Ich ärgere mich gerade, dass in der Dorstener Zeitung unsere Erklärung vom Mittwoch bis heute mit keinem Wort erwähnt wird.
Es ärgert mich deshalb, weil die FDP sich in der selben Zeitung in der vergangene Woche gleich zweimal hintereinander mit unhaltbaren Statements (Nur eine Möglichkeit, keine Pflicht) zur Inklusion positionieren durfte. Eltern, die zu diesem Thema etwas zu sagen haben, bekommen diese Chance nicht.
Ok, in Deutschland gibt es Pressefreiheit. Niemand darf der Presse vorschreiben, wie oder was sie berichten soll und was nicht. Zensur ist verboten. Das ist auch gut so, keine Frage.
Aber ausgewogen ist was anderes.
Ich glaube ja, Zeitungen sind ein Auslaufmodell. Vom vielbeschworenen Qualitätsjournalismus merkt man gerade im lokalen Bereich sowieso nicht viel. Meine Hauptinformationsquelle für Themen, die mich wirklich interessieren, ist inzwischen auch eher der Feedreader, insbes. verschiedene Blogs, und nicht zuletzt auch Twitter und Facebook.
Es wird Zeit, dass Social Media auch in einer Kleinstadt wie Dorsten eine kritische Masse erreicht. Was das angeht, bin ich allerdings noch skeptisch und so werde ich zähneknirschend weiter morgens die Lokalzeitung aus dem Briefkasten fischen und mich ärgern, wie unausgewogen sie heute wieder berichtet oder eben nicht berichtet.
Update 21.02.
Immerhin die WAZ hat heute ausführlich berichtet
Nach unserer Pressemitteilung hat uns letzten Dienstag ein Journalist der WAZ Dorsten besucht. Heute kann man das Ergebniss des Gespräches bereits online lesen, ich gehe mal davon aus, morgen erscheint es auch in der gedruckten WAZ
„Förderschule” klingt eigentlich ganz freundlich. Dass Kinder mit Förderbedarf dorthin sortiert werden, nennen Antje und Michael Baumeister allerdings Ausgrenzung. Unter gleich benachteiligten Kindern aufzuwachsen, behindere die Integration in die Gesellschaft, urteilen sie. „Im Grunde dürfte es dieses ausgrenzende Schulsystem gar nicht geben.” Die Holsterhausener Familie will darum einen Elternkreis in Dorsten gründen, der sich für gemeinsames Lernen aller Kinder einsetzt.
zum 10-jährigen Jubiläum 1998-2008 von A-Z
Im Juni 2008 erscheint das Ohrenkuss-Wörterbuch:
300 Seiten Texte und Fotos aus 10 Jahren.
Dieses Buch darf in keinem Bücherregal fehlen.
Man kann daraus vorlesen, man kann es an jeder Stelle aufschlagen.
Man kann es abends lesen, bevor man einschläft und morgens,
bevor man den Tag beginnt.
Ohrenküsse für jeden Tag und für jede Gelegenheit!
Ohrenkuss ist eine Zeitschrift, die von Menschen mit Down-Syndrom gesmacht wird.
via kobinet
Fernsehen und Radio ist für Menschen mit Behinderungen häufig noch nicht barrierefrei
Kobinet berichtet:
Der behindertenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hubert Hüppe, fordert Sendungen in leichter Sprache für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Er hat dieses Anliegen in einem Schreiben an die Intendanten der öffentlich-rechtlichen Sender dargestellt. Hüppe hält "ein entsprechendes tägliches Sendeformat in leichter Sprache für geboten".
Er erklärt, dass das deutschsprachige Fernsehen und Radio für Menschen mit Behinderungen häufig immer noch nicht barrierefrei seien, wenngleich er Bemühungen der öffentlich-rechtlichen Sender mehr Barrierefreiheit zu schaffen, erkennen könne. Die Bedürfnisse von Menschen mit Lernschwierigkeiten würden jedoch viel zu selten berücksichtigt.
Hüppe: "Viele aus diesem Personenkreis können zum Beispiel den Nachrichten inhaltlich nicht folgen, da häufig eine Sprache mit vielen Fremdwörtern benutzt wird und Sachverhalte zu schwierig dargestellt werden. Es sollte jedoch auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten die Möglichkeit geben, sich ihre Meinung zu politischen und wirtschaftlichen Themen durch Fernseh- und Radiosendungen zu bilden. Das ermöglicht echte Teilhabe.
Hubert Hüppe vertritt häufiger sehr vernünftige Positionen. Auch auf dem Kongress Eine Schule für Alle im November 2007, wo er auf dem Abschlußpodium saß, hat er mir gut gefallen. Aber leider hört man zu wenig auf ihn. Jedenfalls gilt das - trotz gleicher Pateizugehörigkeit der Ministerin - für die nordrhein-westfälische Schulpolitik.
Bleibt zu hoffen, dass die Intendanten der Rundfunkanstalten da aufmerksamer sind.
S. auch http://de.wikipedia.org/wiki/Leichte_Sprache und http://www.people1.de/was_halt.html
Durch seine Äusserung zur Familienpolitik hat der Augsburger Bischof Mixa vor allem eins erreicht: man kennt ihn jetzt
Mit unqualifizierten Äusserungen zur Familienpolitik macht zur Zeit Bischof Mixa von sich reden.
Aber warum muss man ihm ein solch breites öffentliches Forum dafür bieten? Es sollte doch klar sein, dass mit einem hohen geistlichen Amt nicht zwangsläufig auch ein hohes geistiges Nivea verbunden sein muss.
"Wer ist Bischof Mixa?" fragt die Netzzeitung am 23. Februar 2007. Inzwischen ist er in aller Munde.
Manche Äusserungen sollte man am Stammtisch lassen. Sie in den Medien derart breit zu treten ist nicht sinnvoll.