29.05.2009

Monsanto scheitert auch vor Oberverwaltungsgericht

Gen-Mais MON810 bleibt weiter verboten!

Da kann Pfingsten doch nur schön werden, bei so guten Nachrichten

Monsanto hatte ja gegen das Verbot des Genmais MON810 durch Ilse Aigner geklagt und war bereits in erste Instanz unterlegen. Und nun wurde das Verbot auch in der zweiten Instanz bestätigt.

Stefanie Hundsdorfer von Campact schreibt dazu

Unser großer Kampagnenerfolg hat eine weitere Feuerprobe überstanden: Das Verbot des Gen-Mais MON810 wurde gestern auch vom niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg bestätigt. Nachdem das Braunschweiger Verwaltungsgericht Anfang Mai das Verbot, das Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner Mitte April erlassen hatte, im Eilverfahren für rechtmäßig erklärt hatte, war der Gentechnik-Konzern Monsanto bei den Lüneburger Richtern in Berufung gegangen. Vergeblich!

Die Richter bestätigten in ihrem Urteil im Kern das Urteil der Vorinstanz: Aufgrund des Vorsorgeprinzips durfte die Landwirtschaftsministerin den Gen-Mais auch dann aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse über Risiken verbieten, als diese Erkenntnisse noch nicht unangreifbar und abgesichert waren. Bei solchen Risiko-Entscheidungen stehe der Politik ein „Beurteilungsspielraum“ zu, der „gerichtlich nur eingeschränkt überprüfbar“ sei (Mitteilung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg)

Das diese Ansicht nun von einem zweiten Gericht bestätigt wurde, ist ein großer Erfolg für uns. Auch die Rechtsprechung scheint verstanden zu haben, dass es in einem Bereich wie der Agro-Gentechnik, der von großer wissenschaftlicher Unsicherheit über Risiken geprägt ist, folgendes gelten muss: Demokratisch legitimierte Volksvertreter/innen entscheiden darüber, wie viel Risiko einer Gesellschaft zugemutet werden kann. In Europa und Deutschland sind die Politiker/innen dabei an die Anwendung des Vorsorgeprinzips gebunden, so steht es in den Gesetzen: Sie müssen Gefahren auch dann abwehren, wenn über Risiken für Mensch und Umwelt noch wissenschaftliche Unsicherheit besteht, es gleichzeitig jedoch konkrete Hinweise auf solche Risiken gibt.

19.02.2009

Kein Gen-Mais in Europa

Maispflanze mit kondom
Am 25.02 entscheiden EU-Regierungsvertreter in Brüssel darüber, ob weitere Genmaissorten in Europa zugelassen werden sollen. Es geht wie berichtet um die Maislinien 1507 von Pioneer und Bt11 von Syngenta.

Die Stimme der deutschen Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner ist da mit entscheidend. Und offenbar ist Frau Aigner von ihrer bisherigen Pro-Gentechnik-Linie ein wenig abgewichen.

Mit einer neuen Kampagne will Campact Minsterin Aigner mit Plakaten und Anzeigen in Ihrem Wahlkreis zur Ablehnung des Genmaises auffordern.

Wird noch mehr Gen-Mais zum Anbau zugelassen? Am nächsten Mittwoch stimmen die EU-Staaten in Brüssel ab. Landwirtschaftsministerin Aigner muss dafür sorgen, dass Deutschland mit Nein stimmt!

Mit Anzeigen in den wichtigsten Tageszeitungen aus Aigners Bundestagswahlkreis werden wir nach der Abstimmung veröffentlichen, wie die Ministerin gestimmt hat. Bis zur Entscheidung teilen wir Aigner jeden Tag per Mail mit, mit wie vielen Anzeigen sie rechnen muss. Die Ministerin wird sich gut überlegen, wie sie sich positioniert – vor ihren Wähler/innen muss sie der Gentechnik eine Absage erteilen!

Um diese Aktion zu finanzieren, braucht Campact Geld.

24.01.2009

EU-Kommission plant Zulassung weiterer Gen-Mais-Sorten

Ich hatte lange nichts mehr zur Gentechnk, man könnte fast meinen, das hier sei ein Themenblog über schulische Integation. Ist es mit Nichten.

