Die Bilanz für Biosprit ist mies, wie gleich drei aktuelle Studien zeigen
Ein Bericht im Stern zeigt erneut auf, was von Biosprit zu halten ist:
Durch den Biotreibstoff landen mehr Treibhausgase in der Atmosphäre. Und die Nahrungsmittelpreise steigen.
Die Produktion von Biosprit könnte den Klimawandel in vielen Fällen drastisch beschleunigen. Denn in der Endbilanz entstehen durch Produktion und Nutzung des Kraftstoffs aus Mais, Raps oder Palmöl mehr Treibhausgase als durch das Fördern und Verbrennen fossiler Brennstoffe.
Großveranstaltung in Neurath bei Düsseldorf
Ich habe heute auf der Demo einige Fotos gemacht:






Weitere Bilder findet Ihr bei Sevenload
Globaler Klimaaktionstag 08.12.07 Großveranstaltung in Neurath bei Düsseldorf
Heute steht demonstrieren auf dem Programm:
In Deutschland sind fast 24 neue Kohlekraftwerke im Bau oder geplant. Das größte davon ist das Braunkohlekraftwerk Neurath bei Düsseldorf. Es ist das Symbol einer verfehlten deutschen Energiepolitik, denn kein anderer fossiler Brennstoff setzt bei der Energieerzeugung so viel CO2 frei, wie Braunkohle.
Kommen Sie am 08.12. nach Neurath und fordern dort eine Umkehr der deutschen Energiepolitik! Werden Sie Teil der Lichteraktion am Braunkohlkraftwerk Neurath!
Nachdem Greenpeace, BUND, WWF und die Bildzeitung zur Aktion Licht aus aufgerufen haben, ist eine Gruppe von Organisationen, darunter Nabu, die Grüne Liga Campact, die Taz, Wir Klimaretter, jetzt.de, Attac, die BUND-Jugend, NaJu und Robin Wood der Ansicht
Es ist schön, Zeichen zu setzen. Aber um das Klima wirklich noch zu retten, müssen wir mehr tun: Unseren Ausstoß an Treibhausgasen dauerhaft senken und politischen Druck machen. Sie können dabei mithelfen. Jetzt!
Bali - Engagiert gegen den Klimawandel
Fefe schreibt:
Bei der Klimakonferenz der UNO gibt es nicht genug Stellplätze für die ganzen Privatjets, mit
denen die Teilnehmer anreisen wollen.
Bundesweite Klima-Aktion am 8. Dezember
Die Klimaschutz-Kooperation "Rettet unsere Erde" von BILD, BUND, Greenpeace und WWF ruft gemeinsam mit Google und ProSieben am Samstag, den 8. Dezember 2007 zu einer deutschlandweiten Aktion auf: "Licht aus! Für unser Klima.". Von 20 Uhr bis 20.05 Uhr sollen für fünf Minuten im ganzen Land die Lichter ausgeschaltet werden. Eine eindringliche Mahnung, die national und international zu mehr Klimaschutz aufruft.
Dass ich mal auf eine Aktion hinwesen würde, an der Bild beteiligt ist ...
In Deutschland ruft die Klimaallianz, ein Bündnis von über 80 Organisationen dazu auf, sich am globalen Klima-Aktionstag zu beteiligen
Greenpeace weist auf einen weltweiten Klima-Aktionstag hin, der anläßlich der UN-Klimakonferenz in Bali/Indonesien vom 3. bis 14. Dezember geplant ist:

Zehntausende Menschen in aller Welt werden am 8. Dezember 2007 für den Klimaschutz auf die Straße gehen. In Deutschland ruft die Klimaallianz, ein Bündnis von über 80 Organisationen dazu auf, sich am globalen Klima-Aktionstag zu beteiligen. Wir bitten alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, sich diesen Termin freizuhalten. Kommen Sie am 8. Dezember nach Berlin oder Neurath! Demonstrieren Sie mit uns für konsequenten Klimaschutz.
