25.11.2007

Arsen vergiftet Millionen

Die größte Massenvergiftung in der Geschichte der Menschheit findet in Bangladesh statt

Seit kurzem habe ich wie berichtet ein Profil im sozialen Netzwerk Kaioo (das ist sowas wie SchuelerVZ oder StudiVZ für Große). In diesem Netz bin ich auf eine Gruppe gestoßen, die sich mit der Vergiftung eines großen Teiles der bengalischen Bevölkerung durch Arsens im Trinkwasser. Da Kaioo seinen Gewinne an soziale Organisationen spenden wird, erhoffen sich die Beteiligten Hilfe für ein Projekt der Deutsch-Bengalische Gesellschaft Augsburg e.V.

Seit 1971 wurden in Bangladesh mit Hilfe von Entwicklungsorganisationen und mit Unterstützung von Unicef 10 Millionen Rohrbrunnen für die Trinkwasserversorgung und die Bewässerung in der Landwirtschaft gebohrt. 97% der Bevölkerung haben Zugang zu solchen Brunnen.

Als Anfang der 80er Jahre zunehmend Hauterkrankungen auftraten, wurde festgestellt, dass es sich um schwere Arsenvergiftungen handelt. Das Wasser, das aus flachen Grundwasserleitern gefördert wird, ist in Bangladesh häufig mit natürlich vorkommendem Arsen versetzt. Heute ist bekannt, dass ein hoher Anteil der Brunnen mehr als 50 Mikrogramm Arsen pro Liter Wasser enthalten, davon 5-10% mehr als das sechsfache. Eine Lösung besteht in der Nutzung von Regenwasser, das aber nicht ganzjährig zur Verfügung steht und in der Nutzung von Filtern, sog. Drei-Tonkrug-Filtersystemen. Die Finanzierung solcher Filtersysteme ist eines der wichtigsten Ziele dieser Organisation.

In der Kaioo-Gruppe fand ich folgende Information:

Seit Juni dieses Jahres arbeiten wir an einer Lösung der Arsen-Problematik in Bangladesh. Dass Bangladesh zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, ist nichts Neues, auch nicht die Tatsache, dass es nahezu jährlich von massiven Überschwemmungen heimgesucht wird. Die ländliche Bevölkerung hat sich darauf eingestellt, und die Fruchtbarkeit des massiv überbesiedelten Landes ist von diesen Überschwemmungen abhängig. In den letzten Tagen wurde Bangladesh wieder von einem schweren Wirbelsturm heimgesucht, der weite Teile der Bevölkerung betroffen hat. Bei der Überschwemmung im letzten Jahr waren etwa 50 Millionen Menschen betroffen, die deutsche Bundesregierung hat eine Hilfszahlung von 500.000 Euro geleistet, (das ist 1 Cent pro Opfer). Das gravierendste Problem, das Bangladesh hat, ist das extrem arsenhaltige Grundwasser. Der Arsengehalt erreicht teilweise 600 mg / m3, WHO und BRD setzen einen Grenzwert von 10 mg / m3. Der Arsengehalt ist natürlichen Ursprungs, also nicht selbst verursacht. Von den 81 Millionen Handbrunnen, die die ländliche Bevölkerung mit Trinkwasser versorgen, sind ca. 60% massiv mit Arsen verseucht. Durch das verseuchte Trinkwasser wird die gesamte Bevölkerung langsam aber sicher vergiftet. Es kommt zu einem massiven Befall mit Hautkrebs (wurde anfangs für Lepra gehalten) und anderen Krebserkrankungen. Ab einem gewissen Stadium ist der Prozess nicht mehr umkehrbar. Wir haben ein Konzept entwickelt, das uns ermöglicht, mit relativ kostengünstigen Filtern dieses Problem flächendeckend zu lösen, wir benötigen aber für den Beginn des Projektes mindestens 100.000 Euro. Dieses Geld kann nur über Spenden beschafft werden. Ist das Projekt einmal angelaufen, können auch Gelder der WHO und Darlehen der Weltbank mit einbezogen werden.

Wer das Projekt unterstützen möchte kann sich bei Kaioo anmelden und der Gruppe "Arsen vergiftet Millionen" beitreten oder sich über die Seite http://www.deutsch-bengalische.org/ informieren.

Weitere Informationen

Telepolis hat auf dieses Problem Ende 2004 in einem Artikel aufmerksam gemacht. Ansonsten liefert eine Google-Suche eine Menge zusätzlicher Informationen und wenn es nicht immer nur Google sein soll: man wird auch bei Ask.com fündig.

12.04.2007

Biosprit ist keine Alternative

Wo sich Kubas Staatschef Castro und Nestlé-Chef Brabeck-Letmathe einig sind

Unter dem Titel Biosprit und die Angst vor steigenden Bierpreisen bringt Telepolis einen lesenswerten Artikel zu den negaitven Folgen der massiven Steigerung des Einsatzes von Bioethanol als Treibstoff.