Über den Genmais MON810 von Monsanto habe ich ja schon mehrfach berichtet. Umweltgruppen fordern seit langem ein Verbot dieser BT-Maissorte, die zur Zeit noch die einzige zum Anbau zugelassene transgene Maissorte in der EU ist. Diese Maispflanze produziert ein Gift, das gegen den Schädling Maiszünsler wirkt. Kritiker befürchten, dass das Gift nicht nur den Maiszünsler, sondern auch andere Insekten schädigt.

Die EU-Kommission hat am vergangenen Mittwoch vorgeschlagen, zwei weitere Maissorten zuzulassen.

Die Maislinien 1507 von Pioneer und Bt11 von Syngenta wären die ersten Gentech-Pflanzen seit 1998, die in der EU zum Anbau zugelassen werden würden. EU-Umwelt-Kommissar Stavros Dimas hatte im Oktober 2007 die Zulassung zum Anbau abgelehnt, weil es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, die auf Umweltgefahren durch den Anbau hinweisen. Die Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte im Oktober 2008 die Sicherheitsbedenken zurückgewiesen, nachdem sie zu einer erneuten Prüfung durch die Kommission beauftragt wurde. Über 100 000 EU-Bürgerinnen und -Bürger hatten der Kommission durch Protest-Mails ihre Solidarität mit der kritischen Haltung Dimas' bekundet. (Save Our Seeds)

Auch Campact setzt sich bereits seit längerem für ein Verbot von MON810 und ruft zum Protest gegen die Zulassung weiterer Maissorten auf.

Bei einer Aktion am 2. Februar vor dem Kreisbauerntag in Andechs, in Landwirtschaftsministerin Aigners Wahlkreis, sollen der Ministerin 45.000 Postkarten für ein Verbot des Gen-Mais übergeben werden.

Wir haben allen Grund, das Thema Gentechnik an die Ministerin heran zu tragen. In den nächsten Wochen sollen auf europäischer Ebene zwei neue Maissorten (Bt11 und 1507) zum kommerziellen Anbau zugelassen werden. Damit wären nach dem Gen-Mais MON810, bisher der einzigen zum kommerziellen Anbau zugelassenen Gen-Pflanze, zwei weitere Gen-Pflanzen auf den europäischen Feldern erlaubt. Die Kommission hat hierzu am Mittwoch grünes Licht gegeben. Kommt unter den europäischen Mitgliedsstaaten nun keine qualifizierte Mehrheit gegen die Zulassungen zustande, dann sind die Zulassungen durch.

Wir müssen Ilse Aigner dazu bringen, dass Sie in Brüssel mit Nein stimmt, wenn es um die Zulassungen dieser Gen-Maissorten geht! Zudem muss die Minsterin bei der Entscheidung über die erneute Zulassung des Gen-Mais MON810, die in den März hinein verschoben wurde, mit Nein stimmen!

Weitere Informationen zur Aktion unter http://www.campact.de/gentec/aigner/andechs

10.07.2008

»Herr Seehofer, verbieten Sie den Gen-Mais!«

Campact Postkarten-Aktion gestartet

Gerade bei Campact gefunden:

Heute morgen ist unsere Postkarten-Aktion an Landwirtschaftsminister Seehofer gestartet, mit der wir zu Tausenden fordern möchten: "Verbieten Sie den Anbau des Gen-Mais MON810, Herr Minister!"

Der Mais MON810 des multinationalen Konzerns Monsanto ist die bisher einzige kommerziell angebaute Gen-Pflanze in Europa. Österreich, Ungarn, Griechenland, Polen, Frankreich und Rumänien haben den Anbau bereits verboten – zum Schutz von Mensch und Umwelt. Jetzt muss Seehofer diesem Vorbild folgen!

Schleichend verunreinigen die Pollen des Gen-Maises MON810 die gentechnikfreie Landwirtschaft. Sein Insektengift bedroht die Ökosysteme. Und damit nicht genug: Der Risiko-Mais wird verfüttert und landet als Käse, Milch, Eier und Fleisch auf unseren Tellern. Dennoch: Landwirtschaftsminister Horst Seehofer lässt den manipulierten Mais in Deutschland weiter anbauen.