S. auch http://www.die-klima-allianz.de/aktionsseite.php
Brot für die Welt, die Diakonie-Katastrophenhilfe und Germanwatch stellen erste Ergebnisse eines gemeinsamen Studienvorhabens vor
Unter dem Titel Klimawandel und Ernährungssicherheit stellen die Organisationen Brot für die Welt, die Diakonie-Katastrophenhilfe und Germanwatch die ersten Ergebnisse eines gemeinsamen Studienvorhabens vor.
Die Autoren sehen deutliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernährungssicherheit
Der Klimawandel wird in vielen Teilen der Welt die Niederschlagsmuster verändern. Kommt beim Regenfeldbau der Regen nur wenige Wochen zu spät, oder ist die Verteilung auf wenige Starkregenereignisse konzentriert, kann dies gravierende Auswirkungen auf die Ernteergebnisse haben. (...)
Die verfügbaren Wasserressourcen werden erheblich knapper werden. Dies betrifft sowohl das Wasser für den persönlichen Bedarf wie für die Landwirtschaft. In zahlreichen Regionen werden zudem die Wetterextreme zunehmen. Starkregenereignisse, Hitzewellen, Überflutungen, Dürren, sowie die Heftigkeit von Hurrikanen, Taifunen und anderen starken Stürmen zunehmen. Der erwartete Anstieg des Meeresspiegels droht eine ganze Reihe der fruchtbarsten Ländereien weltweit in Küstenebenen und Flussdeltagebieten zu überfluten oder zu Versalzungen im Boden und im Grundwasser beizutragen.
Auch wenn wissenschaftliche Studien in ihrer Einschätzung der Folgen stark voneinander abweichen, muß von signifikanten negativen Auswirkungen ausgegangen werden, wenn der Temperaturanstieg zwischen einem und drei Grad liegt.
Bei einem Anstieg von ca. 2,5 °C werden ca. 45-55 Millionen zusätzliche Menschen von Hunger und Unterernährung betroffen sein, bei einem Anstieg oberhalb von 2,5 °C 65-75 Millionen Menschen. Jenseits eines Temperaturanstiegs von über 3 °C erwarten alle Studien einen Rückgang der Agrarproduktion dann auch in den gemäßigten Breiten. Bei 3-4 °C Temperaturanstieg erreichen die Schätzungen 80-125 Millionen Menschen, die zu-
sätzlich von Hunger und Unterernährung betroffen sein werden.
(...)
Sollte der Temperaturanstieg unterhalb von 2 °C bleiben, gehen die Studien davon aus, dass bis zu 1,5 Milliarden Menschen zusätzlich von Wasserknappheit betroffen sein könnten, eine Zahl, die bis zum Ende des Jahrhunderts wieder sinken wird, da die Wasserverbrauchs- und Wasseraufbewahrungstechniken sich erheblich verbessern werden. Jenseits eines Temperaturanstiegs von über 1,5 °C werden einer Studie zufolge 600 Millionen Menschen und bei einem Anstieg von bis zu 2,5 °C möglicherweise bis zu 2,4-3,1 Milliarden Menschen von zunehmender Wasserknappheit betroffen sein.
Die Autoren machen deutlich, dass von diesen Entwicklungen besonders Menschen in den Ländern des Südens betroffen sein werden
Einer südwestdeutschen Weinbauernfamilie kann eine Anpassung an den Klimawandel
durch Rebsortenwechsel und andere agrartechnische Maßnahmen möglicherweise erfolgreich gelingen. Sie hat die finanziellen Ressourcen, ist ausgebildet und hat einen Weinbauernverband, der sie qualifiziert berät. Eine Kleinbauernfamilie im bereits heute recht trockenen Norden von Ghana wird von Veränderungen im Klimagang ganz anders betroffen sein.
Veränderungen im Zeitpunkt des Regenfalls machen den üblichen Regenfeldbau möglicherweise nur noch eingeschränkt möglich. Extremregenfälle oder andere Wetterrisiken gefährden die Produktion zusätzlich. Die finanziellen Möglichkeiten der in der Regel von der Frau geführten Familie mit mehreren Kindern erlauben es nicht, eine Missernte zu verkraften. Es gibt keinen Anbauverband und keine Agrarberatung, Kredite für eine Produktionsumstellung sind nicht verfügbar und würden einer Frau ohnehin nicht ausgezahlt.
