05.11.2008

Change

Das wurde auch Zeit.

30.08.2008

Erzkonservativ, zynisch und eine Inszenierung von Gefühlen - Die Geburt eines Kindes mit Down-Syndrom

Spiegelleser wissen mehr

Für Spiegel-Journalist Marc Pitzke sind Kinder mit Behinderung offenbar nicht lebenswert. Für Eltern, die sich ihrer nicht entledigen, hat er jedenfalls nicht viel übrig.

So kann man in seinem Beitrag über Sarah Palin, John McCains Vizekandidatin, lesen:

Bei näherem Hinsehen entpuppt sich Palin als erzkonservativ, vor allem in sozialen Fragen.

So ist sie nicht einfach nur gegen Abtreibung. Sondern gegen Abtreibung auch im Fall von Vergewaltigung oder Inzest. Oder - wie sich bei ihrem eigenen, im April geborenen Sohn Trig zeigte - bei einer schon im Embryonenstadium erkannten Behinderung des Kindes. Trig, so hatten Gentests bereits früh ergeben, leidet am Down-Syndrom. Palin brachte ihn trotzdem zur Welt - und hielt ihn gestern auf dem Arm.

Es war ein erster Vorgeschmack darauf, wie zynisch sich auch die Republikaner nächste Woche für die Wähler in Szene setzen werden. Wer nach dem Erfolg von Denver glaubte, die Demokraten hätten das politische Showbusiness gepachtet, wird sich ab Montag wundern: Bei der Inszenierung von Gefühlen war die andere Seite immer schon besser.

Schockierend. Offenbar ist für diesen Journalisten die Abtreibung eines Kindes mit einer Behinderung völlig normal, wer das anders sieht kann nur ins erzkonservative Lager gehören. Wohl gemerkt, Frau Palin mag wirklich erzkonservativ sein, das will ich gar nicht bestreiten, ich hatte bisher noch nie von ihr gehört. Aber das ergibt sich eben nicht aus der Tatsache, dass sie ihr Kind nicht getötet hat.

Für Herrn Pitzke vielleicht unvorstellbar ist das Leben mit einem behinderten Kind durchaus lebenswert, ein Kind mit Down-Syndrom kann sehr wohl eine Bereicherung im Leben einer Familie sein.

Den Artikel von Marc Pitzke halte ich für unbedacht und weltfremd. Wer läßt eigentlich beim Spiegel solche Stümper Artikel verfassen? Zeichnet sich der sogenannte Qualitätsjournalismus nicht dadurch aus, dass Artikel redigiert werden? Vermutlich hat da jemand geschlafen.

02.08.2007

Ziegenmilch gegen Giftgas

US-Forscher verändern Ziegen gentechnisch so, dass ihre Milch tödliche Nervengifte neutralisiert

Forschern der US-Firma PharmAthene ist es nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung gelungen, Ziegen gentechnisch so zu verändern, dass ihre Milch große Mengen eines Enzyms (Butyrylcholinesterase) enthält, das in der Lage ist, tödliche Nervengifte und -kampfmittel wie Sarin und VX zu neutralisieren.

Das amerikanische Verteidigungsministerium ist natürlich ganz scharf auf diese Entwicklung:

Dort erhofft man sich, dass solche Entwicklungen später ermöglichen, Einsatztruppen vor Angriffen mit chemischen Kampfstoffen zu schützen.
Darüber hinaus könnte ein Vorrat des in der Ziegenmilch hergestellten Stoffes angelegt werden, um im Falle eines terroristischen (!!) Angriffes gewappnet zu sein.

Das ist wieder mal typisch. Die Zauberlehrlinge manipulieren den Bauplan der Schöpfung, weil man eben tut, was man tun kann und weil man sich wieder einen kleinen Vorteil bei der nächsten militärischen Eskalation ausrechnet.

Und weil es potentiell vor Terroristen schützt, kann ja auch keiner was dagegen haben - oder?

Natürlich macht sich keiner Gedanken um die Ziegen. Ist es ethisch vertretbar, Tiere gentechnisch zu verändern, weil wir uns davon einen (militärischen) Vorteil versprechen? Ich denke, nein. Ich hatte kürzlich so schöne Fotos von unseren Kindern mit Ziegen im Streichelzoo - finde sie aber jetzt nicht. Vielleicht liefere ich sie noch nach.

