Die krumme Tour der Supermärkte
"Marktkonzentration führt zu Arbeitsrechtsverletzungen in Entwicklungsländern", das ist das Fazit des gestern vorgstellten neuen Berichtes von Oxfam
Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Metro sind mit verantwortlich dafür, dass Tausende von Arbeiter/innen in Entwicklungsländern zu Hungerlöhnen und unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen. Die genannten fünf größten deutschen Supermarktketten bedienen 70 Prozent des Marktes und nutzen diese Macht schamlos aus. Am Beispiel des Bananen- und Ananasmarktes belegt die neue Oxfam-Studie "Endstation Ladentheke" die katastrophalen Arbeitsbedingungen der Arbeiter/innen in Costa Rica und Ecuador. Oxfam Deutschland fordert die Supermarktkonzerne auf, ihre Einkaufspolitik drastisch zu ändern. Ferner ruft Oxfam das Bundeskartellamt zur umfassenden Prüfung der Einkaufsmacht der Supermarktketten auf.
AbL, BUND und Oxfam fordern eine gerechte Verteilung der EU-Agrargelder
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Oxfam Deutschland fordern in einer gemeinsamen Erklärung vom 08.04.2008 von Minsiter Seehofer, für eine gerechtere Verteilung der EU-Agrarsubventionen zu sorgen. Derzeit werden Subverntionen vor allem nach der bewirtschafteten Fläche verteilt, was dazu führt, das besonders die Unternehmen profitieren, die über große Flächen verfügen, während aufwendige Arbeitsleitungen eine untergeordnete Rolle spielen.
Stattdessen solle in die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie in die ökologische und artgerechte Landwirtschaft und Tierhaltung investiert werden. Die deutschen Agrarminister diskutieren auf einem Treffen vom 9. bis 11. April 2008 in Grimma (Sachsen) die Bestrebungen der EU-Kommission, die Agrarsubventionen bei Spitzenempfängern zu kürzen.
"Viele der Großempfänger steigern schlicht ihre Gewinne mit den Zuwendungen, statt gesellschaftliche Leistungen zu erbringen", sagt Marita Wiggerthale, Agrarexpertin bei Oxfam Deutschland. Aktuellen Zahlen zufolge erhalten die Emsland-Stärke GmbH mehr als 14 Millionen Euro, der Fleischkonzern Vion 6,4 Millionen Euro und der Getreidekonzern Cargill 4,9 Millionen Euro jährlich. Die Müller Milch AG wird mit 2,6 Millionen Euro und der Tabakkonzern Philip Morris mit 540.447 Euro von der EU gefördert. Auch Gloria von Thurn und Taxis kann sich jedes Jahr über 400.000 Euro aus Brüssel freuen.
Oxfam Deutschland und weitere NGOs fordern in einem Brief (PDF) Nachbesserungen bei den Biospritplänen der EU.
Am 23. Januar 2008 wird die Europäische Kommission ein umfassendes Paket klima- und energiepolitischer Maßnahmen vorschlagen. Darunter finden sich auch Vorschläge zur Erzeugung und Verwendung von Biosprit. Oxfam und zahlreiche weitere Umwelt- und Entwicklungsorganisationen kritisieren nun in einem Brief an die Europäische Kommission, dass der vorliegende, noch inoffizielle Gesetzentwurf die oftmals zerstörerischen Praktiken gegenwärtiger Biosprit-Produktion vor allem in den Entwicklungsländern nicht verhindern wird. Menschenrechtsverletzungen, Vertreibungen von Kleinbauern und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen nebst erheblichen ökologischen Problemen werden die Folge sein. Oxfam und die weiteren NRO fordern erhebliche Nachbesserungen des Gesetzentwurfs.
Ein Bündnis aus gewerkschaftlichen und kirchlichen Gruppen sowie Entwicklungsorganisationen ruft am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, zu Aktionen gegen die Menschenrechtsverletzungen der Discounter auf.
WEED weist auf eine
gemeinsame Aktion mit ver.di, Oxfam und
dem INKOTA Netzwerk e.V. hin.