Neue Konzepte zur Anpassung von Familien, Dörfern und ganzen Regionen an den Klimawandel werden besonders wichtig sein,
Die größte Herausforderung für die Anpassung an den Klimawandel wird es allerdings sein, den nötigen politischen Willen bei den Regierungen zu mobilisieren, gerade für Themen, denen sie in den letzten Jahrzehnten schon keine Aufmerksamkeit haben zukommen lassen
Pflichtlektüre für alle, die sich mit Entwicklungsthemen befassen.
BUND, Attac und Germanwatch fordern anspruchsvolle Vereinbarung zum Klimaschutz
Germanwatch, Attac Deutschland und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben heute in Berlin ihre klimapolitischen Forderungen an die G8 vorgestellt.
Die drei Organisationen forderten eine anspruchsvolle Verabredung der G8-Staaten für einen wirksamen globalen Klimaschutz. Dazu gehörten die Anerkennung des so genannten Zwei-Grad-Zieles sowie eine Vereinbarung zur Reduktion der CO2-Emissionen der G8-Staaten um 30 Prozent bis zum Jahr 2020 und um 80 Prozent bis 2050 für die Industriestaaten. Notwendig sei zudem eine Absichtserklärung, in der sich die acht Staaten auf ein Aktionsprogramm verpflichten, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Für einen "klimapolitischen Verhandlungsbasar" sei es definitiv zu spät. Besser sei kein Klimaabschlussdokument als ein unzureichendes.
(...)
Trotz der positiven deutschen Rolle im internationalen Kontext gefährdet die Bundesregierung ihre Glaubwürdigkeit durch ihre Energie- und Klimapolitik im eigenen Land. Sven Giegold vom Attac-Koordinierungskreis warf der Bundeskanzlerin Scheinheiligkeit vor. Die von Merkel favorisierten "freien Weltmärkte" seien Teil des Klimaproblems und nicht der Lösung. Auch die deutsche Rolle als Klimavorreiter sei scheinheilig. "Wer 28 neue Kohlekraftwerke im Land plant, ist ein Klimaheuchler und nicht -vorreiter", sagte Sven Giegold. Zentraler Grund hierfür sei die Verflechtung zwischen der Verschmutzerindustrien und den Politik. Dies gelte insbesondere für die vier großen Energiekonzerne E.On, Vattenfall, EnBW und RWE. Sven Giegold: "Klimapolitik braucht eine Trennung zwischen Wirtschaft und Staat. Die Energiekonzerne müssen zerschlagen und entflochten werden."
Klimaschädliche Konzernstrategie verletzt OECD-Leitsätze für Multinationale Unternehmen
Die umwelt- und entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation Germanwatch reichte heute bei der Nationalen OECD-Kontaktstelle im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie eine Beschwerde gegen die Volkswagen AG ein.
VW verletze die OECD-Leitsätze für Multinationale Unternehmen.
Germanwatch wirft VW, u.a. aufgrund der klimaschädlichen Produktpalette und Konzernstrategie, die Verletzung der Leitsätze in 15 konkret benannten Fällen vor. So hat der Konzern in den letzten Jahren die besonders klimaschädlichen Modelle im Luxussegment und in der oberen Mittelklasse massiv ausgebaut und seine Marketingstrategie überwiegend auf diese Modelle konzentriert. Zudem hat VW aggressive Lobbyarbeit gegen Rahmensetzungen für Klimaschutz-Regelungen betrieben und dabei teilweise Fehlinformationen verbreitet. Auch ist der Konzern - laut einer Studie von Transport and Environment - von den großen deutschen Automobilkonzernen am weitesten davon entfernt, die 1998 mit der EU-Kommission vereinbarte Selbstverpflichtung (ACEA Agreement) einzuhalten. Insbesondere die Marken VW und Audi machen wenig Fortschritte bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes pro gefahrenem Kilometer.
(...)
Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch, fügte hinzu: "Wir haben VW seit vielen Jahren gedrängt, ein Ein-Liter-Auto zu entwickeln. Auf tragikomische Weise hat der Konzern dies umgesetzt. Der Bugatti Veyron verbraucht tatsächlich einen Liter bei voller Fahrt, aber nicht pro hundert Kilometer, sondern pro Kilometer." Bals machte deutlich: "Bei den heute beginnenden UN-Klimaverhandlungen ringen die Regierungen um ein Konzept zur Vermeidung eines gefährlichen Klimawandels. Es ist nicht akzeptabel, dass Unternehmen dieses erklärte Ziel der Weltgemeinschaft durch ihre Unternehmensstrategie und Produktpalette unterlaufen."
