Medizinische Widersprüche
Professor Anne Waldschmidt kommentiert im Gesellschafter-Tagebuch einen Artikel über das Frühchen AmilliaUnter der Überschrift "Kinder Machen - um jeden Preis?" kommentiert Professor Anne Waldschmidt im Gesellschafter-Tagebuch einen Artikel über das "Frühchen Amillia", das bei der Geburt nur 24 Zentimeter groß war. Es wird vermutlich keine beibenden Schäden davon tragen.
Der Artikel von Frau Professor Waldschmidt gibt zu Denken:
Hätte Amillia ebenfalls zur Welt kommen dürfen, wäre sie monatelang ebenso intensiv versorgt worden, wenn sie einen wahrnehmbaren Körperschaden gehabt, mit einem Wort: "behindert" gewesen hätte? Wir leben im Zeitalter hoch technisierter Medizin, die insbesondere in der Neonatalogie alles Menschenmögliche versucht, um "Frühchen" am Leben zu erhalten (und hierfür Dankbarkeit bei Eltern und Betroffenen, Bewunderung bei der Öffentlichkeit erntet). Gleichzeitig aber wird in Reproduktionstechnologie und Pränataldiagnostik ziemlich viel dafür getan, damit behinderte Ungeborene gar nicht erst zur Welt kommen.
Etwas mehr Medizinkritik täte ihrer Ansicht nach der Berichterstattung gut.