01.07.2007

In den USA setzen sich genveränderte Produkte durch

In den USA ist der Anteil von genverändertem Mais im letzten Jahr auf 73 Prozent gestiegen. Bei Baumwolle und Soja werden fast ausschließlich genveränderte Sorten produziert

Transgen meldet einen deutlichen Zuwachs bei genverändertem Mais, Soja und Baumwolle in den USA.

Den größten Sprung gibt es bei Mais: Der Anteil der gv-Sorten steigt in der diesjährigen Vegetationsperiode von 61 auf 73 Prozent. Da die gesamte Maisanbaufläche in den USA gegenüber 2006 um 28 Prozent zulegt, ist die mit gv-Mais bewirtschaftete Fläche auf 24,4 Millionen Hektar angewachsen, ein Plus von 7,8 Millionen Hektar. Bei Soja und Baumwolle sind die Gesamt-Anbauflächen in den USA dagegen deutlich zurück gegangen. Der Anteil der gv-Sorten steigt bei Soja auf 91 Prozent, bei Baumwolle auf 87 Prozent.

Da wird deutlich, was uns blüht. Gerade die gentechnisch veränderten Produkte, die nicht direkt in die Nahrung wandern, haben riesige Zuwachsraten.

In Deutschland sind gentechnisch veränderte Nahrungsmittel so gut wie nicht zu verkaufen. Auch hier liegt der Schwerpunkt in der Gentechnik beim Mais, der vor allem als Futtermittel verwendet wird.

Bisher muss in Deutschland auf Fleisch, Eiern und Milchprodukten nicht vermerkt sein, ob die Tiere mit gentechnisch veränderten Produkten gefüttert wurden. Die Einführung einer Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln erzeugt wurden, ist überfällig. Der Verbraucher muss selbst entscheiden können, was er essen will. Gäbe es eine solche Kennzeichnungspflicht, hätte die landwirtschaftliche Nutzung der Gentechnik in Deutschland wohl keine Zukunft.

09.05.2007

An Geld fehlt es nicht

What does $456 billion buy?

Gerade bei Fefe gefunden: Mit den 456 Milliarden US-Dollar, die bisher in den Irak-Krieg geflossen sind, hätte man 5 1/2 Jahre die Hungernden in der Welt ernähren können. 30 Milliarden hätten ausgereicht, allen Kindern in Afrika eine Grundschulausbildung zu ermöglichen.

12.04.2007

Biosprit ist keine Alternative

Wo sich Kubas Staatschef Castro und Nestlé-Chef Brabeck-Letmathe einig sind

Unter dem Titel Biosprit und die Angst vor steigenden Bierpreisen bringt Telepolis einen lesenswerten Artikel zu den negaitven Folgen der massiven Steigerung des Einsatzes von Bioethanol als Treibstoff.

Wie unter den Befürwortern zur massiven Steigerung des Einsatzes von Bioethanol als Treibstoff bilden sich auch auf der Seite der Gegner sonderbare Allianzen. Während der brasilianische Sozialist Luiz Inácio Lula da Silva sich gemeinsam mit US-Präsident George Bush für den so genannten Biosprit stark macht, verurteilen vom kubanischen Staatschef Fidel Castro über den Chef des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns Nestlé bis zum Deutschen Brauer Bund den zunehmenden Einsatz von Nahrungsmitteln zur Herstellung von Bioethanol. Castro befürchtet, drei Milliarden Menschen könnten über die steigenden Preise für Grundnahrungsmittel verhungern und verdursten, damit in den Industrienationen die Motoren brummen. Der Nestlé-Chef sieht einen "Raubbau am kostbarsten Gut", denn zur Herstellung von einem Liter Treibstoff aus Pflanzen seien 4560 Liter Wasser nötig.

Es gibt keine Alternative zum Energiesparen. Nur Energie, die wir nicht verbrauchen, kann nicht die Umwelt zerstören und hat keine negativen sozialen Folgen für die Menschen in den armen Ländern des Südens.

Und gerade heute muß ich mit dem Auto zur Arbeit fahren (32,5 km), weil der Zug, den ich sonst nehme, nur einmal pro Stunde fährt und die Nutzung des ÖPNV mich täglich fast 2 zusätzliche Stunden kostet. Die Zeit habe ich heute nicht.