Autoren des Berichts zur Lage der Welt 2007 sehen Frustration, Ermüdung und mancherorts den Abbau lokaler Agenda-Strukturen
Am 3. Mai.2007 präsentierten Germanwatch und die Heinrich-Böll-Stiftung die deutsche Ausgabe des "Berichts zur Lage der Welt 2007".
Die Studie betont die entscheidende Verantwortung der Städte für die Zukunft der Welt:
Ob die verheerendsten Folgen der drohenden Klimakatastrophe und des globalen Wandels abgewendet werden können, hängt vor allem von der Entwicklung in den wachsenden urbanen Ballungsräumen der Welt ab. Sie seien deshalb der Schlüssel zum Weg aus der Klimakatastrophe.
Gunther Hilliges, Mitautor der deutschen Ausgabe und langjähriges Vorstandsmitglied von Germanwatch, unterstrich:
"Weltweit gibt es mehr als 500.000 Kommunen. Sie bedecken zwar nur zwei Prozent der Erdoberfläche, verbrauchen aber mehr als 80 Prozent aller Ressourcen. Kommunen sind das einzige globale Netzwerk, das sich die Menschen geschaffen haben und ohne das nachhaltige Entwicklung unerreichbar bleibt. Ihre Einbeziehung in den Globalisierungsprozess muss durch die Staaten systematisch gefördert werden. Probleme und positive Möglichkeiten liegen eng und noch unerkannt beieinander."
Nach Ansicht der Autoren gerät ein wichtiger kommunaler Innovationsmotor, der Prozess der Lokalen Agenda 21, ins stottern.
In Deutschland haben sich diesem Prozess ohnehin nur 20,5 Prozent der Kommunen angeschlossen (in den Niederlanden, Großbritannien und Dänemark sind es über 80 Prozent). Zu oft liegen in den Kommunen Beteiligungs- und Entscheidungskompetenzen, Wissen und Handeln, Verwaltung und zivilgesellschaftliches Engagement weit auseinander. Das Ergebnis ist Frustration, Ermüdung und mancherorts ein Abbau der Agenda-Strukturen. Die Konsequenzen daraus können nur sein, dass Bürgerbeteiligung künftig weniger in Parallelstrukturen oder jenseits von Verwaltung und Politik stattfindet, sondern dass Möglichkeiten zur Implementierung neuer Ideen von vornherein berücksichtigt und dafür auch Gratifikationen wie Qualifizierung, Anerkennung und Ownership aller Stakeholder bei der Umsetzung vorgesehen werden. Die Möglichkeiten für kommunales Engagement in Handlungsfeldern wie Klima- und Umweltschutz, Bürgerbeteiligung, Bürgerhaushalt, Fairer Handel und Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung sind noch lange nicht ausgeschöpft. Dafür wird immer wieder und erneut Mut zu Handeln gebraucht. Mut, um "Globalisierung von unten" mitzugestalten, Mut auch dazu, die eigene Rolle in globalen Prozessen zu stärken und zu verbessern.
Greenpeace führt auf deutschen Autobahnen ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern für den Klimaschutz ein
In einer Mitteilung vom 30.04.2007 kündigt Greenpeace an, in den nächsten Wochen auf den bisher unlimitierten Strecken - immerhin über 6.000 Kilometer Autobahn in Deutschland - Schilder mit der Geschwindigkeitsbeschränkung aufzustellen.
Von den 12.000 Kilometern Autobahn in Deutschland gibt es nur auf knapp der Hälfte eine Geschwindigkeitsbeschränkung. Ein Tempolimit ist die schnellste und günstigste Maßnahme zur Reduzierung von Treibhausgasen im Verkehrsbereich, denn auf deutschen Autobahnen werden rund ein Drittel aller PKW-Kilometer gefahren.
(...)
