Kaioo-Relaunch mit neuen Funktionen
Seit gestern zeigt sich das soziale Netzwerk Kaioo in neuer Aufmachung, auf den ersten Blick wirkt alles übersichtlicher und aufgeräumter.
Neu bei Kaioo ist, dass nun jeder die Möglichkeit hat, eigene Netzwerke auf der Kaioo-Plattform zu gründen. Wenn also ein Verein, die Ehemaligen einer Schule oder eine Firma eine Online-Möglichkeit zur Kommunikation suchen, können sie auf Kaioo ihr eigenes Netzwerk gründen, wobei sowohl geschlossene Netzwerke denkbar sind, in die man nur mit Einladung kommt, als auch offene, in denen jede/r Mitglied werden kann.
Etwas ähnliches gibt es ja bereits bei Mixxt, Tribax und noch einigen anderen Anbietern, das besondere bei Kaioo ist aber die Gemeinnützigkeit der Organisation. Kaioo selbst lebt von Spenden und wird Werbeeinnahmen an gemeinnützige Organisationen spenden.
Die Gemeinnützigkeit führt auch dazu, dass es bei Kaioo keine Interessen gibt, mit den persönlichen Informationen der Mitglieder im Netz Geld zu verdienen. Kaioo kann somit glaubwürdig garantieren, dass die Mitgliederdaten nicht an Dritte weitergegeben werden.
Ich habe im Juni auf dem Socialcamp von Philipp Schuch von Kaioo schon einige Einzelheiten erfahren und hatte seitdem auch schon verschiedene Ideen, wie man Kaioo-Netzwerke nutzen kann.
Elternnetzwerk
Vor allem denke ich über ein Netzwerk für Eltern von Kindern mit Behinderung aus NRW nach (und vielleicht auch für andere TeilnehmerInnen, z.B. Pädagogen, die mit unseren Kindern zu tun haben).
Das Thema "Gemeinsamer Unterricht" aber auch viele andere Themen könnten dort sicher gut besprochen werden. Ein Portal, das die Kommunikation von Eltern ermöglicht, ohne dass man auf Termine und Veranstaltungsorte angewiesen ist. Ich höre immer wieder, dass Versuche, Eltern von kindern mit Behinderung zusammen zu bringen, sehr schwierig sind, denn wir haben ja eines gemeinsam - wir haben Kinder. Online geht das vermutlich einfacher.
Ich werde es voraussichtlich in den nächsten Tagen einrichten und dann die Information auch hier veröffentlichen.
Berufliche Nutzung
Auch im beruflichen Zusammenhang sehe ich Nutzungsmöglichkeiten.
Dabei ist mir allerdings noch nicht so recht wohl, denn auf Kaioo habe ich mein Profil, in dem ich auch Informationen über mich und meinen Vorlieben (Bücher, Filme) veröffentliche.
Klar, im Grunde steht das auch der Welt offen, es ist aber noch was anderes, wenn jemand, der mich aus dem beruflichen Kontext kennt, zufällig auf Kaioo entdeckt, dass ich Star Trek mag, als wenn diese Information immer in dem Profil auftaucht, mit dem ich im beruflichen Zusammenhang kommuniziere.
Ich kann mir natürlich einfach ein zweites Kaioo-Profil anlegen und das im beruflichen Rahmen nutzen, besser wäre es aber wohl, wenn ich gezielt die Sichtbarkeit verschiedener Informationen für verschiedene Netzwerke einstellen könnte.
Das Problem der Abhängigkeit im Web 2.0
Eine zentrale Frage bleibt allerdings immer. Sollte man überhaupt mit derartigen Aktivitäten auf fremde Anbieter zurückgreifen, oder ist es ein zu großes Risiko? Ist nicht "selber Hosten" die richtige Entscheidung, weil Kaioo natürlich jederzeit den Laden dichtmachen und sämtliche Netzwerke schließen kann?
Robert Basic ist kürzlich in einem interessanten Artikel auf diese Frage eingegangen, und auch der Schockwellenreiter denkt über die Einschränkungen der Freiheit im Cyberspace nach.
Wie Robert Basic in seinem Artikel schreibt, ist die Exportierbarkeit von Daten wichtig. Ich habe dazu bei kaioo noch keine Informationen. Bleibt zu hoffen, dass diese Möglichkeit rasch kommt.
Gerade bei Experimenten, wie dem beschriebenen Elternnetz, wäre selber hosten aber ein viel zu großer Aufwand, solang nicht klar ist, ob ich mit dieser Idee überhaupt auf Resonanz stoße. Insofern muss ich die Risiken wohl in Kauf nehmen. Wie das im beruflichen Kontext entschieden wird, weiß ich es noch nicht. Auch da eignet sich Kaioo natürlich gut dazu, erste Erfahrungen zu sammeln.
Fazit
Soweit ich es bis jetzt beurteilen kann, ist Kaioo ein guter Start in eine neue Ära gelungen.
Verbesserungen sind sicher noch möglich, trotzdem: Kaioo ist auf dem richtigen Weg.
Update
Wir haben uns eben für den Namen "Elternnetz ungehindert" entschieden. Jetzt werde ich mich mal daran machen, noch ein paar Details zu überlegen (Logo, Begrüßungstext, Design) und dann können wir auch schon mit der Umsetzung auf Kaioo loslegen.
Die größte Massenvergiftung in der Geschichte der Menschheit findet in Bangladesh statt
Seit kurzem habe ich wie berichtet ein Profil im sozialen Netzwerk Kaioo (das ist sowas wie SchuelerVZ oder StudiVZ für Große).