Discounter und Billig-Ketten überziehen in Europa immer mehr Länder
mit einem dichten Filialnetz und zerstören traditionelle
Einzelhandelsstrukturen und Arbeitsplätze. Die Arbeitsbedingungen der
Be-schäftigten verschlechtern sich zunehmend. Prekäre Niedriglohn- und
Minijobs verdrängen Normalarbeitsverhältnisse. "Arm trotz Arbeit"
wird in Europa zur Normalität. Insbesondere Frauen, Migranten und
Menschen in strukturschwachen Gebieten, die überwiegend unter prekären
Bedingungen bei Lidl, Aldi, Schlecker, KiK, Norma, Netto und anderen
Billig-Ketten arbeiten, sind betroffen. Extremer Leistungs-druck und
Überwachung sind an der Tagesordnung. Grundrechte von Beschäftigten
werden unterdrückt und die Wahl von Arbeitnehmervertreter/innen
verhindert.
Der ruinöse Wettbewerb im Handel in allen Ländern Europas hat
weitreichende Folgen für Beschäftigte, Kunden und die gesamte
Gesellschaft.
(...)
Grundrechte von Beschäftigten werden jedoch nicht nur im europäischen
Handel mißachtet, sondern auch bei den Zulieferern der Discounter,
insbesondere in den Entwicklungsländern. Mit der Konzentrati-on im
Einzelhandel steigt die Verhandlungsmacht der Discounter. So können
diese ihren Zulieferern die Produktions-, Preis- und Lieferbedingungen
diktieren. Durch die rigorose Preispolitik der Discounter geraten
Löhne und Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern in den
Entwicklungsländern immer mehr unter Druck.
Da ist es schon grotesk, dass Lidl gleichzeitig Produkte aus fairen
Handel
anbietet
und einen nicht unerheblichen Marktanteil in diesem Bereich hält.
Oxfam ruft dringend zu Spenden für Nothilfe in Bangladesch auf
Näheres unter http://www.oxfam.de/a_631_aktuell.asp?id=186
EU-Pläne für Biosprit drohen Armut in Entwicklungsländern weiter zu verschärfen - und dem Klima ist auch nicht geholfen
Oxfam hat ein Hintergrundpapier über die Auswirkungen von Biosprit auf die Armut in Entwicklungsländern vorgelegt. Das Papier liegt zur Zeit nur in einer englischen Fassung (PDF) vor, eine deutsche Zusammenfassung soll bald erscheinen. In der Ankündigung von Oxfam Deutschland heisst es:
Die EU hat sich vorgenommen, bis 2020 den Anteil von Biokraftstoffen von derzeit einem Prozent mindestens zehn Prozent zu steigern. Möglich wäre dies jedoch nur über Importe von Biokraftstoffen z.B. Biodiesel aus indonesischem Palmöl oder Benzinersatz aus brasilianischem Rohrzucker. Schon jetzt wird im Interesse großer multinationaler Konzerne die Produktion rasant ausgeweitet - mit verheerenden Folgen für Umwelt und Armutsbekämpfung in den Entwicklungsländern.
Es trifft vor allem die armen Menschen in Ländern wie Indonesien, Kolumbien, Brasilien, Tansania oder Malaysia. Menschen verlieren ihr Land und ihre Lebensgrundlagen, werden auf Plantagen ausgebeutet. Die UN schätzt, dass weltweit etwa 60 Millionen Menschen vertrieben werden, sollten sich die gegenwärtigen Trends fortsetzen. Viele von ihnen enden in den großen Slums der Mega-Städte, und die, die bleiben können, sehen sich gezwungen, unter menschenunwürdigen Bedingungen auf den Plantagen zu arbeiten - im Akkord und für einen Hungerlohn.
38.164.739 Menschen sind am 17. Oktober gegen Armut aufgestanden
Wie berichtet
fand am 17.10. ein weltweiter Aktionstag gegen Armut statt. Die Aktionen brachten einen neuen Weltrekord, der ins Guinnes-Buch der Rekorde eigetragen wird.
8.164.739 Menschen in rund 100 Ländern sind zum Welttag der Armutsbekämpfung am 17. Oktober gegen Armut aufgestanden. Die Rekordzahl von 23 Millionen aus dem Vorjahr wurde also deutlich überboten. Damit ist ein neuer Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde gelungen.
Viel wichtiger als das Buch der Rekorde ist aber die internationale Aufmerksamkeit, die diese Aktion mit sich bringen wird.