"Während sich in Bangkok die Experten des Weltklimarates den Kopf über Maßnahmen gegen den Klimawandel zerbrechen, leistet sich Deutschland als einziges Industrieland der Welt weiterhin unbeschränkte und CO2-treibende Raserei", sagt Wolfgang Lohbeck, Verkehrsexperte von Greenpeace. Es ist ein ungeheurer Zynismus, dass Minister Tiefensee ein Tempolimit blockiert. "Er verantwortet damit Jahr für Jahr hunderte von zusätzlichen Verkehrstoten, tausende von Verletzten und mehrere Millionen Tonnen Treibhausgase. Da die zuständigen Politiker bisher immer nur reden, wird Greenpeace jetzt handeln!"
Kirchen, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen haben sich zu einer Allianz zusammengeschlossen.
über 40 Organisationen darunter die evangelische und katholische Kirche, Entwicklungsorganisationen, Umweltverbände und weitere Organisationen haben sich heute zu einer Klima-Allianz zusammengeschlossen, darunter der Evangelische Entwicklungsdienst, Brot für die Welt, die Diakonie Katastrophenhilfe, Misereor, der BUND, die DUH, Greenpeace, NABU der WWF sowie Germanwatch, WEED und attac.
Weitere Unternehmen, Gewerkschaften und Organisationen sind dazu eingeladen, sich dem Bündnis anzuschließen.
Auf der Homepage der Klima-Allianz heißt es:
Insgesamt über 40 Organisationen veröffentlichten am 24. April 2007 einen gemeinsamen Aufruf für eine entschlossenere Klimapolitik.
Erstmalig in Deutschland tritt damit ein breites Bündnis an, um gemeinsam den Klimawandel zu stoppen.
(...)
Die Bundesregierung muss nach Auffassung der Klima-Allianz zusätzliche Finanzmittel zur Armutsbekämpfung und für Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern aufbringen. Der Anteil der Entwicklungshilfe am Bruttosozialeinkommen müsse bis 2015 auf 0,7 Prozent erhöht werden. Dies sollte durch die Einführung einer Flugticketabgabe unterstützt werden. Die CO2-Zertifikate beim Emissionshandel sollten umgehend versteigert werden, nicht erst nach 2012, wie derzeit von der Bundesregierung vorgesehen. Ihrer internationalen Verantwortung müsse die Bundesregierung auch beim bevorstehenden G8-Gipfel und bei den Klimaverhandlungen gerecht werden.
Der Klimawandel macht ein Umdenken erforderlich - und Verhaltensänderungen.
Der 2. Teil des Klimasachstandsberichtes der Vereinten Nationen liegt vor und wie erwartet, sind die Ergebnisse dramatisch. Aber wir wussten es doch vorher. Dass Wasser ein immer knapper werdendes Gut ist und dass der Klimawandel die Menschen in den ärmeren Ländern am stärksten trifft: Wer will behaupten, das seien neue Erkenntnisse?
Es wird diskutiert und geplant. Über alternative Energiegewinnung, über eine deutliche Erhöhung der Preise für Flüge. Darüber, wie wir Menschen in der westlichen Welt unser Leben so weiterleben können, wie bisher, ohne das Klima so stark zu beeinflussen wie bisher.
Vor einigen Tagen konnte man im Weblog von Franz Alt lesen, dass Mais und Weizen deshalb teurer werden, weil Landwirte sie für die Energieerzeugung verkaufen können. Ein Phänomen, das besonders Menschen in den armen Länder des Südens trifft.
Ähnliches konnten wir bereits vor einigen Wochen bei Telepolis über die Tortilla-Krise in Mexiko lesen. Durch den hohen Bedarf an Mais für Biosprit in den USA sind die Preise in Mexiko so gestiegen, dass viele Mexikaner den Mais zur Herstellung ihres Grundnahrungsmittels, der Tortillas, nun kaum noch bezahlen können.
Wir werden uns arrangieren mit dem Klimawandel. Vielleicht werden wir verärgert sein, wenn der Preis für die Pauschalreise um einen Betrag steigt, für den man vor ein paar Jahren noch einen Woche Mallorca buchen konnte. Aber wir werden ihnen zahlen.