Fordern Sie ein Verbot des Gen-Maises!

08.04.2008

Risiken der Gentechnik

Heute mal als Linkschleuder.

Zwei Interessante Artikel habe ich eben bei Genfood gefunden:

27.03.2008

Vertriebsgenehmigung »regelrecht erschlichen«

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung aufgefordert, den Anbau der gentechnisch veränderten Maissorte MON 810 des Unternehmens Monsanto zu verbieten.

Nachdem wie berichtet die Zulassung für die Maissorte MON810 von Monsanto im Mai vergangenen Jahres durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) entzogen wurde, liegt sie seit Dezember wieder vor. Monsanto hat nach Ansicht des Bundesamtes die Auflagen erfüllt.

In einer Pressemitteilung erklärt der BUND dazu:

Die Genehmigung, in Deutschland weiterhin Mon 810-Saatgut verkaufen zu dürfen, habe Monsanto Ende 2007 nur unter der Bedingung erhalten, dass es einen geeigneten Monitoringplan vorlege, der die Umweltauswirkungen des Gentech-Maises erfasse. Der vorgelegte Plan erfüllt jedoch laut einer vom BUND in Auftrag gegebenen Rechtsexpertise nicht die erforderlichen Kriterien. Die Aussaat von MON 810 sei deshalb rechtswidrig.
(...)
Zum von Monsanto beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingereichten Monitoringplan sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger: "Offensichtlich hat sich Monsanto die neuerliche Vertriebsgenehmigung für MON 810 regelrecht erschlichen. Nicht nur dass diejenigen, die Monitoring-Daten liefern sollen, von Monsanto gar nicht kontaktiert worden sind. Sie sind auch nicht in der Lage, die erforderlichen Daten zu liefern, die eine klare Aussage über die Umwelteffekte von MON 810 zulassen." Es sei ein Skandal, dass das Bundesamt die Angaben von Monsanto nicht auf ihre Stichhaltigkeit überprüft habe. Ein weiterer Skandal sei, dass Bundesagrarminister Horst Seehofer zu diesem Vorgang schweige. Weiger forderte Seehofer auf, die bevorstehende Aussaat des MON 810-Maises zu stoppen.

06.01.2008

MON810 darf wieder angebaut werden

Landwirtschafts-Minister Horst Seehofer hat gegen den Rat der Fachbehörde den kommerziellen Anbau des Genmais MON810 wieder freigegeben

In den letzten Wochen war ich ziemlich erkältet und bin kaum mal zum schreiben gekommen. Diesem Blog merkt man das an. Ich hoffe, in den nächsten Wochen wird sich das ein wenig ändern. Jedenfalls darf diese - nun schon etwas ältere - Nachricht hier nicht fehlen.

Am 18.04.2007 wurde wie berichtet der Maissorte MON810 vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wegen des Fehlens eines Monitoring-Planes die Zulassung für den Anbau in Deutschland entzogen.

Den geforderte Monitoring-Plan hat die Firma Monsanto inzwischen vorgelegt. Wie Greenpeace darstellt, ist dieses Monitoring aus Sicht des Bundesamt für Naturschutz (BfN) allerdings völlig unzureichend. Von der Zulassung wurde vom BfN deshalb abgeraten.

Trotzdem liegt seit dem 06. Dezember 2007 die Zulassung für diese Maissorte nun wieder vor.

Greenpeace-Expertin Ulrike Brendel:

"Seehofer hat die Einwände der Fachbehörde schlicht ignoriert und handelt völlig widersprüchlich. Im April schränkt er den Anbau von Gen-Mais ein, jetzt akzeptiert er einen lächerlichen Überwachungsplan und genehmigt den Anbau. Er muss sich entscheiden, ob er die Interessen der Verbraucher und der Umwelt oder die der Gentechnik-Firmen vertreten will."