STAND UP, SPEAK OUT

Nur noch mal zur Erinnerung
Weltweiter Aktionstag gegen Armut am 17.Oktober 2007

Die UN-Milleniumskampagne und die Aktion "Global Call to Action against Poverty", in Deutschland "Deine Stimme gegen die Armut", rufen zum symbolischen Stand-Up auf.
Zum Welttag der Armutsbekämpfung am 17. Oktober werden Millionen von Menschen in allen Erdteilen symbolisch gegen Armut aufstehen und von ihren Regierungen die Umsetzung der UN-Millenniumsziele einfordern
Im vergangen Jahr haben 23,5 Millionen Menschen mitgemacht. Damit kam die Aktion ins Guinness Buch der Rekorde. In diesem Jahr hoffen die Veranstalter, die Teilnehmerzahl noch überbieten zu können.
Näheres zu der Aktion findet sich unter http://www.stell-dich-gegen-armut.de (Nicht erschrecken! Flash und Sound!).
Wer mitmachen möchte, kann sich an einer Aktion beteiligen oder selbst einen Stand-Up organisieren. Wie das funktioniert, beschreibt die Mitmach-Seite der Stand-Up-Aktion
Die Teilnahme über das Internet oder per SMS ist ebenfalls möglich
Und gerade habe ich noch diese Information gefunden:
Oxfam beteiligt sich mit dem "Poverty Requiem" ("Lied gegen Armut"), vorgetragen vom Chor der Schostakowitsch Musikschule Berlin-Lichtenberg am zentralen STAND UP am 17. Oktober ab 11:00h im Berliner Sony Center am Potsdamer Platz.
Für mich ist Berlin leider zu weit, aber vielleicht liest das ja jemand, der hingehen kann.
Fair-Handelsorganisationen kritisieren 4C-Initiative. Keine Preiszusagen an die Bauern.
Substainable Coffee - Nachhaltiger Kaffee, so lautet der Titel der Webseite, mit der der Common Code for the Coffee Community (4C), ein gemeinsamer Verhaltenskodex für die Kaffee-Wirtschaft, vorgestellt wird. Der 4C-Kodex wurde federführend durch die deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (gtz) und das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erarbeitet, gemeinsam mit Kaffeehändlern, Röstern, Produzentenvertretern, Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften, z.B. Kraft, Nestlé, Tchibo und Sara Lee, Oxfam und der Rainforest Alliance.
Ziel ist es (...) durch einen rechtlich nicht verbindlichen Verhaltenskodex die Produktionsbedingungen und die Qualität des Kaffees zu verbessern. Dafür sollen die Menschenrechte sowie geltende Umweltgesetze in der Produktion geachtet werden (Wikipedia)
Gestern berichtete die TAZ:
Mehr als 130 US-Cents kostet im Tagesschnitt derzeit ein Pfund der Kaffeesorte Arabica an den Rohstoffmärkten - der Preis klettert seit Monaten. "Wir wissen, dass es Preisschwankungen gibt", sagt Ramirez (ein Kaffepflücker aus Guatemala W.). "Aber von den Gewinnspannen sind wir Pflücker hier auf der Finca ausgenommen."
Das soll sich ändern: "Bei den Produzenten soll künftig mehr ankommen", sagt Carsten Schmitz-Hoffmann. Er ist Agrarexperte der deutschen Entwicklungsorganisation GTZ und koordiniert die neue Kaffee-Initiative "4C" - Common Code for the Coffee Community.
(...) Das Ziel: mehr Transparenz. Oft versande schlichtweg "enorm viel Geld" in der Lieferkette, sagt Schmitz-Hoffmann. Abläufe könnten optimiert werden, das reiche von Wassersparen über den gezielteren Einsatz von Pestiziden oder den besseren Transport des Kaffees. Der Weg der Kaffeekirschen und Bohnen wird künftig stärker überprüft (...)
Wenn Produzenten zu wenig Geld zum Leben haben, bleibt schon gar keins für die Pflege der Kaffeepflanzen. Das bekamen die Konzerne zu spüren. 2001 fielen die Preise in den Keller: Vietnam hatte damit begonnen, Kaffee zu produzieren, das Angebot auf dem Weltmarkt stieg. Viele Bauern, vor allem in Lateinamerika, gaben den Anbau auf. Während Pflücker wie Ramirez nicht wussten, wie sie weiterleben sollten, beklagten Kaffeeunternehmen den Qualitätsverlust. "Aus dieser Situation heraus entstand die 4-C-Inititative", sagt Schmitz-Hoffmann.