In diesem Netz bin ich auf eine Gruppe gestoßen, die sich mit der Vergiftung eines großen Teiles der bengalischen Bevölkerung durch Arsens im Trinkwasser. Da Kaioo seinen Gewinne an soziale Organisationen spenden wird, erhoffen sich die Beteiligten Hilfe für ein Projekt der Deutsch-Bengalische Gesellschaft Augsburg e.V.
Seit 1971 wurden in Bangladesh mit Hilfe von Entwicklungsorganisationen und mit Unterstützung von Unicef 10 Millionen Rohrbrunnen für die Trinkwasserversorgung und die Bewässerung in der Landwirtschaft gebohrt. 97% der Bevölkerung haben Zugang zu solchen Brunnen.
Als Anfang der 80er Jahre zunehmend Hauterkrankungen auftraten, wurde festgestellt, dass es sich um schwere Arsenvergiftungen handelt. Das Wasser, das aus flachen Grundwasserleitern gefördert wird, ist in Bangladesh häufig mit natürlich vorkommendem Arsen versetzt. Heute ist bekannt, dass ein hoher Anteil der Brunnen mehr als 50 Mikrogramm Arsen pro Liter Wasser enthalten, davon 5-10% mehr als das sechsfache.
Eine Lösung besteht in der Nutzung von Regenwasser, das aber nicht ganzjährig zur Verfügung steht und in der Nutzung von Filtern, sog. Drei-Tonkrug-Filtersystemen. Die Finanzierung solcher Filtersysteme ist eines der wichtigsten Ziele dieser Organisation.
In der Kaioo-Gruppe fand ich folgende Information:
Seit Juni dieses Jahres arbeiten wir an einer Lösung der Arsen-Problematik in Bangladesh. Dass Bangladesh zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, ist nichts Neues, auch nicht die Tatsache, dass es nahezu jährlich von massiven Überschwemmungen heimgesucht wird. Die ländliche Bevölkerung hat sich darauf eingestellt, und die Fruchtbarkeit des massiv überbesiedelten Landes ist von diesen Überschwemmungen abhängig. In den letzten Tagen wurde Bangladesh wieder von einem schweren Wirbelsturm heimgesucht, der weite Teile der Bevölkerung betroffen hat. Bei der Überschwemmung im letzten Jahr waren etwa 50 Millionen Menschen betroffen, die deutsche Bundesregierung hat eine Hilfszahlung von 500.000 Euro geleistet, (das ist 1 Cent pro Opfer). Das gravierendste Problem, das Bangladesh hat, ist das extrem arsenhaltige Grundwasser. Der Arsengehalt erreicht teilweise 600 mg / m3, WHO und BRD setzen einen Grenzwert von 10 mg / m3. Der Arsengehalt ist natürlichen Ursprungs, also nicht selbst verursacht. Von den 81 Millionen Handbrunnen, die die ländliche Bevölkerung mit Trinkwasser versorgen, sind ca. 60% massiv mit Arsen verseucht. Durch das verseuchte Trinkwasser wird die gesamte Bevölkerung langsam aber sicher vergiftet. Es kommt zu einem massiven Befall mit Hautkrebs (wurde anfangs für Lepra gehalten) und anderen Krebserkrankungen. Ab einem gewissen Stadium ist der Prozess nicht mehr umkehrbar. Wir haben ein Konzept entwickelt, das uns ermöglicht, mit relativ kostengünstigen Filtern dieses Problem flächendeckend zu lösen, wir benötigen aber für den Beginn des Projektes mindestens 100.000 Euro. Dieses Geld kann nur über Spenden beschafft werden. Ist das Projekt einmal angelaufen, können auch Gelder der WHO und Darlehen der Weltbank mit einbezogen werden.
Wer das Projekt unterstützen möchte kann sich bei Kaioo anmelden und der Gruppe "Arsen vergiftet Millionen" beitreten oder sich über die Seite http://www.deutsch-bengalische.org/ informieren.
Weitere Informationen
Telepolis hat auf dieses Problem Ende 2004 in einem Artikel aufmerksam gemacht.
Ansonsten liefert eine Google-Suche eine Menge zusätzlicher Informationen und wenn es nicht immer nur Google sein soll: man wird auch bei Ask.com fündig.
Kaioo will die generierten Gewinne gemeinnützigen Projekten überweisen
Soziale Netzwerke sind ja im Moment "in". Netzwerke wie MySpace, Facebook und Xing haben innerhalb weniger Jahre Millionen von Nutzern gewonnen. Allein die tägliche Neuzugänge bei MySpace könnten locker eine Kleinstadt bevölkern. Ich fand das in der Vergangenheit zwar recht bemerkenswert, konnte aber solchen Netzwerken persönlich nicht viel abgewinnen.
Über Heise bin ich gestern auf Kaioo aufmerksam geworden.
Kaioo will die generierten Gewinne gemeinnützigen Projekten überweisen und bezeichnet sich daher als "erstes echtes soziales Netzwerk". Dabei können nach Angaben des Projekts auch die Kaioo-User mitbestimmen, für welche wohltätigen Zwecke oder an welche gemeinnützigen Organisationen das Geld gehen soll.
Das könnte ja vielleicht eine gute Sache weden. Ich habe mir gestern bei Kaioo ein Profil erstellt und mir vorgenommen, dort wenigstens gelegentlich mal reinzuschauen. Ich werde berichten.