S. auch http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/nachrichten/artikel/naturschutzamt_krit... http://www.keine-gentechnik.de/bibliothek/zulassungen/dossier-mon-810-mais.html

Dazu passend: Eine Campact-Aktion ruft Bürger auf, ihre Abgeordneten zum Einsatz für den Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft aufzufordern

28.09.2007

Neue Maissorte soll Ausbreitung des Maiswurzelbohrers stoppen

Züchtung soll in Verbindung mit Fruchtfolgen helfen, den Schädling ohne Gentechnik zu stoppen Maiswurzelbohrer Der Maiswurzelbohrer scheint sich auch in Deutschland in großem Umfang zu entwickeln. Für die Gentechnik-Lobby ist das sicher Wasser auf die Mühlen, werden die entsprechenden BT-Mais-Sorten doch in den USA längst eingesetzt. In der Tat ist der Maiswurzelbohrer da, wo er auftritt, ein großes Problem. Gegen kein andere Insekt werden weltweit so viele Insektengifte eingesetzt. (Bild: Wikipedia)

Einen interessanten Beitrag über nachhaltige Bekämpfungsmethoden, die ohne transgenen Mais auskommen, brachte gestern der Deutschlandfunk.

Saatgutforscher Peter Goertz setzt beim Kampf gegen den Maiswurzelbohrer auf die Zucht resistenter Maispflanzen. Dabei werden die Käfer im Experiment auf die Maispflanzen losgelassen. Und diejenigen, die die Attacken überstehen, kreuzen die Saatgutforscher miteinander - immer und immer wieder, über viele Generationen hinweg. So setzen sich allmählich diejenigen Eigenschaften durch, die dem Maiswurzelbohrer - im wahrsten Sinne des Wortes - überhaupt nicht schmecken. Peter Goertz:
Eine Larve kann nur, wenn sie geschlüpft ist, im Umkreis von maximum einem Meter sich bewegen; dann stirbt sie ab. Und wenn sie da eine Maiswurzel findet, die ihr schmeckt, dann geht sie da dran. Und ich versuche dem Mais eine Wurzel zu geben, der der Larve nicht schmeckt oder die sie sogar ablehnt. Das ist die natürliche Abwehrkraft der Pflanze Mais gegen diesen Schädling.
Eine Abwehrkraft, die sich aber erst nach jahrelangen Zuchtexperimenten auf die gesuchten Resistenzmerkmale hin herausgebildet hat. (...)
Eine weitere Methode, um gegen den Maiswurzelbohrer erfolgreich vorzugehen, ist eine Änderung der Fruchtfolge. Nach einer Saison Maisanbau wird demnach auf dem Feld etwas anderes gepflanzt. Das ist bereits jetzt in den Zonen unmittelbar in der Nähe der Käfer-Fundorte Vorschrift. In der Schweiz haben die Fachleute damit gute Erfahrungen gemacht. Peter Baufeld von der biologischen Bundesanstalt:
Die Schweiz, die haben es nur mit Fruchtfolge geschafft. Das heißt: Anbau von Mais nach Mais zu verhindern - das ist eines der wichtigsten Elemente.

Das setzt allerdings eine Abkehr von den in der Landwirtschaft immer noch üblichen Monokulturen voraus. Angesichts steigender Nachfrage nach Mais (für Biokraftstoffe) bin ich skeptisch, ob sich diese Methoden in Deutschland durchsetzen werden, oder ob nicht doch viele Landwirte auf Bt-Mais setzen werden, wenn sich der Maiswurzelbohrer hier weiter ausbreitet.

Um es noch mal deutlich zu machen: Anders als bei der Zucht werden gentechnisch verändertem Mais Gene anderer Arten (beim BT-Mais z.B. ein Gen des Bakterium Bacillus thuringiensis) hinzugefügt um die gewünschten Eigenschaften zu erzielen. Zucht erfolgt immer innerhalb einer Art und ist eine Methode, die Menschen praktizieren, seit es Landbau gibt.

Update 01.10.2007

Siehe auch: http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=2644068/v93jc1/index.html

Ich bin gespannt, wann die ersten Berichte zu lesen sind, gegen den Maiswurzelbohrer helfe nichts anderes als BT-Mais.