In der Diskussion kommt aus meiner Sicht zu selten die Frage vor, wie der Verbrauch von Energie zu vermeiden wäre. Energie, die wir nicht verbrauchen, müssen wir nicht erzeugen.
Statt mit dem ökologisch für gut befundenen Hybridauto zu fahren, vielleicht doch den Bus nehmen oder gelegentlich zu Fuss gehen. Den Urlaub in der Karibik noch mal überdenken. (Ja Urlaub und Auto, das sind zwei besonders problematische Themen, bei denen viele Empfindlichkeiten existieren.) Beim Einkauf regionale Produkte bevorzugen, die keine langen Transportwege hinter sich haben. (Beim Discounter habe ich neulich Bio-Tomaten aus Ägypten gesehen. Was tut der umweltbewusste Verbraucher, wenn im gleichen Regal auch konventionelle Tomaten aus Holland liegen?)
Die Förderung alternativer Energien ist zweifellos wichtig und richtig. Aber sie ist nur die eine Seite der Medaille.
Warum wird nicht häufiger über die Reduzierung von Energieverbrauch - über das Energiesparen - diskutiert? Vielleicht, weil man es nicht kontrollieren und planen kann. Weil es bewusstes Handeln und häufig auch Verzicht der Menschen erfordert. Weil es sich nicht als der grosse Coup in der Klimapolitik verkaufen lässt. Weil sich nicht verbrauchte Energie ganz allgemein nicht verkaufen lässt. Weil es nicht beim Anderen ansetzt, sondern jeden in die Pflicht nimmt. Die "sollen doch erst mal die ..." Argumente verhindern oft eigene Konsequenzen.
Durch die Veränderung unsers Konsumverhaltens allein wird der Klimawandel nicht mehr zu stoppen sein. Aber ohne Verhaltensänderungen ganz sicher auch nicht. Den Preis für unser Konsumverhalten zahlen die Menschen in den Ländern des Südens.
Greenpeace-Studie zeigt, dass bis 2020 40 Prozent Einsparung bei Treibhausgasen möglich ist
Eine neue Studie des Aachener Instituts EUtech im Auftrag von Greenpeace mit dem Titel "Klimaschutz: Plan B - Nationales Energiekonzept bis 2020" wurde am Donnerstag in Berlin vorgestellt.
Auf über 200 Seiten kann nun jeder nachlesen, wie Kraftwerkspark, Verkehrspolitik und Privathaushalte in Deutschland umgestellt werden müssen, um eine Senkung der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 zu erreichen. Schlechte Nachricht für die Atomindustrie: Nach dem Modell kann bereits 2015 der letzte Atommeiler vom Netz gehen - acht Jahre früher als bisher vorgesehen.
Wir rechnen genau vor, wie Treibhausgase in Industrie, Haushalten und Verkehr eingespart werden können, erklärt Böhling. Außerdem zeigt unsere Studie, welche politischen Maßnahmen die Bundesregierung in den nächsten Jahren ergreifen muss, um die Energiepolitik auf Kurs zu bringen.
Monsanto und BASF wollen trockentolerante Pflanzen entwicklen
Wie Transgen heute berichtet, haben die Konzerne Monsanto (St. Louis, USA) und BASF (Ludwigshafen) eine Zusammenarbeit vereinbart.
Kooperieren wollen die beiden Unternehmen bei Forschung, Entwicklung und Vermarktung von neuen Pflanzen mit erhöhten Erträgen und einer gesteigerten Toleranz gegenüber Trockenheit. Die Vereinbarung bezieht sich auf die Kulturarten Soja, Mais, Raps und Baumwolle.
Das wird vermutlich ein einträgliches Geschäft, denn als Folge des Klimawandels wird in den nächsten Jahren das Wasser vor allem in den ärmeren Regionen knapp werden, die bereits heute unter Überbevölkerung und Wassermangel leiden.
So läßt sich prima Profit mit dem Klimawandel machen.
Greenpeace legt geänderte Internetinformationen beim Kraftfahrtbundesamt offen
Wie Greenpeace am 02.03.2007 berichtet, wurde eine Presseerklärung und eine Grafik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) scheinbar so modififziert, "dass die deutsche Autoindustrie nicht noch mehr in den Fokus der Kritik gerät".
