Kampf gegen Zensursula
Wer sich etwas eingehender mit dem Thema Internetsperren befassen möchte, dem empfehle ich die Chaosradio Express-Folge Kampf gegen Zensursula. In fast 2 1/2 Stunden sprechen Tim Pritlove (Moderation) und Florian "scusi" Walther über den Kampf der deutschen Netzszene gegen Internetsperren. Die Folge har zwar manchmal ihre Längen, ist aber dennoch sehr informativ und eine unbedingte Empfehlung.
Gestern hat die ePetition gegen Internetzensur die Marke von 100.000 Mitzeichnern erreicht. Bis zum 16.06. kann man noch mitzeichnen.
Warum ich gegen Internetsperren bin und diese Petition mitgezeichnet habe, habe ich ja hier schon geschrieben.
Wer immer noch glaubt, dass das Löschen von kinderpornografischen Inhalten doch kein machbarer Weg sein könne, weil BKA, Polizei, wer auch immer das dann doch längst tun würden und dass man deshalb Sperren brauche, der sollte das hier mal lesen:
AK Zensur: Innerhalb von 12 Stunden wurden 60 kinderpornographische Internet-Angebote gelöscht

Kürzlich habe ich ja schon über die ePetition gegen Internetsperren berichtet. Bis jetzt haben etwa 94.000 Menschen die Petition mitgezeichnet. Bis zur Anhörung im Bundestag am 27. Mai sollten 100.000 Stimmen doch zu schaffen sein.
Grafik via Netzpolitik.org
Warum ich gegen die geplanten Netzsperren bin
Wer die Medien in den letzten Wochen aufmerksam verfolgt hat, hat es
sicher bereits mitbekommen: auf Initiative der Bundesfamilenministerin
Ursula von der Leyen sollen in Zukunft Internetseiten, die
kinderpornografische Inhalte enthalten, von großen Internetprovidern gesperrt werden.
Ich denke, jeder, der die Berichte aufmerksam liest, hat ebenfalls
mitbekommen, dass sich vor allem im Internet in der Zwischenzeit
massiver Protest gegen die Sperren formiert, wobei die Kritik sich keinesfalls gegen das Ziel sondern ausschließlich gegen die Maßnahmen richtet.
Inzwischen haben über 84000 Menschen die
ePetition von Franziska Heine mit unterschrieben, für den Erfolg der Petition
hätten bereits 50.000 Unterschriften ausgereicht, dieses Ziel war bereits nach 5 Tagen erreicht.
Die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern verhärten sich.
Von Seiten der Befürworter werden Sperrgegner
diffamiert und
in die Nähe von
Pädophilen gerückt.
Selbst "Die Zeit" stellte kürzlich fest,
Ursula von der
Leyen bediene sich unseriöser Argumente.
Im Netz wird Frau von der Leyen von Kritkern regelmäßig als "Zensursula"
bezeichnet, ihr wird vorgeworfen, sie nutze das öffentlichkeitswirksame
Thema Kinderpornografie als Türöffner für weiterreichende
Einschnitte in das Internet.
Kritiker befürchten, dass es nicht bei den
Sperren verbotener kinderpornografischer Inhalte bleibt, sondern sehr
schnell auch weitere Begehrlichkeiten geweckt werden und irgendwann
auch mit Einschnitten in das Recht auf freie Meinungsäußerung zu
rechnen sei.
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