Für die fair Handelsorganisationen GEPA, dwp und EL PUENTE sowie den ökologischen Anbauverband Naturland ist die 4C-Initiative die falsche Antwort auf die Probleme der Kaffeebauern. In einer Erklärung heisst es:
Standards auf niedrigem Niveau dienen als Marketinginstrument der Kaffeewirtschaft. Die Kaffee-Industrie geht mit 4C keinerlei Verpflichtungen gegenüber den ca. 25 Millionen Kaffeeproduzenten weltweit ein. Es besteht nach Auffassung der Fair Handelsorganisationen und des Naturland-Verbandes die Gefahr der Irreführung der Verbraucher, denn für den Endverbraucher sind die Unterschiede zwischen 4C-Kaffee und fair gehandeltem Öko-Kaffee nur schwer nachzuvollziehen.
Darüber hinaus kann 4C gekennzeichneter Kaffee herkömmlichen Kaffee enthalten.
Entscheidender Kritikpunkt sind fehlende Preiszusagen an die Bauern
Angesichts der aktuellen Weltmarktsituation ist das Hauptproblem für die Bauern, dass sie für ihr Produkt keinen kalkulierbaren Preis erhalten und zum anderen der gezahlte Preis oft zu niedrig ist, um davon menschenwürdig leben zu können. Ob den Bauern in Zukunft mehr für 4C-Kaffee bezahlt wird, bleibt offen. Nur der Faire Handel bietet einen festen Mindestpreis und garantiert damit den Produzenten einen von den extremen Schwankungen des Weltmarktes unabhängigen Preis.
Daneben kritisieren die Organisationen unzureichende Umweltstandards, fehlende unangekündigte Kontrollen durch unabhängige Inspektoren und die unzureichende Berücksichtigung sozialer Standards beim 4C-Kodex.
Nicht Marktöffnung für europäische Exporte, sondern Entwicklung in den AKP-Staaten - das müssen Wirtschaftspartnerschaftsabkommen leisten!
Oxfam Deutschland ruft dazu auf, den portugiesischen Premierminister und EU-Ratsvorsitzenden José Sócrates Carvalho Pinto de Sousa per Email aufzufordern, ungerechte Freihandelsabkommen zu beenden und statt dessen die entwicklungspolitischen Anliegen der armen AKP-Staaten ernst zu nehmen.
Die Zukunft von Millionen von Menschen und ihrer Umwelt ist in Gefahr. Die derzeitigen Vorschläge der EU für "Wirtschaftspartnerschaftsabkommen" (Economic Partnership Agreements, kurz EPAs) setzen Kleinbauern und andere arme Produzenten in Afrika, der Karibik und dem pazifischen Raum (AKP-Staaten) dem unfairen Wettbewerb mit Produzenten in der EU aus und bedrohen damit ihre Existenzgrundlage. Die Verhandlungen zwischen der EU und den 76 AKP-Staaten haben 2007 ihre entscheidende Phase erreicht. Darum ist es wichtig, jetzt dahingehend öffentlichen Druck auf die EU-Mitgliedsstaaten und die portugiesische Ratspräsidentschaft auszuüben, dass sie nur Handelsverträge abschließen, die zu nachhaltiger Entwicklung und der Beseitigung der Armut in den AKP-Staaten beitragen.
Auf der Internetseite von Oxfam steht deshalb eine Funktion zur Verfügung, mit der eine Mail an José Sócrates Carvalho Pinto de Sousa verschickt werden kann
Entwicklungshilfeorganisationen begrüßen das Urteil gegen Novartis
In Indien werden Patente für Medikamente nicht gewährt, wenn diese nur geringfügige Verbesserungen bewirken. Deshalb ist Indien inzwischen der Hauptproduzent kostengünstiger Nachahmerprodukte, so genannter Generika, insbesondere für Krebsmedikamente und Medikamente gegen AIDS.
Mit einer Klage vor dem obersten Gericht des indischen Bundesstaates Tamil Nadu in Chennai hat der Schweizer Pharma-Konzern Novartis im vergangenen Jahr versucht, das indische Patentrecht für verfassungswidrig erklären zu lassen.