Ich beobachte mit Sorge Berichte über Einschränkungen und Stillegungen im ÖPNV. Das genaue Gegenteil müsste erfolgen.

Ich habe den Eindruck, dass Forderungen nach einem Ausbau des ÖPNV zur Zeit eher als Spinnerei abgetan würden. Ich bin trotzdem sicher, es führt kein Weg daran vorbei, mit allen Mitteln für echte Alternativen dazu zu sorgen, dass jeden Tag Millionen von Einzelpersonen allein mit dem Auto fahren.

09.04.2007

Nachfrage nach Mais für Biosprit treibt Gentechnik an

Monsanto verzeichnet Absatzsteigerung um 47 Prozent

Wie die österreichische Zeitung Die Presse am 05.04.2007 berichtet, führt die anhaltende Nachfrage nach Mais für Biosprit in den USA zu einer deutlichen Steigerung des Absatzes von Saatgut für gentechnisch veränderten Mais bei der US-Firma Monsanto.

Monsanto-Chef Hugh Grant hat Dienstagabend berichtet, dass der Gewinn im abgelaufenen Quartal um 23 Prozent gestiegen ist. Hauptgrund: Der Absatz von Gen-Mais-Saatgut ist um 47 Prozent gestiegen - und zwar wegen des Biosprit-Booms in den USA. In Amerika wird immer mehr aus Mais hergestellter Ethanol dem Benzin beigemischt. In Bälde wird das auch in Europa so sein.
(...)
Großer Renner ist derzeit "Triple-stack"-Mais: Dieser ist unempfindlich gegen zwei Schadinsekten und gegen das Unkrautvertilgungsmittel Roundup Ready. Farmer, die Mais im großen Stil anbauen - in den USA auf Feldern mit 4000 und mehr Hektar -, sparen sich dadurch Arbeit und Spritzmittel, sie haben höhere Gewinne. Während es selbst in den USA bei Gen-Mais als Nahrungsmittel Ressentiments gibt, hat niemand etwas dagegen, diese Pflanzen für Biosprit zu verwenden. 52 Prozent des US-Mais sind gentechnisch verändert.

Wissenschaftspolitik im Weißen Haus

Wissenschaftler in den USA geraten zunehmend unter Druck, wenn es um unangenehme wissenschaftliche Erkenntnisse geht

In den letzten Tagen konnten wir der Presse entnehmen, dass amerikanische und chinesischer Wissenschaftler bei der Formulierung des Weltklimaberichtes Einfluss genommen und für eine deutliche Entschärfung gesorgt haben.

Telepolis berichtet nun, wie Wissenschaftler in den USA unter massiven Druck seitens der Regierung und der Industrie geraten.

Diese offene Frontstellung gegen unangenehme wissenschaftliche Prognosen stellt aber nur die Spitze des Eisbergs dar, glaubt man Wissenschaftsaktivisten in den USA. In der vergangenen Woche fand in einem Ausschuss des Washingtoner Abgeordnetenhauses eine Anhörung von Forschern und Vertretern politisch-wissenschaftlicher Organisationen statt, die eine zunehmende Einflussnahme auf freie Forschung beklagten. Nach Angaben aus der Demokratischen Partei sollen nun eine Reihe solcher Treffen organisiert werden, um die Einschränkung unter der amtierenden Regierung von George W. Bush zu belegen.

03.02.2007

Prima Klima

Das US-Institut American Enterprise Institute (AEI) zahlt Geld für Gegengutachten zum Klimabericht

Das der Ölindustrie nahestehende American Enterprise Institute (AEI) hat Forschern 10.000 US-Dollar versprochen, die wissenschaftliche Ergebnisse vorlegt, die den gerade vorgelegten Bericht des Weltklimarates widerlegen oder zumindest in Zweifel ziehen.

Dazu fällt mir nichts mehr ein.

Irgendwie passt das zu den Berichten, nach denen amerikanische Wissenschaftler von der US-Regierung unter Druck gesetzt wurden, Begriffe wie "Erderwärmung" und "Klimawandel" zu meiden:

Fast die Hälfte von über 300 befragten Wissenschaftlern, die für verschiedene Behörden der Regierung gearbeitet haben, berichteten demnach über Manipulationsversuche in den vergangenen fünf Jahren. Sie seien gedrängt worden, Begriffe wie "Klimawandel" oder "Erderwärmung" aus ihren Texten zu entfernen.


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