28.11.2008

Lesen - Fernsehen online

Nachdem das ZDF sie gefeuert hat, liest Elke Heidenreich jetzt online. Gast in der ersten Folge ist Campino von den Toten Hosen.

Ich bin nicht gerade ein großer Fan von ihr, aber gelegentlich kann ich mir Frau Heidenreich schon mal anschauen. Durch die Verfügbarkeit im Internet habe ich jetzt auch eine deutlich bessere Chance, diese Sendung zu sehen, als im ZDF, wo sie immer zu Zeiten kam, wenn ich nicht fernsehe.

Diese Sendung machte mir wieder mal klar, wie antiquiert das Konzept Fernsehen eigentlich ist. Ist es denn wirklich noch nötig, dass uns vorgeschrieben wird, wann wir welche Sendungen zu konsumieren haben. Gut, man kann heute ja alles irgendwie aufzeichnen, aber es wäre sicher auch problemlos möglich, das laufende Fernsehprogramm so online vorzuhalten, dass der Kunde Sendungen zu dem Zeitpunkt abrufen kann, wenn er sie sehen will. Geht ja bei Youtube und Sevenload auch. Und beide Dienste arbeiten zur Zeit auf Hochtouren daran, auch Videos von hoher Auflösung zu ermöglichen.

Es sieht so aus, als ob Internetvideoportale gerade zu einer Art zusätzlicher Programmanbieter mit on-demand-Programm werden. Was fehlt, ist ist eine technisch einfach zu bedienende Möglichkeit, das Programm am Fernsehschirm zu sehen, jedenfalls für mich, längere Filme am Computermonitor zu schauen, finde ich einfach unbequem.

Eigentlich kann man doch erwarten, dass auch die öffentlich-rechtlichen Sender ihr Programm vollständig online stellen. Arte kriegt es ja auch hin, wenn auch nur halbherzig für 7 Tage und mit miserablem Handling. Aber immerhin.

Mit meiner GEZ-Gebühr habe ich ja bereits dafür bezahlt, dass diese Sendungen produziert wurden. Da kann ich doch eigentlich erwarten, dass sie auch öffentlich verfügbar sind, wo doch jetzt sogar für Internet-PCs GEZ-Gebühren anfallen.

Aber statt hier mal fortschrittlich Maßstäbe zu setzen, werden Änderungen im Rundfunkstaatsvertrag diskutiert, die Online-Aktivitäten der öffentlich-rechtliche Sender noch weiter beschränken sollen.

16.07.2008

Monsanto-kritischer Film von Videoportalen verschwunden

Google löscht Gentechnik-Film

Ich habe doch kürzlich auf die Ausstrahlung des Filmes "Monsanto-mit Gift und Genen" in Arte hingewiesen. Leider hält Arte Filme nur für 7 Tage bereit, aber wie das in solchen Fällen im Internet so ist, findet man derartige Filme dann schnell auf den bekannten Videoportalen, vor allem bei Google Video und Youtube. Auch in diesem Fall konnte man wie berichtet den Film dort finden.

Nun berichtet die Taz von einem "merkwürdigen" Verschwinden des Filmes bei Google und Youtube.

Eine kritische Arte-Dokumentation über den US-amerikanischen Gentechnik-Riesen Monsanto ist von Google und YouTube verschwunden. Der Film „Monsanto – Mit Gift und Genen“ der französischen Journalistin Marie Monique Robin wurde Anfang des Jahres auf Arte ausgestrahlt. Google hat den zweistündigen Film, der auf GoogleVideo online zur Verfügung stand, anscheinend gelöscht. Spekulationen zufolge geschah dies auf Druck der kanadischen Filmgesellschaft. Auch von YouTube wurde der Film entfernt. Eine Erklärung für die Entfernung des Filmes gab es bisher von keiner der beiden Firmen. An einer Verletzung des Urheberrechts scheint es aber nicht gelegen zu haben, da YouTube in solchen Fällen auf der Seite des entfernten Videos einen diesbezüglichen Hinweis schaltet.

Ich wundere mich immer wieder, wie weit der Arm von Monsanto reicht.

Der Film steht inzwischen bei Genfood zur Verfügung, und ich hoffe, da bleibt er auch.

via Monsanto

Übrigens: Videos auf Google Video und Youtube kann man sich auch mit dem Firefox-Plugin VideoDownloadHelper herunterladen. Wenn man das hier so liest, ist das vielleicht gelegentlich eine ganz gute Idee.


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