Novartis hatte sich in seiner Klage auf das WTO-Abkommen über intellektuelles Eigentum, (TRIPS-Abkommen) berufen und argumentiert, dieses Abkommen garantiere auch den Patentschutz bei geringfügigen Veränderungen.
Zahlreiche NGOs werfen dem Konzern vor, Medikamente, deren Patentschutz ausgelaufen war, mit jeweils geringfügigen Änderungen neu patentieren zu lassen und so zu verhindern, dass andere Unternehmen Nachahmerprodukte herstellen.
In den vergangenen Jahren riefen über eine halbe Million Menschen das Unternehmen dazu auf, diese Klage zurückzuziehen.
Das indische Gericht hat sich gestern für nicht zuständig erklärt und die Klage von Novartis zurück gewiesen.
Entwicklungshilfeorganisationen begrüßten das Urteil als Erfolg für den Zugang armer Menschen zu Medikamenten.
In einer Stellungnahme von Oxfam-Deutschland heißt es
Das Gerichtsurteil ist eine deutliche Botschaft an Novartis und die Pharmaindustrie, dass sie die Rechte der Entwicklungsländer zu respektieren haben und dass diese die Ausnahmen des Abkommens über handelsbezogene Rechte des geistigen Eigentums (TRIPS) anwenden dürfen (...)
Entwicklungsländer dürfen nicht von Pharmaunternehmen dazu gezwungen werden, sich vor Gericht für die Versorgung von Menschen mit bezahlbaren Medikamenten verteidigen zu müssen.
Die äthiopische Regierung und Starbucks unterzeichnen eine Vereinbarung über äthiopischen Kaffee
Über die Starbucks-Kampagne von Oxfam habe ich ja bereits mehrfach geschrieben.
Eben habe ich in der Juli-Ausgabe des Oxfam-Newsletter gelesen, dass Oxfam jetzt seine Kampagne beendet hat, weil Starbucks und die äthiopische Regierung am 20. Juni eine Vereinbarung zu Vertrieb, Marketing und Lizenzierung von äthiopischem Kaffee unterzeichnet haben.
Dies ist ein wichtiger Erfolg, vor allem für die äthiopischen
Kaffeebäuerinnen und -bauern, die hierdurch einen größeren Anteil am
Verkaufserlös ihrer weltbekannten Kaffeemarken Sidamo, Harar und Yirgacheffe
erhalten können. Oxfam gratuliert Starbucks zu diesem richtigen Schritt und
stellt seine Starbucks-Kampagne ein. Wir danken den über 96.000
Unterstützer/innen weltweit, die durch ihre Teilnahme an der Kampagne
Starbucks zum Einlenken bewegt haben.
Na dann kann ich ja wieder ruhigeren Gewissens in der Mittagspause zu Starbucks gehen. Von den in Essen vorhandenen Möglichkeiten zum Kaffeetrinken ist das nämlich die angenehmste - schon weil die Cafés rauchfrei sind.
Schade, dass Berlin so weit weg ist von Dorsten
Ich bin gerade auf einen Hinweis zum G8-Konzert von Oxfam-Deutschland gestoßen und bedaure, dass ich da nicht hingehen kann - vor allem, weil Noa auftritt.
Zum Ausgleich tröste ich mich mit diesem Fundstück von YoutTube:
Kaffee-Konzern erkennt Markenrecht Äthiopiens an Kaffeesorten an
Wie Oxfam Deutschland heute berichtet, haben sich der Kaffee-Konzern Starbucks und die äthiopische Regierung darauf geeinigt, einen Lizenz-, Vertriebs- und Marketingvertrag abzuschließen, der das Markenrecht Äthiopiens an den Namen seiner erstklassigen Kaffeesorten "Sidamo", "Harar" und "Yirgacheffe" anerkennt.
"Der Abschluss eines solchen Vertrags ist ein wichtiger Erfolg für Äthiopiens Bestrebungen, seine Handelsmarken zur Linderung der Armut einzusetzen - insbesondere im Hinblick auf Verhandlungen mit anderen Kaffee-Unternehmen", so Paul Bendix, Geschäftsführer von Oxfam Deutschland. "Dies könnte dazu beitragen, das Leben der 15 Millionen Äthiopier, deren Existenz vom Kaffee abhängt, entscheidend zu verbessern. Wesentlich für diesen Erfolg waren auch die über 93.000 Unterstützer/innen weltweit, die sich an Oxfams Kampagne gegen Starbucks beteiligt haben."