17.06.2007

Bienensterben Folge von Gentechnik

NABU und der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) sehen einen Zusammenhang zwischen dem Bienensterben in den USA und dem verbreiteten Anbau von genveänderten Bt-Pflanzen

In einer Presseinformation des NABU und des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) wird ein Zusammenhang zwischen dem verbreiteten Anbau von genveränderten, insektenresistenten Bt-Pflanzen und dem Bienensterben in den USA hergestellt.

In den USA sind im vergangenen Jahr über 60 Prozent der Bienenvölker gestorben. Als ein möglicher Faktor des dortigen Bienensterbens wird der weit verbreitete Anbau von insektenresistenten Bt-Pflanzen genannt. Honigbienen sind in Europa als Bestäuber unverzichtbar für ein intaktes Ökosystem. Der Anbau von Gen-Mais schädigt die Bienen und hat damit negative Folgen für die Entwicklung von Flora und Fauna. Das Verschwinden der Honigbiene droht durch das Bt-Toxin oder durch "Imkersterben". Verbraucher wollen keine Gentechnik im Honig und werden keinen kontaminierten Honig kaufen. Das ruiniert die wirtschaftliche Existenz der Imker.

Auch wenn bisher über den Grund für das Bienensterben noch Rätselraten herrscht, gehört diese Theorie wohl zu den naheliegendsten.

09.06.2007

... Es sieht so aus, als könnte die Firma für ausreichende Abstände sorgen

Trotz Anordnung wird in Borken nicht der Genmais untergepfügt, sondern der Mais auf den Nachbarfeldern.

Im April 2007 wurde der Verkauf des Genmais MON 810 in Deutschland untersagt, bis die Saatgutfirma Monsanto einen entsprechenden Monitoringplan vorlegt. Bei MON 810 handelt es sich um eine Maissorte, die gentechnisch so verändert wurde, dass sie ein Gift produziert, das den Maiszünsler tötet - einen Schmetterling, der sich in der Maispflanze einnistet und sie schädigt. Umweltschützer befürchten, dass dieses Gift nicht nur den Maiszünsler tötet, sondern auch andere Insektenarten schädigen kann. Diese Befürchtungen veranlassten das Bundesamt für Verbraucherschutz letztlich, den Verkauf zu untersagen.

Grundsätzlich gilt dieses Verbot nur für den Verkauf von Saatgut. Auf schon bestehende Maispflanzungen dieser Sorte hat es zunächst einmal keine Auswirkung. Anfang Mai forderte allerdings das Bundessortenamt in Hannover die Firma Monsanto auf auf, ein Feld in Borken umzupflügen, auf dem die Firma Mais der Sorte MON 810 anbaut. Der Grund dafür war, das der gesetzliche Mindestabstand zu konventionellen Maisfeldern nicht eingehalten sei. Es folgte ein langes Hin- und Her aber der Mais blieb. Unter dem Titel "Genmais ist resistent" schilderte die TAZ am 24.5.2007 die Vorgänge in Borken

Inzwischen hat Monsanto in Borken das Problem auf eine ganz besondere Art gelöst. Wie die Borkener Zeitung am 02.06 berichtet, bleibt der Versuchanbau mit gentechnisch veränderten Pflanzen bestehen.

Die Sortenfördergesellschaft, die als Bewirtschafter der Versuchsfläche auftritt, hat benachbarte Flächen angepachtet, um den geforderten Mindestabstand von 150 Metern einzuhalten. Gestern wurde begonnen, diese Felder zu bearbeiten.

Noch am Donnerstag hatte die Bezirksregierung als Umweltaufsicht dem Unternehmen Monsanto als ausführender Firma mit einer Verfügung gedroht. Darin sollte die gentechnisch veränderten Sorten binnen vier Tagen entfernt werden. Als ein Vermessungstrupp der münsterschen Behörde gestern nochmals die örtlichen Gegebenheiten überprüfte, kam die Überraschung. "Unsere Leute erfuhren, dass sich die Saatzüchter mit einem benachbarten Landwirt geeinigt hätten", berichtet Pressesprecherin Sigrun Rittrich. Ihr Fazit gestern Abend: "Es sieht so aus, als könnte die Firma für ausreichende Abstände sorgen." Der Verfügung sei so der Boden entzogen. "Das zu bewerten, ist nicht unsere Angelegenheit."

