu kaufen. Der Kaffee ist - anders als in anderen Städten für die Kommunalpolitiker sogar kostenlos.
Wie die Ruhr-Nachrichten - Dorstener Zeitung in ihrer Papierfassung beute berichten, schmeckt der faire Kaffee den Politikern der SPD aber nicht mehr.
Mit einem Antrag der SPD an den Haupt- und Finanzausschuss soll deshalb nun erreicht werden, dass ein anderer Kaffee während der Ratssitzungen ausgeschenkt wird. Ob benachteiligte südamerikanische Kaffebauern durch den fairen Handel eine Zukunftsperspektive für sich und ihre Familien erhalten, spielt dabei scheinbar keine Rolle.
Welche Kaffeesorte den SPD-Politikern besser schmeckt, wird in dem Artikel leider nicht verraten.
Das Gerücht, dass fair gehandelter Kaffee grundsätzlich nicht schmeckt, hält sich seit Jahren beharrlich. Leider hat das mit der Realität nichts zu tun. Fair gehandelter Kaffee hat inzwischen eine hervorragende Qualität und einen ausgzeichneten Geschmack. Ich bin mir sicher, dass bei dem breiten Sortiment, dass allein die gepa anbietet, auch eine geeignete Sorte für die Schermbecker Ratsherren zu finden sein wird.
Ich empfehle als Filterkaffee den Kaffee Organico, einen "naturmilden aromatischem Röstkaffeee, samtig weich, zart im Geschmack, sehr bekömmlich" und für den Vollautomat (habe die aber sicher nicht) den Bio Caffè Crema.
Mal davon abgesehen: Habe die Schermbecker Kommunalpolitker eigentlich nicht besseres zu tun, als sich mit dem Geschmack des Kaffees bei der Ratssitzung zu befassen?
Warum ich nicht gern zu Starbucks gehe - aber gehe
Im Lummaland, dem Blog von Nico Lumma findet sich heute eine Lobrede für die Cafés der amerikanischen Kette Starbucks. "Starbucks hat das geniesserische Kaffetrinken durchoptimiert, das muß man ihnen lassen.
Dennoch muss er sich ständig anhören: "Starbucks? ich lehne diese amerikanischen Ketten ab." Und dann fragt er sich: "häh? wieso?".
Eigentlich wollte ich einen Kommentar mit einem Link auf die Oxfam-Aktion zur Unterstützung der äthiopischen Handelsmarkeninitiative hinterlassen.
Die Existenz von 15 Millionen Menschen in Äthiopien, einem der 10 ärmsten Länder der Welt, hängt vom Kaffeehandel ab. Die äthiopische Regierung versucht seit 2005, sich die Markenrechte für verschiedene hochklassige Kaffee-Sorten schützen zu lassen. Dadurch wären äthiopische Kaffeebauern in der Lage, deutlich höhere Preise für ihren Kaffee zu erzielen.
Starbucks hat bisher in den USA die Einträge der Markenanträge blockiert. Nachdem 90.000 Menschen den Oxfams Aufruf gefolgt sind und Starbucks aufgefordert haben, sich für die äthiopischen Kaffeebäuerinnen und -bauern einzusetzen, zeichnet sich aber inzwischen ein Einlenken von Starbucks ab.
Aber irgendwie wäre mir das doch überheblich vorgekommen. Ich gehe schließlich selbst auch immer mal wieder zu Starbucks. Und ich muß zustimmen: Der Kaffee und das Ambiente sind äußerst angenehm.
Besonderer Bonuspunkt aus meiner Sicht: Starbucks-Cafés sind rauchfrei. Und weil ich darauf Wert lege, habe ich - zumindest in der Mittagspause in Essen - kaum eine Alternative.
Ich kann vermutlich nicht alle Firmen, Handelsketten und Marken boykottieren, mit deren Geschäftspolitik ich nicht einverstanden bin.
Im Rahmen der Oxfam-Kampagne gibt es eine Foto-Petition an Starbucks. Die Bilder der Foto-Petition werden auf einer Flickr-Seite gesammelt.
Flickr wiederum gehört Yahoo. Und Yahoo trägt bekanntlich durch Mitteilungen an die chinesischen Behörden zur Verfolgung chinesischer Internet-Dissidenten bei.
Political correctness ist nicht so einfach.