Oxfam hatte 2006 ein Kampagne gestartet, um Starbucks zur Verhandlung mit Athiopien über die Anerkennung der Rechte auf die Kaffeenamen zu bewegen.
Warum ich nicht gern zu Starbucks gehe - aber gehe
Im Lummaland, dem Blog von Nico Lumma findet sich heute eine Lobrede für die Cafés der amerikanischen Kette Starbucks. "Starbucks hat das geniesserische Kaffetrinken durchoptimiert, das muß man ihnen lassen.
Dennoch muss er sich ständig anhören: "Starbucks? ich lehne diese amerikanischen Ketten ab." Und dann fragt er sich: "häh? wieso?".
Eigentlich wollte ich einen Kommentar mit einem Link auf die Oxfam-Aktion zur Unterstützung der äthiopischen Handelsmarkeninitiative hinterlassen.
Die Existenz von 15 Millionen Menschen in Äthiopien, einem der 10 ärmsten Länder der Welt, hängt vom Kaffeehandel ab. Die äthiopische Regierung versucht seit 2005, sich die Markenrechte für verschiedene hochklassige Kaffee-Sorten schützen zu lassen. Dadurch wären äthiopische Kaffeebauern in der Lage, deutlich höhere Preise für ihren Kaffee zu erzielen.
Starbucks hat bisher in den USA die Einträge der Markenanträge blockiert. Nachdem 90.000 Menschen den Oxfams Aufruf gefolgt sind und Starbucks aufgefordert haben, sich für die äthiopischen Kaffeebäuerinnen und -bauern einzusetzen, zeichnet sich aber inzwischen ein Einlenken von Starbucks ab.
Aber irgendwie wäre mir das doch überheblich vorgekommen. Ich gehe schließlich selbst auch immer mal wieder zu Starbucks. Und ich muß zustimmen: Der Kaffee und das Ambiente sind äußerst angenehm.
Besonderer Bonuspunkt aus meiner Sicht: Starbucks-Cafés sind rauchfrei. Und weil ich darauf Wert lege, habe ich - zumindest in der Mittagspause in Essen - kaum eine Alternative.
Ich kann vermutlich nicht alle Firmen, Handelsketten und Marken boykottieren, mit deren Geschäftspolitik ich nicht einverstanden bin.
Im Rahmen der Oxfam-Kampagne gibt es eine Foto-Petition an Starbucks. Die Bilder der Foto-Petition werden auf einer Flickr-Seite gesammelt.
Flickr wiederum gehört Yahoo. Und Yahoo trägt bekanntlich durch Mitteilungen an die chinesischen Behörden zur Verfolgung chinesischer Internet-Dissidenten bei.
Political correctness ist nicht so einfach.
Deutschland ist immer noch weit davon entfernt, seine finanziellen Versprechen an die Entwicklungsländer einzulösen
Oxfam Deutschland weist in einer Presseinformation auf die von der OECD am 02.04.2007 vorgelegten Zahlen zur Öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit hin.
Die Entwicklungshilfeleistungen (ODA) Deutschlands, haben sich danach von 10,08 Mrd. im Jahr 2005 auf 10,35 Mrd. US-Dollar in 2006 erhöht.
Der Umfang der Deutschen Entwicklungshilfeleistungen entspricht damit 0,36 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE). Bei etwa einem Viertel dieser Leistungen handelt es sich allerdings um Schuldenerlasse für Entwicklungsländer, vor allem für den Irak und für Nigeria.
Oxfam betont, dass Deutschland noch weit davon entfernt ist, seine finanziellen Versprechen an die Entwicklungsländer einzulösen.
Die Bundesregierung muss erhebliche Anstrengungen unternehmen, um ihre Zusage zu erfüllen und die Entwicklungshilfe bis 2010 auf 0,51 Prozent bzw. bis 2015 auf 0,7
Prozent des BNE zu erhöhen", so Reinhard Hermle, Entwicklungspolitischer Berater bei Oxfam Deutschland.