10.04.2008

Millionen für Millionäre

AbL, BUND und Oxfam fordern eine gerechte Verteilung der EU-Agrargelder

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Oxfam Deutschland fordern in einer gemeinsamen Erklärung vom 08.04.2008 von Minsiter Seehofer, für eine gerechtere Verteilung der EU-Agrarsubventionen zu sorgen. Derzeit werden Subverntionen vor allem nach der bewirtschafteten Fläche verteilt, was dazu führt, das besonders die Unternehmen profitieren, die über große Flächen verfügen, während aufwendige Arbeitsleitungen eine untergeordnete Rolle spielen.

Stattdessen solle in die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie in die ökologische und artgerechte Landwirtschaft und Tierhaltung investiert werden. Die deutschen Agrarminister diskutieren auf einem Treffen vom 9. bis 11. April 2008 in Grimma (Sachsen) die Bestrebungen der EU-Kommission, die Agrarsubventionen bei Spitzenempfängern zu kürzen.

"Viele der Großempfänger steigern schlicht ihre Gewinne mit den Zuwendungen, statt gesellschaftliche Leistungen zu erbringen", sagt Marita Wiggerthale, Agrarexpertin bei Oxfam Deutschland. Aktuellen Zahlen zufolge erhalten die Emsland-Stärke GmbH mehr als 14 Millionen Euro, der Fleischkonzern Vion 6,4 Millionen Euro und der Getreidekonzern Cargill 4,9 Millionen Euro jährlich. Die Müller Milch AG wird mit 2,6 Millionen Euro und der Tabakkonzern Philip Morris mit 540.447 Euro von der EU gefördert. Auch Gloria von Thurn und Taxis kann sich jedes Jahr über 400.000 Euro aus Brüssel freuen.

09.02.2008

Insekten entwickeln Resistenz gegen Bt-Baumwolle

In den USA haben Forscher Baumwollkapselbohrer gefunden, die resistent gegen gentechnisch veränderte Baumwolle geworden sind.

Die Netzeitung berichtet:

Wissenschaftler (...) von der Universität Arizona in Tucson präsentieren ihre Arbeit im Journal «Nature Biotechnology» (...)
Die Gruppe hatte Baumwollpflanzen in den USA untersucht, die ein zusätzliches Gen aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis tragen. Bei der so genannten Bt-Baumwolle entsteht aus dieser Erbanlage das Protein Cry1Ac, das Zellen im Darm der Schädlinge zerstört, in diesem Falle beim Baumwollkapselbohrer (Helicoverpa zea).
In den Tests untersuchte Tabashnik, welche Bt-Konzentration nötig war, um die Hälfte der Insekten zu töten. Dabei zeigte sich, dass einige in den Jahren 2003 und 2004 in den US-Bundesstaaten Arkansas und Mississippi gesammelte Baumwollkapselbohrer dafür viel mehr Bt- Gift fressen mussten als jene Insekten, die noch nie damit in Berührung gekommen waren. Sobald zehnmal mehr Gift nötig war, sprechen die Forscher von einer Resistenz.
Bei je zwei Kapselbohrer-Gruppen waren es mehr als 50 Mal soviel, mehr als 100 Mal so viel und mehr als 500 Mal so viel. In Tieren, die 2005 und 2006 im Feld gesammelt wurden, waren es gar 1000 Mal mehr.

Für Biologen ist diese Entwicklung nicht verwunderlich, sondern eine normale Anpassung an die Umwelt. Zugleich widerlegt sie allerdings ein weiterers Mal die Argumente, die für den Anbau transgener Agrarprodukte sprechen.

Das Problem ist nicht der Schädling sondern der ausgedehnte Anbau von Agrarprodukten in Monokulturen.

Bereits die Römer kannten das Prinzip der Fruchtfolge. Nicht nur das Vorkommen der sortenspezifischen Schädlinge wird damit reduziert, sondern auch eine natürliche Verbesserung der Böden und der Erträge erzielt.

Für Landwirte stellt sich einmal mehr die Frage, ob sie weiter auf den teuren, unnsinnigen und brandgefährlichen Anbau transgener Pordukte setzen und damit die biologische Vielfalt auf unserem Planeten irreversibel zerstören wollen.

16.06.2007

Landliebe bald ohne Gen-Milch

Der Molkerei-Konzern Campina/Landliebe will ab September 2007 nur noch Futter aus Europa verfüttern. Auf Gen-Soja soll zukünftig verzichtet werden

Seit wir Anfang des Jahres den Greenpeace-Einkaufsratgeber Essen ohne Gentechnik gelesen haben, sind Produkte der Fa. Landliebe aus unserem Kühlschrank verbannt.

Es freut mich deshalb, heute lesen zu können, dass die Greenpeace-Kampagne gegen Genmilch offensichtlich einen Erfolg verbuchen konnte. Greenpeace berichtet am 12.06.2007, dass der Molkerei-Konzern Campina/Landliebe ab September 2007 Veränderungen beim Futtermittel-Einkauf plant.

Landliebe ist (...) die erste große konventionelle Milchmarke in Deutschland, die weitestgehend ohne Gen-Pflanzen produziert wird. Zudem verpflichtet sich der Konzern, auf Soja aus Urwaldzerstörung zu verzichten. Gerade die Soja-Produktion stellt große ökologische Probleme dar. Nicht selten werden Urwälder gerodet, um Futter in riesigen Monokulturen für europäisches Milchvieh anzubauen.

Auch wenn es noch unklar ist, ob Landliebe zukünftig vollig auf Genfutter verzichten wird, ist dies ein wichtiger Schritt. Die Konzerne müssen erkennen, dass die Verbraucher keine Gentechnik im Essen wollen. Auch die in der vergangenen Woche beschlossene Änderung der EU-Öko-Verordnung, die selbst bei Bio-Produkten eine Kontaminierung von 0,9% erlaubt, ist deshalb ein völlig falscher Schritt.


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