Wie unter den Befürwortern zur massiven Steigerung des Einsatzes von Bioethanol als Treibstoff bilden sich auch auf der Seite der Gegner sonderbare Allianzen. Während der brasilianische Sozialist Luiz Inácio Lula da Silva sich gemeinsam mit US-Präsident George Bush für den so genannten Biosprit stark macht, verurteilen vom kubanischen Staatschef Fidel Castro über den Chef des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns Nestlé bis zum Deutschen Brauer Bund den zunehmenden Einsatz von Nahrungsmitteln zur Herstellung von Bioethanol. Castro befürchtet, drei Milliarden Menschen könnten über die steigenden Preise für Grundnahrungsmittel verhungern und verdursten, damit in den Industrienationen die Motoren brummen. Der Nestlé-Chef sieht einen "Raubbau am kostbarsten Gut", denn zur Herstellung von einem Liter Treibstoff aus Pflanzen seien 4560 Liter Wasser nötig.

Es gibt keine Alternative zum Energiesparen. Nur Energie, die wir nicht verbrauchen, kann nicht die Umwelt zerstören und hat keine negativen sozialen Folgen für die Menschen in den armen Ländern des Südens.

Und gerade heute muß ich mit dem Auto zur Arbeit fahren (32,5 km), weil der Zug, den ich sonst nehme, nur einmal pro Stunde fährt und die Nutzung des ÖPNV mich täglich fast 2 zusätzliche Stunden kostet. Die Zeit habe ich heute nicht.

Ich beobachte mit Sorge Berichte über Einschränkungen und Stillegungen im ÖPNV. Das genaue Gegenteil müsste erfolgen.

Ich habe den Eindruck, dass Forderungen nach einem Ausbau des ÖPNV zur Zeit eher als Spinnerei abgetan würden. Ich bin trotzdem sicher, es führt kein Weg daran vorbei, mit allen Mitteln für echte Alternativen dazu zu sorgen, dass jeden Tag Millionen von Einzelpersonen allein mit dem Auto fahren.

22.03.2007

Weltwassertag 2007: Wasser ist ein absolutes Luxusgut

Welthungerhilfe weist auf Engpässe bei der Wasserversorgung hin

"Wasser ist kostbar" lautet der Titel einer Anzeige, mit der die Welthungerhilfe auf die zunehmende Wasserknappheit hinweist.

Zum Internationalen Tag des Wassers am 22. März bittet die Welthungerhilfe um Veröffentlichung der Anzeige. Dem komme ich gern nach. Der Text der Anzeige lautet:

Anzeige Wasser ist KostbarFür ein Sechstel der Weltbevölkerung ist Wasser purer Luxus. Werden Sie "Partner für Wasser" und helfen Sie dabei, dass mehr Menschen Zugang zu sauberem Wasser erhalten. Denn das sichert nicht nur ihr Überleben. Es gibt ihnen auch die Möglichkeit, Felder zu bewirtschaften und sich in Zukunft selbst zu versorgen. Spenden Sie jetzt: Konto 1115, Sparkasse KölnBonn, BLZ 370 501 98. Mehr unter www.welthungerhilfe.de/wasser oder wasser@welthungerhilfe.de

Auf ihrer Webseite weist die Welthungerhilfe auf Engpässe in der Wasserversorgung hin

Mehr als zwei Milliarden Menschen in 40 Staaten der Erde sind nach Angaben der UNESCO mit Engpässen in der Wasserversorgung konfrontiert. Mehr als eine Milliarde haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mehr als 2,4 Milliarden sind nicht an eine Abwasserentsorgung angeschlossen. Zahlreiche Entwicklungsländer können nicht die minimale notwendige Trinkwassermenge für ihre Bevölkerung bereitstellen. Abfälle in Wasserläufen, Industrieabwässer und Chemikalieneinträge, Pestizide und Mineraldünger gefährden die Wasserqualität.

Gewappnet für den Klimawandel

Monsanto und BASF wollen trockentolerante Pflanzen entwicklen

Wie Transgen heute berichtet, haben die Konzerne Monsanto (St. Louis, USA) und BASF (Ludwigshafen) eine Zusammenarbeit vereinbart.

Kooperieren wollen die beiden Unternehmen bei Forschung, Entwicklung und Vermarktung von neuen Pflanzen mit erhöhten Erträgen und einer gesteigerten Toleranz gegenüber Trockenheit. Die Vereinbarung bezieht sich auf die Kulturarten Soja, Mais, Raps und Baumwolle.

Das wird vermutlich ein einträgliches Geschäft, denn als Folge des Klimawandels wird in den nächsten Jahren das Wasser vor allem in den ärmeren Regionen knapp werden, die bereits heute unter Überbevölkerung und Wassermangel leiden.

So läßt sich prima Profit mit dem Klimawandel machen.


Tags

Alle Tags

Impressum

RSS

Creative Commons License

Blogroll

Archiv

556 Einträge