Nichtregierungsorganisationen sehen eine Chance für Europäische Regierungen, die Weltbank zu reformieren
Anlässlich der Wiederauffüllungsverhandlungen der Weltbank-Entwicklungsagentur IDA fordern mehr als 60 Nichtregierungsorganisationen klare Weltbankreformen ein.
WEED berichtet über einen Europaweiten Aufruf von Nichtregierungsorganisationen an europäische Regierungen, "der Weltbank anzudrohen, ihre Einzahlungen so lange zurückzuhalten, bis endlich grundlegende Veränderungen in ihrer Kreditvergabe und ihrer Projektpraxis stattgefunden haben."
Sie geben der Weltbank eine erhebliche Mitverantwortung daran, dass - wenn alles so weiter geht - die Millennium-Entwicklungsziele nicht erreicht werden.
Bedingungen der Weltbank hätte Entwicklungsländern in der Vergangenheit "nur wenig Spielraum gelassen, ihre eigenen ökonomischen und politischen Strategien zur Armutsbekämpfung zu wählen".
Die Aufrufer fordern:
Die Bank sollte sofort damit aufhören, ihre Entwicklungshilfe und Darlehen an umstrittene wirtschaftspolitische Bedingungen wie die Privatisierung öffentlicher Unternehmen, die Liberalisierung des Handels und die Einschränkung der öffentlichen Ausgaben im Bildungs- und Gesundheitssektor zu knüpfen.
Zudem fördere die Politik der Weltbank ein fossiles, klimaschädliches Energiemodell
Die Weltbank ist eine der größten öffentlichen Kreditgeber für fossile Energien in Entwicklungsländern - zum Nutzen vor allem der Konsumenten im Norden und der Profite multinationaler Energiekonzerne - und verschärft damit das Klimaproblem.
Deshalb muss sich die Bank umgehend aus der Finanzierung fossiler Energien und der "Entwicklungshilfe für Öl" zurückziehen und ihre Unterstützung für erneuerbare Energien und Energieeffizienz maßgeblich ausweiten.
In den USA beraten Wissenschaftler über Geo-Engeneering
Amerikanische Wissenschaftler wollen mit gezielten Eingriffen Schäden beheben, die am Klima entstehen, wenn alle Maßnahmen nichts nutzen. Dazu trafen sie sich - wie heute die Frankfurter Rundschau berichtet, Ende des vergangenen Jahres in Washington.
Es ging um solche Dinge, wie große Spiegel oder Planen, die das Sonnenlicht ins All zurück reflektieren sollen. Sogar von simulierten Vulkanausbrüchen, die den Himmel auf Jahre vernebeln, ist die Rede. Wenn da mal nicht die Gehirne der Beteiligten vernebelt sind. Wieder mal will der Mensch in die Natur eingreifen ohne sich einzugestehen, wie wenig er von den Zusammenhängen versteht.
Wir erinnern uns, wie sowas ausgeht:
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister,
Werd ich nun nicht los.
Nur - ob hier auch am Ende der Meister die Sache noch zurecht rückt?
Greenpeace-Aktivisten fordern Einschlagstopp in Kanadas borealen Wäldern durch die Fa. Kleenex
Aus Lautsprechern dröhnte der Lärm von Kettensägen, während Greenpeace-Aktivisten Holzspäne in den Fluren verteilten. Mit einer Aktion in den Räumen des Kleenex-Fabrikanten Kimberly-Clark im kanadischen Toronto wollte Greenpeace gegen die Zerstörung der Kanadischen Wälder, eines der besten Schutzschilde gegen die globale Erwärmung, protestieren.
"Es ist skrupelos, dass diese riesige amerikanische Firma daran festhält, Kanadas borealen Wald - eines der größten intakten Ökosysteme, das auf der Erde verblieben ist - zu zerstören, um daraus etwas zu produzieren, das einmal benutzt und dann weggeworfen wird"
sagt Greenpeace-Waldexpertin Christy Ferguson
Wegen dieser Firma werden Jahrtausende alte Wälder buchstäblich das Klo heruntergespült.