Wie die Borkener Zeitung am 06.06.2007 berichtet hält NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg (CDU) das Unterpflügen der Genmais-Pflanzen nun nicht mehr für notwendig.

Das Netzwerk "Borken ohnen Genmais" findet deutliche Worte zu den Vorgängen:

Eine Perversion ersten Grades! Der Giftmais bleibt stehen, obwohl die BezReg das Blühen und den Pollenflug verhindern wollte. Das Gift geht in den Boden, obwohl das Bundesamt für Verbraucher- schutz und Lebensmittelsicherheit bescheinigt (vgl. 9.5.), dass davon Gefahren ausgehen und Risiken bestehen.

Verkehrte Welt! Jetzt muss politisch gehandelt werden.

05.06.2007

Vom Winde verweht

Englische Studie: Gen-Pflanzen lassen sich in der freien Natur weniger kontrollieren als angenommen

Telepolis berichtet am 02.06.2007 über eine Studie, nach der die Kontamination von konventionellem Mais durch gentechnisch veränderte Sorten deutlich unterschätzt wird.

Während die "Koexistenzfähigkeit" von gentechnisch verändertem und konventionellem Mais bei Versuchen in Groß Lüsewitz, Wendhausen, Mariensee, Braunschweig und Forchheim bis 2009 getestet werden soll (vgl. Rückschlag für Genmais-Anbau in Deutschland), haben Wissenschaftler der englischen Universität Exeter bereits herausgefunden, dass das Mischpotential, das sogenannte "Auskreuzungsrisiko", in Versuchsfeldern meist deutlich unterschätzt wird.

Der im Entwurf für das neue Gentechnikgesetz vorgesehen Mindestabstand von 150 Metern zu konventionellen Anbauflächen ist danach deutlich zu gering.

09.05.2007

Bundesamt für Verbraucherschutz verbietet Verkauf von MON810

Verkauf von Saatgut durch Monsanto nur nach Vorlage eines entsprechenden Monitoringplan erlaubt

Gegner des Genmaisanbaus haben immer wieder gegen unkalkulierbare Risiken protestiert, die mit dem Anbau der insektenresistenten Maissorte MON810 verbunden sind.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat nun mit sofortiger Wirkung angeordnet, dass die Abgabe von Saatgut diese Sorte an Dritte nur erfolgen darf, wenn die Saatgutfirma Monsanto einen entsprechenden Monitoringplan vorlegt.

Das bedeutete faktisch ein Verbot von MON810, denn die Firma Monsanto hat bislang keinen Monitoringplan vorgelegt.

Siehe dazu:

http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/nachrichten/artikel/gen_mais_ade/ http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/archiv/09.05.2007/3251440.asp http://www.keine-gentechnik.de/bibliothek/zulassungen/dossier-mon-810-mais.html

23.04.2007

Mit Genmais aus der Tortilla-Krise

Mexikanischer Bauernverband und Monsanto streben Aufhebung des Anbau-Moratoriums für Genmais an

Wie Transgen jetzt berichtet, hat der Nationale Verband der Maisanbauer Mexikos und der Konzern Monsanto eine Vereinbarung über die kontrollierte Markteinführung von genetisch verändertem Mais erzielt.

Hintergrund ist die erhebliche Nachfrage nach Mais für Biosprit auf dem Weltmarkt. In Mexiko hat sie zu einem so drastischen Preisanstieg geführt, dass ein Teil der Bevölkerung sich den Mais für ihr Grundnahrungsmittel, die Tortilla nicht mehr leisten kann.

Seit 1998 gibt es in Mexiko ein Moratorium, das den Anbau von gentechnisch verändertem Mais verbietet. Mexiko ist das Land mit der grössten Artenvielfalt an Teosinte, der Urform des wild wachsenden Mais. Der Grund für das Moratorium war die Befürchtung, genveränderte Organismen konnten die wild wachsenden Arten kontaminieren.

