Monsanto zahlt Schadensersatz für kontaminierte Maisfelder
Kein Gentechnikgegner ist so bekannt wie Percy Schmeiser, der kanadische Farmer und Träger des alternativen Nobelpreises, der sich seit Jahren mit dem weltweit größten Hersteller von genverändertem Saatgut, Monsanto, anlegt.
Percy und Louise Schmeiser wurden 1998 von Monsanto verklagt, weil sie angeblich patentierten Gen-Raps der Firma Monsanto auf ihren Feldern anbauten, ohne diesen jedoch von dem Saatgut-Untennehmen gekauft zu haben. Es stellte sich heraus, das Schmeisers Felder durch fremdes Saatgut kontaminiert waren.
Trotzdem verlangte Monsanto Schadensersatz, bot den Schmeisers aber einen Verzicht an, wenn sie in Zukunft ihr Saatgut von Monsanto beziehen würden. Der Fall ging über mehrere gerichtliche Instanzen. Nachdem sich Percy Schmeiser gegen Monsanto durchsetzen konnte, verklagte er seinerseits Monsanto wegen der Kontaminierung seiner Felder.
In dieser Angelegenheit hat es nun eine aussergerichtliche Einigung zwischen Percy Schmeiser und Monsanto gegeben. Monsanto zahlt Percy Schmeiser Schadensersatz.
Bemerkenswert an der Sache ist, dass Monsanto ganz gegen die sonstigen Gewohnheiten auf eine Verschwiegenheitsklausel verzichtet hat.
Die Taz berichtet:
Der Landwirt, der für seinen Kampf gegen die Gentechnik im vergangenen Jahr mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde, sieht in der Entscheidung (...) einen Präzedenzfall. "Das Eingeständnis Monsantos, für die Kontamination benachbarter Felder verantwortlich zu sein, öffnet den betroffenen Bauern auf der ganzen Welt nun den Weg für Schadenersatzforderungen an Monsanto."
Ein wichtiger Sieg, der zeigt, dass Monsantos Strategie, seine Kritiker mit allen Mitteln zum Schweigen zu bringen, nicht aufgeht.
via Monsanto-Blog
Percy und Louise Schmeiser erhalten gemeinsam mit anderen den Alternativen Nobelpreis
"...for their courage in defending biodiversity and farmers' rights,
and challenging the environmental and moral perversity of current
interpretations of patent laws."

Ich finde, es gehört eine Menge Überzeugung und auch Mut dazu, sich
mit dem Konzern
Monsanto, dem
weltweit größten Anbieter von Gentechnik-Saatgut, anzulegen.
Auf das Grundstück von Percy und Louise
Schmeiser fiel 1997 von einem vorbeifahrenden Lastwagen Saatgut für 'Round-up
Ready'-Raps der Firma Monsanto und keimte dort.
Monsanto verklagte Percy und Louise Schmeiser deshalb 1998 wegen
Patentverletzung auf Schadensersatz im Umfang von 400.000 kanadischen
Dollar, weil sie unerlaubt patentiertes Saatgutes von Monsanto angebaut hätten. Gleichzeitig bot Monsanto an, die Klage zurück zu ziehen, wenn
die Schmeisers in Zukunft ihr Saatgut bei Monsanto bezögen.
Was sich zunächst einmal wie eine Posse anhört, die an Absurdität kaum
noch zu überbieten ist, wurde zu einem Rechtsstreit, der bis vor den obersten
kanadischen Gerichtshof gelangte. 2004 wurden dort alle Forderungen
von Monsanto gegen die Schmeisers abgewiesen.
In einem noch laufenden Verfahren klagen Percy und Louise Schmeiser
inzwischen ihrerseits gegen Monsanto, um Schadensersatz für die
Kontaminierung ihrer Felder zu erhalten.
Für ihren Mut, Biodiversität und die Rechte der Farmer zu
verteidigen und gegen die moralischen Perversionen des geltenden
Patentrechtes zu kämpfen erhalten Percy und Louise Schmeiser jetzt
den Alternativen Nobelpreis.
Sie teilen Ihn mit Christopher
Weeramantry, Dekha
Ibrahim Abdi und der Firma
Grameen Shakti
Ich gratuliere.
S. auch http://de.wikipedia.org/wiki/Alternativer_Nobelpreis.
Auch die
Farmblogger
haben einen interessanten
Artikel
zum Thema.
Foto: http://www.rightlivelihood.org/