Bayerns Wirtschaftsminister Huber will nicht, dass die Deutschen zu einem Volk von Kleinwagenfahrern degradiert werden
Spiegel online berichtet:
Die Bundesregierung dürfe nicht zulassen, "dass die EU die deutsche Ober- und Mittelklasse - Premium-Marken wie BMW, Audi, Mercedes, Porsche - kaputt macht", sagte Huber der "Bild"-Zeitung. Durch die EU-Beschlüsse zur Reduzierung des Treibhausgases CO2 stünden "auch Arbeitsplätze auf dem Spiel".
Mit Vollgas in die Klimakatastrophe. Im Luxusschlitten made in Germany.
Für den Schockwellenreiter ist diese Äußerung ein eindeutiger Griff ins Klo. Deutlicher kann man es kaum sagen.
Der Lembecker Bauer Hubert Loick will im Industriepark Dorsten-Marl eine 100 Megawatt Biogasanlage errichten.
Ist doch mal was Positives, was die WAZ Dorsten heute berichtet:
Landwirt Hubert Loick steigt mit seinen Biogasanlagen selbst zum Stromerzeuger auf. In fünf Jahren will er 100 Megawatt produzieren - genug für 60 000 Haushalte.(...) Wichtig ist Loick, dass seine Anlagen Technik und Tradition (seine Familie ist seit 450 Jahren in Lembeck zu Hause) verbinden. Der Anbau der Rohstoffe hält strikt Fruchtfolgen ("Getreide, Mais, Sonnenblume") ein, um die Böden nicht auszulaugen. Seine Anlagen erfüllen Industriestandard und stinken nicht dank ausgeklügelter Filter.
Angesichts des Klimawandels sind solche Maßnahmen so wichtig, wie das Energiesparen.
Ich hatte zwar schon davon gehört, aber es ist schön, das dann noch mal zu lesen. Leider bleiben die WAZ-Artikel nicht unter dem angegebenen URL verfügbar.
Registrierte Nutzer können aber mal ins Archiv schauen.
Das US-Institut American Enterprise Institute (AEI) zahlt Geld für Gegengutachten zum Klimabericht
Das der Ölindustrie nahestehende American Enterprise Institute (AEI) hat Forschern 10.000 US-Dollar versprochen, die wissenschaftliche Ergebnisse vorlegt, die den gerade vorgelegten Bericht des Weltklimarates widerlegen oder zumindest in Zweifel ziehen.
Dazu fällt mir nichts mehr ein.
Irgendwie passt das zu den Berichten, nach denen amerikanische Wissenschaftler von der US-Regierung unter Druck gesetzt wurden, Begriffe wie "Erderwärmung" und "Klimawandel" zu meiden:
Fast die Hälfte von über 300 befragten Wissenschaftlern, die für verschiedene Behörden der Regierung gearbeitet haben, berichteten demnach über Manipulationsversuche in den vergangenen fünf Jahren.
Sie seien gedrängt worden, Begriffe wie "Klimawandel" oder "Erderwärmung" aus ihren Texten zu entfernen.
Der Weltklimarat warnt vor dramatischen Klimaveränderungen und die Bundesregierung hat sofort reagiert. Als Sofortmaßnahme will man jetzt erst einmal forschen.
Die Frankfurter Rundschau berichtet am 03.02.2006
Als Reaktion auf den Report kündigte die Bundesregierung ein Aktionsprogramm zur Klimaforschung an. In den nächsten drei Jahren sollen dafür 255 Millionen Euro vor allem zur Entwicklung von "innovativen, intelligenten technologischen
Lösungen" zur Klimabeobachtung und -anpassung zur Verfügung gestellt werden.
Als hätten wir alle Zeit der Welt.
Aber so kann man unpopuläre Entscheidungen gut auf die Zeit nach der nächsten Bundestagswahl verschieben.
Nach dem Bericht des UN-Klimarates vom 02.02.2007 kann wohl niemand mehr sagen, wir seien nicht für den Klimawandel verantwortlich. Und was zu tun ist, ist ebenfalls bekannt: die Produktion von CO2 drastisch verringern. Das tut man am Besten, in dem man weniger fossile Brennstoffe verbraucht.
Hier fallen mir schon eine Menge Dinge ein, die man recht kurzfristig angehen könnte. Es fehlt nur der politische Wille