Allerdings, so Tansgen konnte bisher nicht experimentell bestätigt werden, dass Gene des gv-Maises sich dauerhaft in den regionalen Landrassen etablieren.

Die Vereinbarung sieht vor, in diesem Jahr mit Freilandversuchen zu beginnen, bei denen mögliche Umweltauswirkungen von gv-Mais überprüft werden. Im nächsten Jahr soll ein Probeanbau folgen, jedoch noch kein Saatgut verkauft werden. Wenn sich keine Nachteile zeigen, könnte der Anbau von gv-Mais in Mexiko 2009 beginnen. Der Druck auf mexikanische Regierung, gv-Mais zu erlauben, hatte sich in letzter Zeit erhöht, da aufgrund der wachsenden Nachfrage auf dem Weltmarkt die Maispreise stark gestiegen waren und zu einer Verteuerung der Mais-Lebensmittel geführt hatten. Durch den Anbau von gv-Mais soll die nationale Maiserzeugung gesteigert werden.

S. auch http://www.biosicherheit.de/de/aktuell/549.doku.html

22.04.2007

Verleiht Genmais keine Flügel!

Imker wehren sich gegen Verunreinigung von Honig durch gentechnisch veränderten Mais

Eben gefunden: Pressemitteilung von Mellifera e.V.

In diesem Frühjahr klagen Imker gegen die Aussaat des gentechnisch veränderten Mais der Firma Monsanto. Der Genmais MON 810 hat keine Zulassung als Bestandteil von Lebensmitteln. Da Bienen ihren Eiweißbedarf zu einem großen Teil aus Maispollen decken, besteht die Gefahr der Verunreinigung des Honigs durch den Genmais. Dagegen wehren sich die Imker. Sie weisen darauf hin, dass der Flugradius von Bienen mehrere Kilometer beträgt und sich nicht auf gentechnikfreie Flächen beschränken lässt.

Noch mehr Informationen unter http://www.bienen-gentechnik.de/

19.04.2007

NABU unterstützt Protest gegen Freisetzung von gentechnisch verändertem Mais

Mögliche Risiken neuer genmanipulierter Maissorten für Natur und Umwelt wurden nicht geprüft

In einer Presseerklärung weist der Naturschutzbund Deutschland (NABU) am 17.04.2007 auf den Protest der Bevölkerung gegen die Aussaat von gentechnisch verändertem Mais durch den US-Konzern Monsanto hin.

In sechs Bundesländern wolle Monsanto neue genveränderte Maissorten sowie die Dosierung der zugehörigen Breitbandherbizide testen. Dabei seien auch Standorte in unmittelbarer Nähe von Schutzgebieten vorgesehen.

Aus Sicht des NABU-Vorsitzenden Tschimpke sind diese Tests riskant und dürfen vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nicht genehmigt werden.

"Die möglichen Risiken dieser neuen genmanipulierten Maissorte für Natur und Umwelt wurden nicht geprüft" (...) Der Anbau des Monsanto-Maises in Verbindung mit dem Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels in Schutzgebieten sei ein Skandal. Der Mais ist toxisch für Schmetterlinge und Käfer. "Seltene Arten wie Gelbbauchunke, Kammmolch, Eremit (Juchtenkäfer) sowie der großer Feuerfalter werden rücksichtslos gefährdet"

09.04.2007

Nachfrage nach Mais für Biosprit treibt Gentechnik an

Monsanto verzeichnet Absatzsteigerung um 47 Prozent

Wie die österreichische Zeitung Die Presse am 05.04.2007 berichtet, führt die anhaltende Nachfrage nach Mais für Biosprit in den USA zu einer deutlichen Steigerung des Absatzes von Saatgut für gentechnisch veränderten Mais bei der US-Firma Monsanto.

Monsanto-Chef Hugh Grant hat Dienstagabend berichtet, dass der Gewinn im abgelaufenen Quartal um 23 Prozent gestiegen ist. Hauptgrund: Der Absatz von Gen-Mais-Saatgut ist um 47 Prozent gestiegen - und zwar wegen des Biosprit-Booms in den USA. In Amerika wird immer mehr aus Mais hergestellter Ethanol dem Benzin beigemischt. In Bälde wird das auch in Europa so sein.
(...)
Großer Renner ist derzeit "Triple-stack"-Mais: Dieser ist unempfindlich gegen zwei Schadinsekten und gegen das Unkrautvertilgungsmittel Roundup Ready. Farmer, die Mais im großen Stil anbauen - in den USA auf Feldern mit 4000 und mehr Hektar -, sparen sich dadurch Arbeit und Spritzmittel, sie haben höhere Gewinne. Während es selbst in den USA bei Gen-Mais als Nahrungsmittel Ressentiments gibt, hat niemand etwas dagegen, diese Pflanzen für Biosprit zu verwenden. 52 Prozent des US-Mais sind gentechnisch verändert.

29.03.2007

Genmais MON863 auf den Philippinen nicht mehr zugelassen

Phillipinische Regierung entzieht die Zulassung für potentiell gesundheitsgefährlichen Genmais. Keine Reaktionen in Europa.

Wie Greenpeace heute berichtet, ist der Genmais MON863 auf den Philipinen nicht mehr erwünscht. Die Importgenehmigung wurde zurückgezogen.

Die Bürger der EU warten hingegen noch immer auf Reaktionen auf die unabhängige Studie französicher Wissenschaftler vom März 2007. Nach dieser Studie ist der genveränderte Mais MON863 der Fa. Monsanto potentiell gesundheitsschädlich. Ratten wiesen nach der Fütterung mit MON863 Schädigungen von Leber und Nieren auf.

26.03.2007

Genfreier Garten

Bantam-Mais: Gärtnern gegen Gentechnik

Der BUND weist auf die Bantam-Aktions hin, die von vielen Naturschutz-Organisationen und Gentechnik-Gegnern getragen wird:

"Bantam!" - das ist die neue Devise der Gentechnik-Kritiker, um die Gentechnik-Industrie in ihre Schranken zu weisen. Denn wer diese Maissorte pflanzt, muss über den Anbau von Gentechnikmais in seiner Nachbarschaft genau informiert und vor gentechnisch veränderten Pollen geschützt werden.

Bantam ist ein samenfester Zuckermais, d.h. aus der Ernte kann wieder neues Saatgut gewonnen werden. Jede/r kann ihn selbst im eigenen Garten anbauen. Bestelladressen findet man unter http://www.bantam-mais.de/wo-gibt-es-saatgut.html

Gute Idee finde ich. Mal sehen, vielleicht pflanzen wir uns auch ein paar Maispflanzen in den Garten.

18.03.2007

Greenpeace stellt eine Studie französischer Wissenschaftler über Genmais vor

Danach ist der Genmais MON863 für Ratten schädlich. Trotzdem darf er als Lebens- und Futtermittel in die EU eingeführt werden.

Der Genmais MON863 der Firma Monsanto stellt nach einer von Greenpeace am 13.03.2007 vorgestellten Studie ein potentielles Gesundheitsrisiko dar:

Der Gen-Mais des Konzerns Monsanto ist seit Jahren im Gerede, weil er, an Ratten verfüttert, zu Vergiftungssymptomen und Schädigungen von Leber und Nieren führte. In die EU darf er trotzdem als Lebens- und Futtermittel eingeführt werden. Daran halten die EFSA und die nationalen Zulassungsbehörden fest - auch das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz.

Greenpeace gelang es 2005 per Gerichtsbeschluß die Offenlegung der Risikobewertung von Monsanto für die Zulassung für den europäischen Markt zu erwirken. Diese wurde jetzt von der unabhängigen Expertengruppe CRIIGEN (Committee for Independent Research and Genetic Engineering) bewertet.

Es gibt erhebliche Mängel in der statistischen Auswertung der Studie, wie sie von Monsanto vorgelegt wurde, sagt Gilles-Eric Séralini von der Universität in Caen, der das französische Wissenschaftlerteam CRIIGEN leitet. "Neben den Schäden an Leber und Nieren wurden auch die Gewichtsveränderungen der Tiere nicht ausreichend untersucht. Weitere wichtige Daten, beispielsweise über Veränderungen des Urins der Tiere, ließ Monsanto unter den Tisch fallen."


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